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20.11.2020

Wettbewerb XXIII. Innovationspreis Thüringen 2020: Zwei Projekte der TU Ilmenau dabei

© STIFT

Am Mittwoch, 25. November 2020, 17 Uhr, wird in Weimar der "XXIII. Innovationspreis Thüringen 2020" verliehen - aufgrund der aktuellen Situation mit einem Minimum an Akteuren vor Ort. Beim diesjährigen Innovationspreis-Wettbewerb wurden insgesamt 85 Bewerbungen eingereicht, von denen es die 20 besten Bewerbungen in die sogenannten „Longlist" geschafft haben - darunter das Fachgebiet Audiovisuelle Technik am Institut für Medientechnik mit dem Beitrag „Messung und Analyse des Qualitätserlebens von Videostreaming". Die Bekanntgabe und feierliche Würdigung der Preisträger wird per Live-Stream im Internet übertragen.

Mit dem Innovationspreis Thüringen werden jährlich herausragende Innovationen aus Thüringen gewürdigt. Der Wettbewerb wird gemeinsam vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wirtschaft und Digitale Gesellschaft, der STIFT, dem TÜV Thüringen e.V. sowie der Ernst-Abbe-Stiftung ausgelobt. Der Innovationspreis Thüringen ist mit insgesamt 100.000 € dotiert und bildet damit einen der höchstdotierten Landesinnovationspreise Deutschlands.

Unter allen Wettbewerbsteilnehmern wird außerdem der "KPMG-Publikumspreis 2020" vergeben. Zu den Kandidaten zählt zusätzlich zum Projekt des Fachgebiets Audiovisuelle Technik auch ein Projekt aus dem Fachgebiet Technische Thermodynamik, das sich im Themenjahr Energie der TU Ilmenau mit der Entwicklung einer Vakuum-Isolations-Paneele zur effizienten Langzeitwärmedämmung von Hochleistungswärmespeichern befasst.

Auch in diesem  Jahr werden darüber hinaus vor der Preisverleihungsveranstaltung zwei (digitale) Begleitveranstaltungen angeboten. Die Informationsveranstaltung „Ausblick HORIZON EUROPE“ stellt das neue EU-Förderprogramm ab 2021 vor. Die „InnoMatch“ bietet einen virtuellen Raum um sich interdisziplinär zu vernetzen.

Nähere Informationen zur Verleihung und den  Begleitveranstaltungen unter https://www.innovationspreis-thueringen.de/verleihung.html

Einladung zur Preisverleihung XXIII. Innovationspreis Thüringen

Über die Projekte der TU Ilmenau:  

Messung und Analyse des Qualitätserlebens von Videostreaming
Institut für Medientechnik, Prof. Alexander Raake

Videostreaming über das Internet wird laut Studien von Cisco in 2020 ca. 80% des internationalen Internetverkehrs ausmachen, gesteigert von 70% in 2015. Dabei ist eine Schätzung der Qualität, wie sie Nutzer vor ihren Geräten wahrnehmen, für alle Arten von internetbasiertem Video von Bedeutung, wie z.B. Video on Demand, Live-Streaming oder auch Web-Konferenzen. Videostreaming wird dabei von Anbietern (z.B. ARD, ZDF & privaten Fernsehsendern, Netflix, YouTube, Joyn, Amazon, etc.) überwiegend mit netzadaptiven Verfahren realisiert, wie zum Beispiel DASH (Dynamic Adaptive Streaming via HTTP). Die vom Fachgebiet Audiovisuelle Technik (FG AVT) der TU Ilmenau in Kooperation mit der Deutschen Telekom entwickelten neuartigen Modelle erlauben es, das Kundenerlebnis bei der Benutzung von Streamingdiensten anhand von technischen Bitstrom- und Metadaten zu schätzen. Damit liegt ein vielseitig einsetzbares Messinstrument zur automatisierten Performanzanalyse, Qualitätssicherung und Optimierung von adaptivem Streaming und der eingesetzten Netze vor. Die vom FG AVT entwickelten Modelle sind in zwei Wettbewerben der International Telecommunication Union (ITU) entstanden. Die Modelle haben in mehreren Wettbewerbsdisziplinen gewonnen und sind jetzt im Rahmen der weltweiten Normen ITU-T Rec. P.1203 und P.1204.3 standardisiert.

Im Bild: Prof. Alexander Raake (rechts), Rakesh Rao Ramachandra Rao und Steve Göring im Medienlabor der TU Ilmenau.

Vakuum-Isolations-Paneele zur effizienten Langzeitwärmedämmung von Hochleistungswärmespeichern
Fachgebiet Technische Thermodynamik, Prof. Christian Cierpka
Beim Umstieg von nuklearen und fossilen Energieträgern zu einer regenerativen Energieversorgung bilden Energiespeicher die Schlüsseltechnologie für die Netzstabilität. Neben elektrischer Energie ist besonders die thermische Energie wichtig. In Wärmespeichern kann die Energie zur direkten Nutzung als Prozesswärme bzw. Heizwärme oder für die Umwandlung in elektrische Energie gespeichert werden. Als ungiftiger, umweltverträglicher und gut verfügbarer Rohstoff ist Wasser ein weit verbreitetes Speichermedium für niedrige bis mittlere Temperaturbereiche. Mit der Entwicklung einer flexibel einsetzbaren Hochleistungswärmedämmung aus Vakuum-Isolations-Paneelen (VIP) für Temperaturen bis 140°C werden die Wärmeverluste solcher Speicher bei gleicher Isolationsdicke auf ein Zehntel reduziert und damit die Speicherdauer erhöht. Gleichzeitig wird die speicherbare Energiemenge bei gleicher Baugröße durch die höhere Temperatur verdoppelt. Die Isolierung aus einzelnen VIPs ist durch ihre Skalierbarkeit an nahezu jeder Speichergröße und an bestehenden Anlagen montierbar. Sie kann sowohl an Wärmespeichern in Einfamilienhäusern als auch an großtechnischen Pufferspeichern für erneuerbare Energien verwendet werden. Durch die Verwendung von VIPs anstatt konventioneller Isolierung wurde eine Erhöhung der Effizienzklasse von D auf A nachgewiesen. Der Gesamtwirkungsgrad eines Speicherzyklus (Laden-Speichern-Entladen) erhöht sich deutlich und trägt damit erheblich zur Reduktion von Treibhausgasen bei.