Dr. Jörg Pezoldt
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet Nanotechnologie
Gustav-Kirchhoff-Strasse 7
98693 Ilmenau
Telefon: +49 3677 69-3412

Prof. Heiko Jacobs
Fachgebiet Nanotechnologie
Telefon: +49 3677 69-3723
E-mail: heiko.jacobs@tu-ilmenau.de
Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Förderkennzeichen: JA 1023/17-1
beteiligte Fachgebiete: Nanotechnologie
Laufzeit: 01.05.2025 - 30.04.2028
Dieses Forschungsprojekt kombiniert die klassischen Bereiche der Dünnschichttechnologie und der chemischen Gasphasenabscheidung mit einem neu entdeckten lokalisierten Transportmechanismus, um ein zeitlich und örtlich einstellbares Kristallwachstum zu ermöglichen. Zu diesem Zweck leiten wir einen geladenen Strom von Vorläufermolekülen, die typischerweise bei der chemischen Gasphasenabscheidung verwendet werden, durch elektrodynamische Linsen zu vordefinierten Substratpositionen.
Die Idee entstand aus unserer Forschung zur lokalen Abscheidung von mikroskopischen und nanoskopischen Partikeln. Durch Verkleinerung der Partikelgröße näherte sich die elektrische Leitfähigkeit der erzeugten Nanostrukturen den Literaturwerten von Massenmaterialien an. Allerdings führt die Verwendung von Partikeln zwangsläufig zu porösen Strukturen, die nicht für alle Anwendungen geeignet sind. Unsere Hypothese ist, dass die Abscheidung fester und kristalliner Materialien durch eine weitere Verringerung der Partikelgröße auf molekulare oder atomarem Niveau möglich sein sollte. In ersten Experimenten konnten wir zeigen, dass Vorläufermoleküle für die chemische Gasphasenabscheidung mit Hilfe einer Koronaentladung elektrisch aufgeladen und lokal abgeschieden werden können. Dies gilt für eine Vielzahl von Molekülen, was wir in einer ersten Veröffentlichung in der renommierten Fachzeitschrift ACS Nano demonstrieren konnten. Die Anpassung der Abscheidungsparameter führte sogar zum Wachstum von nano- und polykristallinen Strukturen.
Für die zukünftige Forschung schlagen wir eine strukturierte Untersuchung der Abscheidungsparameter vor, um ein lokalisiertes und programmierbares Kristallwachstum unter Verwendung eines geladenen Flusses von Vorläufermolekülen zu ermöglichen. Für stabile Abscheidungsbedingungen muss ein mehrnadeliger Koronaentladungsreaktor etabliert werden, um alle relevanten Kräfte der Lokalisierung gezielt und unabhängig zu untersuchen. Neben unterschiedlichen Vorläufermaterialien und konvertierenden Abscheidungsparametern, wie Temperatur, Konzentration und Atmosphäre, werden auch die elektrischen Parameter der Koronaentladung, wie Polarität, Spannung und Strom, variiert. Dabei erwarten wir nicht nur eine Veränderung der lokalen Abscheiderate.