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14.05.2018

Alumni-Porträt Konstantin Wall

Im aktuellen Alumni-Porträt sprechen wir mit Konstantin Wall, einem ehemailigen Masterstudenten des IfMK über seinen aktuellen Beruf als Softwareentwickler im Virtual Engineering Lab in der IT des Volkswagen-Konzerns. Er gibt dabei Einblick in seine Arbeit, aber auch in seine Erfahrungen und Erlebnisse im Masterstudium.

Konstantin Wall

Wo bist du derzeit beschäftigt und was sind deine Aufgaben?
Ich arbeite zurzeit als Softwareentwickler im Virtual Engineering Lab in der IT des Volkswagen-Konzerns. Wir entwickeln neue Softwarelösungen für verschiedene Fachbereiche der technischen Entwicklung. Das Besondere daran ist die Start-Up-Atmosphäre innerhalb eines großen Konzerns, der Fokus auf unkonventionelle, disruptive Ideen und Lösungen sowie die agile Arbeitsweise nach SCRUM. Zurzeit entwickeln mein Team und ich ein Tool, mit dessen Hilfe die Designer bei Volkswagen in naher Zukunft ihre Ideen direkt als räumliches Fahrzeugmodell in Virtueller Realität aufbauen können. Die Modellierung basiert dabei auf mathematisch beschriebenen NURBS-Flächen. Im Virtual-Reality-Bereich ist dies so neu, dass sich kommerzielle Konkurrenzentwicklungen derzeit an einer Hand abzählen lassen und dabei sowohl von Start-Ups als auch von Branchenriesen entwickelt werden. Mein Schwerpunkt dabei liegt in der Programmierung der Netzwerkkommunikation, die eine Kollaboration von mehreren Personen im virtuellen Designraum möglich macht. Die Herausforderung dabei liegt darin, eine einfache, intuitive Interaktion zu entwickeln, bei der die Inhalte im Vordergrund stehen und gleichzeitig die erweiterten Möglichkeiten auszuschöpfen, die uns eine virtuelle Umgebung bietet. Neben der Programmiertätigkeit gehört vor allem Kreativität zu meinen Aufgaben.

Du hast den Masterstudiengang Media and Communication Science an der TU Ilmenau studiert. Welche Schwerpunkte hast du dabei gewählt?
Einen konkreten Schwerpunkt habe ich nicht gewählt, da ich nicht mit dem Blick auf einen konkreten späteren Tätigkeitsbereich studiert habe. Stattdessen habe ich versucht möglichst viele verschiedene Aspekte der Medien- und Kommunikationswissenschaft kennenzulernen. Nach einem Bachelor in Mediendesign, kam ich an die TU Ilmenau, um zu verstehen, wie sich Medien in unser Leben integrieren und welche Rolle sie darin spielen können.

Fallen dir konkrete Lehrveranstaltungen oder Projekte ein, die dir bei deiner beruflichen Laufbahn weitergeholfen haben?
Drei Lehrveranstaltungen begleiten mich täglich bei meiner Arbeit. „Next-Generation-Gaming“ von Professor Dr. Wolfgang Broll, „Media, Communication, and Technology“ von Professor Dr. Wolfgang Schweiger und “Psychology of Technology” von Professorin Dr. Nicola Döring. Bei der Entwicklung neuer Augmented- und Virtual-Reality-Tools stehen immer Anwenderinnen und Anwender im Vordergrund. Die VR-Technologie ist im Begriff eine Schwelle zu überschreiten, bei der sie in den Arbeitsalltag vieler Menschen einziehen und ihre Arbeitsplätze grundlegend verändern wird. Derzeit sitzen viele Menschen den ganzen Arbeitstag vor Computermonitoren. Wenn nun einige von ihnen stattdessen plötzlich den ganzen Tag ein Head-Mounted-Display auf den Kopf tragen sollen, ist es eine sehr große und vielschichtige Veränderung. Die Inhalte der drei Lehrveranstaltungen haben meinen Blick auf neue Technologien erweitert. Angefangen davon wie Anwendungen der nächsten Generation konzipiert werden, über das Verständnis, deren Akzeptanz und Verbreitung als auch die psychologischen, die Benutzenden betreffenden Aspekte.

Welche Praktika hast du während deines Studiums absolviert und was hast du sonst neben dem Studium gemacht?
Während des Studiums war ich als studentische Hilfskraft an der Konzeption verschiedener Medien für das Projekt BunterKaffee des Gleichstellungsrates beteiligt und habe dort zusammen mit anderen unter anderem ein interaktives Videoquiz, einen Animationsfilm und Teile eines Weblogs gestaltet und medial umgesetzt. Außerdem hatte ich zwei Jahre in Folge die Gelegenheit, den Kalender des Gleichstellungsrates illustrativ zu gestalten. Dabei konnte ich die Erfahrungen aus dem Bachelorstudium des Mediendesigns voll einbringen. Außerhalb des TU-Umfeldes habe ich in der Zeit freiberuflich die Erstellung interaktiver Medieninhalte für kleinere Agenturen übernommen.

Wie bist du zum Thema deiner Abschlussarbeit gekommen und welche Ratschläge hast du für andere Studierende für ihre Abschlussarbeiten?
Das war im Rahmen einer Exkursion in die FASP/CAVE der TU Ilmenau, die Dr. Sandra Pöschl im Rahmen der Lehrveranstaltung “Psychology of Technology” organisierte. Ich war schon als Kind von virtueller Realität fasziniert, zumindest von dem was Hollywoodfilme als virtuelle Realität vermittelten. Bei der Exkursion hatte ich meine erste echte Begegnung mit VR-Technologie. Hier wurde mein Interesse dafür umso mehr geweckt und nach einem kurzen Gespräch mit Dr. Pöschl vereinbarten wir einen Termin zur Themenfindung. Schlussendlich hatte ich dann eine technische Anbindung des IOSONO-Systems an die Unreal-Engine (VR-Darstellung) umgesetzt und anschließend in einer experimentellen Laboruntersuchung die Auswirkung von Raumklang auf das Empfinden von Presence untersucht. Bei der technischen Umsetzung hat mir die Zusammenarbeit mit Helge Drumm und Dr. Stephan Husung sehr viel Spaß gemacht und ich habe von beiden viel gelernt. Die Planung und Durchführung einer Studie von A bis Z war für mich absolutes Neuland. Durch die erstklassige Betreuung von Dr. Sandra Pöschl hatte dieser Teil der Arbeit ebenfalls einiges an neuer Lernerfahrung und auch sehr viel Spaß bei der Durchführung mit sich gebracht. Die Masterarbeit brachte mich anschließend in das Doktorandenprogramm von Volkswagen, wo ich mich vertiefend mit der praktischen Anwendung von virtuellen Fahrzeugprototypen befasst habe.

Welchen Tipp gibst du derzeitigen Studierenden für die Zukunft?
Ich persönlich glaube daran, dass das Studium eine gute Zeit ist, um seinen persönlichen Horizont zu erweitern. All die Lehrveranstaltungen die man besucht, beinhalten Konzepte die sich später auf die eine oder andere Weise ins Leben und den Beruf übertragen lassen. Bei den Lehrveranstaltungen habe ich versucht einen Mix zu finden, aus dem was mir persönlich lag und etwas völlig Neuem. Als Tipp würde ich empfehlen, auch mal in die Vorlesungsverzeichnisse anderer Studiengänge zu schauen, sich etwas Neues auszusuchen und zu besuchen. Neben einer neuen Sicht auf etwas, ergibt sich auch die Chance, viele interessante Menschen kennenzulernen. Die TU Ilmenau bietet so viel mehr, als nur den eigenen Studiengang ;)