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Fakultät für Maschinenbau
FG Lichttechnik

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Prof. Dr. sc. nat. Ch. Schierz

Fachgebietsleiter

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INHALTE

Das Fachgebiet Lichttechnik an der TU Ilmenau wurde 1956 als einziges Institut in der ehemaligen DDR unter Herrn Prof. Harald Beck an der Fakultät für Feinmechanik /Optik an der damaligen Hochschule für Elektrotechnik gegründet.

Die Familie Beck war durch die Erfindung der Beck-Kohlebogenlampe durch den Vater Heinrich Beck bekannt geworden. Diese Lampe war für den Betrieb von Kinoprojektoren und Hochleistungsscheinwerfern unentbehrlich. Für Forschungszwecke gründete Heinrich Beck ein Kohlebogeninstitut in Meiningen, das später von der Akademie der Wissenschaften erfolgreich weiterbetrieben wurde.

Durch sein hervorragendes Organisationstalent baute Prof. Harald Beck, der 1957 aus dem Gefängnis (er saß dort wegen angeblich illegaler Kupferbeschaffung) heraus zum Professor berufen wurde, schnell ein leistungsfähiges Institut auf. Da er politisch keine Ruhe fand, verließ er Ilmenau dann in Richtung Westen in abenteuerlicher Weise. Sein Schüler aus Meiningen Herr Prof. Dr. Manfred Riemann wurde zu seinem Nachfolger berufen und setzte in Ilmenau die lampenphysikalischen Untersuchungen fort. Die 1965 noch unbekannten Halogengasentladungs-lampen wurden berechnet und zusammen mit dem großen Lampenkombinat NARVA entwickelt und gebaut. Die Plasmaphysik in Meiningen, Jena und Ilmenau nahm zu dieser Zeit eine international führende Stellung ein. Durch seine Berufstätigkeit bei der Firma Zeiss Jena hatte sich Prof. Riemann einen großen Erfahrungsschatz bei der Entwicklung von optischen Geräten angeeignet.

Diese Forschungsrichtung prägte insbesondere nach der Wende die akademischen Arbeiten am Fachgebiet Lichttechnik. So ist ein weltweit einmaliges Messgoniofotometer, mit dem man mittels Kameras Lichtverteilungen bestimmen kann, entstanden. Mit diesem Messprinzip baut und vertreibt die Ilmenauer Firma TechnoTeam heute erfolgreich RIGO (Riemann-Goniometer)-Geräte. Die Verbindung zu den in der Folgezeit sich gründenden lichttechnischen Firmen in der Ilmenauer Region erweist sich bis heute als gute Forschungs- und Entwicklungsstimulans.

Mit der sogenannten Hochschulreform 1968 stand die Existenz vieler traditioneller Institute an der TH Ilmenau in Frage. Die Feinwerktechnik, die Technische-Optik standen ebenso zur Debatte, wie die Lichttechnik. In der Elektronik, die sich damals noch mit Elektronenröhren beschäftigte, schien ein begrenztes Überleben der Plasmaphysik und damit der Lichttechnik möglich, deshalb verschwand die Lichttechnik unter dem Begriff Elektronik. Da aber der damalige Leiter des Institutes für Elektronik, Herr Prof. Eberhart Köhler mit den heute in Fotoapparaten so sehr oft verwendeten CCD- Sensoren zu arbeiten begann, eröffnete sich in der Optoelektronik für die Lichttechnik ein zukunftsträchtiges Gebiet, das bis jetzt noch eine große Rolle bei den Lichtmessungen spielt .

Die Energiekrise in der Mitte der 70-iger Jahre brachte dann plötzlich die Lichttechnik in ein neues "Licht". Man hoffte, dass man mit der Energieeffizienz der Beleuchtung die Situation verbessern kann. So wurde die Lichttechnik plötzlich zu einer Schlüsseltechnologie und das Fachgebiet konnte wieder in der "Legalität" arbeiten. Insgesamt hatte es sich gezeigt, dass mit einer derartigen Kampagnen-Wirtschaft eine organische Entwicklung der Volkswirtschaft nicht möglich ist. Diese Erfahrung wäre auch heute zu beachten, wenn man von "Leuchttürmen" träumt, die dann plötzlich keine Lampen haben.

Nach der Wende begann für das Fachgebiet eine sehr dynamische Zeit. Zunächst musste ein neues Domizil gefunden werden, da der Curie-Bau, in dem die Lichttechnik untergebracht war, baulich gesperrt werden musste. In der ehemaligen Gaststätte "Zur schönen Aussicht" wurde das Fachgebiet in nicht sehr attraktiven Bedingungen untergebracht.

Die lichttechnischen Firmen aus den alten Bundesländern freuten sich, dass zu den Instituten in Berlin, Karlsruhe und Darmstadt noch ein weiteres Institut für Lichttechnik dazu kam. Ein Förderverein wurde gegründet, der auch kräftig an der Sanierung des Räumlichkeiten für das Fachgebiet beteiligt war. In der Folgezeit erhielt das Fachgebiet eine großzügige Unterstützung durch die Förderer, zu denen nach und nach neben den bekannten Firmen wie Osram, Philips, Zumtobel, Siteco und Trilux auch die Firmen aus dem Ilmenauer Raum dazu stießen. Jetzt ist das Fachgebiet ein mit modernsten Lichtgeräten ausgerüstetes Fachgebiet, was weltweit anerkannt ist und zu den führenden lichttechnischen Instituten zählt.

Die Ausbildung von Spezialisten auf dem Gebiet der Lichttechnik, die in der Industrie sehr gebraucht werden, stand natürlich immer im Vordergrund. Durch die stürmische Entwicklung der Optischen Technologien ist auch die Lichttechnik auch für den Freistaat Thüringen von Bedeutung. So wird die Lichttechnik ab dem Herbstsemester 2005/06 in einem neuen Studiengang „Optronik“ eingebunden, der eine noch umfangreichere Ausbildung ermöglicht. Da in der Vergangenheit die Absolventen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung standen, wurde schon vor 32 Jahren ein postgraduales Studium Lichtanwendung eingerichtet, das auch von Studenten aus Österreich und der Schweiz gern besucht wird. Die lichttechnische Ausbildung von Studenten der Medientechnologie schließt an die alte Tradition der Ausbildung der Foto-Kinotechnik unter dem bekannten Foto-Kinotechniker Herrn Prof. Frielinghaus an.

1993 wurde die Idee geboren, eine Tagung "Lux Junior" für junge Lichttechniker auszurichten, auf der insbesondere der Nachwuchs eine Plattform bekommt und eine Brücke zu den osteuropäischen Partnern gebaut wird. Inzwischen findet diese Tagung das neunte Mal mit großer Resonanz im Raum Ilmenau statt.