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Fachgebiet Empirische Medienforschung und politische Kommunikation


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Manuela Dienemann

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INHALTE

Methodik

Projekte im Forschungsfeld "Methodik":

 

Stichproben in der Inhaltsanalyse

Die Bildung von repräsentativen Stichproben ist insbesondere bei Medieninhaltsanalysen ein kaum zu lösendes Problem. Im Fachgebiet wurden in verschiedenen Zusammenhängen theoretische Ausarbeitungen und empirische Studien hierzu durchgeführt.
Speziell zur Problematik der Stichprobenbildung bei Online-Inhaltsanalysen liegen zwei Beiträge zu konzeptionellen Fragen vor (Zeller/Wolling 2010; Wolling/Kuhlmann 2003). Darüber hinaus wurde der Frage nachgegangen, welchen Einfluss herausragende Ereignisse, wie große Sportevents oder Wahlen, auf die Programmstruktur haben und ob Zeiträume mit solchen Ereignissen bei der Stichprobenbildung ausgeklammert werden sollten (Wolling 2005).
Eine dritte Fragestellung bezieht sich auf das Sampling-Verfahren  „künstliche Woche“.  Bei Medienstichproben stellt es ein beliebtes, weil leicht umsetzbares Stichprobenverfahren dar. Hierbei werden meist in einem rollierenden Verfahren Stichprobentage in gleichen Abständen so gezogen, dass insgesamt alle Wochentage gleich häufig vertreten sind. Dieses Verfahren stellt im Prinzip eine Zeitklumpen-Stichprobe dar. Aufgrund der geringen Zahl an Klumpen weisen derartige Stichproben aber häufig inakzeptabel große Stichprobenfehler auf, wie in diesem Projekt erstmals nachgewiesen wurde (Jandura/Jandura/Kuhlmann 2005).

 

Methodenkombinationen/ Mixed-Methods

Gerade in der Kommunikationswissenschaft führt häufig erst die Kombination von verschiedenen Datenerhebungsmethoden zu wirklich aussagekräftigen Ergebnissen. Hierzu wurde in mehreren grundlegenden methodologischen Beiträgen die Logik der Verknüpfung von Befragung und Inhaltsanalysedaten in der Medienwirkungsforschung erläutert (Wolling 2002a; Wolling 2002b; Wolling/Wirth 2012). In verschiedenen empirischen Projekten befassten wir uns zudem auch forschungspraktisch mit der Frage, wie sich Methodenkombinationen angemessen für unterschiedliche kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen einsetzen lassen: Beispielsweise untersuchen wir, wie sich durch die Verknüpfung von Inhaltsanalysen mit Befragungen auf Individualdatenniveau einerseits qualitätsbezogene Mediennutzungsentscheidungen (Wolling 2006) und andererseits verschiedenen Medienwirkungen (Wolling 1999; Arlt 2013) ermitteln lassen. Dem Problem, dass sich Mediennutzungsmuster – insbesondere bei Panelbefragungen – durch standardisierte Fragebögen nur sehr grob abfragen lassen, begegnen wir durch eine theoretisch reflektierte und methodisch getestete Kombination von Fragebögen mit einem Tagebuch (Kuhlmann 2012). Weiterhin befassen wir uns damit, wie durch eine Verknüpfung qualitativer und quantitativer Schritte Ergebnisse aus Gruppendiskussionen und Leitfaden-Interviews valide quantifiziert werden können (Schumann 2013).

 

Suchmaschinenforschung

Die Kommunikationswissenschaft schenkt zunehmend dem Fakt Beachtung, dass Kommunikation im Netz nicht mehr nur zwischen menschlichen Interaktionspartnern verläuft, sondern durch "technische Akteure" wie z.B. Algorithmen determiniert ist. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Suchmaschinen. Um zu verstehen, welche herausragende Rolle sie für die Kommunikationsprozesse im Internet spielen (Gatekeeper), muss man ihre Arbeitsweise zumindest in Grundzügen verstehen. Die wesentlichen Arbeitsprinzipien und die Funktionslogik von Suchmaschinen wurden in zwei Beiträgen erläutert und als kommunikationswissenschaftliche Phänomene eingeordnet  (Wolling 2002; Wolling 2005).

Um genauere Erkenntnisse zu erlangen, wie diese Algorithmen in den Kommunikationsprozess eingreifen und wie sie funktionieren, sind jedoch methodisch anspruchsvolle Untersuchungsdesigns notwendig, weil sich Algorithmen weder durch Befragung, noch durch Inhaltsanalysen und auch nicht durch direkte Beobachtung analysieren lassen. Sie lassen sich aber bis zu einem gewissen Grad experimentell manipulieren. Wie so etwas funktionieren kann, was dabei zu beachten ist und welche methodischen Herausforderungen sich stellen, haben wir am Beispiel von Social Signals untersucht (Hildebrandt, Schumann, Wolling 2013).

Veröffentlichungen

Publikationen

  • Wolling, J. (2005): Normalzeit vs. Spezialzeit. Besondere Ereignisse als Problem der Stichprobenziehung bei Inhaltsanalysen von Medienangeboten. In: Gehrau, V./ Fretwurst, B./ Krause, B./ Daschmann, G. (Hrsg.): Auswahlverfahren in der Kommunikationswissenschaft. Köln: Herbert von Halem (S.138-157).

  • Wolling, J. (2005): Suchmaschinen? - Selektiermaschinen! In Krömker, H./ Klimsa, P. (Hrsg.): Handbuch Medienproduktion. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften (S. 529-537).
  • Wolling, J. (2002): Methodenkombination und Datenverknüpfung in der empirischen Medien- und Kommunikationsforschung. In: Karmasin, M. & Höhn, M. (Hrsg.): Die Zukunft der empirischen Sozialforschung. Graz: Nausner & Nausner (S.161-196). .

Vorträge