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Sigrid Wille

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Estland

Praktikum bei der Deutsch-Baltischen Handelskammer in Tallinn

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Estland -am Rande der EU und doch mittendrin

Dreieinhalb interessante, lehrreiche und abwechslungsreiche Monate liegen hinter mir.

Durch mein Praktikum bei der Deutsch-Baltischen Handelskammer (DBHK) in Tallinn habe ich einen umfassenden Einblick in die Arbeit dort erhalten.

Vorstellung des Unternehmens

Die DBHK fungiert als wichtigstes Informations- und Beratungsinstrument der deutschen Außenwirtschaft. Sie umfasst die Büros in Riga, Tallinn und Vilnius. Im Büro Tallinn arbeiten 8 Angestellte plus Geschäftsführerin für alle 3 Büros. Die Kammer bietet einen umfassenden Service für Unternehmen. Diese können entweder deutsche Betriebe sein, die in Estland Geschäftspartner o.ä. suchen oder estnische Unternehmen, die auf den deutschen Markt treten wollen. Neben der Geschäftspartnervermittlung bietet die DBHK u.a. auch Dienstleistungen wie Buchhaltung oder Personalvermittlung. Ebenso vertritt sie viele deutsche Messen.

Aufgaben

Ich wurde mit verschiedenen Aufgaben vertraut gemacht. Diese Aufgaben waren vielfältig und abwechslungsreich. Unter anderem habe ich an der Beantwortung des Fragebogens der IFO World Economic Survey WES für den Standort Tallinn gearbeitet. Daneben habe ich die Betreuung des zweiwöchentlichen Media-Monitorings zum Energiesektor in Litauen für einen Kunden der DBHK übernommen und an der Entwicklung und Ausarbeitung der  Leserumfrage zum Magazin AHKBalt Aktuell sowie deren Auswertung mitgearbeitet. Das Protokollieren von verschiedenen Sitzungen war eine weitere Aufgabe als auch das Erstellen von Merkblättern zum Mahn- und Vollstreckungswesen in Estland, Lettland und Litauen. Daneben bekam ich einen umfassenden Einblick in die tägliche Arbeit der Kammer und konnte den Kolleginnen unterstützend zur Hand gehen. Dies geschah vor allem bei Marktrecherchen, Verfassen kurzer Artikel, Übersetzungsarbeiten und der Datenpflege.

Erworbene Kenntnisse/ besondere Aktivitäten

Ich durfte an verschiedenen Veranstaltungen der Kammer teilnehmen, z.B. an einem Seminar zum Thema Outsourcing und an einem Business Lunch mit Vortrag eines bekannten Sportmanagers in Estland. Außerdem hatte ich das Glück, an der größten Veranstaltung des Jahres teilzunehmen, die in der Kammer stattfand: dem Preis der Deutschen Wirtschaft in Estland. Hier wurde ein besonders innovatives estnisches Unternehmen ausgezeichnet, das besonderen Bezug zu Deutschland hat. Im Vorfeld fanden dazu Sitzungen einer hochkarätigen Jury statt, die Bewerber wurden in ihren Unternehmen besucht und der Gewinner wurde auf einer großen Abendveranstaltung in Galaform geehrt. Durch das breite Spektrum an Aufgaben habe ich vielfältige Tätigkeiten kennen gelernt. Ich habe kurze Artikel verfassen dürfen, was meinen Schreibstil sicher verbessert hat. Daneben habe ich gelernt, wie man Protokolle schreibt und wie man Marktrecherchen durchführt. Grundsätzlich habe ich gelernt, Dinge auf den Punkt zu bringen und strukturiert und effektiv zu arbeiten.

Betreuung durch die aufnehmende Einrichtung

Die Aufnahme durch die DBHK war hervorragend. Bereits im Vorfeld lief alles reibungslos. Meine Bewerbung wurde schnell positiv beantwortet. Außerdem wurde ich mit allerhand Infos, wie z.B. Tipps zum Wohnungsmarkt als auch zum Ablauf und der Arbeit in der DBHK versorgt. Auf Fragen wurde umgehend geantwortet und es wurde kontinuierlich Hilfe bei der Planung des Aufenthaltes angeboten. Auch während der Zeit in Tallinn fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Ich wurde in den ersten Tagen mit den wichtigsten Strukturen und Abläufen vertraut gemacht. Daneben waren alle Kolleginnen immer für Fragen offen und haben mich sehr gut in ihre Arbeit involviert.

Sprachkenntnisse/ Kennenlernen der Kultur

Estnisch habe ich leider kaum gelernt. Die Sprache ist sehr schwierig und kaum verwandt mit Deutsch. Ich habe keinen Sprachkurs in Tallinn absolviert, da dies in der Kürze der Zeit kaum möglich war. Bis auf einzelne Phrasen habe ich mir leider nichts von der Sprache aneignen können. In Tallinn kam man bis auf wenige Ausnahmen mit Englisch klar, viele Esten sprechen auch Deutsch. Bei der Arbeit habe ich ausschließlich mit estnischen Kolleginnen gearbeitet, die alle perfekt Deutsch sprachen. Auch meine Tätigkeiten in der Kammer waren auf Deutsch oder Englisch durchzuführen. Dadurch, dass ich nur mit Estinnen gearbeitet habe, habe ich einen guten Einblick in die estnische Kultur bekommen können. Ich hätte mir allerdings an der einen oder anderen Stelle noch mehr Kontakt mit Esten abseits der Arbeit gewünscht.

Aufgetretene Probleme

Es sind keine Probleme aufgetreten. Ich war durch die Kammer und durch meine Selbstrecherche sehr gut auf den Aufenthalt vorbereitet und hatte daher keine Schwierigkeiten. Bei Fragen, die aufkamen, habe ich mir immer Rat bei meinen Kolleginnen geholt.

Persönliches Resümee

Mein persönliches Resümee fällt durchweg positiv aus. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen habe ich ein Land kennen gelernt, das am Rande der EU liegt und dennoch mittendrin erscheint. Kein Vorurteil, das mir vor meiner Abreise von Freunden und Verwandten entgegengebracht wurde, konnte ich bestätigen. Estland ist ein kleines Land, das extrem modern ist. In vielen Dingen ist es sogar fortschrittlicher als Deutschland (man kann z.B. per Handy sein Parkticket bezahlen und Bustickets kauft man per Chip im Personalausweis). Es ist sehr westlich geprägt, teilweise mit einer starken Anti-Haltung Russland gegenüber. Ich habe mich nie am östlichsten Zipfel der Europäischen Union gefühlt, sondern immer mittendrin. Es war eine tolle Erfahrung, Bekanntschaft mit einem Land zu machen, das doch recht unbekannt ist und das teilweise mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Estland hatte in den letzten Jahren enorme Wirtschaftszuwachsraten von teilweise bis zu 10%. Aufgrund der allgemeinen Krise ist Estland leider von einem starken Wirtschaftsrückgang betroffen. Ich habe viel von Land und Leuten kennen gelernt und bin viel gereist. Das Baltikum ist einen Besuch auf jeden Fall wert – nicht umsonst sind alle 3 Hauptstädte (Tallinn, Riga und Vilnius) UNESCO-Welterbe. Ich bin unendlich froh, diesen doch recht unbekannten und leider unbeachteten Teil der EU gesehen und bereist zu haben.

Ziel dieses Praktikums war natürlich nicht nur das Reisen. Ich habe mich sehr bewusst für die DBHK entschieden, da ich später gerne beruflich in diesen Bereich gehen möchte. Dieser Wunsch wurde während des Praktikums bestätigt und hat mich bekräftigt, mich auf entsprechende Stellen zu bewerben. Ich habe einen umfassenden Einblick in die Arbeit einer Außenhandelskammer machen können und konnte interessante Kontakte knüpfen. Es war außerdem interessant, die Aktivitäten einer Außenhandelskammer in einem so kleinen Land kennen zu lernen, die sich sicher zu „altbekannten“ Volkswirtschaften wie z.B. Frankreich unterscheidet.

ie Arbeit hat mir großen Spaß gemacht. Dies ist auch ein Verdienst des tollen Teams im Büro, das zu keiner Zeit den Eindruck vermittelte, ich sei nur eine billige oder nervende Arbeitskraft. Im Gegenteil, ich wurde unglaublich herzlich aufgenommen und habe sehr viel gelernt.

Mein persönliches Resümee: ich habe tolle Erfahrungen gesammelt, sowohl kulturell als auch arbeitsmäßig. 3,5 Monate sind nur so verflogen. Meinen Berufwunsch konnte ich stärken. Daneben habe ich sicher mit einem Aufenthalt in Estland ungewöhnliche Erfahrungen gemacht. Ich wurde teilweise schräg angesehen, als ich meinen Freunden mitteilte, dass ich nach Estland gehe. Bereits im Vorfeld, vor allem aber in Rückbetrachtung des Aufenthaltes, kann ich nur sagen, dass dies zu Unrecht geschehen ist. Man sollte öfter das Ungewöhnliche wagen und ich bin unendlich froh, dies getan zu haben.

Fazit: es hätte nicht besser laufen können!

Caroline Reffelt

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Frankreich

Praktikum bei Patagonia Europe.

Vom 16. März bis zum 13. September 2009 absolvierte ich ein Praktikum bei Patagonia Europe. Der kalifornische Outdoorhersteller Patagonia, mit Firmenzentrale in Ventura (Kalifornien), wurde 1973 von Yvon Chouinard gegründet. Eine weitere Filiale gibt es in Japan und der europäische Hauptsitz befindet sich in der schönen Alpenkleinstadt Annecy in Frankreich. Patagonia befindet sich im Privatbesitz von Yvon und Malinda Chouinard und kommuniziert Firmenergebnisse auf freiwilliger Basis. Der Umsatz liegt bei 315 Millionen US$ und Patagonia besitzt 49 Patagonia Stores weltweit, davon 5 in Europa (München, Chamonix, Dublin, Mailand, Prag) und ein Konzept Store in Zürich. Zur Vertriebsstruktur gehören 700 Patagonia Partnerhändler in Europa und seit Herbst 2006 erfolgt ebenfalls der Verkauf übers Internet. Patagonia hat derzeitig 75 Mitarbeiter in Europa und 1250 Mitarbeiter weltweit. Patagonia ist international für seine Produktinnovationen, höchste Produktqualität und herausragenden Umweltaktivismus bekannt. Der Leitspruch des Unternehmens ist: „Stelle das beste Produkt her, belaste dabei die Umwelt so wenig wie möglich, inspiriere andere Firmen, diesem Beispiel zu folgen und versuche, Lösungen zur aktuellen Umweltkrise zu finden“. Seit 1996 verwendet Patagonia ausschließlich biologisch angebaute Baumwolle in der Bekleidungskollektion. In mehr als 60 % aller Produkte werden recycelte Materialien verwendet. Und seit 2006 gibt es das "Faser-zu-Faser-Common-Threads-Recycling-Programm", im Rahmen dessen inzwischen 65 % der Herbst-Kollektion 2009 recycelbar sind. 1% des Umsatzes spendet Patagonia jedes Jahr an kleine, engagierte Umweltschutzgruppen. Seit 1985 hat Patagonia auf diesem Weg US$ 33 Millionen gespendet.

Während meines Praktikums arbeitete ich dem General Manager und der Marketingabteilung zu. Meine Hauptaufgaben beinhalteten die Analyse des europäischen Outdoormarktes, des europäischen Produktportfolios von Patagonia als auch die Untersuchung von zukünftigen Konsumentenbedürfnissen in den jeweiligen Ländern. Ziel dieser komplexen Marktanalyse war es, den europäischen Markt besser zu verstehen und somit die europäischen Produktbedürfnisse gegenüber dem amerikanischen Team zu kommunizieren, damit diese bei der nächsten Kollektionserstellung Berücksichtigung finden. Dies soll letztendlich zu einer höheren Rentabilität des europäischen Produktportfolios führen.

Die Umsetzung dieser Aufgabenstellung erfolgte durch die Konsolidierung und Aufbereitung von internen und externen Verkaufs- und Marktinformationen (in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Sales Managern der Länder). Ergebnis dieser Aufgabe war eine Line Review Präsentation über die europäischen Produktbedürfnisse für die zukünftige Sommerkollektion 2011, welche anschließend dem amerikanischen Produkt Managern in Ventura vorgestellt wurde.

Zu den weiteren Aufgaben meines Praktikums zählte die Organisation des Sales Meetings in Annecy für die Sommerkollektion 2010 und die Koordination des Sales Meetings für die Winterkollektion 2010 in Ventura, Kalifornien. Darüber hinaus erstellte ich Kundenpräsentationen, Präsentationen für das höhere Management und unterstütze das Marketingteam aktiv beim Messeauftritt in Friedrichshafen (OutDoor) als auch zum Dealerevent im Frankenjura.

Dieses Praktikum ermöglichte mir einen umfassenden Einblick in die Welt des Outdoorsports. Ich erwarb umfassende Marktkenntnisse über die Outdoorbranche und spezielles Know-how im Bereich der Textilien und Technologien von Outdoorbekleidung. Weiterhin vertiefte ich meine Word-office Kenntnisse (insbesondere Excel und Powerpoint) und schulte meine kommunikativen Fertigkeiten durch die Zusammenarbeit mit Kollegen aus verschiedenen Abteilungen und verschiedener Hierarchiestufen. Hauptsächlich kommunizierte ich in Englisch, insbesondere im Schriftverkehr und mündlich ebenfalls in Französisch und Deutsch.

Die Betreuung Seitens Patagonia war einwandfrei. So erhielt ich beispielsweise am Anfang meines Praktikums die Möglichkeit die Produkte besser kennen zu lernen, indem ich die Sales Manager bei ihren Kundenbesuchen begleitete.

Dank des 6-monatigen Aufenthalts in Frankreich konnte ich meine Französischkenntnisse erheblich verbessern und diese auch im Berufsleben einsetzen. In diesen 6 Monaten habe ich einen sehr guten Einblick in die französische Kultur bekommen, dies nicht nur in beruflicher sondern auch in privater Hinsicht. So habe ich beispielsweise mit Sportklettern angefangen und bin bekennender Tartiflette Liebhaber geworden (savoyardisches Traditionsgericht). Ich kann mir sehr gut vorstellen, in diesem Land Fuß zu fassen und vor allem in dieser Branche weiter zu arbeiten. Ich habe sehr gute Aussichten nach diesem Praktikum von Patagonia übernommen zu werden.

Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich für diese Unterstützung bei dem Leonardo Team bedanken, insbesondere bei Frau Wille, die mir die Teilnahme am Leonardo Lernprogramm erst möglich gemacht hat.

Susanne Wuttke

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Polen

Bericht über einen Lernaufenthalt bei der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“

Das Unternehmen
Bei der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ handelt es sich um eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Warschau. Sie wurde zu Beginn der 1990er Jahre parallel zur Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ gegründet, um die humanitäre Hilfe für polnische Opfer des nationalsozialistischen Regimes (Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge u.a.) bzw. deren Angehörige auszuzahlen. Seit dem Ende des Auszahlungsprozesses im Jahr 2004 konzentriert sich die Stiftung darauf, anhand von Publikationen, Ausstellungen, Schulgruppenbetreuung und Begegnungsreisen über die Geschichte ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter zu informieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt neben der Bildungsarbeit ist die soziale Fürsorge der noch lebenden NS-Opfer, die anhand von Sachspenden und praktischer Hilfe unterstützt werden. Dabei helfen zahlreiche Freiwillige bei der Arbeit der Stiftung, sei es im Büro, im Archiv oder im sozialen Bereich. In der Stiftung sind derzeit ca. 40 Personen angestellt sowie fünf bis neun Freiwillige und Praktikanten. 

Aufgabenstellungen

  • Korrespondenz mit internationalen Partnern
  • Beantwortung von Anfragen zu bestimmten Programmen der Stiftung
  • Mitarbeit an wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema der ehemaligen NS-Häftlinge mit polnischer Staatsbürgerschaft
  • Übersetzung der Stiftungs-Homepage aus dem Deutschen ins Englische
  • Fundraisingaktivitäten zur Beschaffung von Sachmitteln für NS-Opfer
  • Mitwirkung bei der Bewerbung um europäische Fördermittel
  • Teilnahme an Debatten, (Presse-)Konferenzen, Foren, und Ausstellungen
  • Betreuung und Information von Besuchergruppen und Gästen
  • Recherche nach Originaldokumenten im Archiv
  • Digitalisierung von historischen Dokumenten
  • Unterstützung der ehemaligen Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge bei alltäglich anfallenden Aufgaben (einkaufen, saubermachen, kochen)
  • Zeitzeugengespräche
  • Schwerpunkt des Praktikums war die Mitwirkung bei der Entstehung, Redaktion und Korrektur von vier Publikationen:
    • „Die Polen in den Augen der Deutschen“, „Jahresbericht 2009“,
    • Mauthausen“ und insbesondere bei der Publikation
    • „Atlas der Flucht, Vertreibung, Aussiedlung 1939-1959“


Erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten, erzielte Ergebnisse, besondere Aktivitäten

Beruffachlich:

  • Kritisches Denken durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges aus der Perspektive der polnischen Staatsangehörigen und Überlebenden
  • Grundlegendes Wissen über die Entwicklung der polnisch-deutschen Beziehungen, ihren Einfluss auf die Gegenwart und das Bewusstsein für den heutigen Blickpunkt beider Länder auf aktuelle Probleme
  • Kultur- und Geschichtsbewusstsein aus einer europäischen Perspektive
  • Kommunikative Kompetenz/Fremdsprachenkompetenz in der Muttersprache und in den Fremdsprachen Polnisch und Englisch in Schrift und Wort
  • Redaktions- und Lektoratsarbeit

Organisatorisch:

  • Eigeninitiative: aktives Projektmanagement (Planung, Organisation, Führung und Delegation, Einsatzbesprechung)
  • eigenständige und Gruppenarbeit, Teamfähigkeit und Integration in die Gruppe der Freiwilligen sowie in das gesamte Team der Mitarbeiter
  • Entscheidungsfindung
  • Projektorganisation: Koordinierung der Vorbereitungen zur deutschsprachigen Publikation „Atlas der Flucht, Vertreibung, Aussiedlung 1939-1959“ 
  • Verlässliches und sorgfältiges Arbeiten

Sozial:

  • Verständnis der in Polen akzeptierten Verhaltensweisen und Umgangsformen
  • Kompetenz in Bezug auf Einzelpersonen, Gruppen, Arbeitsorganisationen, Gleichberechtigung, Nichtdiskriminierung, der polnischen Gesellschaft und Kultur
  • Konstruktive Kommunikation in unterschiedlichen Umgebungen
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Integration
  • Respekt für andere Menschen unterschiedlicher Kultur und Generation
  • Überwindung von Vorurteilen
  • Eingehen von Kompromissen
  • Bürgerkompetenz: Solidarität und Interesse an lokalen und weiter gefassten Gemeinschaften
  • Anerkennung und Verstehen der Unterschiede zwischen Wertesystemen unterschiedlicher Religionen und ethnischer Gruppen
  • Engagement für die Zivilgesellschaft

Sonstige:

  • Stärkung des europäischen Bewusstseins
  • Erkenntnis der multikulturellen und sozi-ökonomischen Dimension der europäischen Gesellschaften, insbesondere im Vergleich zwischen Deutschland und Polen
  • Bewusstsein für das lokale, nationale und europäische Kulturerbe
  • interkulturelle Kommunikation und Handlungskompetenz
  • Sensibilität für die Problematik des Zweiten. Weltkrieges
  • Annäherung durch Begegnungen mit den betroffenen Opfern des NS Terrors, 
  • Überbrückung der Generationskluft

Betreuung durch die Aufnahmeorganisation

Die Stiftung betreute mich von Anfang an sehr zufriedenstellend. Bereits vor dem eigentlichen Praktikumsbeginn kontaktiere mich meine zukünftige Betreuerin und bot ihre Unterstützung bei den Reisevorbereitungen und der Wohnungssuche an. Diese gute Zusammenarbeit setzte sich im Laufe des Praktikums fort. Durch regelmäßige Besprechungen wurden die erzielten Ergebnisse reflektiert, Probleme angesprochen und gelöst. Ich konnte mich jederzeit an jeden der Kollegen mit meinen Fragen wenden. Besonders angenehm war, dass mir von Anfang an ein hohes Vertrauen entgegengebracht wurde, sodass ich oft sehr verantwortungsvolle und produktive Arbeiten übernehmen konnte.

Fortschritt in der Sprache des Gastlandes und des Kennenlernens seiner Kultur

Zu Beginn meines Aufenthaltes in Polen hatte ich die Sprache nicht gelernt, erst drei Wochen vor dem Praktikum damit angefangen und einen Sprachkurs während des Praktikums fortgeführt. Anfangs hatte ich das Lernen der Sprache leichter eingeschätzt, sodass ich derzeit eher unzufrieden mit meinen Fortschritten bin. Dennoch ist ein Fortschritt zu verzeichnen, denn mittlerweile verstehe ich eine Menge und kann mich in alltäglichen Situationen verständigen. Auch die Kultur des Landes war mir vor meiner Abreise relativ unbekannt, ich kannte sie nur aus Büchern (allen voran „Viva Polonia“ von Steffen Möller) und durch meine polnischen Freunde, die ich in Deutschland kennengelernt hatte. Der Aufenthalt in Warschau ermöglichte es mir, vermehrt mit Polen in Kontakt zu treten und mehr über ihre Auffassungen zu erfahren. Durch das Aufgabengebiet der Stiftung erhielt ich zudem einen sehr guten Einblick in die Geschichte des Landes ab dem Zweiten Weltkrieg bis hin zu den gegenwärtigen polnisch-deutschen Beziehungen.

Aufgetretene Probleme und deren Lösung

Alles in allem traten nur sehr vereinzelt Probleme auf. So war es zu Beginn für mich schwierig, meine verschiedenen Projekte in ihren Prioritäten zu ordnen, da mir teilweise keine Abgabetermine („Deadlines“) genannt wurden, eine Praxis, wie sie mir aus früheren Arbeitserfahrungen aus Deutschland bekannt war. Dieses Problem lösten wir, indem wir vermehrt über die Wichtigkeit der einzelnen Aufgaben sprachen, sodass ich diese dann ordnen konnte. Ein weiters Problem entstand während der Arbeit mit den älteren Menschen. Ich betreute ein altes Ehepaar, das nur Polnisch sprach, sodass ich das Gesagte teilweise nicht vollständig erfasste. Durch nochmalige Nachfrage oder die Vermittlung meiner Betreuer konnten wir uns jedoch verständigen. 

Persönliches Resümee

Mit dem Praktikum bei der FPNP bin ich sehr zufrieden, vor allem weil es mir neue Arbeitsmethoden und –techniken gezeigt hat, die sich von den mir bis dahin bekannten deutschen unterscheiden. Dies hat meinen Erfahrungshorizont enorm erweitert. Durch die hervorragende Betreuung und die abwechslungsreichen, verantwortungsvollen Aufgaben im Rahmen des Praktikums habe ich mich stets sehr wohl gefühlt. Für mich war es sehr interessant, binational zu arbeiten. Dadurch konnte ich mein europäisches Bewusstsein vertiefen und die historischen Ereignisse aus einem neuen Blickwinkel sehen. Hinzu kam die Arbeit mit den älteren Menschen, die ich vorher noch nicht kannte, die mir aber ein sehr gutes Gefühl gegeben hat. Aus dem Praktikum nehme ich diese Einsatzbereitschaft mit, die ich auch in Deutschland fortführen möchte, sowie mein weiter ausgeprägtes Interesse für die europäische Integration, besonders auf der zivilgesellschaftlichen Ebene.

Katja Wegner

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Schweden

Bericht über die Praktikumstätigkeit bei DeLaval International AB Tumba

Das Praktikum bei DeLaval International AB begann am 14.01.2008 und endete offiziell am 15.06.2008.


DeLaval gehört mit ihren Schwesterfirmen Tetra Pak und Sidel zu der Tetra Laval Group. DeLaval ist ein international tätiges Unternehmen mit Vertretungen in über 115 Ländern und mehr als 5000 Mitarbeitern weltweit. Der Hauptsitz der Firma ist in Tumba, Schweden.
Hier ist auch die Abteilung Central Marketing mit den Unterabteilungen Corporate Communication, Marketing Communication und Strategic Marketing angesiedelt.
Mein Praktikum absolvierte ich im Bereich des Strategischen Marketings, genauer im Brandmanagement.
In dem 5-monatigen Zeitraum war ich direkt dem Brandmanager unterstellt.

Die ersten beiden Wochen meines Aufenthaltes wurden überwiegend für die Einarbeitung genutzt. Es wurde mir ermöglicht in dieser Zeit durch Gespräche mit Vertretern der verschiedensten Abteilungen einen guten Einblick in das Unternehmen und die Abläufe zu bekommen. Trotz eines bis dato nur für 5 Monate geplanten Aufenthaltes wurden hier keine Kosten und Mühen gescheut und es wurde einem sofort das Gefühl vermittelt ein vollwertiges Mitglied des Teams zu sein. Anders als in Deutschland, wo nach meinen Erfahrungen nicht solch ein Aufwand für einen Praktikanten betrieben wird. Es wurde mir sogar ermöglicht den Verkauf und den Servicebereich des Unternehmens direkt kennenzulernen, indem ich für 3 Tage mit den jeweiligen Verkaufsleiter und einem Servicemitarbeiter mitfahren konnte. Auch bei der Wohnungssuche wurde ich hervorragend unterstützt.

Nachdem die Einarbeitungszeit beendet war wurde ich mit meinen ersten Projekten vertraut gemacht. Dies war ein weiterer positiver Punkt der mir gleich in der Anfangsphase meines Praktikums aufgefallen ist. Denn trotz meiner begrenzten Zeit in der Firma wurde sich sehr bemüht Projekte für mich zu finden die ich in dieser kurzen Zeit bearbeiten kann und die aber auch Spaß machen und bei denen ich natürlich auch fachlich etwas lernen kann.

Zu einen meiner Hauptaufgaben während der Praktikumszeit gehörte es den Brandmanager bei der Entwicklung und Umsetzung des neuen Kommunkationskonzeptes zu unterstützen.
Dabei war es nun vor allem wichtig das vorab nur in der Theorie entwickelte Konzept praktisch – also in Form von Layout, Grafik und Design – umzusetzen.
Ein weiteres von mir eigenständig durchgeführtes Projekt bestand darin neue Richtlinien für das Design von Anwender- und Produktsymbolen zu entwickeln. Im Laufe diese Projektes stellte sich allerdings heraus, dass es nicht nur an den Richtlinien für das Design mangelt, sondern das ein Prozess der Entwicklung und Implementierung neuer Symbole überhaupt nicht existiert. Daher wurde die die Erstellung eines Prozesses für die Entwicklung neuer Anwender- und Produktsymbole mit in das Projekt mit aufgenommen.

Ein weiteres sehr interessantes und auch sehr abwechslungsreiches Projekt in dieser Zeit war die Organisation eines sogenannten „Design Forums“ in dem Mitarbeitern von DeLaval die Wichtigkeit von gutem Produktdesign verdeutlicht werden sollte. Hier war es notwendig Kontakte mit Referenten herzustellen, ein Programm aufzustellen und den passenden Veranstaltungsort zu finden.

Ich habe mit diesen beiden Projekten 2 Beispiele herausgegriffen die einen kleinen Eindruck von meinem Aufgabenbereich vermitteln sollen. Es wird sicherlich sehr deutlich, dass die tägliche Arbeit sehr abwechslungsreich und interessant war. Ich habe gerade im fachlichen Bereich sehr viel an Erfahrungen sammeln können. Was aber gerade für mich persönlich sehr wichtig war, war die Erfahrung in einem Team zusammenzuarbeiten und dabei mit vielen verschiedenen Kulturen konfrontiert zu sein. Da die Belegschaft in Tumba sehr international gemischt ist war es mir auf alle Fälle möglich hier meine interkulturellen Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Ich habe gelernt das es wichtig ist das man sich während der Zusammenarbeit an Projekten immer wieder vor Augen führt das hier unterschiedliche Kulturen mit unterschiedlicher Arbeitsweise und Einstellungen zusammenkommen und man darauf immer wieder Rücksicht nehmen sollte.

Rückblickend kann ich sagen, dass diese Zeit mir definitiv persönlich sowie auch fachlich sehr viel an neuen Wissen und Erfahrungen vermittelt hat. Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Zeit ist das man annimmt das die deutsche und die schwedische Kultur sich sehr ähnlich sind, aber alleine schon im Arbeitsbereich sind hier einige Punkte bei denen wir uns sehr stark unterscheiden. Die sehr große Wertschätzung der Familie und der Mitarbeiter an sich im Unternehmen ist etwas woran sich deutsche Unternehmen ein Beispiel nehmen können.

Um diesen Erfahrungsschatz weiter auszubauen habe ich mich dazu entschieden den mir zum angebotenen Vertrag als Projektleiterin in der Marketing Communications Abteilung des Unternehmens anzunehmen. Seit 1.6.08 arbeite ich nun offiziell in dieser Abteilung und weiß momentan noch nicht wann ich wieder nach Deutschland zurückkehre. Ich würde sagen, dass dies definitiv ein positives Resultat meines Praktikums ist und möchte mich daher noch einmal für die Unterstützung durch LEONARDO bedanken.

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Spanien

Bericht über ein Praktikum in Spanien

Da ich nach meinem Bachelor Abschluss die Möglichkeit nutzen wollte erst einmal praktische Erfahrungen zu sammeln entschloss ich mich zunächst mit der Unterstützung des Leonardo da Vinci Programms ein Praktikum zu absolvieren.
Durch das Praktikum im Marketingbereich von Instrumentos WIKA in Barcelona erhoffte ich mir praktische Einblicke in das Gewerbe zu gewinnen. Als weiteren Aspekt wollte ich die Zeit nutzen, um meine Spanischkenntnisse zu verbessern, die mir insbesondere in meinem historischen Schwerpunkt, der Geschichte Lateinamerikas, nützlich sein werden.

a) Bearbeitete Aufgabenstellung
Die Firma Instrumentos Wika stellt Instrumente zur Druck- und Temperaturmessung her und ist führend in ihrem Marktbereich. Der Sitz der Mutterfirma WIKA ist in Klingenberg, in Hessen. Neben der Filiale in Barcelona ist WIKA noch in 60 anderen Ländern der Welt vertreten.
Mein Praktikum fand im Marketingbereich von Instrumentos WIKA statt. Unter der Anleitung des Marketingmanagers Chassan Jalloul war es meine Aufgabe eine Datenbank über die Kunden von Instrumentos WIKA zu erstellen. Auf diese Art sollte herausgearbeitet werden, in welchen Marktsektoren und Regionen Spaniens Kunden bedient werden. Durch eine Auswertung der Daten konnten wir so die Position der Instrumentos WIKA in der spanischen Wirtschaft definieren. Ergänzend hierzu recherchierte ich im Internet wie sich die verschiedenen Industriesektoren in Spanien in den letzten Jahren wirtschaftlich entwickelt haben. Es stellte sich heraus, dass im Bereich des Maschinenbaus, trotz der momentanen Krise der spanischen Wirtschaft, ein Aufschwung zu verzeichnen ist.
Neben vielen anderen Sektoren, die von WIKA mit Messgeräten versorgt werden, fällt auch der Bereich Maschinenbau. Daher entschloss sich Chassan Jalloul, dass ich im nächsten Schritt eine Marktsegmentierung im Bereich Maschinenbau durchführen sollte.
Dabei wurde deutlich, dass insbesondere im Baskenland der Sektor Maschinenbau in den letzten Jahren gewachsen ist. Mit der bereits erstellten Datenbank der Kunden von Instrumentos WIKA stellten nun wir in einer weiterem Auswertung fest, dass prozentuell der Anteil von Kunden von Instrumentos WIKA im Baskenland gering ist. So ergab sich als meine weitere Aufgabe, mit Hilfe der Datenbank „Kompass“, die alle Firmn Spaniens mit notwendigen Informationen ( Umsatz, Zahl der Angestellten ) beinhaltet, eine weitere Datenbank von potentiellen Kunden für Instrumentos WIKA zu erstellen.
Auf Grundlage dieser Datenbank von potentiellen Kunden , wird nun eine Briefingaktion durchgeführt um neue Kunden zu gewinnen, um die marktführende Position von WIKA in Spanien weiterhin zu gewährleisten.

Neben dem Aufbau der Datenbanken habe ich Chassan Jalloul noch bei der Gestaltung eines Messestandes von WIKA geholfen. Die Messe „Expoquimia“, für die der Stand entworfen wurde, findet alle vier Jahre in Barcelona statt und ist eine der interessantesten und wichtigsten Messen für WIKA. Während der Vorbereitung nahm ich an verschiedenen Gesprächen mit Graphikern teil, die ihre Entwurfe eines möglichen Standes vorstellten. Im Anschluss evaluierte ich gemeinsam mit Herrn Jalloul die verschiedenen Ideen. In diesem Prozess fragte mich Herr Jalloul stets um meine Meinung und zog diese auch in Betracht.

b) Erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten
Während des Praktikums bei WIKA bekam ich eine Einführung in das Fach Marketing, und gewann insbesondere Wissen in den Bereichen Industriemarketing und Industriewerbung. Weiterhin gab mir mein Mentor Chassan Jalloul wertvolle Hinweise in den Grundsätzen des Aufbaus und der Beurteilung von Messeständen. Ich bekam die Möglichkeit die verschiedenen Arbeitsprozesse bei der Organisation einer Messe mitzuverfolgen.

Durch die tägliche Arbeit in der spanischen Sprache hat sich mein Wortschatz des Spanischen allgemein, aber insbesondere im Bereich des Marketings erweitert. Dieses trifft auch für das Englische zu.
Neben den sprachlichen Fortschritten konnte ich durch die Arbeit bei Instrumentos WIKA meine Kenntnisse in Microsoft Excel, sowie im Erstellen und Auswerten von Statistiken und Datenbanken erheblich erweitern und verbessern.

c) Besondere Aktivitäten ( Tagungen/ Messen)
Instrumentos WIKA orientiert sich an der KAIZEN – Philosophie aus Japan, die durch bestimmte Vorlagen und Punkte das Arbeitsklima und dadurch auch das Endergebnis verbessern soll. Während meiner Zeit bei Instrumentos WIKA fand ein 1- wöchiger Workshop statt an dem die Hälfte der Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen (Produktion, Einkauf, Verkauf, Buchhaltung ) teilnahm. Durch Gespräche und Kennenlernen der verschiedenen Bereiche wurden in Kleingruppen Maßnahmen für effektivere Arbeitsvorgänge in der Zusammenarbeit entwickelt. Diese wurden am Ende der Workshopwoche in einer Veranstaltung mit Power Point vorgestellt. Gemeinsam mit dem Rest der Angestellt wurden diese ausgewertet und auf ihre Durchführbarkeit geprüft.

d) Betreuung durch die aufnehmende Einrichtung
Ich wurde generell sehr freundlich von allen Angestellten bei WIKA aufgenommen. Stefan Heidinger, der Chef, nahm mich an meinem ersten Arbeitstag am Bahnhof in Empfang und stellte mich auch gleich zu Beginn allen Angestellten persönlich vor. Nach einem gemeinsamen Mittagessen führte er mir, gemeinsam mit meinem Mentor Chassan Jalloul, eine Firmenpräsentation vor und erklärte das Aufgabengebiet, das mit zufallen würde. Während des Praktikums nahmen sich alle Angestellten, und natürlich Herr Jalloul, stets die Zeit mir auf fachliche Fragen zu antworten und mich ausführlich in Problemen bezüglich meiner Aufgabenstellung zu beraten.
Ich habe mich immer sehr wohl bei Instrumentos WIKA gefühlt. Alle Angestellten begegneten mir äußerst herzlich, interessierten sich für meine Arbeit bei WIKA, mein Leben in Deutschland, meine berufliche Zukunft und mein Wohlbefinden in Barcelona.

e) Fortschritt in Sprache und Kultur des Gastlandes
Während meines dreimonatigen Aufenthaltes in Barcelona verbesserten sich meine Sprachkenntnisse im Spanischen enorm.
Politisch zählt Barcelona zwar zu Spanien, also dem kastellanischen Sprachraum, jedoch liegt Barcelona in der Region Kataloniens. Die Katalanen sehen sich als selbstständige Nation mit einer eigenen Sprache, dem katalanischen, einer eigenen Tradition und Kultur. So auch die Menschen in Barcelona und Umgebung, somit auch alle meine Arbeitskollegen, die untereinander auch hauptsächlich katalanisch sprachen. Katalanisch ist dem spanischen (kastellanischen) zwar recht ähnlich, weist aber dennoch erhebliche Unterschiede auf. In der gemeinsamen spanisch- katalanischen Geschichte kam es zu etlichen Konflikten bezüglich der Unterdrückung durch die Spanier. ( Unter der Franco Diktatur, z.B., war das Sprehen von katalanisch verboten. )
Dem zu Folge beherrschen alle Katalanen auch kastellano. In den Schule und Universitäten in Katalonien wird auf katalanisch unterrichtet und das meiste öffentliche Leben hauptsächlich auf katalanisch geführt. Das Spanische existiert jedoch in einer Parallelwelt nebenher, sodass die meisten Straßennamen, öffentlichen Bezeichnungen oder Menükarten zweisprachig vor zu finden sind.
Unterhaltungen und Unternehmungen mit Freunden, Mitbewohnern und Arbeitskollegen, wie etwa der Ausflug mit einer katalanischen Bekannten, von meinem Erasmusaufenthalt in Prag, in ihren Heimatort Figueres zum Besuch des Salvador Dali Museums, sowie eines traditionellen Festes für den Heiligen der Stadt,oder auch die Gespräche mit meinem katalanischen Sprachlehrer, stärkten meine Sensibilität für den innerspanischen Konflikt und das katalanische Bewusstsein.

f) Aufgetretene Probleme und deren Lösung
Spontan würde ich sagen, dass es keine Probleme während des Praktikums gab. Wie bereits erwähnt waren mein Mentor Chassan Jalloul, mein Chef Stefan Heidinger und die übrigen Arbeitskollegen stets sehr hilfsbereit, sodass ich keine Hemmungen hatte Probleme ( Sprachschwierigkeiten / fehlende Quellen für die Datenbanken ) anzusprechen. Bei Komplikationen mit dem Aufbau der Datenbank wurde im Gespräch mit Herrn Jalloul immer eine gemeinsame Lösung gefunden.
Auch in organisatorischen Fragen bezüglich meines Praktikums, welche der Kommunikation zwischen Instrumentos WIKA und dem Leonardo Büro bedurften , traten keinerlei Probleme auf. An dieser Stelle soll auch erwähnt werden, dass Frau Wille vom Leonardo Büro stets erreichbar war und helfend zur Seite stand.

g) Persönliches Resümee
Die drei Monate Aufenthalt bei Instrumentos WIKA in Barcelona haben mir sehr gut gefallen und ich bin froh, dass ich die Möglichkeit genutzt habe, durch die Unterstützung des Leonardo Programms, das Praktikum zu realisieren. Meine aufnehmende Firma gab sich viel Mühe mir interessante und abwechslungsreiche Aufgaben zu geben und mir möglichst viele Einblicke in die Arbeitsprozesse zu geben. Die mir gestellten Aufgaben während des Praktikums verbesserten meine Kenntnisse im Umgang mit Datenbanken, Statistiken und Microsoft Excel.
Ich bekam Einblicke in die Arbeit der Marketingbranche und gewann an praktischen und fachspezifischen Wissen in diesem Bereich. Neben den Erfahrungen in das Fachgebiet, nutzte ich die drei Monate sehr intensiv um meine Spanischsprachkenntnisse zu verbessern, die mir für mein weiteres Studium der Geschichtswissenschaft, insbesondere meinem lateinamerikanischen Schwerpunkt, unglaublich von Wert werden sein.
Neben den praktischen und fachlichen Erfahrungen möchte ich aber auch die persönlichen Erfahrungen erwähnen.
Der tägliche Arbeitsalltag bei WIKA, die persönliche Herausforderung in einem fremden Land zu leben, mit anderssprachigen Kollegen Kontakt aufzunehmen, sowie das Leben in Barcelona und das Kennenlernen des Landes, der Menschen und der Kultur Barcelonas und Kataloniens werden mit stets als eine sehr wertvolle Zeit in Erinnerung bleiben.

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Malta

Praktikumsbericht über ein Praktikum auf Malta

Vom 25. August bis zum 30. November 2008 absolvierte ich ein Auslandspraktikum im Britannia College, Malta. Das Britannia College ist eine sehr große Sprachschule, welche General-English- und Business-English-Kurse für überwiegend Erwachsene aus aller Welt anbietet. Neben dem Unterricht organisiert die Einrichtung auch die Unterkunft während des Sprachaufenthaltes, den Flughafentransfer und Ausflüge. Während meines Praktikums unterstützte ich das Team bei der Ausführung des operativen Tagesgeschäftes. Dazu gehörten die Beantwortung von Telefonaten, Email-Korrespondenz, Kopieren, Faxen, Laminieren, Abheften, Postein- und –ausgang sowie die Organisation der Transporte der Sprachschüle.

Im Wesentlichen gehörten folgende Tätigkeiten zu meinem Aufgabenbereich:

  • Betreuung der Sprachschüler
  • Zusammenarbeit mit Taxiunternehmen für den Transport
  • Vorbereitung von Begrüßungsmappen
  • Erstellung von Sprachzertifikaten
  • Internetrecherchen für neue Kunden, Flugangebote, Freizeitaktivitäten
  • Versand von Informationsmaterial an (potenzielle) Kunden und Agenturen
  • Erstellung einer Preisliste für Hotels und Gasthäuser für 2009 (entsprechende Korrespondenz mit den Hotels)
  • Überarbeitung und Neuorganisation der Akten früherer Sprachschüler


Dabei wurde ich vertraut mit dem Tagesgeschäft einer Sprachschule, erweiterte meine Kenntnisse mit den MS Office-Programmen und dem englischsprachigen World Wide Web. Den größten Nutzen erbrachte das Praktikum jedoch für meine Englischkenntnisse, die ich dank der alltäglichen Konversation mit Kollegen und Sprachschülern, aber besonders aufgrund der regelmäßigen Teilnahme am Unterricht deutlich verbessern konnte. Von Vorteil war vor allem, dass ich täglich mit professionellen Englischlehrern zusammenarbeitet, welche jederzeit bereit waren, meine Sprachfehler zu verbessern, meinen Vokabelschatz zu erweitern und meine Fragen fachgerecht zu beantworten.

Die Arbeit am Britannia College zeichnet sich durch eine sehr familiäre und professionelle Atmosphäre aus. Von der ersten Minute an fühlte ich mich willkommen. Jeder Einzelne war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Bereits vor Beginn des Praktikums unterstützte mich die Geschäftsleitung und half mir bei der Einreise, der Wohnungssuche und der Eingewöhnung. Man war stets bemüht, angemessene Aufgabenstellungen für mich zu finden und mich auch außerhalb der Schule zu unterstützen. Meine Kollegen wurden nie ungeduldig und waren stets bereit, sich bei Verständnisproblemen zu wiederholen bzw. etwas erneut zu erklären.

Dies hatte den Vorteil, dass ich immer weniger Angst vor der englischen Sprache hatte und half mir freier und auch fehlerfreier zu sprechen.

Während der Dauer des Praktikums wurde ich mit der Insel und seinen Bewohnern vertraut. Ich hatte mich bereits nach kurzer Zeit in den Arbeitsalltag eingelebt und gewöhnte mich an Gebräuche und Sitten. Ich lernte Malta als internationales, weltoffenes Land und seine Einwohner als hilfsbereite und freundliche Menschen kennen. Malta ist eines der beliebtesten Länder für Englischsprachreisen. Ein Grund dafür ist neben zahlreichen Sprachschulen die Tatsache, dass Englisch Amtssprache ist und jeder Malteser auch Englisch spricht.

Als Problem stellte sich die Wohnungssuche heraus. Da wir zu zweit für 15 Wochen in Malta lebten, hielten wir eine möblierte Wohnung für die beste Möglichkeit. Es zeigte sich, dass in Malta sehr viele möblierte Apartments bereits für eine Dauer von drei Monaten vermietet werden. Jedoch besteht eine sehr große Nachfrage nach diesen, insbesondere in den Sommermonaten. Leider hatten wir es versäumt, bereits von Deutschland aus eine Unterkunft zu organisieren. Dank der Unterstützung meiner Kollegen und eines Maklerbüros konnten wir jedoch innerhalb kurzer Zeit eine geeignete Wohnung finden. Leider sind Mietpreise und Nebenkosten sowie Lebensmittel im Vergleich zu Deutschland sehr teuer. Bei der finanziellen Planung eines längeren Aufenthaltes sollte man das berücksichtigen.

Rückblickend betrachtet war es eine sehr gute Entscheidung ein Auslandspraktikum in Malta zu absolvieren. Ich konnte meine Englischkenntnisse deutlich verbessern, eine sehr interessante Kultur kennenlernen und bedeutende Kontakte knüpfen. Auch die Arbeit in einer Sprachschule kann ich sehr empfehlen. Besonders der Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und die Arbeit in einem professionellen, englischsprachigen Team haben mich begeistert. Vom Britannia College und LEONARDO-Büro Thüringen erhielt ich hilfreiche Unterstützung. Beiden Einrichtungen bin ich sehr zu Dank verpflichtet.

Nicole Becher

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