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07.05.2015

Forschungsprojekt „Professionelle Kommunikation im Kontext von Krisen“ abgeschlossen / Research project "Professional communication in the context of crises " completed

Das Forschungsprojekt unter der Leitung von Dr. Andreas Schwarz befasste sich mit der Kommunikation von Jugendämtern in öffentlichkeitswirksamen Krisenfällen wie in tragischen Fällen von Kindstötung oder Kindesmisshandlung.

In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu tragischen Fällen von Kindstötung oder Kindesmisshandlung, die bundesweit für Aufsehen sorgten. Nicht selten attestieren Medien den zuständigen Jugendämtern dabei eine Mitschuld. Um die MitarbeiterInnen der Jugendämter beim kommunikativen Umgang mit öffentlichkeitswirksamen Krisenfällen zu unterstützen, führten Dr. Liane Rothenberger, Alice Srugies und Kathrin Schleicher unter der Leitung von Dr. Andreas Schwarz von September 2013 bis April 2015 ein Forschungsprojekt am Fachgebiet Medienwissenschaft durch. Das Projekt „Professionelle Kommunikation im Kontext von Krisen: Analyse und Verbesserung des Krisenmanagements der Jugendämter in Deutschland“ wurde durch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen gefördert.

Das Forschungsprojekt umfasst zwei wissenschaftliche Studien, die ein umfassendes Bild der Kommunikation von Jugendämtern im Kontext von Krisen liefern. Eine Inhaltsanalyse der Medienberichterstattung von Zeitungen und Zeitschriften wie Bild, Stern und FAZ sowie ausgewählten regionalen Tageszeitungen in den Jahren 2009 bis 2013 analysiert die öffentliche Wahrnehmung von Jugendämtern sowie der verantwortlichen Akteure in den Kommunen und ihrem Umgang mit Krisen. Parallel dazu führte das Forscherteam mehr als 30 Leitfadengespräche in deutschen Jugendämtern durch, um die interne Wahrnehmung des Krisenmanagements der Jugendämter, einschließlich deren Handlungsspielräume, Erfahrungen, Bedürfnisse, aber auch Belastungen, zu erfassen.

Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse zeigen, dass das Handeln der Jugendämter in 70 Prozent der Medienbeiträge zumindest als Teilursache für Krisen benannt wird. Die Befunde der Leitfadenbefragung legen nahe, dass es den deutschen Jugendämtern noch an geeigneten Krisenkommunikationsinstrumenten wie Krisenkommunikationsplänen fehlt, um dem öffentlichen Druck zu begegnen, die interne Abstimmung zu erleichtern und den MitarbeiterInnen Orientierung zu bieten. Zentrale Befunde des Forschungsprojekts erscheinen 2015 in einer Monographie.

Auf Basis dieser Forschungsergebnisse hat das Projektteam einen strategischen Leitfaden zur Anleitung des kommunikativen Krisenmanagements in Jugendämtern erarbeitet. Er wird den deutschen Jugendämtern im Herbst 2015 als Arbeitshilfe zugänglich gemacht.