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Prof. Dr. Jens Haueisen

Institutsleiter

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INHALTE

Studiengang "Biomedizinische Technik"

BMT-Ausbildung und BMT-Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich

Biomedizinische Technik / Biomedical Engineering ist international als eigenständiges interdisziplinäres universitäres Studienfach fest etabliert. Als typisch für die Entwicklung in den hochentwickelten Industriestaaten kann die Situation in den USA betrachtet werden: an etwa 100 Universitäten gibt es durchgängige Studienprogramme „Biomedical Engineering“ (undergraduate, graduate, doctoral programmes). Gewin stellt dazu in einem Beitrag in Nature fest:

„The total number of undergraduate BME programmes has doubled in the past five years.”

Ursache für diese progressive Entwicklung ist der seit vielen Jahren boomende Arbeitsmarkt für Biomedical Engineering-Absolventen:

“Job prospects are bright in biomedical engineering (BME), which combines engineering design skills with biological expertise [...]. According to the US Department of Labour, the number of BME jobs in the United States is expected to increase by 31.4% during the next seven years, more than double the average predicted rate in other fields.”

Diese Aussage ist ohne Einschränkungen übertragbar auf die zu erwartende Entwicklung in anderen Industriestaaten – z. B. in Europa:

“Job opportunities in industry will remain good [...].In the coming years we will need a gradually increasing number of biomedical engineers.” - Arjen Schat, European recruitment manager, Philips Medical Systems, Eindhoven

Insbesondere gilt dies für Deutschland mit seiner leistungsfähigen medizintechnischen Industrie und einer ähnlich hochentwickelten medizinischen Forschung und klinischen Infrastruktur. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass auf dem Gebiet der Biomedizinischen Technik ein überdurchschnittlich hoher Anteil forschungsorientierter (Universitäts-)Absolventen benötigt wird – u. a. aufgrund des für medizintechnische Produkt- und Systementwicklungen überproportional hohen Aufwandes an methodischer Vorlauf- und Applikationsforschung, die entscheidend von BMT-Ingenieuren getragen wird.

Studienangebot Biomedizinische Technik an der TU Ilmenau

Die TU Ilmenau hat in der BMT-Ausbildung eine 50-jährige erfolgreiche Tradition. Das Ilmenauer Konzept einer methodisch fundierten, integrativen BMT-Ausbildung hat bereits vor der Wiedervereinigung Deutschlands eine beachtliche internationale Ausstrahlung erzielt. Heute hat das Ilmenauer Institut mit seinen Studienangeboten und seiner wissenschaftlichen Kompetenz deutschlandweit eine hohe Akzeptanz erreicht.

Das Ziel des Bachelor- und Master-Studiums „Biomedizinische Technik“ ist die Ausbildung von Absolventen, die mit ihrer fundierten ingenieurwissenschaftlichen Basis, ihrer hervorragenden methodischen Kompetenz, ihrem ausgeprägten Verständnis für aktuelle medizinische Fragestellungen und mit ihren praxisnahen medizintechnischen Kenntnissen erfolgreich in ihrem attraktiven interdisziplinären Berufsfeld als Partner des Arztes in der medizinischen Forschung und klinischen Praxis, in der medizintechnischen Forschung und Entwicklung, in der Applikation und in vielfältigen weiteren Aufgaben in der medizintechnischen Industrie wirksam werden.

Charakteristisch für das Ilmenauer BMT-Studienangebot sind folgende Merkmale:

  • Das universitäre BMT-Studium baut auf fundierten naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen auf.
  • Das Studium fördert eine intensive Forschungsorientierung.
  • Es ist zugleich stark praxisorientiert.

Bachelor-Studiengang „Biomedizinische Technik“

Die Regelstudienzeit im Bachelor-Studiengang „Biomedizinische Technik“ beträgt 7 Semester (einschließlich Praxissemester und Bachelor-Abschlussprojekt).

Studienplan

Ausführliche Informationen zum Studienplan, zu den Studiendokumenten und zu den Inhalten sind auf den entsprechenden Webseiten der Fakultät für Informatik und Automatisierung zu finden.

Teilstudium im Ausland

In einer Zeit der zunehmenden Globalisierung von Wirtschaft und Wissenschaft ist der Erwerb von Auslandserfahrung, die Erweiterung des fachlichen und kulturellen Horizonts, aber auch die Festigung der eigenen Sprachkompetenz ein karrierefördernder Aspekt eines effektiven Studiums.

Stabile Beziehungen zu Partnerinstituten an Universitäten in Europa und den USA ermöglichen eine Vermittlung zu Teilstudienabschnitten (auch zum Fachpraktikum, s. o.) entsprechend den individuellen Voraussetzungen und Wünschen der Studierenden. Als Partnereinrichtungen stehen u. a. zur Verfügung:

  • Schweden: University of Linkoeping, Dept. of Biomedical Engineering
  • Dänemark: University of Aarhus, Center of Biomedical Engineering 
  • Norwegen: Nordic NeuroLab SA, Bergen 
  • Polen: Technical University of Gdansk, Dept. of Medical and Biological Engineering 
  • Großbritannien: University of Aberdeen, Dept. of Bio-Medical Physics and Bioengineering 
  • Großbritannien: Walsgrave Hospital Coventry, Dept. of Cllinical Physics and Bioengineering 
  • Niederlande: University of Twente, Dept. of Biomedical Technology 
  • Griechenland: University of Patras, Dept. of Computer Science and Dept. of Medical Physics 
  • USA: University of California at Irvine, Dept. of Radiological Sciences

Förderchancen für Teilstudien im europäischen Ausland bieten die EU-Mobilitätsprogramme SOCRATES und LEONARDO.

Master-Studiengang „Biomedizinische Technik“

Mit einem konsekutiven 3-semestrigen Master-Studium an der TU Ilmenau kann ab Sommersemester 2009 eine vertiefende universitäre Qualifikation erreicht werden, die für anspruchsvolle Aufgaben u. a. in medizinischer bzw. medizintechnischer Forschung und Entwicklung, in der Applikation und im technischen Management befähigt.

Informationen über den Master-Studiengang sind auf den entsprechenden Webseiten der Fakultät für Informatik und Automatisierung zu finden.

Berufsfelder und Einsatzgebiete

Die beruflichen Perspektiven für BMT-Absolventen werden mittel- und langfristig als hervorragend eingeschätzt. Aktuelle Haupttätigkeitsfelder für Absolventen des Bachelor- bzw. Masterstudiengangs „Biomedizinische Technik“ sind: 

Medizintechnische Industrie: 

  • Entwicklung von Verfahren, Geräten und medizintechnischen Systemen
  • Prüfung, Erprobung und Beurteilung von Verfahren und Geräten 
  • Qualitätsmanagement für Produkte und Applikation, Kooperation mit der medizinischen Forschung, Beratung und Schulung, Marketing und Vertrieb

Kliniken: 

  • Planung und Beschaffung von medizintechnischen Geräten und Anlagen 
  • betriebswirtschaftlich geprägtes Technik-Management 
  • Sicherheitsingenieur für Medizintechnik 
  • Qualitätsmanagement/ -sicherung 
  • Mitwirkung beim Einsatz medizintechnischer Anlagen und Systeme 
  • Bestrahlungsplanung, Strahlenschutzverantwortlicher

Medizinische und biologische Forschung: 

  • Grundlagenforschung (Versuchsplanung, Datenanalyse, Entwurf und Realisierung von Experimentalsystemen)
  • Klinische Forschung (Entwicklung neuer Verfahren und Geräte für Diagnostik, Therapie und Rehabilitation) 

Behörden, Sachverständigen-Organisationen: 

  • hoheitliche Aufgaben nach EU-Medizinprodukterichtlinie bzw. nach Medizinproduktegesetz (MPG), 
  •  Akkreditierung, Zertifizierung