Theorie und Praxis des Journalismus
Das Fachgebiet befasst sich mit der empirischen Analyse und theoretischen Beschreibung von Bedingungen, Strukturen und Funktionen des Journalismus.
Aktuelle Projekte
Habilitationsprojekt:
Analyse der Berichterstattung über Terrorakte (Liane Rothenberger)
Kurzcharakteristik
Liane Rothenberger plant in ihrer Habilitationsarbeit eine Analyse der über Print- und Onlinemedien vermittelten Kommunikation über Terrorakte.
Terrorismus wird als strategische Kommunikation aufgefasst und das Verhältnis in Hinblick auf verschiedene Kommunikationstheorien überprüft.
DFG-Projekt
Militärische „Media Relations“. Die Beziehungen von Bundeswehr und US-Streitkräften zu den Medien: Vergleichende Analyse des militärischen Kommunikationsmanagements seit 1990.
(Förderung: DFG; Laufzeit: seit 2009)
Kurzcharakteristik
Bei dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsvorhaben handelt es sich um zwei Teilprojekte, die in einen größeren Forschungsverbund zum Thema „Militär und Medien im 20. Jahrhundert“ integriert sind. Beide Unterprojekte konzentrieren sich auf die Analyse der militärischen Seite der Beziehungen von Militär und Medien. Untersuchungsgegenstände sind demnach die Bundeswehr und die US-Streitkräfte sowie die für die jeweiligen militärischen Organisationen unmittelbar verantwortlichen politischen Leitungsorganisationen (BMVg, Pentagon) in ihren Beziehungen zu den Medien.
Als vergleichende Längsschnittanalyse konzipiert, werden die beiden Teilprojekte die Frage beantworten, wie und aus welchen Gründen sich die Medienbeziehungen der Bundeswehr im Vergleich zu den US-Streitkräften von 1990 bis zur Gegenwart verändert haben. Dabei werden die Aufgaben, Leistungen und Strukturen der Militär-Medien-Beziehungen ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Beziehungen der militärischen zu den sicherheitspolitischen Media Relations. Um das bisher in der Kommunikationswissenschaft vernachlässigte Feld der medienbezogenen Organisationskommunikation des Militärs systematisch erschließen zu können, wird ein Mehrmethoden-Design aus Dokumentenanalysen und Leitfadeninterviews eingesetzt. Mit Hilfe der Ergebnisse wird ein Beitrag zur Etablierung einer Theorie der Politik-Militär-Medien-Interrelationen geleistet.
Projekt: Worlds of Journalisms
(Förderung: DFG, Swiss National Science Foundation (SNSF); Laufzeit: seit 2005).
Kurzcharakteristik
Das in Kooperation mit der Indiana University entstandene Kompendium beschreibt und diskutiert erstmals die Vielzahl theoretischer und empirischer Ansätze der Journalismusforschung im internationalen Kontext.
Reviews:
Book Review (pdf)
Journalism & Mass Communication Quarterly (pdf)
International Journal of Communication (IJoC) (pdf)
Abgeschlossene Projekte
Publikationsprojekt:
Rothenberger, Liane (2008): Aus Deutschland berichten ... Entwicklung, Arbeitsweise und Mitgliederstruktur des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland. Reihe: Journalismus: Theorie und Praxis. Münster: Lit.
Kurzcharakteristik
Welche Bedeutung hat der Verein der Ausländischen Presse in Deutschland e.V. (VAP) für die Korrespondenten ausländischer Medien in Deutschland? Diese Studie berichtet von den verschiedenen Entwicklungsphasen des VAP seit der Gründung im Jahre 1906. Im Zentrum steht die aktuelle Arbeitsweise des Vereins, in dem all jene Mitglieder werden können, die hauptberuflich für ein Medium mit Sitz im Ausland arbeiten.
Die Untersuchung schafft eine Verbindung von organisationstheoretischen Ansätzen und Forschung zur Auslandsberichterstattung. In einer Online-Umfrage und Leitfadeninterviews wurden die VAP-Mitglieder nach ihrer Arbeitsweise und ihren Einschätzungen des Informationszugangs befragt.
Dissertationsprojekt:
Rothenberger, Liane (2008): Von elitär zu populär? Die Programmentwicklung im deutsch-französischen Kulturkanal arte. Konstanz: UVK.
Kurzcharakteristik
Den deutsch-französischen Fernsehsender arte bringen viele mit Schlagworten wie „Kultur“, „Elite“ oder „Minderheitenprogramm“ in Verbindung. Doch treffen diese Vorurteile wirklich zu? Liane Rothenberger beschäftigte sich in ihrem Dissertationsprojekt mit der Entwicklung des arte-Programms von seinen Anfängen 1992 bis zum 15-jährigen Jubiläum 2007.
Dabei wurden sowohl der Aufbau des Programmschemas, die Gründe für die Absetzung oder Neuaufnahme einer Sendung als auch die Anteile von Themen und Darstellungsformen unter die Lupe genommen. Dem Vergleich von französischen und deutschen TV-Eigenarten anhand des Magazins „Metropolis“ ist ein eigenes Kapitel gewidmet.
Publikationsprojekt
Löffelholz, Martin & Trippe, Christian F. & Hoffmann, Andrea C. (2008) (Hrsg.): Kriegs- und Krisenberichterstattung. Ein Handbuch. Konstanz: UVK
Kurzcharakteristik
Über Kriege und Krisen so zu berichten, dass Leser, Hörer und Zuschauer sich ein angemes-senes Bild von den komplizierten und häufig leidvollen Ereignissen machen können, erfordert besondere journalistische Qualifikationen. Die wichtigsten Voraussetzungen und Regeln eines qualitätsvollen Journalismus werden in diesem Handbuch vorgestellt.
Mehr als 70 erfahrene Journalisten und renommierte Wissenschaftler beschreiben praxisnah, verständlich und kompakt, was Redakteure und Reporter wissen müssen, um über Kriege und Krisen angemessen berichten zu können. Behandelt werden u. a. Vorbereitung und Ausrüstung, die besonderen Anforderungen an die Recherche in Konfliktregionen, sprachliche und ethische Aspekte, PR-Strategien und militärische Grundkenntnisse sowie die Folgen der Kriegs- und Krisenberichterstattung.
Publikationsprojekt:
Löffelholz, Martin & David Weaver (2008) (eds.): Global Journalism Research. Theories, Methods, Findings, Future. Malden (USA), Oxford (UK), Victoria (Australia): Blackwell
Kurzcharakteristik
Das in Kooperation mit der Indiana University entstandene Kompendium beschreibt und diskutiert erstmals die Vielzahl theoretischer und empirischer Ansätze der Journalismusforschung im internationalen Kontext.
Reviews:
Book Review (pdf)
Journalism & Mass Communication Quarterly (pdf)
International Journal of Communication (IJoC) (pdf)
Projekt Online-Journalismus:
Die Transformation aktueller Medienkommunikation. Theoretische und empirische Eingrenzung eines Medienbereichs im Wandel. (DFG)
Kurzcharakteristik
Wie lässt sich Online-Journalismus sowohl theoretisch als auch empirisch beschreiben? Entspricht Online-Journalismus weitestgehend dem traditionellen Journalismus, oder bringt er Strukturen und Handlungsmuster hervor, die ihn als innovativen Journalismus auszeichnen und gleichzeitig eine kommende Transformation des gesamten Journalismus markieren?
Diese zentralen Fragen aktueller Journalismusforschung wurden mit Hilfe eines von der DFG geförderten theoretischen und empirischen Forschungsprogramms beantwortet. Dabei wurde erstens eine Aufarbeitung des Forschungsstandes im deutschsprachigen und im angloamerikanischen Raum vorgenommen, zweitens die Entwicklung eines differenzierten theoretischen Modells, das Phänomene des Wandels adäquat fassen kann, und drittens eine Multimethoden-Studie, die Beobachtungen und Befragungen in ausgewählten Redaktionen
Projekt:
Online-Journalismus: Transnationale Vergleiche zwischen amerikanischen und deutschen Online-Journalisten (Förderung: Alexander-von-Humboldt-Stiftung, TransCoop-Projekt; Laufzeit: 2002-2005)
Kurzcharakteristik
Das Kooperationsprojekt zwischen dem Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Ilmenau und der School of Journalism der Indiana University in Bloomington erfüllte zwei Ziele: Erstmalig in Deutschland wurde ein empirisch gesättigtes, repräsentatives Bild der Einstellungen, Tätigkeitsprofile und Spezifika journalistischen Handelns von Online-Journalisten gezeichnet.
Darüber hinaus wurden durch die zeitlich und inhaltlich enge Anbindung der Studie an eine repräsentative Befragung US-amerikanischer Journalisten Rückschlüsse auf kulturübergreifende Entwicklungen in einem zentralen Innovationsbereich des Journalismus möglich. In Deutschland wurden rund 450 CATI-gestützte Telefoninterviews mit Online-Journalisten geführt.
Dissertationsprojekt:
Hanitzsch, Thomas (2004): Journalismus in Indonesien: Akteure, Strukturen, Orientierungshorizonte, Journalismuskulturen.
Kurzcharakteristik
Im Vielvölkerstaat Indonesien haben der Sturz der Suharto-Diktatur und die demokratischen Reformen zu einer beispiellosen Transformation des Mediensystems geführt. Die Journalisten des südostasiatischen Inselreiches zählen zu jenen gesellschaftlichen Akteuren, die vom Wandel der politischen Gegebenheiten sehr schnell profitieren konnten. Für die kommunikations- und medienwissenschaftliche Forschung ist die bevölkerungsreichste islamische Nation aber auch deshalb interessant, weil sie sich in einem grundlegenden gesellschaftlichen und kulturellen Transformationsprozess befindet.
Gestützt auf Interviews mit 385 professionellen Journalisten vermittelt die Arbeit ein umfassendes Bild von Akteuren, Strukturen und beruflichen Orientierungshorizonten im Journalismus. Damit verfügt die Wissenschaft erstmalig über umfassende Daten zu einem Journalismussystem in ganz Südostasien. Darüber hinaus geht die Arbeit der Frage nach, welche Rolle die kulturelle Praxis bei der Herstellung journalistischer Medienaussagen spielt. Die vorliegenden Befunde machen deutlich, dass sich der Journalismus Indonesiens wenig von dem anderer Regionen der Welt unterscheidet und dass seine Strukturen relativ robust auf kulturelle Einflüsse reagieren.
Publikationsprojekt:
Altmeppen, Klaus-Dieter/Hans-Jürgen Bucher/Martin Löffelholz (Hrsg.):Online-Journalismus: Perspektiven in Wissenschaft und Praxis, Westdeutscher Verlag 2000.
Kurzcharakteristik
Der Sammelband bietet eine umfassende Bestandsaufnahme des Themas „Online-Journalismus“ aus der Perspektive der Wissenschaft, der Praxis und der Ausbildung.
Publikationsprojekt:
Löffelholz, Martin (1999): Theorien des Journalismus, Westdeutscher Verlag.
Kurzcharakteristik
Die Journalismustheorie hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert: Die theoretische Diskussion ist facettenreicher, differenzierter und unüberschaubarer geworden. In dem Publikationsprojekt wurden die Theoriebestände zum Journalismus gesichtet, systematisiert und in Form eines Text- und Studienbuches publiziert. Insgesamt lieferte das Projekt eine Orientierung über die Grundlagen, Entwicklungsstränge, Konzepte und Problemfelder der Journalismustheorie.
An dem Projekt, das vom Fachgebiet Medienwissenschaft koordiniert wurde, waren mehr als 20 Fachwissenschaftler von mehr als zehn Universitäten im In- und Ausland beteiligt.Die Publikation ist 2004 in einer 2., vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage erschienen.











