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09.11.2017

Bachelorstudenten entwickeln Lehrkonzept für Medienkunde

Das Fachgebiet Empirische Medienforschung und Politische Kommunikation befasst sich derzeit mit der Evaluation des integrativen Medienkurses an Thüringer Regelschulen. Eine Studierendengruppe entwickelte nun ergänzend ein Best-Practice-Beispiel der Lerninhaltevermittlung für Medienkunde-LehrerInnen.

Studierende des Medienprojekts (Foto: Fachgebiet EMPK)

Mit dem Schuljahr 2009/10 hat sich das Thüringer Bildungsministerium der Aufgabe angenommen, Schülerinnen und Schülern den Umgang in und mit modernen Medien näher zu bringen. Erfolgen soll dies über den integrativen Medienkurs an Thüringer Schulen. Bis Ende dieses Jahres erfolgt derzeit eine Evaluation dieses Kurses - federführend sind dabei Professor Jens Wolling und Priscila Berger vom Fachgebiet Empirische Medienforschung und Politische Kommunikation. Bereits während der Evaluationsphase war es ein Ziel praktische Elemente für den Unterricht zu entwickeln, die den Medienkunde-Lehrenden an Thüringer Schulen anschließend an die Hand gegeben werden können. Dafür wurde ein Medienprojekt durch das Fachgebiet ausgeschrieben. Durchgeführt wird dieses seit dem ersten Quartal 2017 von den Studierenden Vincent Ackermann, Greta Lüling und Simon Schilfahrt unter der Betreuung von Professor Jens Wolling und Priscila Berger.

In Zusammenarbeit mit der Geschwister-Scholl-Regelschule Ilmenau entwickelte die Studierendengruppe eine Idee davon, wie Medienkunde-Lehrenden bei der Vermittlung von Lehrinhalten geholfen werden kann. Mit Karl-Heinz Debri, einem der sieben Fachberater für Medienkunde in Thüringen, konnte dafür ein Medienkunde-Lehrer an der Schule gewonnen werden, der bereits bei der Konzeption des integrativen Medienkurses in Thüringen mitwirkte. Ein Ergebnis des Austauschs war dabei der Wunsch des Lehrpersonals, aktuelle Problemstellungen der Mediennutzung aufzugreifen und eine Art Best-Practice-Projekttag zu entwickeln und durchzuführen. Im Rahmen einer zusätzlichen Praxiswerkstatt eines weiteren Studierenden, Achielleas Kais, war die Umsetzung des Projekttages möglich. Als Testgruppe entschied man sich für eine achte Klasse der Regelschule, die sich im Rahmen des Sozialkundeunterrichts im aktuellen Schuljahr mit dem Thema „Fake News” auseinandersetzen müssen. Der Projekttag fand am 20. September statt.

Durch verschiedene Ansätze sollte bei den Schülerinnen und Schülern Interesse an der Thematik entstehen. Kern der Lehrinhaltsvermittlung war somit die spielerische Herangehensweise durch Gamification-Elemente über den ganzen Schultag. So galt es im Kennenlernspiel Erfahrungen im Umgang mit Sozialen Medien mit den Mitschülern zu teilen. Im Verlauf des Spiels entwickelte sich dabei eine Art soziales Netzwerk durch ein Wollknäuel, das sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig zuwarfen. Für die Vermittlung des Grundwissens wurde neben klassischem Frontalunterricht auf Frage-Antwort-Spiele und Videobeispiele zurückgegriffen, die den Lernenden vermittelten, wie einfach Manipulation von Bildern, Texten und Botschaften erfolgen kann und welche Konsequenzen dadurch entstehen können.

Anschließend galt es herauszufinden, wie “Fake News” entstehen. Dafür wurde das Wissen der Schüler im Bereich der Nachrichtengestaltung aufgefrischt, das sie bei der Erstellung der eigenen Nachrichtensendung anwenden mussten. Es wurden Gruppen eingeteilt, die jeweils eine Nachrichtenredaktion bildeten und gemeinsam eine Sendung entwickelten. Eine der dabei zu entwerfenden Nachrichten war immer eine Falschnachricht. Die anderen Gruppen mussten herausfinden, welche das ist. Aufgelockert wurden die einzelnen Themenkomplexe dabei von kleineren Quizrunden, die über gesellschaftliche Vorurteile aufklärten.

Durch die Schülerinnen und Schüler, sowie dem Lehrpersonal wurde die Veranstaltung als erfreuliche Abwechslung vom Schulalltag begrüßt. Die Auswertung eines ausgereichten Evaluationsbogens bestätigte die Aussagen. Auch das Lehrpersonal schätzt die Veranstaltung als Erfolg ein. Es entstand der Wunsch nach einer Fortsetzung und Vertiefung der Kooperation mit der TU Ilmenau. In der weiteren Entwicklung gilt es abzuwarten, inwiefern eine Multiplikatorenschulung über den Projekttag dabei helfen kann dem Problem „Fake News” auf der Höhe der Zeit zu begegnen. Eine neue Gruppe junger Studierender steht bereits in den Startlöchern, das Projekt fortzusetzen.

Weiterführende Informationen:
https://www.tu-ilmenau.de/ifmk/nachrichtenarchiv-ifmk-newsletter/einzelnachricht-ifmk-newsletter/?tx_ttnews[tt_news]=20313&cHash=93d2a9e06c272f59c8908455dcf2dc38