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Stabsstelle Campus-Familie


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Ansprechpartner

Andrea Krieg

Stabsstelle Campus-Familie

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INHALTE

Konfliktmanagement

Umgang mit Problemen & Konflikten

Gegensätze sind Bestandteil unseres gemeinsamen Lebens. Doch bei dem Wort Konflikt wird oft ein negatives Bauchgefühl ausgelöst. Sie sind unangenehm, sowohl für die Beteiligten als auch für diejenigen, die Zeugen einer konflikthaften Ausein­andersetzung werden. Häufig haben die Beteiligten das Gefühl, „sich jetzt wehren zu müssen“, fühlen sich einem Angreifer ausgeliefert, meinen, dass die gewohn­te Form des Umgangs keinen Bestand mehr hat. Kommunikation findet nicht mehr statt oder wird auf ein Minimum beschränkt.

Nicht alle Meinungsverschiedenheiten sind Konflikte und haben destruktive Wir­kungen. Erst die Art und Weise, wie die Betroffenen damit umgehen, macht aus, ob ein Konflikt konstruktiv bewältigt wer­den kann oder die Situation eskaliert. Der richtige Umgang mit Konflikten führt in der Regel zu Selbstvertrauen, Wertschät­zung und Motivation bei den Beteiligten. Hier finden Sie Angebote, die dabei helfen Konflikte zu bewältigen. 

 

Ziele

Sensibilisiert durch den im Arbeits­prozess auftretenden Beratungs-und Konfliktlösungsbedarf und im Hinblick auf eine Streitkultur, die Vertrauen und Offenheit der Beteiligten voraussetzt und Bedürfnisse berücksichtigt, regte die Steuerungsgruppe Campus-Familie das Projekt „Integriertes Konfliktmanage­ment“ an. Dieses Vorhaben soll sich mit unserer Streitkultur auseinandersetzen, die Kompetenzen zur Konfliktlösung und -beratung vereinen und zu einer offenen Streitkultur beitragen. Auch hier soll ein ganzheitlicher Ansatz zum Tragen kommen. Das heißt:

  • universitätsweite Sensibilisierung für Konflikte als Chance,
  • Prävention durch Aufklärung und Weiterbildung,
  • Unterstützung durch Anwendung von verschiedenen Konfliktlösungsverfah­ren bei Konflikten und im Rahmen eines Change-Management bei Um­strukturierungsmaßnahmen,
  • gewaltfreie Kommunikation als Kom­munikationsmethode für ein gemein­sames Miteinander.

Stand 2017

Der Aufbau eines in­tegrierten Systems zur Konfliktpräven­tion, -erkennung und -lösung integriert die Erfahrungen und Angebote der an der Universität etablierten Beratungs­stellen und Interessenvertretungen (siehe Beratungskompass). Zwei ausgebildete Mediatorinnen, eine ausgebildete Supervisorin sowie ein Pool an externen Beraterinnen und Be­ratern, auch im interkulturellen Kontext, stehen zur Verfügung.

Konfliktberatung

Was ist Konfliktberatung?

Die Konfliktberatung ist eine Methode für zwischenmenschliche Konfliktsituationen. Die Betroffenen gehen dabei sowohl auf die sachlichen als auch auf die gefühlsmäßigen Probleme ein und finden durch die Unterstützung des Beraters eigenständig eine Lösung für ihren Konflikt. Gemeinsam mit dem Konfliktberater suchen Sie beim ersten Beratungsgespräch das Instrument aus, was der Konfliktlösung am besten entspricht.

Anwendungsgebiete

  • Konflikte im Arbeitsbereich
  • Soziale Konflikte
  • Partnerschafts- und Familienprobleme
  • Konflikte bezüglich der Nationalität, Behinderung o.ä.

Konfliktmoderation

Was ist Konfliktmoderation?

Die Konfliktmoderation kann dabei helfen, die Differenzen zweier Parteien zu beseitigen. Zudem dient sie als Prävention für weitere Auseinandersetzungen. Durch die Konfliktmoderation lernt man einen Konflikt aktiv anzugehen, zu klären und konstruktiv zu lösen. Die Beteiligten werden dabei unterstützt wieder miteinander zu reden, Probleme zu analysieren, eigene Fehler einzugestehen und gemeinsame Vereinbarungen zu treffen und umzusetzen.

Anwendungsgebiete

  • zwischen und innerhalb von Teams oder Abteilungen
  • zwischen Führungskräften und Mitarbeitern
  • zwischen Führungskräften
  • am Arbeitsplatz (Mobbing o.ä.)

Die Rolle des Konfliktmoderators/der Konfliktmoderatorin

Der/die KonfliktmoderatorIn ist kein Problemlöser. Die Aufgabe ist es vielmehr, als neutrale Person zu agieren und einen Rahmen zu schaffen. Die Konflikparteien sind und bleiben die Experten in ihrem Konflikt. Sichtweisen können erweitert und damit der Konflikt bearbeitet und konstruktiv gelöst werden. Der/die KonfliktberaterIn strukturiert den Diskussionsprozess und versucht Klarheit zu schaffen.

Mediation

Was ist Mediation?

Mediation ist ein Verfahren zur Vermittlung in Konflikten. Konfliktpartner können zwei Personen sein oder mehrere Parteien, wobei die Mehrparteienmediation in Teams oder auch zwischen verschiedenen Gruppen stattfindet.

Konflikte entstehen überall dort, wo Menschen sich in ihren Bedürfnissen eingeschränkt fühlen. Mediation geht von einem Konfliktmodell aus, das sich grundlegend von den herkömmlichen juristischen Verfahren unterscheidet. Der Ausgangspunkt ist daher, dass die Konfliktparteien die Lösung in sich tragen, da sie selbst die Experten für ihren Konflikt sind. Ziel ist es, dass die Konfliktparteien die Lösung für ihren Konflikt gemeinsam entwickeln; das Sich-Mitteilen spielt eine wichtige Rolle. Ein Mediator ist dafür verantwortlich, dass dies in konstruktiver Weise geschieht und die wesentlichen Konfliktpunkte herausgearbeitet werden. Alle Beteiligten sollen die Mediation mit dem Gefühl verlassen, etwas dazugewonnen zu haben.

Die Teilnahme an einer Mediation ist absolut freiwillig, wobei der Mediationsprozess zu jeder Zeit unterbrochen, abgebrochen oder vertagt werden kann. Am Abschluss der Mediation steht eine schriftlich dokumentierte Vereinbarung.

Anwendungsgebiete

Mediation wird einerseits im privaten Bereich, in Familien- und Partnerschaftskonflikten angewandt, andererseits am Arbeitsplatz und in sozialen sowie politischen Kontexten. Man findet sie in sozialen Einrichtungen, Vereinen, Verbänden, Behörden, Schulen und weiteren pädagogischen und ausbildenden Institutionen.

Die fünf Phasen der Mediation

Jeder Mediationsprozess durchläuft typische Dynamiken, die in fünf Phasen aufgeteilt werden. Die Mediation ist jedoch eher als lebendiger Prozess zu verstehen, der seiner eigenen Logik folgt. Nur die 1. Phase ist halbwegs planbar, in der die Medianten/Mediantinnen begrüßt und Vereinbarungen für die Mediation besprochen werden. Anschließend wechselt der Prozess hin und her: Von der Darstellung des Konflikts (Phase 2), dem Herausarbeiten der Interessen hinter den Positionen (Phase 3) und der Lösungsfindung (Phase 4) bewegt er sich mal nach vorn, mal zurück, bevor die Mediation mit der Vereinbarung zwischen den Konfliktparteien (Phase 5) abgeschlossen werden kann. In besonders eskalierten Konflikten ist es sinnvoll, Einzelgespräch zu führen, bevor sich die Medianten/Mediantinnen an einen Tisch setzen.

Die Rolle des Mediators/der Mediatorin

Mediatoren/Mediatorinnen haben die Bedürfnisse aller Konfliktparteien im Blick, sie sind „all“-parteilich, behandeln alle Informationen vertraulich und vertreten keine eigenen Interessen. Es ist sehr wichtig, dass der Mediator/die Mediatorin von allen Konfliktparteien akzeptiert wird. Mediatoren/Mediatorinnen sorgen z.B. dafür, dass Gesprächsvereinbarungen eingehalten werden, sie garantieren den Konfliktparteien eine professionelle Begleitung und unterstützen sie dabei, sich gegenseitig zuzuhören.

Quellen

Oboth, M./Seils, G. (2008): Mediation in Gruppen & Teams. Praxis- und Methodenhandbuch. Konfliktklärung in Gruppen, inspiriert durch die Gewaltfreie Kommunikation.Paderborn: Junfermann.

Supervision

Was ist Supervision?

Supervision ist ein  wissenschaftlich fundiertes und praxisorientiertes Beratungsformat, welches vorrangig im Arbeitskontext eingesetzt wird.

Ziel ist die Bearbeitung von Schwierigkeiten und Problemen, die sich aus der beruflichen Interaktion ergeben. Bei einer Supervision können einzelne Personen, Teams, Gruppen und Organisationen begleitet werden. Ziel ist es, eine Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten im jeweiligen Tätigkeitsfeld zu erreichen. 

Anwendungsgebiete

  • Unterstützung von Teamentwicklungsmaßnahmen
  • Förderung von Kommunikationsprozessen, fachlichen Kompetenzen
  • Hilfestellung bei Problemlösungen
  • Verbesserung der Belastbarkeit
  • Supervision dient in vielen Branchen als Burn-out-Prophylaxe
  • individuelle Beratung

Supervisionsettings

  • Supervision für Einzelne
  • Supervision für Führungskräfte
  • Supervision für Gruppen
  • Supervision für Teams
  • Fallsupervision
  • andere organisationsbezogene Supervisionsformen
  • Lehr- und Kontrollsupervision

Die Rolle des Supervisors/der Supervisorin

Der / die SupervisorIn dient als eine unabhängige Kraft, die nicht in die Abläufe verwickelt ist, sondern objektiv auf den zu beratenden Konflikt blickt und somit die Hauptverantwortung für die Regulierung der Konversation zwischen den Supervisanden/Innen hat. Zusammen versucht man nach geeigneten Handlungsmöglichkeiten für den bestehenden Konflikt zu finden. 

Sie nehmen die Rolle der sogenannten Entlaster, Entzerrer und Ermöglicher ein. Sie helfen dabei kritische Situationen und Konstellationen im beruflichen Alltag zu lösen: Probleme mit Rollen, Konflikte mit Kolleg/innen, Knackpunkte in Veränderungsprozessen. Zudem verbessern sie die Kommunikation in Teams bzw. zwischen Hierarchieebenen - und damit die tägliche Zusammenarbeit.

Quellen

Faktum-Lexikonistitut/ Leszczynski (Hg.) (2000): Lexikon der Psychologie. Gütersloh: Edition Bassermann

Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V. (Hg.)(2008): Der Nutzen von Supervision. Kassel: kassel university press

http://www.supervision-ruetz-lewerenz.de/loads/berufsbi.pdf

 

 

Teambegleitung

Was ist Teambegleitung?

Bei einer Teambegleitung geht es um die Bildung bzw. Weiterentwicklung des Teams. Danach folgt die Erarbeitung effizienter Arbeitsstrukturen. Anschließend werden Moderationstechniken und Strategien der Konfliktanalyse und –bewältigung erarbeitet. Ziel ist es, die Kompetenz hinsichtlich Kooperationen bzw. Führungskompetenzen der MitarbeiterInnen zu erweitern.

Aufgabe des Teambegleiters/der Teambegleiterin

Der/die TeambegleiterIn dient als externe Person, die zuhört und Verunsicherungen innerhalb des Teams beseitigt. Strategien sowie Handlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt aus denen eine individuelle Lösung für das Team gefunden wird.

Quellen

Dehnbostel, P./Lindemann, H. (Hg.) (2007): Lernen im Prozess der Arbeit in Schule und Betrieb.Münster:Waxmann Verlag