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Ansprechpartnerin

Elfriede Thron

Koordinatorin ERASMUS-Praktika

Telefon 03677 69-2523

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INHALTE

Italien

Ingenieurwissenschaften
Agrarwissenschaft, Tiermedizin
Medizin, Sozialwesen [1]
Dienstleistungen, Sport, Umweltschutz

Elisabeth Ammer, FSU Jena, Medizin

Bruneck, Italien

Winterlicher Pragser Wildsee
Wanderung in den Dolomiten
Altstadt Brunecks

Mein Erasmus-Praktikum 2016

Während meines Erasmus+-Aufenthalts im Krankenhaus im Bruneck führte ich vor allem Anamnesegespräche mit rheumatologischen Patienten sowie Visiten durch. Des Weiteren erstellte ich Entlassungsbriefe sowie Sonografien von Thorax, Abdomen und Gelenken. Ich assistierte bei Speicheldrüsenbiopsien und führte körperliche Untersuchungen und Befunderhebungen durch. Ebenso wertete ich EKG- Daten der Patienten aus.

Verbesserte Qualifikationen und Fähigkeiten

Ich verbesserte meine sonographische Kontrolle von Gelenken und Abdomen und wurde sicherer im Umgang mit seltenen Krankheitsbildern und Therapieansätzen. Des Weiteren erwarb ich eine empathischere Gesprächsführung mit zum Teil schwerkranken Patienten mit hohem Leidensdruck.

Einfluss des Praktikums auf den Verlauf des Studiums und den Einstieg ins Berufsleben

Ich habe mich nie besonders für die innere Medizin interessiert. Durch meine Zeit auf der Rheumatologie habe ich aber deren Komplexität und Faszination zu schätzen gelernt. Auch wenn ich in Zukunft chirurgisch tätig sein möchte, so empfinde ich es doch als große Bereicherung etliche rheumatologische Kenntnisse erworben bzw. vertieft und die „internistische Herangehensweise“ an klinische Problematiken verinnerlicht zu haben. Ich denke dies verhindert frühzeitig, zu einem „Fachidioten“ zu werden.

Fazit

Ich betrachte es als großes Privileg ein fremdes Gesundheitssystem und unterschiedliche Herangehensweisen kennengelernt zu haben. Unterschiede zu Deutschland im Positiven wie auch im Negativen treten so erst zu Tage und erlauben einen reflektierten Blick auf das eigene System. Dass in Italien beispielsweise Krankenpflege ein Studium ist, die Schwestern also hervorragend ausgebildet sind und ein enormes Wissen haben, war absolut positiv zu bewerten. So war der Austausch zwischen Pflegekräften und ÄrztInnen viel intensiver als in Deutschland und die Hierarchien deutlich flacher. Auch der bessere Pflegeschlüssel (viel mehr Personal auf einen Patienten) machte sich im extrem guten Arbeitsklima sowie dem äußert liebevollen Umgang mit den Patienten bemerkbar.

Es zeigte sich allerdings auch, dass durch das fast ausschließlich vom Staat getragene Gesundheitssystem und den damit einhergehenden finanziellen Engpässen viele Geräte veraltet waren und der Großteil der ÄrztInnen zumindest zeitweise im Ausland tätig war, weil sich dort mehr Geld verdienen lässt, die Ausbildung besser ist und die Behandlungsmethoden teilweise moderner sind. Dies lag möglicherweise auch an der Größe des Krankenhauses: In einem größeren Haus werden vermutlich auch diffizilere und komplexere Behandlungen durchgeführt, als es in Bruneck der Fall war.

Alles in allem bin ich sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich in Südtirol sammeln konnte, die den eigenen Horizont erweitern und fürs größere Verständnis gerade auch im interkulturellen Austausch sorgen.

Erik Hölperl, BU Weimar, Visuelle Kommunikation

Casale Marittimo, Italien

Beim Durchkämmen von Toscanis Archiv nach Negativen
Behind the scenes Aufnahme beim Filmdreh für einen Imagefilm
Eine Fotografie aus einer meiner entstandenen Arbeiten

Mein Erasmus-Praktikum 2016 

Während meines Studiums der visuellen Kommunikation bot sich mir die Möglichkeit, ein Praktikum bei dem umstrittensten Werbefotografen der Welt, Oliviero Toscani, zu machen. Aber wie kommt es überhaupt zu einer Gelegenheit wie dieser?

Das erste Mal traf ich Oliviero Toscani 2013 im Bauhaus bei einem Vortrag. Wir kamen danach ins Gespräch und er überreichte mir seine Visitenkarte. Zwei Jahre später war ich mit dem Interrail durch Zentralitalien unterwegs und nahm dort an einem von ihm gehaltenen Fotofestival teil. Ich präsentierte ihm meine Arbeiten aus dem Studium und der Arbeit als freischaffender Fotograf. Nach dem Workshop fragte er, was mein Plan für die restlichen Tage in der Toskana sei. Auf die Antwort, dass ich mein Ziel, ihn zu treffen, bereits erreicht und ich ehrlich gesagt nicht einmal darüber nachgedacht hatte, wo ich heute Abend nächtigen werde, bot er mir eins seiner Häuser für die verbleibenden zehn Tage an. Dort versuchte ich mich so nützlich wie möglich zu machen, fotografierte seine Farm und den Weinberg, begleitete ihn zu verschiedenen Terminen, erkundetet die Umgebung. Am Ende schien er ziemlich Zufrieden und bat mir Hilfe an, wenn ich welche benötigen sollte. Drei Monate danach fragte ich daraufhin nach, ob die Möglichkeit für dieses Praktikum bestände.

Praktikum

Anfangs war Toscani sehr kritisch, was das Praktikum anging. „Geh lieber nach Paris, New York, da wo das Leben abgeht, hier wirst du dich langweilen“. Mit dem Versprechen, dass ich das direkt im Anschluss tun würde. Damit hatte er grundsätzlich Recht, das Leben hier im 500 Seelendorf ist oftmals nicht sehr aufregend. Casale ist voll mit alten Menschen und wenn man sozialen Anschluss sucht, ist eine Vorliebe zu exzessiven Alkoholgenuss absolute Voraussetzung. Er verlangte von mir also einen Plan, indem ich beschreiben sollte, was ich hier machen würde.

1.    Studium Toscanis Arbeit

Die einmalige Chance durch Toscanis Archiv (200qm) zu stöbern, war eine ganz besondere Erfahrung und Möglichkeit seine Arbeitswelt kennenzulernen und mehr über den Werdegang eines Ausnahmekünstlers zu lernen. Ich studierte nahezu alle Ausgaben der Colors Magazine und viele seiner Magazinbeiträge und Fotoserien. Wie kam es zum berühmten Colors Cover mit dem Blutfleck? Wie fotografiert man Andi Warhol? Auch konnte ich Einblick in die nicht minderspannende Arbeit seines Vaters nehmen, der auch ein beeindruckendes Spektrum an Themen bearbeitet hatte.

2.    Studioarbeit

Sein kleines Studio besteht aus vier Mitarbeitern. Bildbearbeiter mit Assistenz, Archivar und Sekretariat. Als Praktikant wurde ich nahezu überall mit eingesetzt. Von den klassischen Praktikantenarbeiten wie Label schneiden, Bilder retuschieren bis zum Transport von Wein zum Kunden war da so ziemlich alles dabei.

3.    Arbeit

„Künstler sein heißt arbeiten, wer Probleme hat zu arbeiten, ist kein Künstler.“ „Am Computer arbeitest du nicht, du verschwendest nur deine Zeit.“ Mit diesen Worten jagte mich Oliviero oft aus dem Haus. Dabei ist ein großer Fundus an verschiedensten Arbeiten entstanden, von Landschaftsaufnahmen, Architekturfotografie, Künstlerportraits, Reportagen und Imagevideos. Verlassene Städte, Immigration, Hausbesetzer und ein Sportlerportrait, was mittlerweile über 130.000 Klicks gesammelt hat. Diese Arbeiten wurden dann regelmäßig zusammen mit Oliviero oder seinem Assistenten ausgewertet.

4.    Drohne/ Luftaufnahmen

Als ich die Thematik zum ersten Mal andeutete, war die Reaktion, freundlich ausgedrückt, sehr verhalten. Ihr „Idioten“ versteckt euch hinter euren Spielzeugen und der Technik. Ohne Technik ist nichts los bei euch.

Auch den Kommentar, als ich dann tatsächlich einen Quadcopter mit ins Studio brachte werde ich wohl nicht mehr vergessen. „Hast du also wirklich so ein Teil geholt, na ausgezeichnet, dann kannst du nun ja endlich Fotograf sein.“

Die Kritik verschwand langsam, als ich ihm die Potentiale dieser Technik erläuterte, ihm Beispiele präsentierte, die Psychologie dahinter erklärte (siehe Overview Effect) und jeden Tag mit neuem Material zurückkam. Jeden Morgen stand ich vor dem Sonnenaufgang auf und bereiste dabei die komplette Toskana auf der Suche nach außergewöhnlichen Motiven. Bis zum Ende des Praktikums hatte ich bereits 150 Praxisstunden gesammelt und über 400 Flüge absolviert.

5.    Selbstvermarktung/Zukunft

Ich nähere mich langsam, aber sicher dem Ende meines Studiums und es ist für mich nun an der Reihe zu verstehen, welche Talente mir in Zukunft Brötchen auf den Tisch zaubern können und meine freien Arbeiten finanzieren können. Herauskristallisiert hat sich für mich die Arbeit mit der Steadycam und neuen §D-Gimbalsystemen. Um dies besser zu vermarkten, musste ich zu aller erst verstehen, wie die Branche funktioniert, wo meine zukünftigen Arbeitgeber sitzen und wie ich mich diesen am besten präsentiere. Daraus entwickelte ich mir ein Alter Ego „TheRollingShutter“ ein Kameraroboter, perfekt für alle Arten der Produktion. Diese Grundidee entstand bereits in Deutschland und auch die Videoaufnahmen für das Werbevideo wurden wenige Tage vor meiner Abreise abgedreht. Der Schnitt und die finale Gestaltung von Broschüren und Webauftritt fanden aber in Italien statt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern und Designern entwickelte ich einen Unternehmensauftritt, mit dem ich nun aktiv und selbstbewusst Produktionsfirmen und Regisseure kontaktieren kann.

Freya Probst, BU Weimar, Produktdesign

Mailand, Italien

Blick auf Mailand
Stand bei der Mailänder Möbelmesse
Der Mailänder Dom bei Nacht

Mein Erasmus-Praktikum 2016

Als Einstieg wurde ich gleich mit dem Entwurf eines Stands für die Mailänder Möbelmesse beauftragt für das Unternehmen Serralunga. Hier sollte ich Skizzen meiner Vorgesetzten in mögliche Entwürfe im 3-Dimensionalen umsetzen. Dabei hatte ich viele Freiheiten, habe nach eigenständiger Umsetzung aber stets Rückmeldung von Raffaella Mangiarotti bekommen. Ich half dabei ihre anfänglichen Ideen im Detail auszuarbeiten und sie korrigierte einige Details die ich bis dahin noch nicht beachtet hatte, die man aber über das 3D-Modell auch erst erkannte. Danach entstanden daraus architektonische Pläne für das Unternehmen, dass alles später aufbauen würde und ich erarbeitete auch die ganze Grafik, also die Beschriftung, druckfertig.

Während der Mailänder Möbelmesse wurde ich außerdem dazu beauftragt, mich nach neuen Technologien umzusehen und umzuhören, und bekam dadurch auch mit, was es bedeutet, wirklich über neue Trends informiert zu sein - also etwa Marktforschung zu betreiben und daraus eine Präsentation für Smeg (italienisches Unternehmen für Haushaltsgeräte) zu machen.

Später wurde ich damit beauftragt, wieder bei zwei verschiedenen Showrooms mitzuhelfen und Modelle dafür am Computer zu erstellen. Dabei durfte ich einige Male mitkommen, um die Räumlichkeiten auszumessen, und hörte worüber man diskutierte, wie man alles am Ende aufbauen wolle, worauf man aus Sicherheitsgründen aufpassen muss.

Zwar habe ich mehr über Innenarchitektur als über Produktdesign gelernt, was jedoch trotzdem mit meinem Studiengebiet verbunden ist und mir Fähigkeiten abverlangt, die auch im Design notwendig sind.

Das Produkt, an dem ich konkret mitgearbeitet habe, war ein Pouff (also eine Art Sessel) für Manerba S.p.A. (italienisches Unternehmen, spezialisiert auf Büroausstattung), was eben auch ähnlich wie die Realisation des ersten Stands ablief.

Auch einen modularen, lärmgeschützten Arbeitsbereich gestaltete ich mich. Für die Darstellung des letzten Showrooms eignete ich mir eigenständig ein neues, mir unbekanntes Programm an.

Verbesserte Qualifikationen und Fähigkeiten

Arbeit als Designer bedeutet hier in Wahrheit acht Stunden jeden Tag am Computer zu sitzen. Dadurch habe ich auch meine grundlegenden Fähigkeiten, die Arbeit mit vielen CAD- und Grafik- Programmen verbessert. Gleichzeitig habe ich eine Einsicht in die Vorgehensweise beim Design von Raffaella Mangiarotti erfahren.

In der Zeit während meines Praktikums habe ich außerdem fließend Italienisch sprechen gelernt.

Ich habe viele Erfahrungen im Bereich der Gestaltung, der Umsetzung und der Anwendung von Wissen gemacht. Zum Beispiel verstehe ich jetzt besser, wozu eine Kenntnis von Materialien oder bestimmten Objekten und Designern eigentlich dient, was Kostenkalkulation im Groben bedeutet. Dadurch wurde mir auch ein wenig Übersicht gegeben, wie ein Produkt realisiert wird und wo der Part als Designer ist. Deshalb mache ich mir jetzt auch schon Gedanken, auf welchen Bereich ich mich im Master spezialisieren will.

Ich durfte auch einmal zur Beratung eines Kunden von Raffaella Mangiarotti mitgehen und auch zu einem Photoshooting eines bekannten Fotografen. Auch durch solche Ereignisse bekam ich einen Einblick in den Arbeitsalltag anderer Berufsfelder. Dieses Wissen kann ich sicher auch in meinem zukünftigen Beruf anwenden.

Einfluss des Praktikums auf den Verlauf des Studiums und den Einstieg ins Berufsleben

Das Praktikum hat mir eine andere Art des Designs gezeigt, als die, die ich von der Bauhaus-Universität kannte. Und so hoffe ich stets mein Verständnis zu erweitern. Ob es jetzt auf mein Studium konkret Einfluss hat weiß ich nicht. Möglicherweise werde ich bei meinen Entwürfen mehr an die industrielle Herstellungsweise denken und auf Details wie das Material mehr achten. 

Alles was ich gelernt habe, lässt sich sicherlich in bestimmten Fällen anwenden. Jedenfalls habe ich einen Überblick bekommen, und erfasse nun leichter, worauf bei der Produktplanung zu achten ist.

Fazit

Es ging mir sehr gut in Mailand. Ich habe die Mailänder Möbelmesse miterlebt. Ab und zu war es auch eine schwierige Zeit, und es gibt einige Aspekte am Design hier, die ich kritisch sehe und mir auch zu denken geben. Daran sieht man auch, dass ich durch meinen Aufenthalt einen Einblick in eine andere Kultur und in eine andere Herangehensweise an Design bekommen habe und dass es eine wichtige Bereicherung war. Vielen Dank!

Mareen Kahlisch, FSU Jena, Literatur/Kunst/Kultur -Italienische LitWi

Genua, Italien

Blick aus dem Büro
Blick aus dem Büro
Blick über die Altstadt
Blick über die Altstadt
Via San Lorenzo, Stadtzentrum
Via San Lorenzo, Stadtzentrum

Mein Erasmus-Praktikum 2013/2014

Vorbereitung und Unterkunft

Auf meiner Suche nach einem Praktikum, das meine Interessen und Studienfächer optimal vereint (das Studium vorwiegend auf italienische und deutsche Literatur und Kultur ausgelegt), stieß ich auf das Goethe-Institut und bewarb mich bei allen Goethe-Instituten Italiens über das Online-Portal (Vorausplanung 6-12 Monate). Genua, als einer meiner Favoriten, sagte zuerst zu. Etwa ein halbes Jahr vor Beginn des Praktikums plante ich die Finanzierung und bereitete Förderanträge vor. Etwa einen Monat im Voraus kümmerte ich mich dann über Suchportale wie subito.it und bakeca.it nach einem WG-Zimmer und musste mich so durch etwas Glück nicht mehr vor Ort auf die Suche machen, sondern konnte direkt bei meiner Ankunft einziehen (Einzelzimmer in Genua für ital. Verhältnisse recht günstig, zwischen 250 und 350 Euro).

Praktikum

Das Goethe-Institut Genua ist ein kleines Institut, in dem man in einem kleinen Team eng zusammen arbeitet und so einen guten Einblick in die verschiedenen Bereiche des Instituts gewinnt, insbesondere in den Bereich Programmarbeit. Im Vordergrund meiner Arbeit standen insbesondere die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Kulturveranstaltungen in den Bereich Literatur, Film, Theater, Musik, Fotografie, Politik, interkultureller Austausch und Bildung. Im Einzelnen werden dabei in Vorbereitung Recherchen durchgeführt, Dossiers erstellt, Übersetzungen angefertigt sowie Kontakte zu den Partnern und Gästen aufgenommen, um die einzelnen Projekte abzusprechen.

Während der Veranstaltungen war ich für die Gästebetreuung und fotografische Dokumentation der Veranstaltung verantwortlich. Die entstandenen Bilder habe ich anschließend archiviert und zum Teil für Collagen verwendet.

Zudem verfasste und/oder übersetzte ich einzelne Texte, trug zur Gestaltung der Homepage und unserer Social Media Seite bei, war verantwortlich für das Pressearchiv, übernahm in regelmäßiger Absprache mit der Institutsleitung die Praktikantenplanung und führte allgemeine Bürotätigkeiten aus.

Durch die kleine Größe des Teams ist die Betreuung besonders intensiv und gewinnbringend. Man wird als Praktikant zu einem essentiellen Bestandteil des Teams. Sicherlich sind auch übliche Bürotätigkeiten zu erfüllen, ein oberflächliches Praktikantendasein hat man aber keinesfalls zu befürchten. So übt man sich besonders in Teamfähigkeit und lernt, die Arbeit durch eine bestmögliche Koordination besonders fruchtbar zu machen und sein theoretisches Wissen praktisch sinnvoll umzusetzen. Mit der richtigen Herangehensweise und Motivation und der nötigen Zuverlässigkeit bekommt man entscheidende Aufgaben übertragen, sodass der Lernwert deutlich höher ist, als sich dies bei Praktika häufig erwarten lässt. Ich habe mich im Team sehr wohl gefühlt und kann das Goethe-Institut aus den genannten Gründen daher wärmstens empfehlen.

Qualifikationen und Fähigkeiten

Durch das Praktikum konnte ich Einblicke in die Arbeit in einem Kulturinstitut gewinnen. Durch Übersetzungsarbeiten konnte ich meine Kenntnisse im komparatistischen Bereich erweitern und die Übertragung von Texten von der einen in die andere Sprache verbessern. Durch den zusätzlichen mündlichen persönlichen und telefonischen Umgang mit Partnern und anderen Kontaktpersonen  konnte ich mein Italienisch deutlich festigen.

Viel wesentlicher noch ist der Einblick in ein Arbeitsumfeld, dass für meine berufliche Zukunft sehr bedeutend sein könnte, nicht zuletzt da ich unbedingt einen Beruf mit deutsch-italienischem Austausch ausüben möchte. Ich habe mich in unserem kleinen Team wohl gefühlt und mich durch das gemeinsame Arbeiten in viel stärkerem Sinne in Teamfähigkeit und der Bewältigung kleiner Arbeitskrisen, der Arbeit unter Zeitdruck und der Koordination verschiedener und vielfältiger Aufgaben üben können, als dies der Unialltag erlaubt, und mich so auch im produktiven Arbeiten unter Zeitdruck verbessern können. Insbesondere der Aspekt, das Arbeiten unter Zeitdruck im Team besonders fruchtbar zu machen und bestmöglich zu koordinieren, hat mich für die Arbeitswelt gut vorbereitet.

Alltag und Freizeit

Auch die Stadt Genua hat so einiges zu bieten. Für mich gehörte es schon aufgrund seiner Lage zwischen den Bergen und dem Meer zu den Favoriten bei den Bewerbungen, und die Stadt hat mich nicht enttäuscht. Immer wieder lässt sich etwas Neues entdecken, ohne dass es sich zu sehr nach Großstadt anfühlt. Ich habe mich sehr schnell zuhause gefühlt. Und wenn man genug von der Stadtluft hat, ist es nicht weit in die Natur. Mit dem Zug in 10 min zur Felsenküste von Genova Nervi oder mit der Seilbahn nach Righi - in einer Großstadt fühlt man sich dann nicht mehr. Vor allem an Kultur hat die Stadt sehr viel zu bieten. Neben den Dauerausstellungen und Museen der Stadt gibt es immer wieder neue Ausstellungen, Lesungen und Musikveranstaltungen, an denen das Goethe-Institut häufig Anteil hat. Hinzu kommen viele Kinos, unzählige kleine Bars, Cafés und Restaurants, die es zu entdecken gilt. Vor allem am Freitag und Samstagabend sind die Gassen voller junger Leute und man taucht ein in eine Welt voller Barhopping und Smalltalk.

Genua ist eine Stadt der Stilbrüche und Kontraste. Zwischen Jung und Alt, zwischen Bergen und Meer, zwischen Stadt und Natur, zwischen Hafengassen und prachtvollen Straßen, zwischen Alltags- und Hochkultur lässt sich in dieser Stadt alles finden, wonach man sucht - man muss sich nur darauf einlassen.

Fazit

Am Goethe-Institut Genua konnte ich ein sehr erfolg- und erfahrungsreiches Praktikum absolvieren, bei dem ich mich sprachlich verbessern konnte und nach dem ich mich beruflich deutlich besser vorbereitet fühle als zuvor. Zudem konnte ich einen neuen Arbeitsbereich für mich entdecken, sodass sich meine berufliche Perspektive erweitert hat. Vor allem aufgrund des längeren Zeitraums von fünf Monaten war das Praktikum für mich insgesamt sehr fruchtbar, eine persönlich sehr schöne Erfahrung und ein entscheidender Schritt in Richtung Berufswelt.

Die Stadt Genua hat es schnell geschafft, mich von ihrer impliziten Schönheit zu überzeugen und mich immer wieder gereizt, sie über den gesamten Zeitraum und auch darüber hinaus immer mehr und wieder neu entdecken zu wollen.

 

Charlott Roihl, FSU Jena, Medizin

Torino, Italien

Frau Roihl in Turin
Turin am Fluss Po

Mein ERASMUS-Praktikum 2011

Das Praktikum absolvierte ich in 2 verschiedenen Bereichen. Einen Teil in der Inneren Medizin und einen Teil in der Orthopädie. Ich wurde in den täglichen Stationsablauf eingebunden und übernahm von den Tutoren delegierte Aufgaben wie Anamnese, Untersuchung, Dokumentation. Im Team wurden dann Diagnose und Therapie besprochen. Nach Abschluss der stationären Behandlung wurde ich dann auch mit dem Verfassen des Entlassungsbriefes betraut, sodass ich einen kontinuierlichen Überblick über die Patienten hatte.

Vor allem bei der Aufnahme von Patienten habe ich eigenständig die Anamnese erfasst, die komplette körperliche Untersuchung übernommen und vorhandene ärztliche Dokumente in die Krankengeschichte eingeordnet. Des Weiteren konnte ich nach Einarbeitung die klinische Dokumentation und Untersuchungs-/Konsulentenanfragen über das klinikeigene Computersystem ausführen.

Erworbene Qualifikationen und Fähigkeiten

Fähigkeiten im Bereich der Anamnese und klinischen Untersuchung konnte ich durch den täglichen Gebrauch festigen. Dabei konnte ich meinen medizinischen Wortschatz und meine kommunikativen Fähigkeiten in der italienischen Sprache sehr erweitern, sodass es mir jetzt möglich ist, ohne Probleme eine komplette Krankengeschichte in italienischer Sprache zu verfassen. Außerdem konnte ich viele technische Fähigkeiten erlernen, wie beim Umgang mit verschiedenen venösen und arteriellen Zugängen, Kathetern und Drainagen, und durfte unter Aufsicht eine Aszitespunktion durchführen. Die speziellen Untersuchungstechniken im orthopädischen  

Bereich, zu denen ich zuvor nur lückenhaft Kenntnisse besaß, konnte ich im Rahmen des Abschnittes in der Orthopädie erlernen.

Fazit

Da ich nach Beendigung des Studiums gern als Arzt in Italien arbeiten würde, konnte ich die nötige Praxis, vor allem im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der italienischen Sprache erlangen. Ich denke, dass mir dadurch der Einstieg ins Berufsleben in Italien erleichtert wird.

Ich bin sehr froh, mich für die Absolvierung des Praktischen Jahres in Italien entschlossen zu haben. So konnte ich die nötigen praktischen Erfahrungen, die mir zum Abschluss meines Studiums fehlten, erlangen und gleichzeitig meine sprachlichen Fähigkeiten enorm ausbauen. Ein selbstständiges Arbeiten in einem italienischen Krankenhaus wäre vor dem Praktikum nicht denkbar gewesen. Gleichzeitig konnte ich kritisch mit dem vorhandenen Ausbildungssystem für Ärzte umgehen und Einschätzungen zu meinen beruflichen Möglichkeiten hier treffen.