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25.11.2013

Alumni-Porträt

Christin Hildebrandt

Im Rahmen des Alumni-Portraits berichten Absolventen des IfMK über ihren beruflichen Werdegang. In dieser Ausgabe plaudert Alumna Christin Hildebrandt aus dem Nähkästchen. Sie räumte mit Ihrer Abschlussarbeit gleich zwei wichtige Preise ab: den TLM-Förderpreis für die beste Abschlussarbeit "Medien" 2012/2013 an Thüringer Hochschulen, sowie das Paul F. Lazarsfeld-Stipendium.

Frau Hildebrandt, Sie haben Ihr Studium am IfMK in diesem Jahr abgeschlossen. Wo sind Sie derzeit beschäftigt und was sind Ihre Aufgaben?
Seit Januar arbeite ich als Trainee im Bereich Online Marketing bei der AutoScout24 GmbH. Meine Aufgaben dort sind sehr vielfältig und abwechslungsreich, da ich während des Ausbildungsjahres durch die verschiedenen Bereiche des Online Marketings wie z.B. SEM, SEO, Mobile Marketing und Online Media rotiere. In den jeweiligen Bereichen unterstütze ich die verantwortlichen Online Marketing Manager in ihrem operativen Tagesgeschäft, übernehme aber auch eigene spannende Projekte. Das Trainee-Jahr bei AutoScout24 ist zudem integriert in das Online Marketing Trainee Programm der Scout24. Dreieinhalb Tage in der Woche bin ich bei AutoScout24 im Einsatz- die restliche Zeit darf ich zusammen mit anderen Trainees an interessanten Workshops teilnehmen und an eigenen Projekten arbeiten. Ein zentraler Bestandteil des Trainee-Programms ist der Trainee Contest, bei dem wir unser Wissen und unsere Erfahrung in eigenen Webseiten erproben dürfen. Zusammen mit meinem Team-Partner habe ich im diesjährigen Contest das Portal www.mysportsmap.de ins Leben gerufen - ein Sportportal für Münchner, die auf der Suche nach Sportmöglichkeiten in der Stadt sind. Bis Oktober haben wir Zeit, die verschiedenen Online-Marketing anzuwenden, um das Projekt zum Erfolg zu bringen. Das Trainee-Programm ist wirklich sehr abwechslungsreich und ich kann es allen wärmstens empfehlen, die sich für diesen Bereich interessieren.

Sie haben den Masterstudiengang Media and Communication Science an der TU Ilmenau studiert. Welche Schwerpunkte haben Sie dabei gewählt? Welche wichtigen Fähigkeiten und Erfahrungen haben Sie durch das Studium erworben bzw. gesammelt?
Mein inhaltlicher Schwerpunkt lag im Bereich Online Kommunikation und Social Media. Ich habe auch einige Vertiefungsmodule im Bereich Marketing gewählt, da ich relativ früh wusste, dass ich im Online Marketing arbeiten möchte. Durch das Studium habe ich vor allem methodische und analytische Fähigkeiten erworben, die mir auch in der Berufspraxis weiterhelfen. Insgesamt denke ich, dass das Studium durch den interdisziplinaren Aufbau viele wertvolle Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen vermittelt und eine gute Grundlage für die Arbeitswelt schafft. Man bekommt einen Einblick in die verschiedenen Disziplinen der Medienbranche und erwirbt viele theoretische, aber auch praktische Fähigkeiten. Solche "Allrounder" wie wir sind sehr gefragt in der Medienwelt.

Fallen Ihnen konkrete Lehrveranstaltungen oder Projekte ein, die Ihnen bei Ihrer beruflichen Laufbahn weitergeholfen haben?
Besonders interessant fand ich die Praxiswerkstatt in Kooperation mit ProSiebenSat.1. Im Rahmen der Veranstaltungen haben wir für das Video on Demand Portal Maxdome einen umfangreichen Usability Test durchgeführt und Empfehlungen für die Optimierung der Seite erarbeitet. Der Bereich Usability spielt auch in meiner aktuellen Tätigkeit eine wichtige Rolle, weshalb die Veranstaltung mir sehr weitergeholfen hat.

Welche Praktika haben Sie während Ihres Studiums absolviert und was haben Sie sonst neben dem Studium gemacht?
Während meiner Zeit in Ilmenau habe ich für ein Jahr als studentische Hilfskraft im Fraunhofer IDMT gearbeitet und das PR-Team unterstützt. Nachdem ich alle Lehrveranstaltungen absolviert hatte bin ich nach München gezogen, um dort meine Masterarbeit zu schreiben. Nebenbei habe ich als Werkstudentin im Online Marketing bei der Scout24 Holding gearbeitet. Hier ist schließlich auch die Idee für meine Masterarbeit entstanden.

Sie haben in diesem Jahr den Förderpreis für die beste Abschlussarbeit "Medien" 2012/2013 an Thüringer Hochschulen bekommen, die am Fachgebiet „Empirische Medienforschung und politische Kommunikation“ entstanden ist. In Ihrer Arbeit beschäftigten Sie sich damit, wie Trefferlisten bei Google entstehen. Können Sie uns kurz ein bis zwei interessante Ergebnisse erläutern?
Es gibt viele sogenannte Ranking-Faktoren, die einen Einfluss auf die Position von Webseiten in Google haben. Einer der wichtigsten Faktoren ist die Verlinkung der eigenen Seite auf anderen Webseiten. Ich habe mich in der Arbeit speziell mit dem Einfluss von Social Signals beschäftigt. Social Signals sind Links, die durch das "Teilen" einer Webseite durch Nutzer in sozialen Netzwerken entsteht. In verschiedenen Experimenten habe ich untersucht, wie Facebook-, Twitter- und Google+ Shares die Position von Webseiten beeinflussen und welche Unterschiede es zwischen den Netzwerken gibt. Insgesamt zeigten die Ergebnisse einen positiven Zusammenhang zwischen Social Shares und den Positionen der Testseiten in den Suchergebnissen. Allerdings war die Wirkung insgesamt noch sehr gering. Ich gehe aber davon aus, dass sich das künftig ändern wird.

Wie sind Sie zum Thema Ihrer Abschlussarbeit gekommen und welche Ratschläge haben Sie für andere Studierende für ihre Abschlussarbeiten?
Das Interesse an dem Thema entstand während meiner Zeit als Werkstudentin im Bereich Online Marketing. Ich habe mich in dieser Zeit das erste Mal intensiv damit auseinandergesetzt, wie die Trefferlisten in Google überhaupt zustande kommen und welche Faktoren die Ergebnisse bei Google beeinflussen. Der Einfluss von Social Signals ist dabei ein aktuell viel diskutiertes Thema in der Online Marketing Branche, das bisher kaum untersucht wurde. Auch aus kommunikationswissenschaftlichen Aspekten ist die Thematik aus meiner Sicht höchst relevant, wenn man bedenkt, dass Suchmaschinen die meistgenutzten Anwendungen im Internet sind. Dass ich mich schon in meiner Masterarbeit mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung auseinandergesetzt habe, hat mir in meinem jetzigen Beruf viel geholfen, da ich natürlich schon viel theoretisches Wissen mitbringen konnte. Ich empfehle auch anderen Studenten bei der Auswahl des Themas für die Arbeit schon an die Berufswahl zu denken. Natürlich ist das persönliche Interesse auch eine wichtige Voraussetzung ; man schlägt sich ja schließlich ein paar Monate mit dem Thema rum ;-)

Sie haben jetzt außerdem auch das Paul F. Lazarsfeld-Stipendium erhalten. Was hat es damit auf sich und wie fühlt es sich an für seine Arbeit so geehrt zu werden?
Die „Paul-Lazarsfeld-Gesellschaft e.V.“ zeichnet jedes Jahr drei Studierende oder Absolventen der Kommunikationswissenschaft für Ihre Abschlussarbeiten mit besonderem Schwerpunkt im Bereich der Forschungsmethoden aus. Die eingereichten Arbeiten werden hierfür einem Review-Verfahren unterzogen und nach den Kriterien "Originalität & Innovationspotenzial aus Methodenperspektive", "Relevanz der methodischen Innovation für das Fach" sowie "Klarheit und Prägnanz der Darstellung" bewertet. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass meine Arbeit für das Stipendium ausgewählt wird. Umso überraschter war ich, als ich von der Entscheidung erfahren habe. Es ist natürlich ein tolles Gefühl, wenn die Abschlussarbeit, in die man eine Menge Arbeit und Zeit investiert, auf diese Weise geehrt wird. Es ist schön, wenn man auch Andere für das Thema begeistern kann. Ich freue mich auch darüber, dass ich meine Arbeit zusammen mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten im September auf der diesjährigen DGPuK-Tagung der Fachgruppe „Methoden der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft“( 26.-28.09.2013 in Münster, siehe www.uni-muenster.de/Kowi/tagung-dgpuk.html) nochmal einem breiten Publikum vorstellen darf.

Christin Hildebrandt stellt ihr Thema außerdem gemeinsam mit Dr. Christina Schumann und Prof. Jens Wolling auf der DGPuK-Tagung der Fachgruppe ‚ Computervermittelte Kommunikation‘ (7. bis 9. November 2013 in Wien, siehe http://www.univie.ac.at/digitalmethods) vorstellen. Titel des Vortrags: „Google findet Teilen gut?! Eine empirische Studie zum Einfluss von Facebook-Shares und Co. auf das organische Ranking von Suchmaschinen“. Nach so vielen Lorbeeren zum erfolgreichen Abschluss des Studiums wollen wir natürlich nicht verpassen Sie zu fragen, welchen Tipp Sie derzeitigen AMW-Studierenden für die Zukunft geben!
Aus meiner Sicht ist es nicht relevant in welcher Zeit man sein Studium absolviert. Viel wichtiger ist es, so viele praktische Erfahrungen wie möglich zu sammeln. Gerade in der Medienbranche ist dies sehr gern gesehen. Dadurch sticht man hervor und kann sich später gegen mögliche Mitbewerber durchsetzen.