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INHALTE

Regelungen zu Sucht am Arbeitsplatz

Vorbeugen ist besser als Heilen

Die Prävention hat einen hohen Stellenwert im Gesundheitsmanagement der TU. Schwerpunkte sind Information/Aufklärung und Beratung/Hilfe in konkreten Fällen. Verhaltensorientierte Maßnahmen sind dabei von den verhältnisorientierten Maßnahmen (konkrete Arbeitsbedingungen) nicht zu trennen, wie sie in der Grafik aufgezeigt werden: (Quelle Grafik: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V,  DHS.)

 Beschreibung: http://www.sucht-am-arbeitsplatz.de/typo3temp/pics/d01405e650.png

 

Für Mitarbeiter gilt:

Nach der Unfallverhütungsvorschrift (Grundsätze der Prävention, § 15 Abs. 2 und 3, BGV A1) dürfen sich Versicherte nicht durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können. Dies gilt auch für die Einnahme von Medikamenten.

Wer unter Alkohol- bzw. Medikamenteneinfluss arbeitet:

- kann bei einem Unfall den Anspruch auf Lohn- und Gehaltsfortzahlung verlieren,

- kann bei Personen- und Sachschäden haftbar gemacht werden.

 

Neben diesen finanziellen Nachteilen drohen den Mitarbeitern zusätzlich Geld- oder Freiheitsstrafen, etwa eine Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer, Körperverletzung etc. Beschäftigte können strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie alkoholisierte Kollegen in Notsituationen sich selbst überlassen (sie z.B. nach Alkoholgenuss nicht am Autofahren hindern).

 

Fürsorgepflicht des Vorgesetzten:

Vorgesetzte sind aufgrund ihrer allgemeinen Fürsorgepflicht und der einschlägigen arbeitsschutz- und sozialrechtlichen Regelungen für die Einhaltung der Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz zuständig.

Sie können:

- haftbar gemacht werden können, wenn sie Arbeiten unter Alkoholeinfluss zulassen,

- die Aufgabe einer pflichtgemäßen Überwachung der an betrieblichen Einrichtungen tätigen Mitarbeiter haben,

- eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern haben,

- für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter verantwortlich sind,

- die juristische Verantwortung bei Unfällen haben, die durch Alkoholeinfluss entstehen.

Vorgesetzte müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter, die unter Alkohol- bzw. Medikamenteneinfluss stehen, nicht arbeiten und nicht an ihrem Arbeitsplatz verbleiben, das heißt, sie müssen sofort einschreiten, wenn sie das Arbeiten unter Alkohol- bzw. Medikamenteneinfluss bemerken.

 

Zusätzlich sind sie für die Sicherheit der betroffenen Mitarbeiter verantwortlich, müssen also geeignete Aufsichtsmaßnahmen ergreifen. Es reicht somit nicht, alkoholisierte bzw. unter Medikamenteneinfluss stehende Beschäftigte vom Betriebsgelände zu entfernen und sie z.B. nach Hause zu schicken.  Vorgesetzte müssen sie gegebenenfalls selbst begleiten oder durch Beauftragte nach Hause begleiten lassen.

 

Feststellung einer Alkoholisierung: 

Ein erkennbar Betrunkener ist von der Benutzung seines Fahrzeuges (auch Fahrrad) abzuhalten. Dies gilt nicht nur, wenn die Trunkenheit während der Arbeitszeit auffällt, sondern auch nach Feierabend.

Entstandene Kosten (Telefon, Taxi, Begleitperson usw.) hat der Angetrunkene zu erstatten.

Atemmessgeräte oder Blutprobe (Arzt) kommen nur mit Einverständnis des Betroffenen in Betracht. Meist kann die Feststellung nur anhand von Indizien (Zeugen herbeiziehen) erfolgen. Der Vorgesetzte muss allein aufgrund seiner Beobachtungen und Erfahrungen entscheiden, ob der Beschäftigte noch in der Lage ist, die ihm obliegenden Tätigkeiten auszuführen.

Nach der Entfernung vom Arbeitsplatz dürfen die Betroffenen nicht sich selbst überlassen werden. Je nach Grad des Rauschzustandes müssen die Verantwortlichen dafür Sorge tragen, dass ärztliche Behandlung, beaufsichtigte Unterbringung im Betrieb oder gesicherter Nachhauseweg erfolgt. Der Betroffenen hat eventuelle Kosten gegenüber dem Arbeitgeber auch für die Begleitperson zu tragen.

 

Die Literatur und die Sichtweisen zu diesem Thema sind sehr vielfältig, umfangreich und hier nicht abschließend aufgeführt.

Der Arbeitgeber hat u.a. auch in Bezug auf die Suchtproblematik die Pflicht zur Fürsorge für Leben und Gesundheit der Beschäftigten.