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Ansprechpartnerin

Elfriede Thron

Koordinatorin ERASMUS-Praktika

Telefon 03677 69-2523

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INHALTE

Türkei

Nine-Christine Müller, FSU Jena, Literatur - Kunst - Kultur

Istanbul, Türkei

Die Eröffnungsveranstaltung des ICPSFF mit den Organisatorinnen (v.r.n.l.): Jule Kriesel, Marlene Rudloff, Nine-Christine Müller.
Das Sinema Yeşilçam mit dem ICPSFF-Aufsteller.
Die Yeni Moschee ist eine der bekanntesten und schönsten Moscheen Istanbuls und liegt direkt am Bosporus im europäischen Teil der Stadt.
Blick auf den Bosporus, der Istanbul in einen asiatischen und europäischen Teil trennt.

Mein Erasmus-Praktikum 2016

Während meines Praktikums war meine Aufgabe die Planung und Durchführung des Kurzfilmfestivals International Changing Perspective Short Film Festival (ICPSFF), welches vom 5. – 8. Mai in Istanbul stattfand.

Zu den Hauptaufgaben gehörten die Sichtung der 659 Kurzfilme und Dokumentationen und anschließende Auswahl der 96 Filme aus 47 Ländern. Anschließend wurden die Filmschaffenden kontaktiert, um die Aufführungsrechte zu erwerben und alle fehlenden Informationen für das Programmheft zusammen zu tragen. Gleiches wurde parallel auf die Webseite des Festivals eingepflegt. Außerdem konnten wir zehn Regisseure aus Rumänien, Frankreich, Belgien, Algerien und Brasilien zu dem Festival einladen. Hinzu kamen die Schauspieler*Innen, Produzent*Innen und Regisseur*Innen aus Istanbul, die für Filmgespräche nach den Screenings zur Verfügung standen. Ich war dabei für den Aufführungsort in der Salt Galata zuständig, d.h. für die technische Leitung (Welche Filmpakete werden zu welcher Zeit gezeigt? Ist die Lautstärke abgestimmt? Sind die Untertitel gut sichtbar? Etc…). Außerdem koordinierte ich dort die Moderationen mit unseren Filmgästen, teils in Zusammenarbeit mit Kurmanci- und Türkisch- Übersetzern.

Während des Festivals betreute ich außerdem mit Ela Mendares die sozialen Medien, d.h. Veranstaltungen erstellen und promoten, Fotos auf Instagram laden, etwas Marketing betreiben, um die internationalen und englisch-sprachigen Zuschauenden zu generieren. Die Kommunikation mit den Veranstaltungsorten Yesilcam Sinemasi, Salt Galata, SUPA Suriye Pasaji Salon, sowie Absprachen bezüglich der Polaroid-Ausstellung „Take me to Jermany“ der bekannten Fotografin Charlotte Schmitz waren außerdem in dem Aufgabenbereich der Volunteers.

Außerdem realisierte ich mit Jule Kriesel, Hannah Alongi und Marlene Rudloff für eine der Sections „Exchange Experience“ eine Dokumentation über die heterogene Musikszene Istanbuls, mit dem besonderen Fokus auf Straßenmusiker*Innen. Dabei recherchierten wir Bands, interviewten Künstler*Innen, junge weibliche Performancekünstler und syrische Flüchtende, die sich in der Musikszene vor Ort integriert haben. Oftmals entstanden die Filmaufnahmen direkt auf der Haupteinkaufsstraße (Istiklal Caddesi, unweit des Taksim-Platzes). Die technische Realisierung fand vor allem durch die Unterstützung von Hülya und Murat statt, die uns für drei Drehtage einen professionellen Kameramann vermittelten. Auch das spätere sehr aufwendige Schneiden des Filmmaterials konnten Jule und ich nur durch die kompetente Unterstützung unserer beiden Chefs bewerkstelligen. So wurde auch unsere Dokumentation „Repeating the myth“ auf dem ICPSFF gezeigt.

Verbesserte Qualifikationen und Fähigkeiten

Ich habe meine Englischkenntnisse erweitert und Grundkenntnisse im Türkischen erworben. Aber vorrangig weiß ich nun wie man ein Filmfestival organisiert: Von der Beantragung von EU-Geldern, bis hin zu der Kommunikation mit Filmschaffenden, Konzeption, Planung und Umsetzung. Das heißt Organisationsmanagement, sehr selbstständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten, Koordination von MitarbeiterInnen (die Volunteers während des Festivals), das Produzieren eines Kurzfilms (Kamera, Regie und Schnitt) und natürlich interkulturelle Kompetenzen durch die Arbeit in einem sehr internationalen Team.

Einfluss des Praktikums auf den Verlauf des Studiums und den Einstieg ins Berufsleben

Ich traue mir nun tatsächlich zu, mich auf eine Kulturmanagement-Position zu bewerben, obwohl ich ursprünglich aus der Germanistik komme. Durch das Praktikum ist mir bewusst geworden, dass es persönliche Fähigkeiten und Kompetenzen sind und nicht nur BWL-Kurse und ein Studiengang, der Bewerber*Innen für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Außerdem denke ich, dass mir u.a. durch dieses Praktikum der Einstieg in die Berufswelt etwas leichter fällt.

Fazit

Ich bin unglaublich begeistert von der Arbeit bei Katadrom (der NGO, die das ICPSFF organisierte) und denke immer sehr dankbar an die Zeit in Istanbul zurück. Verglichen mit anderen AustauschstudentInnen hatte ich das große Glück als Projektkoordinatorin ein Filmfestival zu organisieren.

Die Zusammenarbeit mit Hülya und Murat verlief traumhaft, sodass Jule und ich oft viel mehr Zeit im Büro verbrachten als nötig. Ich habe viel über das Filmgeschäft im Allgemeinen und konkret in Istanbul gelernt. Außerdem waren wir zu Höchstzeiten 10 Leute im Büro: Aus der Türkei, Kurdistan, Brasilien, Frankreich, Ungarn und Amerika. Jeden Mittag kochten wir gemeinsam, oft türkisch und manchmal auch deutsche Hausmannkost. Ich habe viel über interkulturelle Besonderheiten erfahren und viel über Veranstaltungsmanagement – auch in äußert stressigen Momenten den Überblick zu bewahren und alles zu kommunizieren, ob es Kritik oder Zweifel, Fragen oder Lob waren.

Auch wenn die Zeit oft überschattet wurde von Terroranschlägen, stellt Istanbul für mich eine der faszinierendsten Städte weltweit dar. Unabhängig von den 18 Mio. Einwohnern*Innen, dem asiatischen und europäischen Teil, pulsiert die Kunst- und Kulturszene. Durch unsere Dokumentation habe ich die internationale Politik nochmal mehr hinterfragt: Für „Westler“ mag Istanbul eine magische Stadt sein, aber die innenpolitische Lage ändert sich, viele Syrer*Innen stagnieren auf ihrem Weg nach Europa und spätestens seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat sich die innenpolitische Situation extrem verschlechtert.

Fazit: Ich möchte die unterschiedlichen, reichen Erfahrungen der insgesamt 12 Monate in Istanbul nicht missen und bin sehr dankbar, dass das Erasmus+-Programm diesen Austausch möglich gemacht hat.

Merve Aldanmis, FH Erfurt, Architektur

Istanbul, Türkei

Baustellenbesuch auf der Asiatischen Seite
Ausblick vom Topkapi-Palast zum Bosporus und dem Glata-Turm
Die Sultanahmet-Moschee (Blaue-Moschee) ganz in Weiß

Mein Erasmus-Praktikum 2016

Während meines Erasmus-Praktikums in der Türkei habe ich an vielen verschieden Aufgaben gearbeitet. Ich arbeitete mich zunächst in unterschiedliche Software ein (AutoCAD, SketchUp, Revit) und aktualisierte und überarbeitete mit Hilfe dieser Software sämtliche Projekte. Bei dem Projekt „Akdogan Köy“ wirkte ich bei der Vorplanung und bei dem anschließenden Entwurf mit. Ich nahm an Diskussionen über Entwürfe teil und erstellte Präsentationen mittels Indesign. Ebenfalls entwickelte ich vom Micro-Housing „Akdogan Köy“ ein Modellbau.

Bei einem weiteren Projekt namens „Toki-Konutlari“, erstellte ich eine städtebauliche Analyse, um damit Diagramme mittels Photoshop erstellen zu können. Während des Praktikums nahm ich ebenfalls an Meetings mit Bauherren statt und besuchte Baustellen und Objekte.

Verbesserte Qualifikationen und Fähigkeiten

Durch das Praktikum habe ich neue Programme, wie AutoCad, SketchUp, Revit erlernt. Meine eigenen Softwarekenntnisse konnte ich durch die tägliche Anwendung verbessern und unter Beweis stellen. Hinzu kommt, dass ich meine Sprachkenntnisse in Türkisch und Englisch erweitert habe. Des Weiteren hatte ich einen tiefgründigen Einblick in die Türkische Gesellschaft/Arbeitswelt bekommen.

Einfluss des Praktikums auf den Verlauf des Studiums und den Einstieg ins Berufsleben

Ich habe mir tiefe Einblicke in dem Berufsfeld verschafft und weiß jetzt, wie die einzelnen Arbeitsschritte erfolgen. Die Tätigkeitsfelder müssen klar definiert und eingeteilt werden.

Die ersten Erfahrungen kann ich sowohl für meinen beruflichen Einstieg, als auch für mein weiteres Studium nutzen. Ich weiß jetzt, was mich erwartet und in welchen Bereichen ich mehr arbeiten muss, um erfolgreich zu sein.

Fazit 

Im Rahmen meines Architekturstudiums an der Fachhochschule Erfurt hatte ich die Möglichkeit eine 24-wöchige Praxiserfahrung im Ausland zu absolvieren.

Durch die Erfahrungsberichte von den höheren Semestern beschloss ich mich im Ausland zu bewerben. Ich musste nicht lange überlegen in welchem Land, da ich teilweise die Kultur und Sprache beherrsche. Auch durch eine positive Teilnahme an einer Istanbul-Exkursion entschied ich mich für die Türkei. Nach zahlreichen Bewerbungen startete mein Aufenthalt zum WS 15/16 in der einzigen Metropole der Welt, die sich auf zwei Kontinente erstreckt. Es war zunächst wichtig und für mich eine Bereicherung, mich in die neue Umgebung bzw. mich an das Arbeitsumfeld/Team anzupassen.

Ich habe gelernt geduldig zu sein, um den Berufsverkehr und die Menschenmenge gut zu überstehen.

Ein Praktikum im Ausland vermittelt einem nicht nur ein Einblick in ein Unternehmen, sondern viel mehr. Man muss sich in einer anderen Kultur, in einem anderen Land zurechtfinden. Die Zeit im Ausland hat mein Selbstvertrauen gestärkt.

Für mich persönlich nehme ich ganz viele neue Kontakte und positive sowie negative Erfahrungen aus dem Land mit. Die Menschen dort habe ich als gastfreundlich und hilfsbereit empfunden. Auch kann man sagen, dass sich die Türkei positiv entwickelt hat, sei es im Bau, im Verkehr oder der Wirtschaft.

Man sollte sich allerdings nicht wundern, wenn man auf der Straße von Sicherheitsleuten kontrolliert wird. Da die Türkei leider mit Terror-Anschlägen bedroht ist, werden die Kontrollen überall verstärkt. Es ist sehr empfehlenswert, egal in welchem Land, diese Erfahrung zu machen. Ob negativ oder positiv, man lernt für das Leben und vermeidet später so große Enttäuschungen.

Clemens Weise, BU Weimar, Urbanistik

Istanbul, Türkei

Das Büro als Workshop-Ort:Cyclehack-Konferenz
Bester Arbeitsweg: Mit der Fähre von Europa nach Asien
Häusermeer Istanbul

Mein Erasmus-Praktikum 2015:

Das  erste  Projekt,  in  das  ich  eingebunden  war,  sollte  ein  Pilotprojekt  der  partizipativen Stadtplanung werden: Die Erneuerung und eventuelle Umnutzung des alten Bahnhofsareals von Haydarpaşa in Kadiköy. Zunächst recherchierte ich mögliche Methoden der spielerischen und niedrigschwelligen Partizipation, die auf dieses Projekt passen könnten. Anschließend waren wir über einige Wochen damit beschäftigt, ein Modell des riesigen Areals anzufertigen. 

Schließlich wurde ich einem anderen Projekt zugeteilt: die Stadterneuerungsplanung für Kartal, ein Bezirk auf der asiatischen Seite lstanbuls, der bislang eher peripher liegt, allerdings im Zuge der Polyzentralisierung der Stadt zu einem neuen Hauptzentrum entwickelt werden soll. Dazu sollen insbesondere überflüssig gewordene Industrieflächen entlang der Autobahnachsen umgewandelt werden und neuen Geschäfts- und Bürozentren an deren Stelle entstehen.

Meine vorläufige Aufgabe war es, über die Probleme und mögliche Lösungen der dort vorzufindenden Wohnbebauung und des spärlichen öffentlichen Raumes nachzudenken. Zuerst unternahm ich eine Begehung des Projektgebiets, um mir ein Bild von der dortigen Bebauung zu machen. Schließlich begann ich, eine Typologie der vorzufindenden Bebauungstypen anzulegen, Probleme in kleinen Grafiken zu visualisieren und Straßenquerschnitte zu analysieren.

Schließlich wurde ich mit der Aufgabe betraut, eine Übersichtskarte mit verschiedenen Aspekten der Topographie und der Infrastruktur anzulegen.

Verbesserte Qualifikationen und Fähigkeiten

Modellbau, Quartiersanalyse und Problemvisualisierung durch Piktogramme und Kartierung sind Fähigkeiten, die ich einsetzen und ausbauen konnte.

Erstmals habe ich mich mit der GIS-gestützten Raumanalyse auseinandergesetzt und mir eigenständig Grundkenntnisse in QGS angeeignet (u.A. Datenrecherche und -zusammenführung, Georeferenzierung, Erstellen einer Heatmap, Hillshade-Topografievisualisierung,   ...). Ebenso machte ich mich erstmals mit SketchUp und seinen Möglichkeiten der 3D-Visualisierung vertraut.

Da meine Englischkenntnisse schon vor dem Praktikum auf einem höheren Niveau waren besuchte ich nebenbei einen Türkischkurs und konnte somit meine erlangten Türkischbrocken im Gespräch mit den Kollegen im Büro ausprobieren. Die Verwendung von Türkisch als Arbeitssprache hätte aber auch am Ende noch meinen Horizont gesprengt.

Einfluss des Praktikums auf den Verlauf des Studiums und den Einstieg ins Berufsleben

Das Praktikum  hat  mir verdeutlicht,  dass viele  Problemfelder  der  Stadtentwicklung  in der globalisierten Welt universell sind - genau wie die Diskrepanz zwischen Anspruch der Planung und Realität. Mein Interesse an den Problemen und Chancen von Megacities wurde durch das Praktikum weiter genährt, allerdings auch  meine kritische  Haltung und Distanz zu vielerlei Entwicklungen, wie der durchweg nicht sozial nachhaltig betriebenen Stadterneuerung mit durch Investoren gesteuerten tabula-rasa-Projekten.

Ich könnte mir vorstellen, mich mit dieser Thematik im weiteren Studienverlauf vertiefend auseinanderzusetzen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Fazit

Der Auslandsaufenthalt in Istanbul ist fast uneingeschränkt zu empfehlen. Die kulturelle Vielfalt dieser Weltstadt ist wahrscheinlich der größte Anziehungsfaktor. Auch und besonders für Architekten und Stadtplaner ist die größte Stadt Europas ein faszinierendes (und manchmal abstoßendes) Anschauungsobjekt und gleichzeitig Lebensraum, in welchem die unterschiedlichsten Welten nicht immer konfliktlos aufeinanderprallen.

An die Praktikumsstelle hatte ich anfangs etwas höhere Erwartungen. Menschlich funktionierte die Integration sehr gut, der Umgang war sehr herzlich. Nur die Mitarbeit am Kartal-Projekt war für mich weniger zufriedenstellend: ich wurde nicht in ein Team mit einer konkreten Aufgabe (und konkreten Erwartungen und Deadlines) integriert, sondern eher extern „beschäftigt" und nur sporadisch konsultiert bzw. in den Arbeitsergebnissen kritisiert.

Dennoch bin ich mir sicher, dass verschiedene Menschen sehr verschiedene Erfahrungen bei meiner Praktikumsstelle machen können, abhängig von den eigenen Ambitionen, der Selbständigkeit der Arbeitsweise und den derzeit zu bearbeitenden Projekten.