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Interdisziplinärer Workshop zu empirischer Forschung in sozialen Medien

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27.06.2016

Interdisziplinärer Workshop zu empirischer Forschung in sozialen Medien

Foto: Teilnehmer des Workshops zur Analyse von Twitter-Daten mit Dr. Barbara Saerbeck von der Freien Universität Berlin (re.)

Eine wissenschaftliche Analyse und Auswertung von Daten aus sozialen Netzwerken, z. B. zur Erforschung von Kommunikationsstrukturen, ist für verschiedene sozialwissenschaftliche Disziplinen von großem Interesse. In einem Workshop an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Medien stellte die Politikwissenschaftlerin Dr. Barbara Saerbeck von der FU Berlin am Beispiel eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts zur UN-Klimakonferenz in Lima 2014 Möglichkeiten zur Analyse und Interpretation von Daten des Nachrichtendienstes Twitter vor.

Der Workshop gab Einblicke in grundlegende Mechanismen zur Entstehung und Verbreitung von Nachrichten über den Kurzzeichendienst sowie in das Zusammenspiel zwischen Tweets und Themen, zwischen Autoren und „Followern“, zwischen der Weitergabe oder Kommentierung von Informationen und den daraus zu gewinnenden Daten, z. B. zu Netzwerkstrukturen der beteiligten Akteure. „Die Forschung dazu steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher stehen ganz grundsätzliche Fragen der Erfassbarkeit und der Datenanalyse im Vordergrund“, so Dr. Saerbeck. Angesichts der Entwicklung in den letzten fünf Jahren entwickele sich aktuell ein spannendes und dynamisches Forschungsfeld, mit vielfältigen interdisziplinären Anknüpfungspunkten zwischen den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Informatik, deren Kompetenz zur Bewältigung großer Datenmengen unabdingbar ist.

Entsprechend vielfältig waren die Interessen und auch fachlichen Hintergründe der Teilnehmer des Workshops. Zusammen mit der Expertin diskutierten sie mögliche Fragestellungen für eine empirische Forschung auf Basis von Twitter-Daten, theoretische und konzeptionelle Zugänge, methodische Stärken und Schwächen sowie bisherige Forschungsarbeiten und Ansatzpunkte für eine Integration des Themas in die Lehre. Zudem tauschten sie Literaturempfehlungen und Angaben zu Kontaktpersonen aus, die in diesem Bereich forschen bzw. Wissenschaftler bei der Datengewinnung unterstützen.

„Der Workshop sollte idealweise Initialzündung für die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Medien sein, sich zukünftig mit ihren Kompetenzen in diesem Thema und in der zugehörigen Community einzubringen“, so der Dekan der Fakultät, Prof. Jens Wolling. Das Profil der Fakultät biete interessante Anknüpfungspunkte sowohl hinsichtlich der Forschungsthemen als auch des notwendigen interdisziplinären Zugangs zur Datengewinnung und -analyse bis hin zu medienrechtlichen Aspekten.

Dr. Saerbeck leitet selbst ein Forschungsprojekt in einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschergruppe zum Einfluss internationaler Sekretariate auf Themen einer internationalen Umweltpolitik. Die Analyse von Twitter-Daten ergänzt als neue Forschungsmethode parallel durchgeführte Primärerhebungen mit Interviews und Online-Fragebogen.. Ihre Forschungsinteressen umfassen außerdem die Evaluierung politischer Maßnahmen im nationalen und europäischen Umwelt- und Energiesektor sowie Methoden der empirischen Sozialforschung, insbesondere die soziale Netzwerkanalyse.