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Prof. Dr. Edda Rädlein

Gleichstellungsbeauftragte

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INHALTE

Ausschreibung

Postdoc-Stipendien-Programm

zur Förderung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Frauen an der Universität zur Qualifizierung für eine Juniorprofessur, eine Tenure-Track-Professur oder Habilitation

Bewerbungszeitraum ist vom 21.12. bis 02.02.2021

Weitere Informationen unter TU Ilmenau Stipendium

Workshop für Gleichstellungsaktive der Thüringer Hochschulen

Im Rahmen der Fortbildungsreihe "Verstehen-Vermitteln-Verändern" bietet das Thüringer Kompetenznetzwerk Gleichstellung regelmäßige Veranstaltungen für Gleichstellungsaktive der Thüringer Hochschulen an.

Informationen zu den aktuellen Angeboten finden Sie hier

Offener Brief der Gleichstellungsbeauftragten im Ilm-Kreis

„Nein“ heißt „Nein“

Gewalt an Frauen ist nicht nur am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen Thema. Sie muss immer wieder in der Öffentlichkeit thematisiert werden. Das ist unsere Aufgabe. In Deutschland erfährt jede vierte Frau körperliche, psychische und/oder sexualisierte Gewalt durch einen Beziehungspartner.

Mit dem Netzwerk gegen Gewalt machen wir die tägliche Gewalt, die auch Frauen erleben, sichtbar und unterstützen sie, Hilfe anzunehmen und „Nein“ zu sagen. Das sollte unser aller Anliegen sein, denn niemand darf Opfer von Gewalt werden.

Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2020 machen wir unsere Arbeit konzentriert mit Aktionen, lauter Stimme und in vielen Gesprächen sichtbar. In diesem Jahr aber ist die Aktionswoche im Ilm-Kreis still. Kerzen an den Frauen- und Familienzentren, Fahnen, Ausstellungen und Pressemeldungen sprechen dieses Jahr für den Aktionstag und damit auch über die Opfer. Sie machen sichtbar, was oft hinter verschlossenen Türen passiert oder als „Beziehungsdrama“, „Ehrenmord“, „Ehestreit“ oder „Familientragödie“ bezeichnet wird.

Gewalt an Frauen muss als solche thematisiert werden. Sie darf nicht beschönigt, gerechtfertigt, in andere Zusammenhänge gestellt, als Tat aus Panik entschuldigt oder gar gutgeheißen werden. Denn das macht Opfer von Gewalt ein zweites Mal zu Opfern.

Das Freie Wort berichtete am 26. November 2020 über die Tatumstände der getöteten Rentnerin in Geraberg. Hier hat eine Frau sich gegen die Annäherungsversuche eines Mannes gewehrt und ihr lautes „Nein“ mit ihrem Leben gebüßt. Er tötete sie wegen eines verwehrten Kusses – aus Panik. Uns schockiert diese Nachricht zutiefst und auch unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten.

Noch mehr aber machen die Worte einer Anwohnerin in dem Bericht fassungslos. Es wird ein weiterer Mord an einer Frau in Geraberg, der in keinem Zusammenhang zum aktuellen Geschehen steht, benannt. Man habe die Tat damals verstanden, denn die Frau habe ihren Mann „tyrannisiert“. Ein Mord ist niemals – niemals – gerechtfertigt. Und es ist bitter, das sagen zu müssen. Wir kennen den Fall nicht genauer, aber auch hier hätte es Möglichkeiten gegeben, den Konflikt gewaltfrei zu lösen. Auch dieser Mord hat nicht sein müssen.

„Nein“ heißt „Nein“. Und Frauen müssen das sagen und sich schützen dürfen, ohne ihr Leben dafür zu gefährden. Unsere Befürchtung ist, dass eine solche Berichterstattung, wie sie im Freien Wort zu der Tat in Geraberg erschienen ist, wieder dazu führt, dass eine Frau sich nicht traut, sich zu wehren.

Wir setzen hier ein klares Zeichen: Wir sind für Frauen, die von Gewalt bedroht werden oder sie erfahren, da. Wir sprechen uns im Netzwerk gegen Gewalt jeglicher Form aus und arbeiten mit den Netzwerkpartner*innen daran, Hilfen und Ansprechpartner*innen sichtbar zu machen.

Machen auch Sie nicht nur Opfer als Opfer sichtbar, sondern helfen Sie mit, dass kein Mensch mehr Gewalt erleben muss.

 

HILFETELEFON - Gewalt gegen Frauen: 08000-116 016

 

Landrätin Petra Enders

Isabel Hennig, Gleichstellungsbeauftragte des Ilm-Kreises

Katrin Reif, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ilmenau

Martina Lang für die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Arnstadt

Prof. Dr. Edda Rädlein, Gleichstellungsbeauftragte der TU Ilmenau

Flaggenaktionen gegen Gewalt auf dem Campus, vor dem Rathaus und am Frauen-und Familienzentrum der Stadt Ilmenau

 

Die Corona-Pandemie hat zu deutlich steigenden Beratungsanfragen beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ geführt.  Deshalb haben wir, der Gleichstellungsrat der Universität und die Stadt Ilmenau gemeinsam mit dem Frauen-und Familienzentrum und dem Weißen Ring gerade jetzt ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt. Seit 2018 ist die Istanbul-Konvention des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Deutschland in Kraft. Sie schreibt in Artikel 22 fest, dass es für alle Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt spezialisierte Hilfsangebote geben muss, die gut erreichbar sind.

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt- (K)EIN THEMA an Hochschulen?

"Die Erhebung „Sexuelle Belästigung im Hochschulkontext-Schutzlücken und Empfehlungen“ (2015) der Antidiskriminierungsstelle des Bundes verweist auf den deutschen Länderbericht. Demnach sei jede zweite Studentin während der Zeit des Studiums sexuell belästigt worden. 3,3% seien sogar sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen. Ein Drittel der Angriffe seien aus dem Umfeld der Hochschule selbst gekommen. Zu den übergriffigen Personen zählen neben Lehrenden und anderen Hochschulangestellten auch Kommilitonen. Die Bundesfrauenkonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen (bukof) sieht für Studierende, Doktorand*innen, Habilitand*innen, und Auszubildende gravierende Probleme infolge von Abhängigkeitsverhältnissen und der Status-und Hierarchiegefälle. Die Angst, dass Beschwerden zu Nachteilen in der Betreuung und im gesamten Qualifizierungsverlauf führen würden, schwinge immer mit."
(Grundsatzpapier zu sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen(2018)

Das Thüringer Kompetenzzentrum für Gleichstellung (TKG) erarbeitet derzeit eine Handlungsempfehlung für den Schutz von Betroffenen und für Präventionsmaßnahmen an Thüringer Hochschulen

Autorin: Christine Spira