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Ansprechpartnerin

Jun.-Prof. Dr. Emese Domahidi

(geschäftsführende Tätigkeit für das Fachgebiet)

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INHALTE

Zusammenhang der Elemente

Medienproduktion

Medienproduktionsprozesse verknüpfen die Elemente Content (Inhalte), Technik und Organisation, um konkrete Medienprodukte hervorzubringen. Dieser Zusammenhang ist komplex und wird von weiteren Einflussgrößen (Gesellschaft, Politik, Wirtschaft usw.) beeinflusst. Nur ein interdisziplinärer und ganzheitlicher Forschungszugang kann hier effektiv sein. Medienprodukte entstehen in einem Produktionsprozess, der sich aus vier generellen Produktionsschritten zusammensetzt:

- Preproduktion: z.B. Recherche, Planung oder „medienunabhängige“ Erzeugung von Content
- Produktion: Anpassung von Content an das jeweilige Vermittlungssystem, also mediengerechte Transformation des Content
- Postproduktion: verfeinern, bearbeiten und testen von Content
- Distribution: den Content an die Zielgruppen verteilen

In allen diesen Produktionsschritten werden Content und Technik zusammengeführt, um ein Medienprodukt (Zeitung, Sendugsformat, Sendung, Bericht, DVD, Webportal Comuterspiel usw.) herzustellen. Dieser Herstellungsprozess ist nur bei Anwendung von Organisation (verstanden als Produktionsablauf bzw. Workflow innerhalb einer Institution) als Zielsicherungsmaßnahme denkbar. Die drei bestimmenden internen Elemente der Medienproduktion Content, Technik und Organisation werden allerdings von verschiedenen externen Einflussgrößen zusätzlich bestimmt. Die Politik, das Rechtssystem, die Wirtschaft, bzw. die Kultur oder Gesellschaft usw. definieren den allgemeinen Rahmen, in dem Medienproduktion stattfinden kann. Die Elemente der Medienproduktion lassen sich zwar analytisch trennen, bilden aber stets eine Einheit.

Medienproduktion befasst sich mit der Herstellung von Vermittlungssystemen von Information, wobei während des Produktionsprozesses einerseits die Vermittlungssysteme selbst andererseits konkrete mediale Inhalte entstehen. Technik als das bestimmende Element der Produktion entscheidet über die Produktionsabläufe und über die Gestalt des Medienproduktes. Intentionen der Contentproduzenten – z.B. eines Journalisten – werden durch die verwendete Technik und die notwendige Organisation der Produktionsabläufe verändert. Am Ende entsteht kein Produkt nur nach den Intentionen des Journalisten, sondern ein Produkt, das durch die Technik und die durch sie erforderlichen Produktionsabläufe modifiziert ist. Der Einfluss von Organisation, bzw. Technik auf die Contentproduktion war bislang von der Kommunikationswissenschaft nur marginal thematisiert. Das Ilmenauer Modell eignet sich sehr gut, um die Zusammenhänge analytisch herauszuarbeiten und damit ein besseres Verständnis für die Zwänge der Medien zu erreichen.