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29.09.2017

Feierliche Immatrikulation an der TU Ilmenau

Foto: © TU Ilmenau/Christoph Gorke

Am Samstag, dem 7. Oktober 2017, nimmt die Technische Universität Ilmenau ihre neuen Studierenden in traditioneller Weise in die akademische Gemeinschaft auf. Die feierliche Immatrikulation findet ab 10 Uhr in der Ilmenauer Festhalle statt. Nach der Begrüßungsrede durch den Rektor der TU Ilmenau, Professor Peter Scharff, hält die Journalistin, Publizistin und langjährige Moskau-Korrespondentin der ARD, Prof. Gabriele Krone-Schmalz, die Festansprache zum Thema „Russland und der Westen – Partner oder Gegner?“. Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Eingebettet in die diesjährige Immatrikulationsfeier ist die Investitur der neu bestellten Prorektoren der Universität. Zum 16. Juni hatten der Prorektor für Bildung, Professor Jürgen Petzoldt, und der Prorektor für Wissenschaft, Professor Kai-Uwe Sattler, ihre Ämter angetreten. Sie waren zuvor vom Rektor der TU Ilmenau, Professor Peter Scharff, als Prorektoren vorgeschlagen und vom akademischen Senat der Universität bestätigt worden. 

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier werden traditionell auch wieder Preise vergeben, darunter der Lehrpreis der TU Ilmenau für herausragende Leistungen von Professoren, Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern in der akademischen Lehre. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird von der Universität auf Kandidatenvorschläge der fünf Fakultäten vergeben. Weiterhin vergibt die „Universitätsgesellschaft der TU Ilmenau – Freunde, Förderer, Alumni“ den mit 5.000 Euro dotierten Dissertationspreis für herausragende Doktorarbeiten an zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen der TU Ilmenau. In der Immatrikulationsfeier wird auch der mit 2.500 Euro dotierte Preises der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen verliehen. Mit dem Preis würdigt die IHK herausragende praxisorientierte Abschlussarbeiten von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern.

Zum Abschluss der Immatrikulationsfeier werden die Erstsemester vom Vertreter des Studierendenrates Mark-Dominik Schust begrüßt. Der Festakt wird von Marco Frezzella, Pressesprecher der TU Ilmenau, moderiert, das Musikprogramm gestalten das Akademische Orchester der TU Ilmenau unter Leitung von Valentin Egel und der Kammerchor der Universität unter Leitung von Arne Puschnerus.

PROGRAMM
Feierliche Immatrikulation der TU Ilmenau
Samstag, 07. Oktober 2017, 10:00 Uhr, Festhalle Ilmenau, Naumannstraße 22

Einzug des Akademischen Senats | „Gaudeamus igitur“
Akademisches Orchester und Kammerchor der TU Ilmenau

Benjamin Britten: Simple Symphony, 1. Satz: Boisterous Bourrée – Allegro molto
Akademisches Orchester der TU Ilmenau

Begrüßung der neuen Studierenden durch den Rektor
Prof. Dr. Peter Scharff, Rektor der TU Ilmenau

Festvortrag „Russland und der Westen – Partner oder Gegner?“
Prof. Gabriele Krone-Schmalz, Journalistin und Autorin

Wach auf, meins Herzens Schöne
Satz: Ralph Hoffmann
La tricotea
Anonymus, Spanien um 1500
Kosci szekér, kosci szán
Kammerchor der TU Ilmenau

Investitur der Prorektoren für Bildung und Wissenschaft

Verleihung des Lehrpreises der TU Ilmenau
Prof. Jürgen Petzoldt, Prorektor für Bildung

Verleihung des Dissertationspreises der Universitätsgesellschaft
Prof. Dr. Peter Scharff in Vertretung von Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Vorsitzende der Universitätsgesellschaft

Verleihung des Preises der IHK Südthüringen
Tilo Werner, IHK Südthüringen

Grußworte des Studierendenrates der Universität
Mark-Dominik Schust, Mitglied des Studierendenrates

Benjamin Britten: Simple Symphony, 3. Satz: Sentimental Saraband – Poco lento e pesante
Akademisches Orchester der TU Ilmenau

Auszug des Akademischen Senats | „Gaudeamus igitur“
Akademisches Orchester der TU Ilmenau

Moderation:  Marco Frezzella
Leitung Akademisches Orchester: Valentin Egel
Leitung Kammerchor der TU Ilmenau: Arne Puschnerus

Lehrpreisträger der TU Ilmenau 2017:

  • Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik:
    Professor Lothar Spieß (Fachgebiet Werkstoffe der Elektrotechnik)

    M. Sc. Kristina Naskovska (Fachgebiet Nachrichtentechnik)

  • Fakultät für Informatik und Automatisierung:
    Professor Horst-Michael Groß (Fachgebiet Neuroinformatik und Kognitive Robotik)

    Dr.-Ing. Klaus Debes (Fachgebiet Neuroinformatik und Kognitive Robotik)

  • Fakultät für Maschinenbau:
    Privatdozent Dr. Valter Böhm (Fachgebiet Technische Mechanik)
    Dr. Oliver Radler (Fachgebiet Mechatronik)
    Dr. Veronika Geinitz (Fachgebiet Maschinenelemente)

  • Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften:
    Dr. Jens Schreyer (Fachgebiet Kombinatorik/Graphentheorie )
    Dr. Anja Pruchnewski (Fachgebiet Diskrete Mathematik und Algebra)

  • Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Medien:
    Professor Rainer Souren (Fachgebiet Nachhaltige Produktionswirtschaft und Logistik)
    Dr. Markus Bensmann (Fachgebiet Steuerlehre/Prüfungswesen)

Dissertationspreis der Universitätsgesellschaft
Den mit 5.000 Euro dotierten Dissertationspreis der „Universitätsgesellschaft der TU Ilmenau – Freunde, Förderer, Alumni“ für herausragende Promotionsarbeiten teilen sich in diesem Jahr zwei junge Wissenschaftlerinnen. Beide Dissertationsschriften wurden aufgrund ihrer hohen wissenschaftlichen Qualität und ihres Neuheitsgrades von den jeweiligen nationalen und internationalen Gutachtern mit dem bestmöglichen Prädikat „summa cum laude“ („mit Auszeichnung“) bewertet: Dr. rer. nat. Leslie Leben (32) wird für ihre Dissertationsschrift „Non-negative Operators in Krein Spaces and  Rank One  Perturbations“ geehrt. Die von Professor Carsten Trunk betreute Arbeit entstand am Fachgebiet Angewandte Funktionalanalysis der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften.
Dr.-Ing. Yao Cheng (31) wird für ihre Doktorarbeit „Advanced  Multi­ Dimensional Signal Processing  for  Wireless  Systems" geehrt. Die Arbeit wurde am Fachgebiet Nachrichtentechnik der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik angefertigt und von Professor Martin Haardt betreut.

Dr. Leslie Leben ist es in ihrer Dissertationsschrift gelungen, eine bislang nicht erreichte Genauigkeit bei der qualitativen Untersuchung von Differentialgleichungen in Räumen mit ungewöhnlicher Geometrie zu erzielen. Diese mathematischen Modelle sind die Grundlage für die Modellierung von sogenannten Metamaterialien, wie sie im Zuge des Voranschreitens der Nanotechnologien entwickelt wurden. Metamaterialien sind Stoffe, die auf atomarem Niveau so designt wurden, dass sie neuartige Eigenschaften, wie sie in der Natur nicht vorkommen, aufweisen. So gelang es, Metamaterialien mit einem negativen Brechungsindex zu entwickeln, was nichts anderes heißt als Unsichtbarkeit. Was nach Harry Potters Umhang klingt, wird mit Hilfe von quantenmechanischen Effekten möglich, indem das spektral sichtbare Licht negativ gebrochen wird. Dabei wird das Licht um das Material herum gelenkt und dieses dadurch unsichtbar gemacht.

Bis derartige neuartige Materialien für innovative Anwendungen genutzt werden können, ist es noch ein weiter Weg. Ihre abstrakte Beschreibung würde einen wichtigen Beitrag leisten, um Metamaterialien mit negativem Brechungsindex von der Nanowelt in die Makrowelt überführen zu können. Da sich die physikalischen Grundlagen der Quantentheorie vom Licht auch etwa auf den Schall übertragen lassen, könnten beispielsweise neuartige Ultraschallverfahren entwickelt werden, bei denen Bereiche wie Knochen, die das Bild stören, unsichtbar gemacht würden. Leslie Leben ist es mittels hochanspruchsvoller analytischer Methoden gelungen, herauszufinden, wie sich ganz bestimmte Werte, das sogenannte Spektrum bei bestimmten Differentialgleichungssystemen, verhalten. Die Arbeit von Leslie Leben erweitert damit fundamentale mathematische Theorien für die Beschreibung noch weitgehend unerforschter Systeme. Zugleich dient sie dem besseren Verständnis der zugrunde liegenden theoretischen Physik. Aus der Dissertationsschrift sind bereits mehrere Publikationen in renommierten internationalen Fachzeitschriften hervorgegangen.

Dr. Yao Cheng präsentiert in ihrer Dissertationsschrift neuartige Signalverarbeitungskonzepte für unterschiedliche drahtlose Systeme. Effiziente Signalverarbeitungsalgorithmen sind unabdingbar für künftige Anwendungen, da die Zahl der Endgeräte, Kommunikationsschnittstellen und die Rechenkapazität stetig steigt. Eine zunehmende Menge an digitalen Daten muss erfasst und verarbeitet werden und die Anforderungen an digitale Signalverarbeitungsverfahren werden immer höher.

In ihrer Doktorarbeit stellt Dr. Yao Cheng Strategien vor, mit denen die Effizienz der Datenübertragung und die Verbindungszuverlässigkeit in modernsten Datenübertragungssystemen weiter gesteigert werden können. Insbesondere beschäftigte sich Yao Cheng mit den sogenannten Mehrträgerverfahren für Multiple-Input Multiple-Output (MIMO) als wesentliche Elemente des drahtlosen IEEE 802.11ac-Standards für WLAN-Systeme und zugleich Schlüsseltechnologie für die 5. Mobilfunkgeneration. Yao Cheng gelang es mit umfassenden numerischen Untersuchungen, neuartige Algorithmen zur Leistungssteigerung des Verfahrens zu entwickeln und durch umfangreiche Simulationstests erfolgreich zu evaluieren.

Darüber hinaus entwickelte sie ein neuartiges Verfahren, mit dem die Datenübertragung in mehrdimensionalen Kommunikationssystemen weniger störanfälliger wird. Aufgrund der hohen Qualität ihrer Doktorarbeit fördert die Carl-Zeiss-Stiftung die Forschungsarbeiten von Dr. Yao Cheng an der TU Ilmenau für weitere drei Jahre.

Preis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen
Mit dem mit 2.500 Euro dotierten Preis würdigt die IHK Südthüringen herausragende praxisorientierte Abschlussarbeiten von Studierenden. Der Preis wird durch Tilo Werner, Leiter der Niederlassung Arnstadt der IHK Südthüringen, überreicht. Den IHK-Preis 2017 erhält die 23-jährige Masterstudentin des Studienganges Werkstoffwissenschaften Janine Wessel. Sie wird für ihre mit 1,0 bewertete Bachelorarbeit zum Thema „Untersuchungen dotierter Sol-Gel-Kieselgläser und ihrer Schmelzen“ ausgezeichnet, die sie am Fachgebiet Anorganisch Nichtmetallische Werkstoffe unter der Betreuung von Professorin Edda Rädlein angefertigt hat.

In ihrer Arbeit, die in Zusammenarbeit mit der QSIL GmbH Quarzschmelze Ilmenau, einem weltweit führenden Anbieter von Produkten aus hochreinem Quarzglas, entstand, beschäftigte sich Janine Wessel mit der gezielten Einflussnahme auf optische oder thermische Eigenschaften von Gläsern, die im Sol-Gel-Prozess, einem kalten Gießverfahren, hergestellt wurden. Dazu brachte sie verschiedene bewusste Verunreinigungen in geringen Konzentrationen, sogenannte Dotanden, in die zu untersuchenden Gläser ein. Verschiedene literarische Quellen sowie Ideen und Ansätze, die während der Arbeit entstanden sind, wurden zur Optimierung des Prozesses herangezogen.

In ihrer Arbeit hat die Preisträgerin speziell die optische Durchlässigkeit und die Wärmeausdehnung der untersuchten Gläser analysiert. Dabei zeigte sich, dass es mit Hilfe von Eisen, Vanadium, Cer und Kupfer gelingt, bestimmte Strahlungen zu absorbieren. Derartige Gläser könnten überall dort zur Anwendung kommen, wo beispielsweise UV-Strahlung herausgefiltert werden soll, die mechanischen, chemischen oder thermischen Eigenschaften von normalem Fenster- oder Behälterglas aber nicht ausreichen. Weiterhin wurde mit Titan die Wärmeausdehnung verringert. Damit kann die Passgenauigkeit präziser Bauteile auch bei schwankenden Temperaturen gewährleistet werden.

Durch die in der Arbeit erzielten Ergebnisse wurden die Grundlagen geschaffen, das Angebotsspektrum der Firma QSIL künftig auf Kieselgläser mit diesen besonderen Eigenschaften auszuweiten und die weltweite Wettbewerbsfähigkeit des Thüringer Unternehmens weiter zu stärken.

Kontakt:
Sabine Jackisch
TU Ilmenau, Leiterin Referat Marketing
Tel.: 03677 69-1761
E-Mail: sabine.jackisch@tu-ilmenau.de