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27.10.2016

Dissertation von Katrin Jungnickel zur interdisziplinären Meinungsführerforschung verteidigt/ PhD defense by Katrin Jungnickel on interdisciplinary opinion leadership research

Im September 2016 hat Katrin Jungnickel vom Fachgebiet Public Relations und Technikkommunikation an der Universität Hohenheim ihre Dissertation zum Thema „Interdisziplinäre Meinungsführerforschung – Eine systematische Literaturanalyse zu einem kommunikationswissenschaftlichen Konzept“ erfolgreich verteidigt.

In September of 2016, Katrin Jungnickel from the Group for Research in PR and Communication of Technology defended her PhD-thesis with the title “Interdisciplinary opinion leadership research - a systematic literature analysis” at the University of Hohenheim.

Katrin Jungnickel bei der Verteidigung mit ihrer Prüfungskommission (v.l.n.r.: Frank Brettschneider, Wolfgang Schweiger, Jens Wolling)(Foto: Privat)

Meinungsführer sind informiert, haben viele Kontakte, geben Botschaften weiter und anderen gern Ratschläge. Sie spielen daher eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Informationen und Meinungen in der Gesellschaft. Deshalb wurde Meinungsführerschaft im Laufe der Zeit auch in den unterschiedlichsten Disziplinen untersucht. Unternehmen interessierten sich dafür, wie und von wem Meinungen über ihr Produkt verbreitet werden; im Gesundheitswesen erhoffte man sich Einblicke in die Diffusion von gesundheitsbewusstem Verhalten und in der Politik wollte man wissen, wie Wahlentscheidungen oder zivilgesellschaftliches Engagement durch Meinungsführer beeinflusst werden. Gleichzeitig feilen Informatikerinnen und Informatiker an komplexen Algorithmen, um für Online-Plattformen geeignete Rankings der einflussreichsten Nutzerinnen und Nutzer zu entwickeln. Schließlich bietet das Internet und im Besonderen das Social Web den Meinungsführern inzwischen die Möglichkeit, ohne großen Aufwand selbst Inhalte zu erstellen und massenhaft an eine Vielzahl von Kontakten zu verbreiten.

Mit Hilfe einer Literaturanalyse von 443 Beiträgen systematisierte Katrin Jungnickel in ihrer Dissertation alle diese parallel laufenden Forschungsrichtungen und zeichnete damit die Entwicklung der Meinungsführerforschung in den letzten 20 Jahren nach. Dabei legte sie einen besonderen Schwerpunkt auf die Darstellung der verschiedenen Methoden zur Messung von Meinungsführerschaft, die über Befragungen bis hin zu Kennzahlen und Algorithmen reichen. Anhand einer Netzwerkanalyse konnte sie außerdem zeigen, dass die Beiträge mittlerweile noch relativ wenig auf die Erkenntnisse anderer Disziplinen Bezug nehmen. Ihr interdisziplinärer Überblick, der die verschiedenen Forschungsrichtungen zusammen bringt, kann daher wertvolle Anregungen für zukünftige Studien zur Meinungsführerschaft, insbesondere auch in Onlineumgebungen, liefern. Die Verteidigung fand ausnahmsweise nicht an der TU Ilmenau, sondern an der Universität Hohenheim statt. Hier hat Katrin Jungnickels Doktorvater und ehemaliger Ilmenau-Professor Wolfgang Schweiger seine neue Heimat gefunden.