http://www.tu-ilmenau.de

Logo TU Ilmenau



Ansprechpartnerin

Elfriede Thron

Koordinatorin ERASMUS-Praktika

Telefon 03677 69-2523

E-Mail senden


INHALTE

Polen

Marie Czarnikow, BU Weimar, Kulturwissenschaftliche Medienforschung

Krakau, Polen

Der Weichseldrache
Die Mariacka
Villa Decius
Der Weichseldrache
Der Weichseldrache
Die Mariacka
Villa Decius
Die Mariacka
Der Weichseldrache
Die Mariacka
Villa Decius
Villa Decius

Mein ERASMUS-Praktikum 2014

Vorbereitungen

Im Laufe meines Erasmussemesters (Wintersemester 2014) in Krakau habe ich schnell gemerkt, dass ich gern noch länger in der Stadt bleiben möchte, um mein Polnisch zu verbessern und Arbeitserfahrung im Ausland zu sammeln. Deshalb habe ich mich für ein Praktikum in der Villa Decius beworben, einer Institution, die mir eine polnische Bekannte empfohlen hatte.

Der Praktikumsplatz

Der Verein Villa Decius ist eine Non-Profit Organisation, die sich um die Kulturförderung in Krakau und Polen bemüht. Ich habe im Literaturbüro mitgearbeitet, das verschiedene Residenzprogramme für Schriftsteller und Übersetzer aus diversen Ländern organisiert. Diese bewerben sich und verbringen dann einige Zeit in der Villa Decius. Am Ende ihres Aufenthalts stellen sie erste Ergebnisse vor oder nach längerem Aufenthalt eventuell sogar ein Buch. Außerdem veröffentlicht die Villa Decius ein dreisprachiges Literaturmagazin mit Literatur aller Genres in deutscher, polnischer und ukrainischer Sprache.

Aufgaben

Nach dem Praktikumsbeginn ging gerade ein Bewerbungsverfahren für Schriftsteller aus osteuropäischen Ländern zu Ende. Mir oblag die Sichtung der Bewerbungsunterlagen sowie im Anschluss die Diskussion mit Mitarbeitern über die Auswahl der zukünftigen Stipendiaten.

Nun begann eine etwas ruhigere Phase, in der ich eine Datenbank mit Biogrammen aller bisherigen Stipendiaten der Villa Decius erstellte: in polnischer, deutscher und englischer Sprache. Außerdem entwickelte ich einen Onlinefragebogen, in dem die Stipendiaten die Auswirkungen Ihres Aufenthalts mit einigen Jahren Abstand evaluieren sollten. Am Ende meines Praktikums konnte ich die Umfrage auswerten und mit einer Kollegin verschiedene Ideen gewinnen, wie die Programme verbessert werden können. Außerdem erstellte ich eine umfangreiche Powerpoint-Präsentation, die künftig auf Veranstaltungen gezeigt werden soll. Weiterhin übersetzte ich kürzere Texte aus dem Polnischen ins Deutsche und Englische.

Im Rahmen des ICORN-Programms (International Cities of Refuge Network) kam ein verfolgter weißrussischer Schriftsteller nach Krakau. Ich verfasste verschiedene PR-Texte, um ihn den polnischen Medien vorstellen zu können und kontaktierte Institutionen, in denen er sein Schaffen präsentieren konnte.

Im Monat Mai war ich in die Organisation eines weiteren Stipendienprogramms involviert: das Stypendia Tworcze für Schriftsteller aus Deutschland und Übersetzer aus dem Polnischen ins Deutsche und anders herum. Ich kontaktierte Schriftstellerverbände und Autoren in Deutschland. Nach Bewerbungsende erstellte ich ein Bewertungsraster, las alle Bewerbungen und erstellte eine Shortlist der besten Kandidaten.

Während meines gesamten Aufenthalts wurde mir zudem die Aufgabe übertragen, ein neues Austauschprogramm für Schriftsteller zwischen Polen und den USA zu konzipieren. Ich musste mich dazu in das amerikanische Kulturförderungssystem einarbeiten, mögliche Partnerinstitutionen in den USA kontaktieren sowie ein für den Sponsor möglichst überzeugendes Finanzierungskonzept entwickeln. In einem nächsten Schritt wird eine Kollegin das Konzept im amerikanischen Konsulat in Krakau vorstellen.

Fazit

Während meines Praktikums konnte ich mich gut in das Mitarbeiterteam integrieren. Alle waren wirklich sehr aufgeschlossen und freundlich zu mir und haben mich bei Problemen unterstützt. Ich habe einen guten Einblick in die Arbeit eines solchen Schriftstellerhauses erhalten, das Arbeiten in einem anderen Land kennengelernt und mein Polnisch so verbessert.

Krakau ist und bleibt eine wunderbare Stadt, die nur schwer in wenigen Worten beschrieben werden kann. Die meisten Kontakte hatte ich noch aus meinem Studiensemester, sowohl Studenten aus verschiedenen Ländern als auch Polen. Mit diesen konnte ich das reiche Kulturleben Krakaus entdecken, verschiedene Literatur- und Filmfestivals besuchen, sowie an einigen Wochenenden in andere polnische Städte fahren.

Insgesamt kann ich also ein Auslandspraktikum nur empfehlen.