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29.01.2014

Thüringer Forschungspreis 2013 für Angewandte Forschung

Mitarbeiter des Fachgebiets Telematik/Rechnernetze wurden von dem Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Herr Christoph Matschie ausgezeichnet.

Einer von zwei in der Kategorie "Angewandte Forschung" verliehenen Thüringer Forschungspreise 2013 geht an Informatiker der Technischen Universität Ilmenau. Das Forscherteam bestehend aus Herrn Dr.-Ing. Michael Rossberg, M. Sc. Franz Girlich, Dipl.-Inform. Michael Grey, M. Sc. Markus Trapp und Prof. Dr.-Ing. Günter Schäfer erhielt am 27.01.2014 den Preis für ein innovatives Verfahren, das die Einrichtung komplexer virtueller privater Netze (VPN) deutlich einfacher und sicherer gestaltet, als dies bisher möglich war.

Mit dem neuen Verfahren können VPN vollautomatisch so konfiguriert werden, dass Kommunikationsdaten, die von verschiedenen Nutzern ausgetauscht werden, effektiv vor Einsichtnahme und Manipulation durch Unbefugte gesichert sind. Die Methode wurde vom Fachgebiet Telematik/Rechnernetze gemeinsam mit dem Unternehmen für IT-Sicherheit secunet Security Networks AG entwickelt. Da die Einrichtung selbst komplexer virtueller privater Netze mit der Methode sehr einfach ist, benötigen auch sicherheitstechnisch unbedarfte Anwender, zum Beispiel in kleinen und mittleren Unternehmen und sogar in Privathaushalten, keine umfassenden technischen Vorkenntnisse. Die Firma secunet plant, das innovative Verfahren weltweit zu vermarkten. Ein großer Netzbetreiber und ein industrieller Anbieter von Kommunikationslösungen haben bereits Interesse an der Entwicklung angemeldet.

 

Technisch haben die Wissenschaftler der TU Ilmenau Prof. Günter Schäfer, Dr. Michael Roßberg, Franz Girlich, Michael Grey und Markus Trapp die innovative VPN-Konfiguration so gelöst, dass sie ohne zentralisierte Steuerung auskommt. Da dabei individuelle Sicherheitsbeziehungen nicht mit gruppenweit verwendeten Schlüsseln gesichert werden, wird das in den eingerichteten VPN garantierbare Sicherheitsniveau im Gegensatz zu bei bisherigen Verfahren manuell konfigurierten VPN nicht eingeschränkt. Selbst im Falle von Umverschlüsselungen in Zwischensystemen liegen die Daten dort nie im Klartext vor, sondern sind stets mit einer zusätzlichen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert. Durch zusätzliche Maßnahmen sind VPN auch resistenter gegen Ausfälle und vorsätzliche Sabotageangriffe.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Günter Schäfer
Leiter Fachgebiet Telematik/Rechnernetze
Tel.: 03677  69-4576
E-Mail: guenter.schaefer@tu-ilmenau.de