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Universitätsarchiv Ilmenau


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Dr. Anja Kürbis

Leiterin des Universitätsarchivs

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INHALTE

I. Das Hochschularchiv Ilmenau von 1954 bis 1976

 

Die jüngste Quelle für die Existenz eines Hochschularchivs an der Hochschule für Elektrotechnik ist das Vorlesungsverzeichnis für das Frühjahrssemester 1954. Als eigenständige Struktureinheit im Bereich des Rektors unterstand es in Personalunion der Leitung des Direktors der Universitätsbibliothek, Wilhelm Weidner. Untergebracht war das Archiv vermutlich in den Arbeitsräumen Weidners in der Straße der Jungen Techniker 26.

Archivarbeit fand naturgemäß in den ersten Jahren nicht statt. Das Universitätsarchiv war zu dieser Zeit kein Endarchiv, sondern hatte ausschließlich die Funktion eines Verwaltungsarchivs. 1955 jedoch erhielt das Archiv einen ersten großen Zuwachs, als im Zuge der Auflösung der Fachschule für Elektrotechnik und Maschinenbau Unterlagen aus den Bereichen Prüfungs- und Personalwesen, darunter sowohl die Matrikelbücher des Technikums als auch der Fachschule an das Hochschularchiv übergeben wurden.

1956 ging die Leitung des Archivs auf den Juristen Dr. Gottfried Kretzschmar über, der durch den einstigen Berufsschullehrers Heinrich Nowotny unterstützt wurde. Nun erhielt das Archiv zwei Räume: Einen kleinen Raum auf dem Boden des Rektoratsgebäudes (Straße der Jungen Techniker 21) und einen großen Raum auf dem Boden des Neuen Technikums, dem späteren Faradaybau. Nowotny eignete sich in Lehrgängen archivisches Grundwissen an und führte eine erste innere Ordnung der Bestände basierend auf dem dem Provenienzprinzip ein.

Den in den sechziger Jahren verstärkten Bemühungen zur Schaffung einer einheitlichen Archivorganisation in der DDR entsprach die „Rahmenarchivordnung für die wissenschaftlichen Institutionen im Bereich des Staatssekretariats für das Hoch- und Fachschulwesen“ vom 01. Oktober 1964. Sie beschrieb die Funktionen der Archive als Verwaltungs- und Endarchive und verfügte, dass die Archivleitung jeweils von einem Diplom- oder einem staatlich geprüften Archivar auszuüben sei. Bereits ein Jahr später erschien die „Verordnung über das staatliche Archivwesen der DDR“ mitsamt der ersten Durchführungsbestimmung vom 25. Juni 1965. Diese beschrieb die Aufgaben der Verwaltungsarchive wissenschaftlicher Einrichtungen mit der Erfassung und Übernahme, der Wertermittlung und Kassation, der Erschließung, der Bereitstellung für die Nutzung und der Anleitung und Kontrolle der aktenführenden Stellen im Hinblick auf die Schriftgutverwaltung.

Die Messlatte war für das Archiv der Ilmenauer Hochschule, seit 1962 Technische Hochschule Ilmenau, sehr hoch angelegt. Dennoch fanden erneut keine archivischen Fachkräfte den Weg in das Archiv. 1963 übernahm Gerhard Elchlep, zuvor tätig u.a. in der Hochschulbibliothek, die Leitung des Archivs, welches nun auch als selbständige Struktureinheit im Rektorat angesiedelt war. Auch Elchlep besuchte entsprechende Lehrgänge. Er entrümpelte das Archiv, führte Ablieferungslisten ein und begann mit der Materialsammlung zur Hochschulgeschichte. Elchlep verließ das Archiv im Jahr 1968.

Eva Werner übernahm als Halbtagskraft das Archiv. Bis zum Ende ihrer Tätigkeit 1972 wurde eine „Ordnung für die Schriftgutverwaltung“ für die Hochschule erlassen und erste Abgaben an das Staatsarchiv Meiningen als zuständigem Endarchiv durchgeführt. Die 1973 verfügte Archivordnung legte die Zuständigkeit und Aufgaben des Hochschularchivs fest.

Ab 1972 waren zwei Sachbearbeiterinnen ohne Archivausbildung im Archiv tätig und beklagten, wie ihre Vorgänger zuvor, die Arbeitsverhältnisse im Archiv selbst als auch die Praxis der Aktenführung in den einzelnen Struktureinheiten. Die Kernprobleme jedoch waren die räumliche und personelle Ausstattung des Archivs. So konstatierte Hellmann 1973: „Das Niveau des Archivs der TH Ilmenau ist weit unter dem anderer Hochschulen.“ [1] Leider entschied sich Inge Hellmann, die eine Fernausbildung zum Archivassistenten absolvierte, kurz nach ihrem Abschluss für eine andere Tätigkeit. Seit 1974 wurde das Hochschularchiv allein durch die Hilfssachbearbeiterin Gabriele Rechenbach betreut.

 

[1] Schreiben Hellmanns an den 1. Prorektor Weber vom 04.07.1973, in: UAI, Nr. 13305.