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Dr.-Ing. Claudia Haaßengier

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INHALTE

E-Learning-Didaktik

Einstieg in das E-Learning

In kurzer Zeit und unter Zeitdruck ist ein schneller Einstieg in das E-Learning nicht einfach zu bewerkstelligen. Je weniger eigene Erfahrung Sie mit digital gestützten Lernangeboten besitzen, desto wichtiger ist es, in Kontakt mit erfahrenen KollegInnen zu treten. Sie müssen sich dann möglicherweise nicht unnötig lange mit im Grunde einfach zu lösenden Problemen befassen.

Gehen Sie schrittweise vor, beginnend mit relativ einfachen Szenarien. Überlegen Sie, wie Sie die Lehre ohne die Corona-Krise im Normalfall durchgeführt hätten:

  • Welche Aktivitäten und Aufgaben hatten Sie geplant?
  • In welcher Form liegen die Inhalte vor?
  • Welche Medien sollten zum Einsatz kommen?
  • Was ließe sich direkt in ein digital gestütztes Format überführen?
  • Was muss eventuell umgearbeitet werden?

Suchen Sie nach frei zugänglichen Materialien, die Sie in Ihre Lehre einbinden können.

Einführende Dokumente und weiterführende Links zum Einstieg in das E-Learning:

Entscheidend ist, mit den Studierenden zu kommunizieren und zu kooperieren, ihnen klare Instruktionen und durchdachte Aufgabenstellungen anzubieten. Das folgende Stufenmodell soll Ihnen eine mögliche Vorgehensweise aufzeigen, mit der Sie Schritt für Schritt E-Learning realisieren können.

Stufenmodell

1: Digitalisierung vorhandener Lehrmaterialien

Sichten Sie die Lehr- und Lernmaterialien für Ihre Lehrveranstaltung. Stellen Sie fest, welche Materialien bereits digital vorliegen, z.B. als Powerpoint-Präsentation, als Word-Dokument oder in einem anderen Dateiformat.

Overheadfolien oder alte Schriftstücke lassen sich einscannen und so digital integrieren. Falls der Inhalt noch aktuell ist, sollten Sie allerdings überlegen, ob es nicht digitale Lösungen gibt, um den Inhalt in eine zeitgemäße Form zu geben (z.B. Infografik etc.).

Bei der Digitalisierung und der anschließenden zur Verfügungstellung für die Studierenden ist es wichtig, auf Dateiformate zu achten, die möglichst viele Nutzer/innen öffnen können. Dazu zählt vor allem das Dateiformat PDF für die Bereitstellung von Texten (mit integrierten Bildern). Auch die gängigen Bildformate für das Web (GIF, PNG, JPG, SVG) sind vielen Nutzer/innen zugänglich und können von Standardsoftware angezeigt werden.

Weiterhin bieten digitale Lehr-/Lernmaterialien auch im Präsenzunterricht viele Vorteile:

  • Die Inhalte lassen sich am Computer schnell anpassen bzw. aktualisieren,
  • bei Bedarf lassen sie sich beliebig oft vervielfältigen,
  • sie können per E-Mail oder über andere Medien weitergeleitet werden.

2: Nutzung von Lernplattformen

Lernplattformen (auch Lernmanagementsysteme, kurz: LMS) bieten alles, was man für digitales Lernen braucht und es gibt viele Tutorials, die den Einstieg erleichtern. Durch Lernplattformen können einerseits alle Informationen und Materialien rund um die Lehrveranstaltung zentral bereitgestellt und andererseits die Kommunikation außerhalb des Seminarraums angeleitet werden. 

Hier an der TU Ilmenau wird seit einigen Jahren Moodle als zentrale Lernplattform eingesetzt. Durch den langjährigen Einsatz hat sich Moodle in der digitalen Lehre etabliert. Viele Lehrende setzen Moodle bereits begleitend zur Präsenzlehre ein.

Die Vorteile einer Lernplattform:

  • die Studierenden finden alles zu der Lehrveranstaltung zentral an einem Ort (im Moodle-Kursraum)
  • die Lehrveranstaltung kann einfach und übersichtlich strukturiert und gestaltet werden
  • es ist möglich mit den Studierenden individuell oder in Gruppen in Kontakt und Austausch zu treten
  • es gibt Zugangsbeschränkungen (der Lehrende kann entscheiden, wer die Kursinhalte sieht),
  • es besteht die Möglichkeit der Wiederverwendbarkeit des gesamten Kurses oder ausgewählter Teile

Was ist zu beachten, wenn Sie Ihre Lernangebote auf einer Lernplattform anbieten möchten? Die folgenden Unterlagen sollen Ihnen Prinzipien, didaktische Leitfragen, ein Beispiel und eine Planungsvorlage bieten:
Leitfragen für die Gestaltung präsenzferner bzw. von Online-Angeboten (pdf-Datei)
Planungshilfe - Gestaltung und Nutzung von Online-Angeboten (pdf-Datei)
Regeln für die E-Moderation (pdf-Datei)

Einführender Artikel zu Lernmanagementsystemen auf e-teaching.org:
http://www.e-teaching.org/technik/distribution/lernmanagementsysteme

3: Anreicherung mit Multimediaanwendungen

Sie können Ihren Kurs nach und nach mit einzelnen Multimediaanwendungen anreichern und damit den Lernprozess der Studierenden durch mehr Abwechslung, Lebendigkeit und direkte Beteiligung unterstützen.

Sie sollten dabei schrittweise vorgehen und neue Anwendungen möglichst einzeln nach einander einführen, um sowohl Ihnen selbst als auch den Studierenden einen reibungslosen Einstieg in die Handhabung der Multimediaanwendungen zu ermöglichen.

Anwendungsbeispiele für Multimediaanwendungen:

  • Quizze (Tests) während oder zwischen den Lehrveranstaltungen,
  • Audience-Response-Systeme in großen Veranstaltungen,
  • Videos zur besseren Veranschaulichung der Inhalte,
  • Hörbeispiele von besonderen Situationen (z.B. Vogelstimmen, Verhandlungen, Sprachunterricht)
  • Videokonferenz mit Experten (Zeitzeugen, Muttersprachler u.a.)
  • Seminar/Vorlesung als Online-Workshop


Quelle und Informationen zu hilfreichen Tools für das Erstellen von multimedialen Inhalten finden Sie unter:
www.elearning.uni-jena.de/services/tools

4: Blended Learning – die durchdachte Kombination von Präsenz- und Online-Phasen

Haben Sie sich die Handhabung einer Bandbreite an einzelnen E-Learning-Elementen angeeignet und angelegt, können Sie daraus komplexere E-Learning-Angebote entwickeln. Einzelne Elemente können dafür zu ganzen Lerneinheiten zusammengefasst werden, so dass Selbstlernphasen am Computer den Besuch einer Präsenzveranstaltung sinnvoll ergänzen. Die Kombination von Präsenz- und Online-Phasen nennt man Blended Learning. Dabei ist es wichtig, Online- und Offline-Phasen aufeinander abzustimmen und eng miteinander zu verzahnen. Diese Arbeitsweise mit digitalen Medien in der Lehre nennt man auch Integrationskonzept.

Mögliche Mehrwerte des Blended Learning:

  • Unterschiedliche Wissensniveaus der Lernenden können angeglichen werden.
  • Wissensaneignung wird in die Online-Phase ausgelagert, um die Präsenz-Phase für die Anwendung des Wissens und zur Klärung von Verständnisfragen zu nutzen (auch "Flipped Classroom" oder JiTT "Just in Time Teaching" genannt)
  • Eine unbegrenzte Wiederholung des Lehrstoffs kann angeboten werden. 
  • Lernende können in ihrem eigenen Tempo lernen.

Weiterführende Informationen finden Sie in einem Beitrag über „Blended Learning“ auf e-teaching.org:
www.e-teaching.org/lehrszenarien/blended_learning

5: Komplette E-Kurse anbieten

Sind die Materialien digitalisiert und sinnvoll zusammengestellt, können sie als reiner E-Kurs angeboten werden. Für den Austausch können Chats und Online-Workshops genutzt werden.

Auf diese Weise müssen Sie das Rad nicht neu erfinden und können Ihre vorhandenen Materialien doch zeitgemäß nutzen, beziehungsweise allmählich in Multimediaanwendungen überführen.