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INHALTE

Abgeschlossene Projekte

Die Krisenkommunikation deutscher Jugendämter

Die Internationale Forschungsgruppe Krisenkommunikation hat von 2013 bis 2015 ein Projekt zur Analyse und Verbesserung der Krisenkommunikation deutscher Jugendämter durchgeführt (Leitung: Dr. Andreas Schwarz). Aktuell wird dazu eine Monografie erstellt. Das Projekt hatte zum Ziel die Mitarbeiter/innen in Jugendämtern und die Kommunikationsverantwortlichen der Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Kompetenz im kommunikativen Umgang mit Krisen zu verbessern. Das Projekt wurde vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH), getragen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. 

In der ersten Phase des Projekts wurden zwei wissenschaftliche Studien zur umfassenden Analyse der öffentlichen und internen Kommunikation von Jugendämtern im Kontext von Krisen durchgeführt. Aufbauend auf diesen Analysen entwickelte die Internationale Forschungsgruppe Krisenkommunikation der Technische Universität Ilmenau eine Arbeitshilfe für Jugendämter und Kommunen zur besseren Krisenbewältigung (Schwarz, Schleicher, Srugies, & Rothenberger, 2016). Aus wissenschaftlicher Perspektive standen Erfassung und Vergleich der internen und externen Wahrnehmung von Jugendämtern in Krisenkontexten sowie die fundierte Beurteilung der aktuellen Praxis des Krisenkommunikationsmanagements der Jugendämter und Kommunen im Vordergrund. Im Detail sollten dabei die Bedürfnisse und Belastungen von Jugendamtsmitarbeiter/innen im Krisenkontext untersucht und systematisiert werden. Darüber hinaus war es Ziel den Ist-Zustand der Krisenkommunikation von Jugendämtern im Hinblick auf die Prävention, die Vorbereitung, die Bewältigung und die Nachbereitung von Krisen zu analysieren. Neben diesem organisationsinternen Zugriff schloss das Projekt eine aktuelle und fallübergreifende Analyse der öffentlichen Darstellung von Jugendämtern und ihres Umgangs mit kritischen Situationen in den Medien ein. Damit sollte die öffentliche medial vermittelte Wahrnehmung dieser öffentlichen Einrichtungen im Kontext von Krisen- und Routinezeiten mit wissenschaftlichen Methoden erfasst und mit der organisationsinternen Perspektive verglichen werden.

Ansprechpartner: Dr. Andreas Schwarz

 

DFG-Projekt: Militärische „Media Relations“. Die Beziehungen von Bundeswehr und US-Streitkräften zu den Medien: Vergleichende Analyse des militärischen Kommunikationsmanagements seit 1990

Bei dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsvorhaben handelt es sich um zwei Teilprojekte, die in einen größeren Forschungsverbund zum Thema „Militär und Medien im 20. Jahrhundert“ integriert sind. Beide Unterprojekte konzentrieren sich – wie die anderen Teilprojekte des Gesamtvorhabens – auf die Analyse der militärischen Seite der Beziehungen von Militär und Medien. Untersuchungsgegenstände sind demnach die Bundeswehr und die US-Streitkräfte sowie die für die jeweiligen militärischen Organisationen unmittelbar verantwortlichen politischen Leitungsorganisationen (BMVg, Pentagon) in ihren Beziehungen zu den Medien.
Als vergleichende Längsschnittanalyse konzipiert, werden die beiden Teilprojekte die Frage beantworten, wie und aus welchen Gründen sich die Medienbeziehungen der Bundeswehr im Vergleich zu den US-Streit­kräften von 1990 bis zur Gegenwart verändert haben. Dabei werden die Aufgaben, Leistungen und Strukturen der Militär-Medien-Beziehungen ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Beziehungen der militärischen zu den sicherheitspolitischen Media Relations. Um das bisher in der Kommunikationswissenschaft vernachlässigte Feld der medienbezogenen Organisationskommunikation des Militärs systematisch erschließen zu können, wird ein Mehrmethoden-Design aus Dokumentenanalysen und Leitfadeninterviews eingesetzt. Mit Hilfe der Ergebnisse wird ein Beitrag zur Etablierung einer Theorie der Politik-Militär-Medien-Interrelationen geleistet.
Das Forschungsteam an der TU Ilmenau wird geleitet von Professor Martin Löffelholz. Die Projektgruppe besteht aus den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Kathrin Schleicher und Claudia Auer.

Ansprechpartner:Claudia Auer and Kathrin Schleicher

 

Forschungsprojekt: Relevanz von Mobilkommunikation und Internet bei innerstaatlichen Krisen – am Beispiel der Post-Election-Crisis in Kenia

Handys, Twitter, flickr, Blogs und Onlinekampagnen über Social Onlinecommunities: Gerade in der Krise und bei eingeschränktem Zugang zu Informationsquellen haben sich Mobilkommunikation und die Funktionalitäten des Web 2.0 als deutlich relevant, nicht nur für die interpersonale, sondern auch für die öffentliche Kommunikation gezeigt.
Nach den Präsidentschaftswahlen in Kenia Ende Dezember 2007 und den anschließenden 2-monatigen Unruhen, ist die Bevölkerung mit einer bis dato unbekannten Flut von Hass- und Einschüchterungs-SMS überzogen worden, die letztlich die Regierung und Mobilfunkbetreiber dazu veranlasst haben, ebenfalls per SMS Strafandrohungen oder deeskalierende Mitteilungen zu verschicken. Zudem entstanden – nicht zuletzt wegen eines Liveberichterstattungsbanns durch die Regierung – innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Blogs, Foren und Onlinekampagnen wie zum Beispiel die Plattform Usahidi, die neben der Diaspora auch einheimische Medien mobilisierten und als Referenzmedien auch die Berichterstattung, vor allem im Radio, mitprägten.
In einer explorativen Studie hat sich Matthias Duchscherer mit der Relevanz von Mobilkommunikation und Internet bei innerstaatlichen Krisen am Beispiel der Post-Election-Crisis in Kenia beschäftigt. Methodische Basis der Studie bildete die teilnehmende Beobachtung und qualitative Tiefeninterviews u.a. mit Bloggern, Journalisten, Kenner der politischen Szene und Empfängern von Hass-SMS.

Ergebnisse der Studie stellte Matthias Duchscherer im Mai auf dem Deutsch-Ostafrikanischen Mediendialog in Nairobi vor. Die Konferenz veranstaltete das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), an der Journalisten und Wissenschaftler aus Deutschland und Ostafrika teilnahmen.

Ansprechpartner: Matthias Duchscherer

 

Dissertationsprojekt: "Public Relations und Krisen - Ein kovariationsbasierter Ansatz der Kausal- und Verantwortungsattributionen von Anspruchsgruppen unter Krisenbedingungen"

Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Frage, wie und unter welchen Bedingungen Anspruchsgruppen von Organisationen Ursachen- und Verantwortungszuschreibungen für Krisenereignisse vornehmen. Auf Basis sozialpsychologischer Ansätze (Attributionstheorie) wird der Einfluss verschiedener Informationsdimensionen auf Attributionen und die Reputation von Organisationen im Krisenkontext experimentell überprüft. Daraus ergeben sich neben wissenschaftlicher Erkenntis zur Reputationsbildung auch anwendungsbezogene Strategieoptionen für Unternehmen und andere Organisationen.

Ansprechpartner: Andreas Schwarz

 

Dissertationsprojekt: "Strukturen und Funktionen von Medien der internen Organisationskommunikation. Entstehung und Nutzung von Medienangeboten einer Großorganisation am Beispiel der Bundeswehr"

Das Projekt will die strukturelle und handlungsprogrammatische Dimension des Entstehungsprozesses von Medienangeboten der internen Organisationskommunikation der Bundeswehr und des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) untersuchen und zum anderen die Dimension der Nutzung dieser Medienangebote betrachten. Dabei sollen die Funktionen und tatsächlichen Leistungen der Bundeswehrmedien für die Gesamtorganisation und ihre Teilbereiche ermittelt werden. Daraus ergeben sich zwei Zielsetzungen:

    • Transfer des Modells der integrierten Unternehmenskommunikation auf eine öffentliche Großorganisation und die Weiterentwicklung der integrierten Organisationskommunikation im Rahmen einer crossmedialen Kommunikationsstrategie am Beispiel der Bundeswehr und ihrer internen Kommunikation. Im Fokus stehen die Leistungen der Medien der internen Organisationskommunikation, die sie für die Gesamtorganisation sowie für einzelne Teilbereiche der Bundeswehr und des Geschäftsbereichs des BMVg erbringen.
    • (Weiter-)Entwicklung einer strategischen nutzersichtorientierten Evaluation von organisationseigenen Medien(angeboten) auf Basis theoretischer Ansätze der motivationalen Mediennutzungsforschung. Das entwickelte Evaluationsinstrument soll in einem standardisierten Mess- und Bewertungssystem münden, mit dem unabhängig von der Organisation die Leistungen der (internen) Medien der Organisationskommunikation gebenchmarkt werden können.

Ansprechpartner: Matthias Duchscherer

 

Sicherheitspolitische Kommunikation in Deutschland

In einem Studienprojekt untersuchen Studierende der Angewandten Medienwissenschaft der TU Ilmenau seit Oktober 2004 unter Leitung von Professor Martin Löffelholz die wichtigsten Akteure und Strukturen der sicherheitspolitischen Kommunikation in Deutschland. In der ersten Projektphase (Oktober 2004 bis März 2005) wurden zunächst die Organisationsziele sowie Merkmale der internen und externen Kommunikation ausgewählter Akteure des sicherheitspolitischen Netzwerks in Deutschland betrachtet. Zudem wurde der Blick auf die Ausprägung der bestehenden Kommunikationsbeziehungen zwischen den untersuchten Einrichtungen gerichtet.

In der zweiten Projektphase (April bis September 2005) wurden weitere sicherheitspolitisch relevante Institutionen in die empirische Analyse einbezogen. Zudem wurde konkreter analysiert, wie bestimmte sicherheitspolitische Themen in die Öffentlichkeit bzw. an die jeweiligen Zielgruppen der Organisation vermittelt werden. Als Themen von innen- und außenpolitischer Relevanz wurden ausgewählt: das Themenfeld ‚islamistischer Terrorismus' und das Themenfeld ‚Auslandseinsätze der Bundeswehr'.

In der bereits geplanten dritten Projektphase (Oktober 2005 bis März 2006) wird eine prototypische Evaluation der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Am Beispiel der Berichterstattung über die Auslandseinsätze der Bundeswehr werden ausgewählte Medien inhaltsanalytisch untersucht. Zwischenergebnisse der Studie werden im Januar 2006 in der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation vorgestellt (gemeinsam veranstaltetes Seminar).

Einen Zwischenbericht über die wichtigsten Ergebnisse der ersten Projektphase stellen wir Ihnen an dieser Stelle zur Verfügung.

 

Zwischenbericht "Strukturen sicherheitspolitischer Kommunikation in Deutschland" (Prof. Dr. Martin Löffelholz)

Ansprechpartner: Martin Löffelholz