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Irene Peter

Zentrale Studien- und Studierendenberatung

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INHALTE

Studieren mit Beeinträchtigung

Die Technische Universität Ilmenau möchte allen Studierenden die gleichen Chancen für ein erfolgreiches Studium ermöglichen sowie die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe nicht nur am universitären, sondern auch am gesellschaftlichen Leben fördern.

Studieninteressierte und Studierende mit Beeinträchtigung (Behinderung und/oder chronischer Erkrankung) finden hier wichtige Informationen für einen möglichst reibungslosen Studienstart sowie bei der Bewältigung der Herausforderungen in Studium und Lebensumfeld.

Gehöre ich dazu?

§ 2 Absatz 1 SGB IX

„Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können. Eine Beeinträchtigung nach Satz 1 liegt vor, wenn der Körper- und Gesundheitszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht. Menschen sind von Behinderung bedroht, wenn eine Beeinträchtigung nach Satz 1 zu erwarten ist.“

Eingeschlossen sind auch chronische Krankheiten mit episodischem Verlauf wie z. B. Rheuma, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Allergien oder Teilleistungsstörungen (z. B. Legasthenie).

Wie viele Studierende mit Beeinträchtigungen gibt es?

Das Deutsche Studentenwerk befragt i.d.R. alle 3 Jahre die Studierenden zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation. 2016 gaben elf Prozent der Studierenden an, dass sich ihr Studium im Zusammenhang mit langfristigen körperlichen, seelischen oder Sinnesbeeinträchtigungen erschwert. Mehr als die Hälfte davon betrifft psychische Erkrankungen. Weiterlesen

Formen der Beeinträchtigung

  • Mobilitätsbeeinträchtigungen (z. B. Lähmungen, Fehlstellungen)    
  • Sehbeeinträchtigungen (z. B. Gesichtsfeldeinschränkung, Farbfehlsichtigkeit, Blindheit) weiterlesen
  • Hörbeeinträchtigungen (z. B. Schwerhörigkeit, Gehörlosigkeit)          
  • Sprech- und Sprachbeeinträchtigungen (z. B. Stottern, Sprachhemmung)        
  • Chronische Erkrankungen (z. B. Morbus Chron, Multiple Sklerose, Diabetes, Epilepsie)
  • Psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen, Schizophrenie, Angststörungen, Zwangsstörungen, Suchterkrankungen, Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Teilleistungsstörungen (z. B. Legasthenie, Dyskalkulie)        
  • Weitere Erkrankungen (z. B. ADS/ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen)     
  • Weiterlesen Formen der Beeinträchtigung

Warum ist individuelle Beratung wichtig?

Für Studierende ist es oft nicht einfach, eigene Beeinträchtigungen anzuerkennen und sich Dritten gegenüber zu offenbaren. Häufig verzichten sie aus Angst vor Diskriminierung oder Scham auf ihren Anspruch auf Nachteilsausgleich. Andere riskieren ihren Studienerfolg, indem sie ihre Leistungsfähigkeit und die beeinträchtigungsbedingten Studienerschwernisse falsch einschätzen.

Probleme könnten vermieden werden, wenn Studierende von Anfang an besser über das Thema „Nachteilsausgleich“ informiert wären. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass auch das Studientempo individuell gestaltbar ist. Deshalb gilt es, möglichst frühzeitig den Kontakt zu den Beratungsstellen aufzunehmen

Welche Unterstützungs- und Ausgleichsmöglichkeiten gibt es?

Studienalltag

Ein Tag im Rollstuhl an der TU Ilmenau:
https://www.youtube.com/watch?v=66n5ZlFxZTI 
 

Wohnen: In den Wohnanlagen Haus P und N stehen behindertengerechte bzw. behindertenfreundliche Zimmer/Appartements zur Verfügung. Wichtig ist die rechtzeitige Anmeldung.

https://www.stw-thueringen.de/deutsch/wohnen/wohnanlagen/ilmenau/index.html

 

Parkplätze und Campusplan

Bewegungseingeschränkte Studierende haben die Möglichkeit, sich den Studienausweis (thoska+) für beschrankte Parkplätze freischalten zu lassen.

Campusplan

Anfahrtspläne

 

Finanzierung

Eine Studienfinanzierung aus einer Hand gibt es nicht. Eine Reihe verschiedener Kostenträger übernimmt die Finanzierung des üblichen Lebensunterhalts und der behinderungsbedingten Mehrbedarfe. Es ist nicht immer einfach zu klären, wer für die Finanzierung zuständig ist. Beteiligte Kostenträger sind insbesondere: die BAföG-Ämter, die örtlichen und überörtlichen Sozialhilfeträger, die Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende und die Kranken- und Pflegekassen. In Einzelfällen können Berufsgenossenschaften, Dritte bzw. deren Haftpflichtversicherungen, Versorgungsämter u. a. zu Zahlungen verpflichtet sein.

https://www.studentenwerke.de/de/content/studieren-mit-beeintr%C3%A4chtigungen-keine-finanzierung-aus-einer-hand

 

Studium und Prüfungen

Grundsätzlich sollte die Universität dafür Sorge tragen, dass die Rahmenbedingungen eines Studiums barrierefrei gestaltet sind. Hinsichtlich der baulichen oder technischen Infrastruktur ist auch bereits viel passiert. In der Regel müssen aber angesichts der Vielfalt der Beeinträchtigungen für den jeweiligen Einzelfall angemessene Vorkehrungen getroffen werden, um chancengleiche Studienbedingungen herzustellen. Das können z. B. technische Hilfen, Verlegung von Lehrveranstaltungen in zugängliche Räume oder der Einsatz von Assistenz zum Bedienen von Anwendungen sein. 
Übersicht der barrierefreien Räume 

Manche Studierende müssen krankheitsbedingt immer wieder für längere oder kürzere Zeiten, oft auch unvorhergesehen, pausieren, wie beispielsweise Menschen mit MS-Erkrankung oder Rheumaschüben.

Durch die individuelle Anpassung der Studien- und Prüfungsbedingungen im Rahmen des Nachteilsausgleichs ist ein erfolgreiches Studium möglich.

Vorlesungs- und Übungsmaterial finden die Studierenden unter folgendem Link: 
https://moodle2.tu-ilmenau.de 


Nachteilsausgleich

Der Nachteilsausgleich ist ein zentrales Instrument, um Barrieren und Benachteiligungen individuell auszugleichen und Chancengleichheit zu sichern.

Diesen Rechtsanspruch gibt es sowohl beim Zugang zum Studium als auch während des Studiums.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Nachteilsausgleich bewilligt werden kann?

  • Das Vorliegen einer länger andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung (Nachweispflicht)
  • Die gesundheitliche Beeinträchtigung führt zu einem Nachteil oder einer Erschwernis im Studium
  • Die Auswirkung der Beeinträchtigung darf keine inhaltliche Prüfungsrelevanz haben. Das bedeutet, dass Qualifikations- bzw. Lernziele erfüllt werden müssen, wenn auch durch andere Formen, Zeiten etc.

Welche Maßnahmen des Nachteilsausgleichs können bewilligt werden?

Für die Ermittlung von Maßnahmen sind sowohl die Auswirkungen individueller Beeinträchtigungen als auch die im Studiengang üblichen Bedingungen für das Absolvieren der jeweiligen Leistungen von Bedeutung.

Generelle Empfehlungen von Maßnahmen, die auf bestimmte Formen von Beeinträchtigungen bezogen sind, kann es nicht geben. Es können nur Beispiele aufgezeigt werden. Durch die Orientierung des Nachteilsausgleichs am Einzelfall ist die flexible Anpassung an unterschiedliche Situationen und Bedarfe möglich. Weiterlesen...

Wie beantrage ich einen Nachteilsausgleich?

Beantragung und Gewährung von Nachteilsausgleichen in Prüfungen, Abschlussarbeiten und/oder Modifikation von Studienbedingungen (individueller Studienplan) erfolgen in der Regel als Verwaltungsakt. Studierende stellen den Antrag auf Nachteilsausgleich schriftlich (formlos) beim Prüfungsausschuss (über das jeweilige Prüfungsamt). Gegen eine Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden.

 

Im Antrag müssen Studierende die gewünschten Prüfungsmodifikationen benennen und deren Erforderlichkeit begründen. Außerdem müssen sie die gesundheitliche Beeinträchtigung und deren konkrete prüfungsrelevante Auswirkungen durch geeignete Nachweise belegen, z. B.

  • Atteste von (Fach-)Ärzten, ggf. auch Stellungnahmen von approbierten psychologischen Psychotherapeuten ( Formular)
  • Behandlungsberichte von Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten
  • Stellungnahmen von Reha-Trägern oder Bewilligungsbescheide von Trägern der Eingliederungshilfe,
  • Schwerbehindertenausweis bzw. Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes.

Wichtig: rechtzeitige Antragstellung (Studien- und Prüfungsordnung – Allgemeine Bestimmungen, §28) sowie nachvollziehbare Beschreibung der Auswirkung der individuellen Beeinträchtigung auf die zu erbringende LeistungLeitfaden für Nachteilsausgleichsregelungen /Guidelines for Compensation Arrangements

Muss mein Antrag in vollem Umfang bewilligt werden?

Nein, es gibt einen Ermessensspielraum.

Wenn beeinträchtigungsbedingte Benachteiligungen gegenüber den Mitstudierenden in Prüfungssituationen vorliegen, sind Nachteilsausgleiche zu bewilligen (Rechtsanspruch). Die angestrebten Modifikationen müssen gleichwertige Leistungsnachweise ermöglichen und mit den inhaltlichen Anforderungen der Studien- und Prüfungsordnung in Einklang stehen (Ermessen).

 

Was mache ich, wenn sich meine Situation ändert?

Nachteilsausgleiche können jederzeit angepasst werden.

Ansprechpartner

Im Gespräch mit Irene Peter oder Carolin Stotzka kann die persönliche Situation offen und vertrauensvoll bei Wahrung der Anonymität besprochen werden. Am besten nach Vereinbarung per Mail:

Weitere Ansprechpartner sind: