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Fachgebiet Empirische Medienforschung und politische Kommunikation


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Manuela Dienemann

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INHALTE

Politikverdrossenheit

Projekte im Forschungsfeld "Politikverdrossenheit"

In diesem Forschungsfeld wird untersucht, ob die Berichterstattung der Medien einen Einfluss auf die Einstellungen der Bürger zur Politik hat und zur Politikverdrossenheit beiträgt.

 

Dissertationsprojekt: Politikverdrossenheit durch Massenmedien


Im Jahre 1999 wurde in diesem Forschungsfeld eine erste lokale Untersuchung in der Stadt Dresden abgeschlossen und als Dissertation veröffentlicht. Im Rahmen dieser Studie konnte durch die Kombination von Inhaltsanalysedaten und Befragungsdaten gezeigt werden, welche Effekte Medien(inhalte) auf die Einstellungen der Bürger zur Politik haben. Dabei konnten differentielle Effekte ermittelt werden: Je nachdem welche Indikatoren für Politikverdrossenheit untersucht und welche Medien(inhalte) berücksichtigt wurden, sind deutlich variierende Wirkungen zu beobachten.
Im Rahmen einer Sekundäranalyse dieser Daten wurde der Frage nachgegangen, ob speziell die Skandalberichterstattung der Medien Effekte auf die Einstellungen der Bürger zur Legitimität des politischen Systems hat. Anhand der Analysen konnte verdeutlicht werden, dass die subjektive Wahrnehmung und Verarbeitung der Medieninhalte ein Faktor ist, der bei der Untersuchung von Medienwirkungen berücksichtigt werden muss.

 

Politikverdrossenheit und Onlinekommunikation


Aufgrund der wachsenden Bedeutung des Internets für die politische Information und Kommunikation wurde die Frage gestellt, ob sich auch die Online-Kommunikation auf die Einstellungen zur Politik auswirkt. Um eine Antwort darauf zu finden, wurden Daten des DFG-Projekts zur Politischen Online-Kommunikation sekundäranalysiert. Es fanden sich keine Hinweise darauf, dass die Nutzung von Onlinekommunikation negativ auf die Einstellungen zur Politik wirkt.

 

Politainment und Politikverdrossenheit


Nicht hinreichend geklärt ist bislang, welche Eigenschaften des Medienangebots für die Entstehung von Politikverdrossenheit von Bedeutung sind. Die bisher durchgeführten Untersuchungen fokussierten vor allem den Negativismus und die Skandalberichterstattung. Vermutet wird aber auch, dass Politainment einen negativen Einfluss haben könnte. In einem Theoriebeitrag wurden die theoretisch plausiblen Wirkungen von unterschiedlichen Unterhaltungs- und Politainmentformaten erörtert. Diese theoretischen Prämissen wurden im Sommer 2014 in einer Studie empirisch untersucht: Dazu wurde im fakultätseigenen CATI-Labor gemeinsam mit Studierenden eine bundesrepräsentative Telefonbefragung (N=271) durchgeführt. Im Fokus der Studie stand die Frage, welchen Einfluss Nutzung und Bewertung politischer Unterhaltungsformate (= Politainment, wie z.B. Talkshows oder politische Satire) auf die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger zur Politik haben. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Fans dieser Politainmentformate selbst als politisch desinteressierter einschätzen, als dies bei den Fans von „klassischen“ Informationsangeboten der Fall ist. Weiterhin haben die Politainment-Fans generell eine negativere Einstellung zur Effektivität des politischen Systems, der Responsivität und Integrität politischer Akteure und gehen seltener zur Wahl als Info-Fans .

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