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Empfehlen, kommentieren, publizieren – Wie aktiv sind Social Web-Nutzer?

Mit einer online-repräsentativen Befragung ging das Fachgebiet Public Relations & Technikkommunikation der Frage nach, wer im Social Web empfiehlt, kommentiert, selbst publiziert oder sich auch ganz ruhig verhält.

Das Social Web bietet allen die Möglichkeit, Inhalte zu gesellschaftlichen Themen zu publizieren, zu kommentieren und zu empfehlen. Dennoch beschränkt sich immer noch ein Großteil der Nutzer auf das Mitlesen, Anschauen oder Anhören, ohne selbst in Aktion zu treten. Katrin Jungnickel und Fachgebietsleiter Prof. Wolfgang Schweiger haben dazu 828 Teilnehmer eines Online-Panels nach ihren Nutzungsgewohnheiten befragt.

Die Ergebnisse zeigen: Facebook schafft es am besten, seine Nutzer mit dem Gefällt-mir-Button zum Mitmachen zu bewegen. Etwa 60 Prozent der Facebook-Nutzer nutzen diese Funktion zumindest mehrmals pro Monat. Immerhin noch knapp die Hälfte (45%) kommentiert auch und fast ein Drittel (31%) verfasst eigene Beiträge. YouTube, Twitter, Blogs und selbst Diskussionsforen werden hingegen häufiger nur mitverfolgt, ohne dass man selbst Inhalte erstellt.

Wer sind nun diejenigen, die empfehlen, kommentieren und publizieren? Wie erwartet sind sie deutlich jünger als die schweigende Mehrheit, unterscheiden sich ansonsten aber im Hinblick auf Geschlecht und Bildung nicht signifikant von ihr. Lediglich eigene Beiträge im Social Web – im Gegensatz zu Empfehlungen oder Kommentaren – erstellen Männer häufiger als Frauen. Außerdem sind die Redefreudigen extravertierter, offener und schätzen sich interessanterweise als weniger verträglich ein als die Schweigenden. Das passt auch zu den Motiven, die sie fürs Kommentieren und Produzieren nennen: Ungefähr die Hälfte tut dies, um Kritik an Missständen zu äußern und auf Meinungen zu reagieren, die sie ärgern. Zustimmung auszudrücken ist vielen jedoch ähnlich wichtig, einen Hang zum Meckern konnten wir daher unter den Social-Web-Nutzern nicht feststellen.

Auch in ihrer Parteizugehörigkeit unterscheiden sich Empfehler, Kommentierer und Publizierer nicht von den weniger aktiven Internetnutzern. Die Vermutung liegt daher nahe, dass diese Personen – auch wenn es nur wenige sind – mit ihren Meinungsäußerungen weitgehend die generelle öffentliche Meinung der Onliner in Deutschland repräsentieren können.