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16.11.2018

Erste Befunde im Forschungsprojekt “Die Krisenkommunikation transnationaler Non-Profit-Organisationen“

In einer ersten Inhaltsanalyse wurde die Medienberichterstattung zu Krisenvorkommnissen von INGOs und IGOs im internationalen Kontext analysiert.

Karoline Oelsner und Dr. Andreas Schwarz präsentieren erste Befunde auf der ECREA-Konferenz in Lugano (Quelle: Fachgebiet Public Relations und Technikkommunikation)

Das von den Fachgebieten Medienwissenschaft und Public Relations und Technikkommunikation durchgeführte Forschungsprojekt befasst sich mit der Krisenkommunikation und Krisenresilienz von transnationalen Non-Profit-Organisationen. Ereignisse wie der aktuelle Oxfam-Skandal erlangen großes öffentliches (Medien-)interesse. In einer ersten Inhaltsanalyse, die im Laufe des Sommersemesters durchgeführt wurde, wurde daher die Medienberichterstattung zu Krisenvorkommnissen von Internationalen NGOs und Intergouvernementalen Organisationen im internationalen Kontext analysiert. Damit sollte die Relevanz des Themas aus medialer Perspektive bestimmt werden. Dabei stützt sich die Inhaltsanalyse auf das Framing-Konzept nach Entman (1993) sowie auf Erkenntnisse der Krisenkommunikationsforschung. Es wurden jeweils drei überregionale Tageszeitungen (Qualitäts- und Boulevardmedien) aus sechs Ländern (Indien, Großbritannien, USA, Kanada, Deutschland, Schweiz) analysiert. Erste Befunde einer Clusteranalyse zeigen, dass sich drei spezifische Frames in der internationalen Medienberichterstattung finden. Der erste Frame befasst sich mit NGOs/ IGOs als Opfer von (terroristischen) Anschlägen. Dieses findet sich am häufigsten in der deutschen und kanadischen Berichterstattung. Im zweiten Frame berichten Journalisten aus einer neutralen und häufig sehr wertungsfreien Perspektive über Krisenvorkommnisse von NGOs und IGOs. Dieser Frame findet sich am häufigsten in der indischen und britischen Medienberichterstattung. Im dritten und mit 40% am häufigsten verwendeten Frame berichten Journalisten über Skandale und Krisen von NGOs, wie Korruptionsfälle oder sexuelle Übergriffe auf Schutzbedürftige. Dabei nehmen die Artikel eine eher negativ wertende Rolle ein und Medien- und Politikvertreter schreiben Verantwortung in diesen Fällen am häufigsten der Organisation selbst zu. Dieser Frame kam am häufigsten in US- und Schweizer Medien vor.