Profil
Medien und Kommunikationswissenschaft studieren - warum Ilmenau?
Ilmenau ist eine beschauliche Kleinstadt am Rande des Thüringer Waldes vierzig Kilometer südlich von Erfurt. Bereits zu DDR-Zeiten war die damalige Technische Hochschule eine kleine, aber feine Kaderschmiede für die angewandte Ingenieursausbildung und Technikforschung. Nach der Wende wandelte der Freistaat Thüringen die Hochschule in eine Universität um. Der Mief der früheren Jahre wurde schnell vertrieben, und heute verfügt die TU über einen hochmodernen Campus mit kurzen Wegen. Gleichzeitig wurden neue Medienstudiengänge geschaffen. Getreu dem Ilmenauer Drei-Säulen-Modell gibt es seither drei Bereiche, die eng zusammen arbeiten: Medientechnologie, Medienwirtschaft und Medien & Kommunikationswissenschaft.
Kleine Stadt, großes Institut
Im Bereich Journalismus, strategische Kommunikation und Medienmanagement sind die Studiengänge am Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft (IfMK) interessant. Das Institut ist in seiner Größe und Zusammensetzung im deutschsprachigen Raum einmalig. Mit sieben Professuren ist es nicht nur eines der größten, sondern auch der vielseitigsten Standorte in der Medienausbildung. Hier arbeiten und lehren Kommunikationswissenschaftler, Psychologen, Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker zusammen. Was sie eint, ist nicht nur der Blick auf Massenmedien und Kommunikation, sondern ein klarer Focus auf neue Medien- und Kommunikationstrends: Social Media, mobile Kommunikation, virtuelle Welten und Spiele, Technikvermittlung, Krisenkommunikation, Entrepreneurship – das sind einige der aktuellen Themen am IfMK. Anders als an vielen anderen Standorten stimmt auch die Chemie zwischen den Fachgebieten. Das liegt vielleicht an der beschaulichen Atmosphäre der 25.000-Einwohner-Stadt Ilmenau.
Hervorragende technische Ausstattung
Wie es sich für eine technische Universität gehört, ist die Technikausstattung am IfMK hervorragend: Von Studios für Audio-, Video-und Multimedia-Produktionen, den entsprechenden Aufnahmegeräten, über Usability- und Eye-Tracking-Labore bis hin zu einer Lehrredaktion ist alles da, was das Herz begehrt.
Bachelor-Studiengang "Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft"
Lehrbeauftragte wie die Agenturinhaberin Brigitte Kaltwasser oder der Fernsehmoderator Claus-Erich Boetzkes bringen praktische Erfahrungen in die Lehre ein. Daneben existieren vielfältige Praxis-Kooperationen. So gibt es jährlich eine Berlin-Exkursion, bei der ein gesamter Bachelor-Jahrgang der Bundeshauptstadt und dortigen Medien- und Kommunikationsunternehmen einen Besuch abstattet. Da nicht nur in Berlin überall Ilmenauer Absolventen sitzen, empfängt man die Studierenden mit offenen Armen. Das ist auch ein Grund, warum die ProSiebenSat1.-Media AG das Institut und seine Studiengänge als strategischen Partner bei der Nachwuchsrekrutierung ausgewählt hat.
Da der Ilmenauer Bachelor-Studiengang Angewandte Kommunikations- und Medienwissenschaft siebensemestrig angelegt ist, bleibt den Studierenden Zeit für ein Praktikumssemester und Praxisprojekte. Einer der Höhepunkte ist für viele der Anwendungsbereich PR, den seit vielen Jahren die Nürnberger Agentur Kaltwasser organisiert. Hier entwickeln studentische Nachwuchs-Agenturen PR-Konzeptionen für echte Auftraggeber – vom ersten Briefing über Zielgruppenanalysen bis hin zum Pitch, nach dem ausgiebig gefeiert wird. Auftraggeber waren zuletzt so namhafte Unternehmen wie der Baur Versand, der Fernsehgerätehersteller Metz, der MSV Duisburg und die Solar Millennium AG. Auch wenn der Pitch nicht immer zu konkreten Aufträgen führt, wurden schon viele Ideen aufgegriffen. Einige der früheren Nachwuchs-Agenturen arbeiten sogar heute noch professionell zusammen.
Nicht nur in der Lehre, auch in der Forschung spielen Praxiskontakte eine wichtige Rolle: Alle Fachgebiete forschen in angewandten Projekten für Unternehmen und Organisationen im Kommunikationsbereich. Diese schlagen sich natürlich auch in der Lehre nieder und kommen so den Ilmenauer Studierenden zugute. Viele engagieren sich zudem als studentische Hilfskräfte in Forschungsprojekten und sammeln wertvolle Praxis- und Forschungserfahrungen.
Master-Studiengang "Media and Communication Science"
Während der Bachelor-Studiengang einen breiten Überblick über das gesamte Medien- und Kommunikationsfeld sowie unverzichtbare empirisch-sozialwissenschaftliche Kompetenzen vermittelt, ermöglicht der dreisemestrige Master-Studiengang Media and Communication Science eine Spezialisierung. Auch er basiert auf dem Ilmenauer Drei-Säulen-Modell aus Kommunikation, Wirtschaft und Technik. Studierende können entweder das gesamte Spektrum abdecken oder aus drei Schwerpunkten wählen: Im Schwerpunkt Strategische Kommunikation/Public Relations stehen kommunikationswissenschaftliche Theorien, Methoden und Kompetenzen im Mittelpunkt – natürlich immer mit klarem Anwendungsbezug. Der Schwerpunkt Medienmanagement/Innovationskommunikation weist einen höheren medienökonomischen Anteil auf, und im Schwerpunkt Online-Kommunikation/Digitale Spiele dominieren medientechnologische Aspekte.
Im Zentrum des Master-Studiengangs stehen drei Projektkurse, in denen die Studierenden empirische Studien, aber auch umfangreiche Praxis- und Entwicklungsprojekte in zwei Semestern durchführen – von der ersten Ideensammlung bis zur Ergebnispräsentation oder Umsetzung. Die Lehrveranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Deshalb weist der Master einen hohen Anteil internationaler Studierender auf. Das macht das Studium nicht nur für Studierende und Lehrende anregender. Es ist auch die ideale Vorbereitung auf einen zunehmend globalisierten Arbeitsmarkt, auf dem nicht nur Schnittstellen- und Transferkompetenzen, sondern auch interkulturelle Kompetenzen stetig an Bedeutung gewinnen.
Studentenleben
Ein letzter Vorteil der TU Ilmenau mit ihren nur sechstausend Studierenden sind das vitale Studenten- und Vereinsleben sowie die günstigen Betreuungsrelationen. Prüfungsamt und Lehrende helfen den Medien-Studierenden aktiv dabei, die für ihre Vorkenntnisse und Lernziele passenden Kursangebote zu finden. Anders als an vielen großen Universitäten kennen die Professoren ihre Studenten. Das zeigt sich jedes Jahr bei der legendären Fête des Profs. Bei dieser Party bewirten die Profs und Mitarbeiter ihre Studierenden und verlosen mehr oder weniger ernsthafte Objekte und Events. Der Erlös dient der Finanzierung der Berlin-Exkursion. Es ist also kein Wunder, dass das IfMK bei den bundesweiten Hochschulrankings von ZEIT und CHE regelmäßig zur Spitzengruppe unter den Medien-Studiengängen gehört.



