STIFT-Preis für Dr.-Ing. P. Mäder
Zwei junge Wissenschaftler der TU Ilmenau erhalten im Jahr 2010 den „STIFT-Preis für hervorragende anwendungsorientierte Abschlussarbeiten an Thüringer Hochschulen.“
Für seine mit „summa cum laude“ bewertete Dissertationsschrift wird Dr.-Ing. Patrick Mäder mit dem mit 3.000 Euro dotierten STIFT-Preis geehrt. Gegenstand der Arbeit ist die Entwicklung eines Verfahrens zur (Halb-)Automatischen Pflege der Anforderungs-Traceability (Nachvollziehbarkeit/Rückverfolgbarkeit) von Entwicklungs- und Wartungsprozessen. Das von Dr. Mäder am Fachgebiet Softwaresysteme/Prozessinformatik unter Leitung von Professorin Ilka Philippow entwickelte Verfahren erlaubt es, den Aufwand für die Aufrechterhaltung der Tracebility über den gesamten Produktionsprozess hinweg wesentlich zu senken. Patrick Mäder entwarf dafür ein Software-Werkzeug, dass die Arbeit des Entwicklers verfolgt und die Entwicklungsschritte auswertet. Mit Hilfe von Regeln passt es daraufhin die Traceability-Informationen an. Die zum Patent angemeldete Entwicklung entstand in Zusammenarbeit mit der EXTESSY AG Wolfsburg und der Inverso GmbH Ilmenau und wird auch bereits von Thüringer Technologieunternehmen für Entwicklungen im Automobilbereich genutzt.
Für seine hervorragende Diplomarbeit „Entwicklung eines thermisches Mischreibmodell für Stirnradsätze von Fahrzeuggetrieben“ wird Kristian Höpping mit einem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro geehrt. Die am Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik unter Leitung von Professor Klaus Augsburg entstandene Entwicklung dient der Senkung der Verlustleistung von Antriebssträngen von Kraftfahrzeugen. Diese gehört neben der Reduktion der Fahrzeugmasse zu den effektivsten Maßnahmen zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emmission. Der hohe Wirkungsgrad der durch parallele Achsen charakterisierten Stirnradgetriebe kann durch Konstruktionsmaßnahmen und die Wahl des Schmierstoffes noch weiter verbessert werden. Kristian Höpping entwickelte ein Berechnungsmodell, mit dem er das Potenzial zur weiteren Verringerung der Leistungsverluste von Stirnradsätzen im Detail nachwies. Dies ist angesichts der weltweit riesigen Zahl der in Maschinen verbauten Stirnradsätze von großer Bedeutung für die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Für die Thüringer Automobilindustrie sind die Ergebnisse darüber hinaus von hohem Interesse, da hier eine nennenswerte Anzahl der vorwiegend kleinen und mittleren Unternehmen auf dem Gebiet der Verzahnungstechnik tätig ist.
Der von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) jährliche ausgelobte Preis verfolgt das Ziel, Studierende und WissenschaftlerInnen aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften für die Anwendbarkeit ihrer Arbeiten für Thüringer Technologieunternehmen auszeichnen. Überreicht werden die Preise anlässlich des Innovationstages Thüringen 2010 auf der Erfurter Messe am 28. September.
Quelle: http://www.tu-ilmenau.de/universitaet/nachrichtenarchiv/einzelnachricht/newsbeitrag/5499/

