Fotowettbewerb "Blitzlichter"
Die Gewinner
Laudatio zum Fotowettbewerb
Dr. Jan Kobel
Erster Preis
Die Lange Nacht der Technik der TU Ilmenau ist Ausdruck eines modernen Verständnisses von Wissenschaft und Technik, das für Offenheit, Transparenz und Internationalismus steht. Ihrem Begriff nach kennen die Naturwissenschaften weder Hautfarbe noch Geschlecht, weder Grenzen noch Religion, weder Volk noch Nation.
Sie kennen nur richtig oder falsch, und sie braucht Menschen, die sich in diesem Sinne der Wissenschaft verschrieben haben. So gesehen können die Naturwissenschaften einen Beitrag leisten gegen den wiederaufkeimenden Wahn des Rassismus und der völkischen Ausgrenzung, sowie gegen Frauenverachtung und Islamophobie.
Die Jury war der Ansicht, dass die Fotografie "Quadrokopter im Landeanflug", welche die Neugier und spielerische Unbefangenheit zweier junger muslimischer Frauen mit einem High-Tech-Flugroboter des Graduiertenkollegs Mobilkommunikation an der TU Ilmenau zeigt, in heiterer und technisch perfekter Weise diesen aufgeklärten Geist der TU Ilmenau widerspiegelt. Sie hat deshalb einstimmig beschlossen, den ersten Preis des Fotowettbewerbs an Falko Hilbrunner zu verleihen.
Dotiert mit einem High-Tech-Mobiltelefon der Firma Vodafone.
Zweiter Preis:
Unsichtbares sichtbar macht ein weiteres Foto aus dem Kreise der Einsendungen, wenngleich es sich hierbei nicht um die Visualisierung wissenschaftlicher Resultate handelt, sondern eines uns allen eigentlich vertrauten Phänomens. Dieses jedoch spielt sich stets so schnell vor unseren Augen ab, dass wir es kaum wahrnehmen können, und vor allem ist es ein Phänomen, das fotografisch einzufangen viel Können und Fingerspitzengefühl verlangt. Die Rede ist vom Zerplatzen einer Seifenblase, in diesem Fall mit Rauch gefüllt, die der Seifenblasenkünstler Tom Noddy im Großen Hörsaal im Helmholtzbau in der Langen Nacht schuf – und zerstörte.
Florian Klein hat mit dem SW-Foto, das den Moment des Zerplatzens einer mit Rauch gefüllten Seifenblase zeigt, nicht nur dieses Gefühl für den richtigen Moment bewiesen, sondern auch für Bildkomposition und Belichtung. Dafür gebührt ihm nach Ansicht der Jury der zweite Platz.
Dotiert mit einer Digicam, gestiftet von der Firma Plakativ Arnstadt.
Dritter Preis:
Wo es gelingt, physikalische Gesetze und Forschungsergebnisse sichtbar und nachvollziehbar zu machen, fällt es leichter, diese zu verstehen. Die Visualisierung von Kräften, Bewegungen oder Strömungen kann aber auch Lust machen auf Forschung. Die moderne Technik der Sichtbarmachung von Luftströmungen, die das Institut für Thermo- und Fluiddynamik in der Langen Nacht der Technik vorführte, zeigte dies deutlich.
Ein knallrotes Cabriolet, geschätztes Baujahr 1930, aus einer Zeit also, als die Begriffe Klimaerwärmung und CO2-Ausstoß noch lange nicht erfunden waren, stemmte sich hier mit seinem miserablen cw-Wert gegen einen grasgrün visualisierten Sturm im Windkanal und machte mit seiner langen Schleppe an schwarzen Verwirbelungen deutlich, dass hier viel Benzin für die nutzlose Bewegung von Luft verbrannt wurde.
Kai Illert hat den ästhetischen Reiz dieser Visualisierung erkannt und gekonnt und schnörkellos ins Bild gesetzt. Für das Foto "Auto im Windkanal" verleiht ihm die Jury den dritten Platz, dotiert mit einer Spielkonsole, gestiftet von der Firma Computer Hagel.
Sonderpreis
Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade, und diese ist, ebenso wie der Punkt, eine Abstraktion. Normalerweise also nichts zum Anfassen und nichts zum Anschauen.
Björn Balsam jedoch ist es gelungen, das komplette Laserdreieck mit den Eckpunkten Stadtcampus, Campus Ehrenberg, und Lindenberg in einer einzigen Fotografie festzuhalten. Dafür muss er sich spät abends mit dem Stativ in die Höhen des Thüringer Waldes begeben haben, und dafür gebührt ihm nach Ansicht der Jury ein Sonderpreis, dotiert mit einer Spielkonsole, gestiftet von der Firma Computer Hagel.





