12.08.2010
55. IWK: Moderne Themen aus Automatisierung, Biomedizintechnik und Informatik
Unter dem Motto „Crossing Borders within the ABC - Automation, Biomedical Engineering and Computer Science“ diskutieren führende internationale Wissenschaftler beim 55. Internationalen Wissenschaftlichen Kolloquium (IWK) vom 13. bis 17. September 2010 an der TU Ilmenau aktuelle Entwicklungen in der Automatisierungs- und Systemtechnik, der Biomedizinischen Technik und der Informatik. In drei Kategorien mit insgesamt 15 Workshops werden die Schwerpunktthemen
- Ambient Assisted Living
- Steuerung komplexer Systeme (vom mobilen System bis zu großen energetischen Systemen)
- Design intelligenter Systeme und
- Mensch-Maschine-Interaktion
behandelt. So wird beispielsweise vom Institut für Biomedizinische Technik und Informatik ein Symposium zu einem neu entwickelten Diagnoseverfahren, dem Fluorescence lifetime imaging (FLIM), ausgerichtet. Das FLIM ist in der Lage, Veränderungen des Stoffwechsels der menschlichen Retina zu detektieren, bevor nicht reversible pathologische Veränderungen auftreten. Ziel des Symposiums ist, Experten auf den Gebieten Instrumentation, Messung von Stoffwechselparametern in Gewebe und Zellen sowie klinischer Anwendungen zusammenzubringen. Vorträge halten dabei ausgewiesene Experten wie z. B. Prof. P. French, Imperial College London, Prof. M.-A. Mycek, University of Michigan, Doz. Dr. D. Schweitzer, FSU Jena, und Prof. K. König, Universität des Saarlandes.
Weiterer Schwerpunkt des 55. IWK ist der DERIS-Workshop (Design, Evaluation and Refinement of Intelligent Systems). Der Mangel an systematischen Methoden und formalen Techniken des Entwurfs, der Evaluierung und der Verfeinerung Intelligenter Systeme ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Systeme Künstlicher Intelligenz (KI) in vielen potenziellen Einsatzgebieten keine Anwendung finden. Nachdem in den 1990er Jahren wegweisende Technologien und Werkzeuge entwickelt wurden, ergibt sich durch die Entwicklung neuer KI-Ansätze und Anwendungsgebiete ein Bedarf, diese Thematik erneut aufzugreifen. Im Mittelpunkt des Workshops stehen deshalb Techniken und formale Methoden des Designs, der Evaluierung und der Verfeinerung solcher KI-Systeme, die auf neueren Konzepten der Wissensrepräsentation (wie etwa Ontologien) beruhen oder neuartige Anwendungsgebiete (z.B. soziale Prozesse, wie z.B. Lernen) abdecken.
Ein neuer Schwerpunkt ist der zum ersten Mal organisierte EMDT 2010-Workshop (Evolution Support for Model-Based Development and Testing). Die ständig zunehmende Größe und Komplexität von Computersystemen hat die Entwicklung von modellbasierten Technologien angeregt, mit deren Hilfe Systementwicklung und Tests teilweise automatisiert durchgeführt werden können. Diese Technologien stehen im Fokus sowohl der industriellen als auch der wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet des Software Engineering. Der Workshop führt Forscher und Praktiker aus sieben Ländern zusammen, um Herausforderungen und Lösungen zu beraten.
Ein Höhepunkt des diesjährigen IWK ist der Eröffnungsvortrag von Prof. Shoogo Ueno von der University of Tokyo in Japan, einer der weltweit führenden Experten im Bereich des Magnetismus in der Medizin. Zu seinen wegweisenden Forschungen und Erfindungen gehört beispielsweise die Doppelspule für die transkranielle Magnetfeldstimulation, die heute zur Routinediagnostik in jeder neurologischen Abteilung gehört. Der zweite Plenarvortrag wird von Prof. Jürgen Beyerer gehalten, Leiter des Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) Karlsruhe sowie des Lehrstuhl für Interaktive Echtzeitsysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Insgesamt wurden zum 55. Internationalen Wissenschaftlichen Kolloquium (IWK) der TU Ilmenau 214 Beiträge eingereicht. Neben den Forschern der ausrichtenden Ilmenauer Fakultät für Informatik und Automatisierung sind renommierte wie junge Wissenschaftler aus USA, Argentinien, Peru, Vietnam, Japan, China, Polen, Weißrussland, Russland, Tschechien und der Ukraine vertreten.

