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09.05.2016

Marco Bräuer verteidigte Dissertation zum Thema Energiewende und Bürgerproteste

Dipl.-Medienwissenschaftler Marco Bräuer, ehemaliger Mitarbeiter am Fachgebiet Empirische Medienforschung und politische Kommunikation, hat erfolgreich seine Dissertation zum Thema „Energiewende und Bürgerproteste – Eine Untersuchung der Kommunikation von Bürgerinitiativen im Themenfeld Netzausbau“ verteidigt.

Foto: Privat

Am 29. März fand die Verteidigung der Dissertation von Dipl.-Medienwiss. Marco Bräuer statt. In der Dissertation wurden die Bürgerproteste gegen den Ausbau des deutschen Höchstspannungsnetzes empirisch untersucht. In vielen der vom Netzausbau betroffenen Regionen regt sich häufig ein starkes Unbehagen in der Bevölkerung. Öffentlich wahrnehmbar wird der Unmut durch Bürgerproteste. In den meisten Fällen sind Bürgerinitiativen die Hauptträger dieser Proteste, was bedeutet, dass erst die Bürgerinitiativen das Unbehagen der Bevölkerung in öffentlich sichtbare und für Massenmedien interessante Protestaktivitäten kanalisieren.

Mit der Dissertation, die im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojektes „Kommunikationsstrategien lokaler Umweltinitiativen“ entstand, liegt ein detaillierter und systematischer Überblick über die entscheidende Rolle der Bürgerinitiativen im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen Höchstspannungsleitungen vor. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bürgerinitiativen keine Fundamentalopposition betreiben. Ihre Mitglieder argumentieren einerseits sachlich und kenntnisreich und suchen aktiv den Kontakt mit den Entscheidungsträgern in der Politik sowie in den Energieunternehmen. Andererseits provozieren die Vorhaben aber auch Emotionen, die sich in lautstarken Protesten entladen.

Unter den Führungspersönlichkeiten in den Bürgerinitiativen sind viele Menschen, die auch über die eigene Region hinaus von den Mitgliedern anderer Bürgerinitiativen, aber auch in der Bevölkerung, als kompetente Experten geschätzt werden und damit als Meinungsführer fungieren. Auch wenn sich die Bürgerinitiativen in vielen Fällen als schwierige Gesprächspartner präsentieren, sollten die Politik sowie die Energieunternehmen die Bürgerinitiativen und ihre Mitglieder bereits bei der Planung ihrer Informations-, Konsultations- und Partizipationsangebote gezielt integrieren.

Die Dissertation wird demnächst in der Online-Open-Access-Reihe NEU (Nachhaltigkeits-, Energie- und Umweltkommunikation) erscheinen.