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INHALTE

Programm des Herbstsemesters 2019

Nachfolgend das aktuelle Programm des Herbstsemesters 2019. Änderungen im Programm des aktuellen Semesters sind möglich.
Die Veranstaltungen finden im Faraday-Hörsaal (Weimarer Straße 32, Zugang von der Prof. Schmidt-Straße) jeweils freitags um 15:00 Uhr statt (siehe Allgemeine Informationen - Lageplan der TU Ilmenau).


Freitag, 30. August 2019, 15:00 Uhr

Fallen uns zukünftig die Drohnen auf den Kopf?

Prof. Dr. Volker Zerbe
FH Erfurt

Die ersten Aufzeichnungen von unbemannten Flugdrohnen stammen vom 22. August 1849. Seither und insbesondere in den letzten Jahren hat sich die Technologie soweit entwickelt, dass eine breite Nutzung möglich wird. Ausgestattet mit feinster Sensorik werden sie zu idealen Forschungsgeräten. Mit der richtigen Aktorik können sie Objekte im Nanometerbereich manipulieren oder dank starker Mechanik auch tonnenschwere Objekte bewegen. Sie sind einsetzbar in lebensfeindlichen und unzugänglichen Orten und werden zum Objekt in unserem Alltag. Die Spannweite der Flugobjekte variiert von 15 m bis hin zur Insektengröße. In seinem Vortrag versucht Prof. Volker Zerbe seine Zuhörer auf eine Reise in die Drohnenwelt mitzunehmen. Gestreift werden dabei technische Voraussetzungen und rechtliche Rahmenbedingungen genauso wie die Technologie selbst, aktuelle Entwicklungen, konkrete Anwendungen und auch Visionen.


Freitag, 06. September 2019, 15:00 Uhr

Die Macht der Daten: Methoden, Anwendungen und Risiken von Big Data und KI

Prof. Dr. Kai-Uwe Sattler
TU Ilmenau

Daten werden heute gern als das Öl des 21. Jahrhunderts bezeichnet. So haben datengetriebene Methoden zu neuen Wissenschaftszweigen (e-Sciences, Data Science) geführt, während große Unternehmen wie Google oder Facebook ihr Geld nicht zuletzt durch die Auswertung der Daten ihrer Nutzer verdienen oder wie Uber und AirBnB mit ihren Geschäftsmodellen komplett auf Daten setzen.
Die Analyse von Daten bildet somit in vielen Anwendungsfeldern eine der zentralen Aufgaben: Intelligente Sensorik, Smartphones und Internet erleichtern die automatisierte Erfassung enorm großer Datenmengen („Big Data“), aus denen sich durch Data Mining Zusammenhänge und Muster ableiten oder durch maschinelles Lernen Wissen generieren lassen, was Anwendungen wie intelligente Sprachsteuerung, autonomes Fahren oder Industrie 4.0 erst möglich macht.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die zugrundeliegenden Methoden von Datenanalyse, Data Mining und maschinellem Lernen, und zeigt an konkreten Anwendungsbeispielen, was derartige Algorithmen heute wirklich schon leisten können.
Allerdings birgt die unkontrollierte Datensammlung auch Gefahren, etwa wenn Nutzerprofile erstellt oder Vorhersagen zu Kreditwürdigkeit, zukünftigen Straftaten u. ä. gemacht werden. Derartige Risiken von Big-Data-Techniken und dem blinden Vertrauen in künstliche Intelligenz werden im Vortrag ebenfalls thematisiert.


Freitag, 13. September 2019, 15:00 Uhr

Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße

Ltr. OA Ilhami Benli
Ilm-Kreis-Kliniken Arnstadt-Ilmenau

„Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße“. Dies postulierte Prof. Virchow (1821-1902), erster Professor für Pathologie an der Berliner Charité. Seine wertvolle Erkenntnis hat sich bis in die heutige Zeit als wahr erwiesen und wurde vielfach wissenschaftlich bestätigt.

Das Alter der Patienten spiegelt somit nicht den Gesundheitszustand der Patienten wieder. So gibt es „jüngere“ Patienten (50-60 Jahre), die aufgrund ihrer Gefäßleiden deutlich vorgealtert sind und mit 80-jährigen Patienten verglichen werden können. Die Lebenserwartung dieser Patienten ist entsprechend deutlich verkürzt, nicht selten treten Schlaganfälle und Herzinfarkte auf. Mit dem Bewusstsein für Gefäßkrankheiten entwickelten renommierte Gefäßchirurgen diverse chirurgische Gefäßoperationen, die auch heute noch Bestand haben.
Die Entwicklung ist bis heute nicht abgeschlossen, so finden sich zwar altbewährte Verfahren wie die Bypass-Operationen immer noch im Repertoire eines jeden Gefäßchirurgen, jedoch werden viele der Gefäßleiden heute in Katheter-Verfahren (endovascular) therapiert. Lassen Sie sich in einem interessanten Vortrag aktuelle diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bei diversen Gefäßleiden erläutern.


Freitag, 27.September 2019, 15:00 Uhr

Nachhaltiges Bauen mit Naturwerkstein am Beispiel Thüringer Innenstädte

Dr. Gunther Aselmeyer
Bauhaus-Universität Weimar

Naturwerksteine beherrschen das Bild vieler Städte. Sie waren nicht nur bevorzugte Baustoffe unserer Vorfahren, sondern sind auch wesentliche Bestandteile der modernen Architektur. Ästhetik, Werterhaltung und Solidität sind Aspekte, die jedem Bürger beim Betrachten einer steinernen Hausfassade in den Sinn kommen. Wie bei jeder Ressource stellt sich aber zugleich die Frage nach einem ökologisch, sozial und ökonomisch verträglichen Umgang.

Es werden im Vortrag traditionelle und moderne Bauund Dekorationsgesteine vorgestellt und verglichen. Dabei liegt der Fokus vor allem auf ihrer Eignung für bestimmte Anwendungen, der Verträglichkeit mit anderen Materialien und der Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen etc. Darüber hinaus werden auch ihre Herkunft und eine nachhaltige Beschaffung behandelt, bei der Umweltkriterien und Sozialstandards beachtet werden müssen.
Bestimmungsübungen mit Handstücken aus der Gesteinssammlung der Bauhaus-Universität Weimar runden die Veranstaltung ab.


Dienstag, 02. Oktober 2019,

Exkursion: Naturwerksteine entlang der Ilm

 

Wir folgen der Ilm von Ilmenau nach Bad Berka, wo wir einen historischen kleinen Steinbruch im Buntsandstein besichtigen werden. Die Verwendung der zwei Varietäten des Bad Berkaer Sandsteins wird an repräsentativen Gebäuden erläutert. Bei der Weiterfahrt passieren wir Muschelkalk-Felswände, aus denen der Bergerner Schaumkalk stammt. In Weimar angekommen, werden wir uns zunächst den Steinbruch anschauen, in dem Weimarer Travertin aus dem Quartär abgebaut wird und der für geologische und anthropologische Besonderheiten überregional bekannt ist. Zum Abschluss werden wir einen kleinen Rundgang durch Weimar machen, um die kennengelernten traditionellen Baugesteine an vielen Gebäuden wiederzufinden – in reizvollem Kontrast zu modernen Importgesteinen aus der ganzen Welt.

Weitere Einzelheiten und den genauen Ablauf entnehmen Sie bitte einem Flyer, den Sie ab dem 26. August 2019 als PDF unter der E-Mail-Adresse: seniorenakademie@tu-ilmenau.de anfordern oder bei den Veranstaltungen des Herbstsemesters erhalten können.
Dieser Flyer enthält auch die Anmeldeinformationen und das Anmeldeformular.

Fragen zur Exkursion können Sie entweder per E-Mail an o. g. E-Mail-Adresse oder telefonisch unter 03677 692744 stellen.

Hier finden Sie den Exkursionsführer zum Nachlesen als PDF.


11. Oktober 2019, 15:00 Uhr

Energiespeicher - Notwendige Technologie für den Ausbau regenerativer Energie

Prof. Dr. Christian Cierpka
TU Ilmenau

Der weltweite Energiebedarf nimmt ständig zu. Dieser Energiebedarf soll zunehmend aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden, um die Umweltbelastung zu verringern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu minimieren.
Für nicht kontinuierlich verfügbare regenerative Energieträger wie Sonnenlicht und Windkraft spielt die Energiespeicherung daher eine essentielle Rolle, um die Stabilität der Energieversorgung zu gewährleisten. Da es den idealen Speicher für alle Anwendungen nicht gibt, sondern jede Form der Energiespeicherung ihre Vorund Nachteile aufweist, werden im Vortrag unterschiedliche Speichertechnologien zur thermischen, chemischen, mechanischen und elektrochemischen Energiespeicherung beleuchtet. Dabei wird auf die physikalischen Grundlagen und die technische Umsetzung von Energiespeichern eingegangen, sowie deren Potential für zukünftige Anwendungen beleuchtet. Abschließend werden aktuelle Forschungsarbeiten zum Thema Energiespeicherung am Institut für Thermound Fluiddynamik der TU Ilmenau vorgestellt.


Foto:© RUB

Freitag, 18. Oktober 2019, 15:00 Uhr

Weniger ist manchmal mehr - Von der Mikro-Nano-Integration zur passiven Sensorik

Prof. Dr. Martin Hoffmann
Ruhr-Universität Bochum

Wer den Klassiker „Modern Times“ von Charly Chaplin kennt, in dem er mit den großen Maschinen kämpft, der erlebt Anfang des 21. Jahrhunderts das „Weniger ist mehr“: Nanostrukturen weisen oft ganz überraschende Eigenschaften auf. Mal sind sie für Wärmestrahlung besonders durchlässig, dann wieder undurchdringlich, emittieren dafür aber gut. Beides kann z.B. genutzt werden, um Stoffe oder Gase zu analysieren, aber auch um präzise und schnell die Körpertemperatur zu messen. Sehr wenig Material sorgt für diese besonderen Eigenschaften. Ein relativ junges Feld sind sogenannte 2D-Materialien, bei denen die Schichten nur aus wenigen Atomlagen bestehen. Dort wird z. B. das als Schmiermittel bekannte Molybdändisulfid zum Halbleiter. Auch hier ist weniger mehr: nur die dünnen Schichten erlauben Elektronik-Komponenten auf z. B. Folien.
Weniger kann aber auch weniger Energie bedeuten: Zur Speicherung von Extremwerten, Integralen oder Zählerständen benötigt man nicht zwingend elektrische Energie: Mikromechanik tut es auch, und zwar sehr zuverlässig und über lange Zeit. Auslesen geht dann doch elektrisch: mit einem kleinen Reader. Und auch Lebensmittel sind manchmal gute Sensoren ... vielleicht ersetzen sie bald das Mindesthaltbarkeitsdatum durch eine echte Information zum Zustand.
Begeben Sie sich auf eine Reise in das „Weniger ist mehr!“, das sich überall in unserem Leben schon heute wiederfindet.


Freitag, 25. Oktober 2019, 15:00 Uhr

Schmalkaldischer Bund - Der Beginn der Kirchenspaltung in Europa

Dr. Kai Lehmann
Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden

Der Schmalkaldische Bund war der politische Arm und der militärische Schutzpanzer der Reformation. Der Zusammenschluss von 50 neugläubigen Fürsten, Reichsund Hansestädten ließ die Reformation ihre ‘eigene Kindheit‘ überleben. Während der 17 Jahre seines Bestehens konnte die Reformation staatlich-territoriale Wurzeln schlagen. Ohne den Schmalkaldischen Bund wären Martin Luther und die Reformation vermutlich nur Fußnoten in der Geschichte geblieben. Aufgrund der immanenten Bedeutung dieses Bündnisses ist es äußert bedauerlich, dass dieser so wichtige Baustein der Reformation im ‘Lutherjahr‘ 2017 fast ein wenig untergegangen ist. Der Vortrag wird die Geschichte des Schmalkaldischen Bundes beleuchten: von seiner Gründung bis zu seinem Untergang nach der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg. Die Organisation wie die Finanzierung des Bundes werden ebenso thematisiert, wie Tagungsabläufe, das Essen und Trinken während der Tagungen oder die Reisen zu den Tagungen. Daneben werden auch innerbündische Intrigen, der Streit ums Geld und eine fast alles zerstörende Doppelehe eine Rolle spielen. Ebenfalls wird auf die Vorgeschichte des Bundes, die europäische Gemengelage und die Erweiterung der Schmalkalder Einung um Kurköln und Kurpfalz eingegangen, wie auch auf den Verlauf des Schmalkaldischen Krieges.


Freitag, 8. November 2019, 15:00 Uhr

„Worpswede, Worpswede. Du liegst mir immer im Sinn.“ Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler und das Künstlerdorf Worpswede

Uwe Ramlow, M. A.
Bauhaus Weiterbildungsakademie Weimar e. V.

Im Jahr 1889 ließen sich die ersten Maler in einem bis dahin kaum bekannten Moordorf am Rande Bremens nieder. Damit stellten sie sich in der Riege der Freilichtmaler auf, die schon mit der Schule von Barbizon ein neues Kapitel der europäischen Kunstgeschichte schrieb. Inmitten einer herben bäuerlichen Landschaft mit ihren Torfbauern, entstand ein Refugium der Kunst und Freigeistigkeit. Die Worpsweder Maler feierten 1895 mit ihren Bildern einen Sensationserfolg. Das hatte Folgen: Innerhalb weniger Jahre etablierte sich der Ort zu einem der bekanntesten Künstlerdörfer. Die junge Paula Modersohn-Becker machte in Worpswede Station, verließ hier mit ihrer unkonventionellen Malweise das Genre der Landschaftsmalerei und avancierte zu einer bedeutenden, frühen Pionierin der klassischen Moderne. Auch der junge Schriftsteller Rainer Maria Rilke erwies dem Barkenhoff seine Referenz, den Heinrich Vogeler zu einer „Insel des Schönen“ formte. Die Gruppe zerbrach nach wenigen Jahren und der Erste Weltkrieg schuf Zäsuren. Der einst gefeierte Jugendstilkünstler Heinrich Vogeler wandelte sich zum Sozialutopisten und formte den Barkenhoff zu einer Kommune der Lebensreform. Visionen, Spannungen, Scheitern und Neuanfänge begleiteten die Geschichte der Künstlergemeinschaft, deren Ideale sich immer wieder neu an der Wirklichkeit rieben. Der Vortrag führt ein in die wechselvolle Kunstund Zeitgeschichte des heute international bekannten Ortes.


Freitag, 15. November 2019, 15.00 Uhr

Charleston, Bubikopf und neues Wohnen – Die Zwanziger

Sabine Treiber, M. A.
Freie Mitarbeiterin der Klassik Stiftung Weimar

Wie lebte man in der Weimarer Repulik und wie golden waren die Zwanziger?

Auto, Flugzeug, Telefon, Radio, Tonfilm, Elektrizität, all das brachte seinerzeit eine nie dagewesene Reizüberflutung für die Menschen mit sich. Eigentlich sehnen sie sich nach dem Chaos des 1.Weltkrieges nach ein bisschen Normalität und Struktur. Das Kaiserreich ist wie ein Kartenhaus zusammengefallen, nichts ist mehr so wie es war. Die Nationalversammlung tagt in Weimar und beschließt die erste demokratische Verfassung – 7 Monate Ausnahmezustand in der Provinz!
Frauen dürfen jetzt nicht nur wählen und gewählt werden, sie dürfen auch rauchen, sind berufstätig, tragen Hosen und Bubikopf und verunsichern die männerdominierte Welt mit ihrem Spiel zwischen den Geschlechtern.
Die neue Regierung hat zum ersten Mal das Recht auf eine menschenwürdige Wohnung in die Verfassung aufgenommen. Licht, Luft und Sonne heißt jetzt die Devise. Der soziale Wohnungsbau entsteht. Nicht nur das Bauhaus denkt über die bezahlbare Kleinstwohnung nach.
Die goldenen Zwanziger machen Amerikas Kultur zum Leitbild, man tanzt Charleston und hört Jazz, man gibt sich wild und provokant. Ein kurzes Aufbäumen bevor die Weltwirtschaftskrise diese Entwicklung jäh beendet.


Freitag, 22. November 2019, 15:00 Uhr

Der lange Weg zum Mond – 50 Jahre Landung auf dem Mond ... oder vielleicht doch nicht?

Prof. Dr. Olaf Kretzer
Schul- und Volkssternwarte Suhl

Eines der größten Ereignisse der Menschheitsgeschichte fand am 20.07.1969 statt – die ersten Menschen landeten auf dem Mond!
Diese einzigartige Leistung gelang nur 12 Jahre nach dem erfolgreichen Start des ersten künstlichen Himmelskörpers Sputnik 1 und nur 7 Jahre nach dem ersten Flug eines Menschen, Juri Gagarin, ins All. Die Geschwindigkeit der Erforschung des Alls war atemberaubend und so kamen bald auch Zweifel auf, ob dies tatsächlich möglich sein konnte und ob sich da nicht vielleicht eine riesengroße Verschwörung dahinter verbarg. Der Vortrag geht auf den Weg des Menschen zum Mond detailliert ein und geht dabei auch der sogenannten „Hollywood-Verschwörung“ auf den Grund. Es werden einige „Beweise“ dafür, dass die Amerikaner nicht auf dem Mond waren genannt und wissenschaftlich analysiert, um zu zeigen, dass man davon ausgehen kann, dass vor 50 Jahren die ersten Menschen auf dem Mond standen. Aber warum war seit 1972 kein Mensch mehr auf dem Mond? Wie geht es weiter mit der bemannten Raumfahrt zum Mond? Welche Rolle spielen dabei die neuen Raumfahrtnationen wie China, aber auch Japan und Indien? Der Vortrag wird dazu viele Informationen liefern.


Foto: cmr/C.Würtenberger,
Bildeigener: Thüringer Tourismus GmbH

Freitag, 29. November 2019, 15:00 Uhr

Gehört das Bauhaus ins Museum? Musealisierung und Gegenwartsbezug einhundert Jahre später

Ute Ackermann
Klassik Stiftung Weimar

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar als staatliche Schule gegründet. Unmittelbar nach Aufnahme seines Lehrbetriebes begann sich auch der Leiter der Kunstsammlungen, Wilhelm Köhler, für das Bauhaus zu interessieren. Mit der Schülerzeitschrift „Austausch“ wurde bereits im Gründungsjahr die Basis für eine Bauhaussammlung geschaffen, die kontinuierlich wachsen sollte. Walter Gropius hat das Bauhaus nicht nur ins Leben gerufen und bis 1928 als Direktor geleitet, sondern hinterließ dem Museum in Weimar schon 1925, nach dem erzwungenen Weggang der Schule aus Weimar, die erste Sammlung von ca. 170 Bauhaus-Objekten.
Außerdem begann er 1921, die Ergebnisse der Bauhaus-Arbeit fotografisch dokumentieren zu lassen. Dazu wählt er Fotografen des „neuen Sehens“, die das Wesen der Objekte ganz klar zu erfassen versuchen. Sammlung und Dokumentation prägten und prägen bis heute das Bild vom Bauhaus.

Der Vortrag widmet sich dem Spannungsfeld des gegenwärtigen Diskurses über die Musealisierung und Aktualität des Bauhauses. Er reflektiert die Entstehung der historischen, von Gropius kuratierten Bauhaus-Sammlung und beleuchtet zum anderen das Konzept des neuen Bauhaus-Museums Weimar in seinem Bezug zum Heute.


Achtung Programmänderung für den 06. Dezember 2019:

Der Vortrag von Frau Dr. Probstmeyer zum Thema: „Mehr als Worte – Wirksamkeit von Sprache und ihr Beitrag zur Chancengleichheit, fällt aus!

Stattdessen wird es an diesem Tag zur selben Zeit einen Vortrag von Herrn Prof. Söllner von der TU Ilmenau zum Thema Migrationspolitik geben.

Freitag, 06. Dezember 2019, 15:00 Uhr

System statt Chaos – Ein Plädoyer für eine rationale Migrationspolitik

Prof. Dr. Fritz Söllner
TU Ilmenau

Seit Beginn der Flüchtlingskrise beherrschen Fragen des Asyls, der Einwanderung und der Integration die öffentliche und die politische Debatte. Allerdings ist diese Debatte weniger durch den Austausch rationaler Argumente als vielmehr durch gegenseitige Beschuldigungen und weniger durch Vernunft als vielmehr durch Emotionen gekennzeichnet. Aktuell zeigt sich dies beim Streit um die Seenotrettung im Mittelmeer: Kritiker der Seenotrettung durch private Organisationen werfen diesen vor, das Geschäft der Schleuser und Schlepper zu betreiben, und die Seenotretter beschuldigen ihre Kritiker wiederum der Unmenschlichkeit und der Missachtung des Seerechts. Das Problem der Seenotrettung ist symptomatisch für die Flüchtlings- und Migrationspolitik im Allgemeinen, die sich in einem ziellosen und unsystematischen „Durchwursteln“ erschöpft. Aus diesem Grund ist es höchste Zeit, die Migrations- und Flüchtlingspolitik zielgeleitet, planvoll und systematisch – mit einem Wort: rational – zu gestalten. Dazu sollte man vor allem die Erkenntnisse der ökonomischen Theorie heranziehen, um so die Schwachstellen der deutsche Flüchtlings- und Einwanderungspolitik aufzuzeigen und Vorschläge zu ihrer Reform zu erarbeiten. Entscheidend ist dabei, dass dieses wichtige Thema sachlich, vorurteilsfrei und ohne Tabus diskutiert wird.


Freitag, 13. Dezember 2019, 15:00 Uhr

Wer war der heilige Severus und wie kam er nach Erfurt?

Prof. Dr. Karl Heinemeyer
Erfurt

Dom und Severikirche, thronend über dem weiten Erfurter Domplatz, bilden mit der großen Treppe in ihrer Mitte ein einzigartiges, die Silhouette der Stadt prägendes Ensemble.

In dem Vortrag soll es aber nicht um die architektonische oder künstlerische Gestalt der Severikirche gehen, sondern um die Person ihres Schutzpatrons, des hl. Severus, der in der Spätantike Erzbischof von Ravenna war. Ein seltener Glücksfall hat uns einen Bericht bewahrt, den im frühen Mittelalter ein Mainzer Kleriker verfasste. Darin schildert er anschaulich sowohl, wie er und was er bei einer Reise nach Italien über Severus‘ Leben in Erfahrung bringen konnte, als auch als Zeitgenosse dessen späteren Weg über Mainz nach Erfurt. Daneben korrigiert sein Bericht nicht zuletzt die seit langem in Erfurt liebgewonnenen Vorstellungen von der Geschichte des Domberges.