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INHALTE

Programm des Herbstsemesters 2017

Das Programm ist vorläufig. Mit Ergänzungen und Änderungen kann gerechnet werden.
Die Veranstaltungen finden im Faraday-Hörsaal (Weimarer Straße 32, Zugang von der Prof. Schmidt-Straße) jeweils freitags um 15:00 Uhr statt (Siehe Algemeine Informationen - Lageplan der TU Ilmenau).


Freitag, 1. September 2017, 15:00 Uhr

Die Krankheit(en) Martin Luthers

Privatdozent Dr.med.habil. Friedrich Meier, Thüringen-Kliniken Rudolstadt

Da „mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, ich kann und will nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen.“ Mit diesen Worten zeigt Luther 1521 bei der Verteidigung seiner 95 Thesen vor dem Reichstag zu Worms Mut und große Charakterstärke.

Demgegenüber stehen bei ihm im Privatleben die uns allen sehr wohl bekannten menschlichen Schwächen in Bezug auf Essverhalten und Lebensführung.

Nach seinem Arzt Matthäus Ratzenberger lebte Luther nach dem Grundsatz "Ich esse, was mir schmeckt und leide darnach, was ich muss. Ich frage auch nach den Ärzten nichts; will mir mein Leben, so mir von ihnen auf ein Jahr gestellt ist, nicht sauer machen, sondern in Gottes Namen essen und trinken, was mir schmeckt."

Luther war alles andere als ein urwüchsiger, kraftstrotzender und kerngesunder Mann. Verursacher für alle Widrigkeiten war für ihn meist der Teufel: „Der Satan hängt an mir mit gewaltigen Seilen und zieht mich mit Schiffstauen in die Tiefe".

Um weniger zu leiden, hätte der Reformator auch sein Leben reformieren müssen! Der scheinbar so Kraftvolle übernimmt sich aber bis zuletzt.

Der Vortrag schildert nach einer Darstellung wichtiger Eckdaten seines Lebens die von Luther selbst und seinen Ärzten beschriebenen Krankheits-Symptome sowie die aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlichen Diagnosen und schließt mit einigen, durchaus deftigen Zitaten aus Luthers Feder.


Freitag, 8. September 2017, 15:00 Uhr

Burnout und Depressionen – sind wir ihnen ausgeliefert?

Prof. Dr.med.habil. Diethard Müller
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Ilmenau

Vor 1000 Jahren schrieb Bernhard von Clairvaux an Papst Eugen III.: „Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wie kann der gut sein?  Denke also daran: Gönne dich dir selbst."

Diese Aufforderung sollte heute mehr als früher gelten. Analysen der Krankenkassen belegen, dass es in den letzten Jahren zu einem rasanten Anstieg psychischer Erkrankungen gekommen ist, besonders häufig wird dabei „Ausgebranntsein“ (Burnout) berichtet. Macht unsere moderne Gesellschaft psychisch krank? Andererseits steigt die Lebenserwartung auf Rekordwerte.

Im Vortrag sollen Ursachen behandelt werden, die zum Burnout führen können, z. B. Belastungen am Arbeitsplatz, z.B. in der Schule, im Alter und im sozialen Umfeld.

Auch  viele Fragen, die dazu anregen sollen, die eigene Lebensgestaltung zu bedenken:
Wer ist besonders gefährdet, ein Burnout zu bekommen? Welche Anzeichen könnten darauf hinweisen? Wie erkenne ich selbst eine ungesunde Entwicklung? Was hat Burnout mit Depression zu tun? Was kann ich tun, vorbeugend und therapeutisch? Einfache Antworten gibt es aber nicht.

„Früher haben wir uns die Informationen gesucht. Heute suchen sie uns. Mein Kopf kommt nicht mehr mit.“ (Frank Schirrmacher).


Freitag, 15. September 2017, 15:00 Uhr

Polen - ein schwieriger Nachbar?
Antworten aus Geschichte und Gegenwart

Dr. sc. phil. Franz Rittig, Ilmenau

Viele Irritationen im deutsch-polnischen Verhältnis sind durch die Erkenntnis der Mentalität der polnischen Nation und Einblick in die wechselvolle Geschichte des polnischen Staates auflösbar. Denn allzuschnell verlauten Urteile, die historischer Sachlichkeit entbehren.

Der Referent setzt bei ressentimentgeladenen Reflexionen über die vermeintlich schwierigen Nachbarn der Deutschen an und versucht, in der neueren Geschichte Polens und des deutsch-polnischen Verhältnisses Erklärungen und Antworten zu finden. Er geht unter anderem auf die Kontinuität der polnischen Nationalgeschichte und die konfliktbeladene Neugründung des polnischen Staates sowie seine Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg ebenso ein, wie auf die territoriale Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg und die aus ihr resultierenden Folgen für das deutsch-polnische Verhältnis, wie sie sich bis ins Heute nachzeichnen.

Er macht in diesem Kontext darauf aufmerksam, dass im Nachbarland neben rückwärtsgewandt wirkenden Attitüden immer stärker sowohl Neubewertungen als auch Neugewichtungen des historischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technischen und kulturellen Einflusses der Deutschen auf die Kontinuität der polnischen Geschichte sichtbar sind.


Freitag 22. September 2017, 15:00 Uhr

Mobilität der Zukunft –
Wenn Kursbuch und Taschenfahrpläne überflüssig werden.

Univ.-Prof. Dr. Heidi Krömker
Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Medienproduktion

 

Mobilität ist Lebenszufriedenheit, Flexibilität, soziale Partizipation und vieles mehr.

Im Alter wird Mobilität zum Ausdruck der Flexibilität und zählt zu den wichtigsten Bedingungen für die Lebenszufriedenheit.

Aber wie werden wir uns künftig von A nach B bewegen? Wie sieht die Technik der Zukunft aus, mit der wir unsere Orte wechseln können.

Der Vortrag stellt innovative technische Möglichkeiten vor, die in Zukunft unsere Mobilität besser unterstützen und auch individuellen Bedürfnissen gerecht werden.

Die Technische Universität Ilmenau forscht z.B. an einem Tagesplaner, der die Erledigungen in der Stadt und Arzttermine im Alltag in den Mittelpunkt stellt, die optimale Verkehrsverbindung berechnet das System automatisch.

Es wird aber auch zur Mobilität der Menschen im ländlichen Raum geforscht. Wie kann der Öffentliche Personenverkehr besser auf den Fahrgast zugeschnitten werden und wie kann dabei bürgerschaftliches Engagement helfen?

Und welche Rolle kann die Elektromobilität dabei spielen? Was bringt mir das E-Ticket?


Freitag, 06. Oktober 2017, 15:00 Uhr

Produktion 4.0 –
Evolution oder Revolution auf dem Weg zur Fabrik der Zukunft?

Univ.-Prof. Dr. Wolf-Michael Scheid, Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Fabrikbetrieb

Produktion 4.0 - wie ist dieser Begriff entstanden? Sprechen wir zu recht von der 4. Industriellen Revolution? Die aktuelle Diskussion und die bisherigen Ansätze - von CIM bis zur digitalen Fabrik – werden beleuchtet.

Wir müssen uns auf einen Wandel bei der Planung, beim Betrieb und vor allem auch bei der Instandhaltung der Fabrik der Zukunft einstellen. Nicht nur die Anforderungen an die Beschäftigten, auch die Betriebsstruktur wird sich ändern. Die menschenleere Fabrik wird aber wohl auf absehbare Zeit weiter eine Illusion bleiben.

Die Logistik wird zunehmend ein integrativer Bestandteil der Produktion. Manches wurde bereits im Handel erprobt, was teilweise erst jetzt Eingang in die Produktion findet. So sind Lieferungen über Nacht durch IT-gestützte Prozesse, die Lieferanten und Kunden verbinden, dort schon Stand der Technik.

Einige Beispiele werden dies zeigen, wie das zur Abwicklung des Warenverkehrs zwischen Buchhandlung und Großhandel. Das modernste System dazu steht nicht bei Amazon, sondern bei KNV Erfurt, dem größten Bücherschrank Europas.

Siehe auch Mittwoch, 16. Oktober 2017.


Freitag, 13. Oktober 2017, 15:00 Uhr

Das Leben der einfachen Menschen – vor, im und nach dem 30-jährigen Krieg

Dr. Kai Lehmann, Direktor des Museums Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden

Der Dreißigjährige Krieg gehört zu den größten Katastrophen, die über die Menschen in Deutschland im 17. Jahrhundert hereingebrochen sind. Thüringen gehörte aufgrund seiner zentralen Lage und damit als prädestiniertes Durchmarschgebiet der Söldnerheere aller Kriegsparteien zu den am schlimmsten vom Dreißigjährigen Krieg betroffen Territorien.

In einigen Landstrichen und Gebieten Thüringens waren Bevölkerungsverluste von 70 - 80 % der Vorkriegsbevölkerung zu beklagen. Unglaubliche Greueltaten an der Zivilbevölkerung waren an der Tagesordnung.

Diese schlimmen Ereignisse wird der Vortrag genauso berühren, wie die Tatsache, dass der Dreißigjährige Krieg eben nicht dreißig Jahre dauerte. Im Krieg gab es auch friedliche Zeitperioden für Thüringen, in denen das Alltagsleben seinen fast normalen Gang ging.

Wie lebten die einfachen Menschen vor, während und nach dem großen Krieg? Wie alt wurden sie, wann heirateten Männer und Frauen, wie feierten sie? Was hatten die Menschen bereits so alles an Bürokratie bereits zu beachten?

Diesen – auch manchmal zum Schmunzeln anregenden -  Fragen wird sich der Vortrag ebenfalls widmen. 


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Exkursion nach Erfurt
KNV Logistik + "Blick hinter die Kulissen" des Theaters Erfurt

Als Buchgroßhändler ist die KNV Logistik Bindeglied zwischen Verlagen und Buchhandlungen.

KVN in Erfurt hat etwa 540 000 lieferbare Titel von über 4700 Verlagen ständig am Lager, einschließlich DVD´s, Hörbüchern, Lernspielen etc. und verfügt über modernste Lager- und Kommissioniertechnik. Beliefert werden täglich im „Über-Nacht-Bestellservice“ etwa 7000 Buchverkaufsstellen in 2200 Orten im deutschsprachigem Raum und weitere 1500 Verkaufsstellen in über 70 Ländern, die mit Titeln deutschsprachiger Verlage beliefert werden.

Die KVN Logistik in Erfurt zählt so zu den größten und modernsten Medienlogistik-Anlagen Europas. (Siehe auch den Vortrag am 6. Oktober)

Am Nachmittag gestattet eine Führung durch das Theater Erfurt einen „Blick hinter die Kulissen“.

Einzelheiten zum zeitlichen Ablauf  der Exkursion und zu den Teilnahmebedingungen können Sie einem Flyer entnehmen, der ab 1. September bei den Vorträgen erhältlich ist und der auch das Anmeldeformular enthält. Darüber hinaus kann der Flyer unter der E-Mail-Adresse: uwe.geishendorf@tu-ilmenau.de als PDF angefordert werden.


Freitag, 20. Oktober 2017, 15:00 Uhr

Bauhaus und Moderne in Weimar - Aufbruch und Scheitern

Uwe Ramlow M.A., Weiterbildungsakademie der Bauhaus-Universität Weimar

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte die Moderne eindrucksvolle Zeichen in Weimar. Den Anfang machte der belgische Künstler Henry van de Velde, dessen Bauten einen einflussreichen Beitrag zur europäischen Architektur lieferten. Im Jahr 1919 gründete sich das legendäre Bauhaus und legte hier die Grundlagen für das Konzept der heute weltberühmten Kunstschule.

Die kulturpolitischen Bedingungen jenes Aufbruchs erwiesen sich in Weimar und Thüringen als fatal. Sowohl van de Velde wie auch das Bauhaus scheiterten an den politischen Mentalitäten jener Jahre, die Weimar auch zu einem Zentrum der national-völkischen Ideologie machten.

Der Vortrag führt mit zahlreichen Bildbeispielen zu Stationen der Moderne in Weimar wie den Kunstschulbauten Henry van de Veldes mit den rekonstruierten Wandmalereien, die 1930 zerstört worden waren, sowie zum Haus am Horn, das als Musterhaus des Bauhauses von 1923 in weiten Teilen der Weimarer Öffentlichkeit auf Ablehnung stieß und heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist.

Im ehemaligen Thüringischen Landesmuseum machte 1939 auch die berüchtigte Wanderausstellung der Nationalsozialisten „Entartete Kunst“ Station.

Damit war die künstlerische Moderne in Weimar endgültig stigmatisert und bis 1945 aus der Öffentlichkeit verschwunden.


Freitag, 27. Oktober 2017, 15:00 Uhr

Die Reformation und unsere Gegenwart

Prof. Dr. Andreas Anter
Universität Erfurt, Lehrstuhl für Politische Bildung

 Vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen. Die Reformation, die sich in der Folgezeit vollzog, hat die Welt tiefgreifend verändert: die Politik, das Recht, die Kultur, den Staat und nicht zuletzt die Glaubenspraxis selbst. Sie war ein welthistorisches Ereignis und wurde und wird intensiv erforscht.

Welche Bedeutung hat sie aber für unsere Gegenwart? Für die einen ist sie heute ein fernes Ereignis. Andererseits ist sie immer noch eminent gegenwärtig; sie hat Europa, Nordamerika und viele andere Teile der Welt tiefer und nachhaltiger geprägt, als den meisten heute bewusst ist. Sich mit der Reformation zu beschäftigen, heißt zugleich, sich mit der eigenen Kultur zu beschäftigen. Welche Kräfte haben unsere Kultur geprägt? Und welche Kräfte sind heute immer noch prägend?

Der Vortrag beschäftigt sich mit den Folgen der Reformation auf ausgewählten Kultur- und Politikfeldern:
- den innerstaatlichen Feinderklärungen, die die Glaubensspaltung zu einer Verfolgungs- und Vertreibungsgeschichte machen,
- den Auswirkungen des reformierten Protestantismus auf die Entwicklung des Kapitalismus;
- der Entstehung des modernen Staates und
- der Medienrevolution, die durch Luthers Schriften ausgelöst wurde und eine ungeahnte Beschleunigung der Kommunikation bewirkte, die bis heute anhält.


Freitag, 3. November 2017, 15:00 Uhr

91 Regeln für Schauspieler - Theateralltag der Goethezeit

Frau Sabine Treiber, Theaterwissenschaftlerin / Stadtführerin in Weimar

Die von Goethe selbst verfassten „91 Regeln für Schauspieler“ zeugen von den Schwierigkeiten, mit denen er als Intendant und Regisseur zu kämpfen hatte. Sie betreffen sowohl die Behandlung der Sprache, als auch den Einsatz des Körpers.

Goethe musste fast bei Null beginnen, denn die Schauspieler der bisherigen Wandertruppen waren es gewohnt, Stücke lediglich als Spielanlass zu sehen und nach Herzenslust frei zu improvisieren. Erlaubt war alles was unterhält. Von der „Schaubühne als moralischer Anstalt“ (Schiller) konnte da keine Rede sein.

Einige dieser Regeln kommen uns heute seltsam vor, wie z.B.: “Der Schauspieler lasse kein Schnupftuch auf dem Theater sehen, noch weniger schnaube er die Nase, noch weniger spucke er aus. Es ist schrecklich innerhalb eines Kunstproduktes, an diese Natürlichkeiten erinnert zu werden.“ Nun, da sind wir heute Einiges gewöhnt.

Im Vortrag wird anhand der Regeln der Theateralltag Goethes näher beschrieben, so z.B. die Tatsache,  dass es wöchentlich einen anderen Regisseur gab oder dass der Schauspieler nur frontal zum Publikum agieren durfte, bis hin zu Fragen, wie das Licht auf die Bühne und in den Zuschauerraum kam, ob die Schauspieler Kostüme trugen, und warum Goethe nach über 20 Jahren das Theater im Zorn verließ.


Freitag, 10. November 2017, 15:00 Uhr

Nachfolgeregelungen zu Lebzeiten durch vorweggenommene Erbfolge

Univ.-Prof. Dr.jur.habil. Joachim Weyand
Institut für Rechtswissenschaft der Technischen Universität Ilmenau

Streitigkeiten ums Erbe eines Verstorbenen gehören in vielen Familien zum Dauer­thema –  geschwister­liche Beziehungen und Freundschaften zerbrechen, Grund­stücke werden zwangs­versteigert und nicht selten wird ein beträchtlicher Teil des Erbes von Anwalts- und Prozesskosten aufgefressen. Dabei haben es Betroffene selbst in der Hand, derar­tige familiäre Katastrophen durch rechtzeitiges Handeln und ent­spre­chende Vor­kehrungen abzuwenden.

Eine der Vorkehrungen heißt Schen­kung und Vermögens­übertragung zu Lebzeiten, es wird also eine Nachfolgeregelung hinsicht­lich des Vermögens gut vorbereitet noch vor dem Erbfall getroffen.

Die dabei einzusetzen­den Instrumente – Verträge, Vollmachten, Betreuungs­verfü­gungen etc. – sind allerdings nicht einfach zu handhaben. Es müssen zahlreiche Formalien sowie nicht selten auch steuerrechtliche Vorschriften beachtet werden. 

Prof. Dr. Joachim Weyand lehrt und forscht an der Technischen Universität Ilmenau zum Zivil-, Arbeits- und Wirtschaftsrecht. Mit erbrechtlichen Problemen und Fragen zur vorweggenommenen Erbfolge beschäftigt er sich seit vielen Jahren.

Der Vortrag will helfen, Streitigkeiten ums Erbe vorzubeugen und über zahlreiche, im Alltag anzutreffende Irrtümer bezüglich des „Letzten Willens“ aufzuklären.


Freitag, 17. November 2017, 15:00 Uhr

Die Entwicklung der Nuklearmedizin von der Radiojodtherapie bis zu modernen Rezeptortherapien

Dr.med. Wolfgang Mecklenbeck
Klinik für Nuklearmedizin Suhl

1948 bestellte ein junger Kölner Arzt in England radioaktives Jod, um damit erstmalig in Europa eine Patientin mit einem Schilddrüsenkarzinom zu behandeln. Der Transport der radioaktiven Fracht vom Hauptbahnhof ins Krankenhaus verlief allerdings etwas abenteuerlich.

Dies war die Geburtsstunde der nuklearmedizinischen Therapie in Europa. Aus einzelnen Isotopenzimmern und später Isotopenstationen, die meist in der Inneren Medizin mitbetrieben wurden, entwickelten sich im Laufe der Zeit eigenständige nuklearmedizinische Therapieeinheiten und Kliniken. Auch die Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Nuklide zur Behandlung entwickelten sich kontinuierlich weiter.

Nuklearmedizinische Therapien werden heute sowohl ambulant, als auch stationär angeboten, sowohl für gutartige wie auch für bösartige Erkrankungen.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Probleme bei der Entwicklung neuer nuklearmedizinischer Therapieverfahren und stellt den aktuellen Stand der Möglichkeiten solcher Behandlung dar.


Freitag, 24. November 2017, 15:00 Uhr

Als Botschafterin in Afrika -
Nicht alltägliche Situationen in der diplomatischen Tätigkeit

Botschafterin a.D. Eleonora Schmid, Gehren

Klare protokollarische Regeln und strikte Normen, jahrelange Erfahrung und Routine können es nicht verhindern, dass man im diplomatischen Alltag oft sehr plötzlich mit unerwarteten Situationen konfrontiert wird, die korrekt und sicher zu meistern sind.

Einige Beispiele aus 26-jähriger Tätigkeit im diplomatischen Dienst der DDR sollen das verdeutlichen, so die Aufgaben der Botschaft in den gefährlichen Tagen einer Aggression gegen die Republik Guinea im November 1970. 

Deutsche Gründlichkeit und afrikanische Gelassenheit geraten in Konflikt bei der Vorbereitung des Besuchs von Armeegeneral Heinz Hoffman mit Gattin in Conakry.

Der Bogen spannt sich weiter von einer rätselhaften Vorladung durch Präsident Sékou Touré, über den „Kalten Krieg“ auf diplomatischem Parkett von Paris bis Dakar bis hin zu Entscheidungen der „Kadermühlen“ der Partei sowie einem Schreiben von Sékou Touré an Erich Honecker über meine Tätigkeit als Botschafterin in Guinea, von dem ich erst nach  mehr als 30 Jahren durch einen „wildfremden“ Menschen Kenntnis erhielt.


Freitag, 1. Dezember 2017, 15:00 Uhr

Osteoporose - eine Volkskrankheit, Hilfe zur Selbsthilfe

Dr.med. Thomas Weihrauch
Ilm-Kreis-Kliniken Arnstadt Ilmenau

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Osteoporose zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit und gilt daher als Volkskrankheit. In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen an Osteoporose. Genau lässt sich das jedoch nur schwer sagen, da die Krankheit häufig unerkannt bleibt.

Weniger als ein Viertel aller Fälle werden frühzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt. 80 Prozent der Osteoporose-Patienten sind Frauen. Besonders häufig erkranken sie nach den Wechseljahren, denn der gesunkene Östrogenspiegel beeinträchtigt den Knochenstoffwechsel negativ. Bei männlichen Patienten sind in über 50 Prozent aller Fälle andere Grunderkrankungen oder deren Behandlung schuld an der Osteoporose.

Diese so genannte sekundäre Osteoporose ist häufig auf die Einnahme von Kortisonpräparaten und/ oder eine kalziumarme Ernährung zurückzuführen. Auch Rauchen und Alkoholmissbrauch lassen das Skelett brüchig werden.

Der Vortrag gibt einen Überblick über Symptome der Erkrankung und die Möglichkeiten ihrer frühzeitige Erkennung, zu ihrer Behandlung und möglichen Komplikationen (u.a. Brüche) und vermittelt Vorschläge zur Vorbeugung und Selbsthilfe.


Freitag, 8. Dezember 2017, 15:00 Uhr

Neue diagnostische Ansätze für die Augenheilkunde

Prof. Dr.-Ing. Sascha Klee, Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Optoelektrophysiologische Medizintechik

Das visuelle System ist das mit Abstand wichtigste der fünf Sinnessysteme des Menschen. In ihm werden dreiviertel aller Informationen aus der uns umgebenden Umwelt verarbeitet. Pathologien innerhalb des visuellen Systems wirken sich somit dramatisch auf unsere Lebensumstände aus.

Erkrankungen, wie die altersabhängige Makuladegeneration oder Störungen von Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Sinneszellen im Auge, führen in ihren Spätstadien zu einem unwiederbringlichen Funktionsverlust.

Bei der Entwicklung einer geeigneten Frühdiagnostik hilft uns die besondere Anatomie des Auges. Zum einen bietet das Auge als einzigartiges diagnostisches Fenster eine unmittelbare Zugänglichkeit zu den Sinneszellen und deren versorgenden Blutgefäßen, zum anderen sind diese Zellen direkt mit dem Gehirn verknüpft und Ausgangspunkt bioelektrischer Verarbeitungsprozesse.

Der Vortrag beleuchtet Methoden zur Zellstimulation und deren Kombination mit Prinzipien der abbildenden Optik. Ferner wird gezeigt, wie durch die Erfassung von induzierten Biosignalen eine gesamtheitliche Betrachtung des visuellen Systems ermöglicht wird.
Im Ausblick werden aus den Erkenntnissen neue Ansätze für die Diagnose und Rehabilitation von Augenerkrankungen abgeleitet.