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Fachgebiet Empirische Medienforschung und politische Kommunikation


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Manuela Dienemann

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INHALTE

Energiekommunikation

Projekte im Forschungsfeld "Energiekommunikation":

 

Fukushima und die Folgen

Im Fachgebiet sind insgesamt drei Untersuchungen entstanden, die sich mit unterschiedlichen Auswirkungen der Kraftwerkskatastrophe in Fukushima auf die Berichterstattung über die Ereignisse in Japan, auf die Berichterstattung über Energiethemen und auf die öffentliche Meinung über die Energieversorgung beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Projekte sind im zweiten Band der Buchreihe NEU-Kommunikation zusammen mit 10 weiteren Untersuchungen erschienen.

In einer ersten international vergleichenden Studie wurde die Emotionalität in der Berichterstattung in den ersten 14 Tagen nach der Katastrophe mit Hilfe computergestützter, textlinguistischer Verfahren analysierten. Verglichen wurden Printmedien aus Großbritannien, USA und Deutschland. Es zeigte sich, dass in den beiden englischsprachigen Ländern die Emotionen Angst, Furcht und Traurigkeit eine größere Rolle spielten, während in Deutschland Ärger und Wut wesentlich stärker ausgeprägt waren.

In einer zweiten international vergleichenden Untersuchung wurde die Berichterstattung über Erneuerbare Energien in den Ländern Australien, Neuseeland, USA, Kanada, Irland, Großbritannien, Österreich, Deutschland, Südafrika, Indonesien und Indien ausgewertete. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, ob es Unterschiede und Veränderungen im Framing dieser Energien nach Fukushima gab und ob sich diese durch die materiellen Rahmenbedingungen in den untersuchten Ländern erklären lassen. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass die nationalen Medien die Logik des etablierten Energieversorgungssystems durch ihre Berichterstattung stützen. Auch die Reaktorkatastrophe von Fukushima führte nicht dazu, dass diese etablierten Denkmuster durchbrochen wurden.

In einer dritten Untersuchung wurden Einstellungseffekte der Fukushima-Berichterstattung auf Personenebene identifiziert. Es zeigten sich signifikante, wenn auch nicht besonders starke Einstellungsveränderungen von 2010 nach 2011. Das Risiko der Atomkraft wurde 2011 größer eingeschätzt und die erneuerbaren Energien wurden positiver beurteilt. Die Stärke der Einstellungsveränderungen war weitgehend unabhängig von bestimmten Personeneigeneigenschaften oder der Intensität der Mediennutzung.

 

RESIDENS-Projekt

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt RESIDENS wurden von 2009 bis 2012 vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gefördert. Das Fachgebiet erforschte im Rahmen dieses Projekts die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Implementation von Infrastrukturmaßnahmen zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien.

Ein Schwerpunkt des Teilprojekts war es zu untersuchen, wie die Medien über Smart Meter berichten, was die Bürger über diese Technologie wissen und wie sie darüber denken. Darüber hinaus wurden aber auch zahlreiche weitere Fragen der Energiekommunikation unter anderem zu den Themen Atomenergie, Nutzung von Solar- und Windenergie, Pumpspeicherwerken sowie dem Netzausbau untersucht.

Erstens wurde durch Inhaltsanalysen von Medienangeboten analysiert, wie in den Medien verschiedene Energiethemen dargestellt werden. Inhaltliche Schwerpunkte der Analysen waren die Themen Atomkraft, Energiewende und Smart Metering.

Zweitens wurden durch repräsentative Bevölkerungsumfragen die energiebezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen der Thüringer Bevölkerung untersucht. Im Vordergrund stand dabei die Frage, welche Medien die Thüringer nutzten, um sich über Energiethemen zu informieren und welche Wirkung diese Mediennutzung auf die Meinung der Bevölkerung gegenüber verschiedenen Energiethemen hat.

 

Der Einfluss medialer Kommunikation auf Einstellungen zur Atomkraft

In ihrem Dissertationsprojekt untersuchte Dorothee Arlt den Einfluss der individuellen Mediennutzung auf Einstellungen gegenüber Atomkraft am Beispiel der im Jahr 2010 geplanten Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke. Die Studie wurde im Zwei-Methoden-Design durchgeführt. In einer repräsentativen Telefonbefragung wurden die Einstellungen und das Mediennutzungsverhalten von n=551 Thüringern erhoben. Die Argumente in der Berichterstattung für bzw. gegen eine Laufzeitverlängerung wurden durch eine quantitative Inhaltsanalyse von n=480 Medienbeiträgen erfasst. Bei der Datenverknüpfung wurden Variablen zum individuellen Medieninput an Argumenten aus der Berichterstattung gebildet. Auf Basis dieser Variablen wurden dann Einstellungseffekte geprüft. Die Befunde zeigten, dass der individuelle Medieninput an Argumenten die Einstellungen gegenüber Atomkraft sowohl mittel- als auch langfristig beeinflusste. Deutlich wurde auch, dass sich Einstellungen gegenüber der Laufzeitverlängerung besser durch generelle Einstellungen zu Atomkraft, Energie und Politik vorhersagen ließen, als durch die individuelle Nutzung medialer Kommunikationsinhalte.

 

Metastudie über Merkmale von Freileitungen und Erdkabelleitungen

In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Elektrische Energieversorgung  (Prof. Westermann) der Fakultät EI wurde im Auftrag des Schweizer Übertragungsnetzbetreibers Swissgrid eine Metastudie von europäischen wissenschaftlichen Primär-Untersuchungen und Projektstudien durchgeführt, die im Zusammenhang mit Netzausbauprojekten die Eignung von Freileitungen und Erdkabeln untersuchen. Das Fachgebiet Empirische Medienforschung und Politische Kommunikation war für die Analyse der nicht-technischen, gesellschaftsbezogen und umweltrelevanten Aspekte, die in den Forschungsberichten behandelt wurden, verantwortlich.

Veröffentlichungen

Publikationen

    • Wolling, J. & Arlt, D. (Hrsg.). (2014): Fukushima und die Folgen. Medienberichterstattung, Öffentliche Meinung, Politische Konsequenzen (NEU - Nachhaltigkeits-, Energie- und Umweltkommunikation, Bd. 2). Ilmenau: Univ.-Verl. Ilmenau.

    • Porten-Cheé, P., Arlt, D. & Wolling, J. (2013): Informationssuche zwischen Energiepolitik und Energiespartipps. Einstellungs-Verhaltens-Relationen als Erklärungsfaktoren der aktiven Suche nach energiebezogenen Informationen. In: Medien & Kommunikationswissenschaft 62 (2). 
    • Wolling, J. & Arlt, D. (2013): Smart Metering in den Medien und im Urteil der Öffentlichkeit. In: Westermann, D., Döring, D. &  P. Bretschneider (Hrsg). Smart Metering zwischen technischer Herausforderung und gesellschaftlicher Akzeptanz – Interdisziplinärer Status Quo. Ilmenau: Univ.-Verl. Ilmenau, S. 17-60.  Download des Buchs
    • Arlt, D. & Wolling, J. (2012): Nachhaltige Energieversorgung aus der Sicht der Bürger. Eine repräsentative Panel-Befragung aus den Jahren 2009, 2010 und 2011. In: Tagungsband des Power and Energy Student Summit 2012, Ilmenau 19.-20. Januar 2012; S.81-83. Download Tagungsband
    • Arlt, D. & Wolling, J. (2011): Einstellungswandel durch Fukushima? Individuelle Veränderungen der Einstellungen zur Atomenergie nach dem Reaktorunfall in Fukushima. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 12: 46-49.   
    • Arlt, D. & Wolling, J. (2011)Energiebewusstsein 2011. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage in Thüringen zu energiebezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen. Ilmenau. Download der Ergebnisbroschüre
    • Arlt, D. & Wolling, J. (2011)Energiebewusstsein 2010. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage in Thüringen zu energiebezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen. Ilmenau. Download der Broschüre
    • Arlt, D., Novitzkij, A., Westermann, D. & Wolling, J. (2011): Metastudie über Merkmale von Freileitungen und Erdkabelleitungen. Ilmenau. Download des Abschlussberichts
    • Arlt, D. & Wolling, J. (2010)Energiebewusstsein 2009. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage in Thüringen zu energiebezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen. Ilmenau. Download der Ergebnisbroschüre

     

     

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