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Ansprechpartnerin

Elfriede Thron

Koordinatorin ERASMUS-Praktika

Telefon 03677 69-2523

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INHALTE

Schweiz

Sabrina Schmolski, BU Weimar, Stadt und Regionalplanung

Luzern, Schweiz

Luzern am Flussufer
Kanuten auf dem See
Ich bei der Arbeit im Büro

Mein ERASMUS-Praktikum 2012/2013

Ein Praktikum in der Schweiz, speziell in der Raumplanung, eröffnet einem Studenten der Urbanistik (Stadt- und Regionalplanung) neue Sichtweisen und Erkenntnisse in eine anders strukturierte und ausgelegte Städtebaupolitik mit den zugehörigen Bezeichnungen. Jedoch können viele Parallelen in der Verfahrensweise, in der Methodik sowie im Instrumentarium zum deutschen Planungssystem gefunden werden. Die größten Unterschiede stellen die Problem- und Fragestellungen der zukünftigen Raumplanung dar. In der Schweizer Raumplanung werden Themen behandelt, die sich mit dem Umgang eines stetigen und großen Wachstums beschäftigen. Da die Schweiz flächendeckend von einem Bevölkerungs- und Mobilitätswachstum betroffen ist, dreht sich derzeit alles um die so genannte innere Verdichtung (Nachverdichtung der gegebenen städtebaulichen Situation), die in allen neuen Planungen sowie in den neuen rechtlichen Festlegungen (Zonenplan, Bebauungsplan, Entwicklungskonzept, etc.) beachtet werden müssen. In Deutschland würden wir uns über solche Wachstumszahlen, insbesondere in den schrumpfenden Regionen freuen, jedoch kämpft die Schweiz mit einer zunehmenden Bodenknappheit und einer hohen Zersiedelung. Eine haushälterische Bodennutzung ist erklärtes politisches Ziel der Schweizer Raumplanung, und demnach kann das Schlagwort nur Innenentwicklung heißen.

Da das Planungsbüro in Luzern viele kommunale, regionale und kantonale Planungen begleitet und organisiert, konnte ich viele Einblicke in formelle und informelle Instrumente der schweizerischen Raumplanung gewinnen. Zudem beschäftigte ich mich mit den rechtlichen Grundlagen der verschiedenen Planungsebenen und bekam insgesamt gute Kenntnisse über das Schweizer Planungssystem.

Aufgaben

Ich durfte an unterschiedlichen Projekten (Siedlungsleitbilder, Ortsplanungsrevisionen, regionale Entwicklungskonzepte, Siedlungslenkung, etc.) teilnehmen, die dabei helfen sollen, die Siedlungsentwicklung stärker nach innen zu richten und die Potenziale des Bestandes zu nutzen. Es wird hierbei eine bessere Ausnutzung der bestehenden Bauzonen angestrebt und der Nutzung der inneren Reserven wird Priorität eingeräumt.

Während meines vier monatigen Praktikums beteiligte ich mich an Projekten auf verschiedenen Ebenen der Raumplanung: der kantonalen und regionalen Ebene, der kommunalen Ebene und der Ebene der Sondernutzungsplanung.

Alltag und Freizeit

Das Arbeitsumfeld mit der Stadt Luzern, die am Vierwaldstättersee gelegen ist, bietet viele Freizeit- und Sportangebote sowie viel Kultur (Picassomuseum, KKL, etc.). Zudem ist die Stadt sehr zentral in der Schweiz gelegen, sodass andere Städte, wie Zürich, Bern und Basel sowie Ausflugsziele z.B. in den Alpen schnell erreicht werden können.

Fazit

Insgesamt kann ich von einer sehr positiven Erfahrung während meines Auslandsaufenthalts in der Schweiz (Luzern) sprechen. Ich konnte neue Erfahrungen in der praktischen Tätigkeit als Planerin sammeln sowie einen guten Einblick in die Abläufe in einem Planungsbüro gewinnen.

Ich wurde sehr schnell in das Team des Unternehmens integriert sowie als vollständige Arbeitskollegin angesehen. Mir wurden viele Möglichkeiten während des Praktikums eingeräumt. Ich durfte meine Arbeitsaufträge selbst auswählen und bei interessanten Sitzungen bzw. Jurierungen teilnehmen. Bei Fragen wurde mir sofort geholfen und neue Programme wurden mir sorgfältig erklärt. Die Arbeitsbewältigung gestaltete sich sehr eigenständig und selbstorganisierend, jedoch konnte man sich jederzeit mit anderen Kollegen austauschen. Ich empfand es von meiner Praktikumsstelle als sehr entgegenkommend, dass ich mein Praktikumsverhältnis um zwei Wochen verlängern konnte und mir ein HalbTax (vgl. BahnCard 50) für die öffentlichen Verkehrsmittel der Schweiz zur Verfügung gestellt wurde.

Für mich als angehende Raumplanerin war das Praktikum in der Schweiz sehr aufschlussreich und kam mir vor wie eine völlig andere Welt der Planung als im angrenzenden Deutschland. Mein Fazit: In der Schweiz existieren noch Planer, die sich rein um das Bauen und Verdichten kümmern dürfen, im Gegensatz zu Deutschland, wo die Planer eher den Rückbau und den Stadtumbau begleiten.

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Maximilian Steigerwald, BU Weimar, Stadt und Regionalplanung

Basel, Schweiz

Basel am Flussufer
Basel unter einer Dunstglocke

Mein ERASMUS-Praktikum 2012/2013

Mein Praktikumsunternehmen ist ein junges und international gemischtes Architekturbüro mit 25 Mitarbeitern (davon 4-5 Praktikantinnen) aus ganz Europa (Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Italien, Portugal, Frankreich, Serbien), Asien und den USA. Arbeitssprachen sind hauptsächlich Englisch und Deutsch.

Aufgaben

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von wenigen Tagen begann meine Mitarbeit an einer Studie für ein Wohnungsbauprojekt in der Baseler Innenstadt. Eine Besonderheit des Projekts ist die Tiefe der Parzelle, die aus wirtschaftlichen Gründen natürlich komplett genutzt werden sollte. Hierbei bestanden meine Aufgaben zunächst darin, Referenzen für besonders tiefe Wohnungsgrundrisse zu finden. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgte in Form eines Booklets. In weiteren Schritten wurde das Baurecht analysiert und auf Basis dessen erste Volumenstudien - sowohl als physische Modelle, als auch in 3D am Computer - entwickelt. Diese wurden mit Blick auf die Optimierung der Flächen immer detaillierter fortgeführt und schließlich unter Anwendung modularer Grundrisse zu den gewünschten, hellen und funktionalen Grundrissen weiterentwickelt. Des Weiteren wurden Studien zum Erscheinungsbild der Fassaden durchgeführt und präsentiert. Es folgten andere spannende Projekte.

Das Projekt Lichtstraße, direkt neben dem Novartis Campus in Basel gelegen, stellte eine weitere Herausforderung im Laufe meines Praktikums dar. Der Neubau in einer Blockrandbebauung war bereits weitestgehend fertiggestellt. Meine Aufgaben in diesem Projekt umfassten hauptsächlich bauleiterische Tätigkeiten auf der Baustelle im Bereich des Innenausbaus (Restaurant / Küchen / Bäder) und brachten eine enge Zusammenarbeit mit den anwesenden Handwerkern mit sich. Auch bei der Installation der auffälligen Außenfassade und der Stores wurde ich mit der Vorbereitung beauftragt, war auf der Baustelle vor Ort und half beim Koordinieren der Vorgänge. Bei einem Wasserschaden im weiteren Verlauf des Ausbaus wirkte ich bei der Organisation des aufwändigen Instandsetzungsprozesses mit.

Den letzten Monat meines Praktikums arbeitete ich im Wettbewerbsteam für den städtebaulichen Entwicklungswettbewerb der Gemeinde Givisiez (Vorort Fribourgs). Ziel des Wettbewerbs ist es, dem Bedarf an neuem Wohnraum im Ballungsraum um Fribourg gerecht zu werden und, neben der Autobahn Al2, die Grundlage für ein komfortables und gemischtes Wohnquartier zu schaffen. Hierbei handelte es sich nicht um eine Realisierungsplanung, sondern vielmehr um einen Ideenwettbewerb. Meine Aufgaben umfassten zum Beispiel die Mitentwicklung des Gesamtkonzepts. Um diesen Entwurf schließlich entsprechend kommunizieren zu können, war es meine Aufgabe, verschiedenste Diagramme (z.B. Elemente des Bande Active, Seitel, Planlayout) und Visualisierungen (z.B. Luftbild Seitel Planlayout/ Atmosphärenbilder) zu erstellen. Im Zuge des Entwurfsprozesses wurde natürlich auch viel am Modell gearbeitet und analysiert.

Fazit

Abschließend blicke ich positiv auf meine sechs Monate Praktikum zurück. Allerdings kommt es auf Grund von teilweise sehr starkem Budgetdruck immer wieder zu Situationen, dass Praktikanten Überstunden machten. Dies erlaubte es mir allerdings auch bereits früh viel Verantwortung im Projektablauf zu übernehmen und vieles an eigenen Ideen einzubringen, was sich durchaus auch im Endresultat eines jeweiligen Projekt widerspiegelt und mich natürlich auch mit Stolz auf die Ergebnisse blicken lässt. Besonders die internationale Ausrichtung mit vielen jungen und sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern aus aller Welt sagt mir sehr zu. Da viele dieser jungen Architekten bereits in international etablierten Büros tätig waren, konnte ich mit Blick auf z.B. Arbeitsmethodik oder auch CAD- und Grafiksoftware extrem viel lernen. Außerdem konnte ich viel über den Ablauf eines Architekturbüros mitnehmen und auch die bürointernen Weiterbildungsworkshops haben mir sehr gefallen. Hinzu kommt, dass durch die Größe des Büros noch immer die Nähe zu den Partnern gegeben ist, und sich diese auch Zeit für einen Praktikanten nehmen, um Tipps zu geben oder Fragen zu beantworten. Durch das sonst sehr positive Arbeitsklima (gemeinsames Essen, Ausflüge, Sport) habe ich in meinem Praktikum neue Freunde aus der ganzen Welt gefunden und viele Kontakte geknüpft.

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Felicitas Bach, FH Erfurt, Architektur

Zürich, Schweiz

Modellstudie Dachaufstockung
Zürich Großmünster

Mein ERASMUS Praktikum 2012

Bewusst hatte ich mich für ein kleines Büro entschieden, die Kollegen hatten sehr sympathisch gewirkt und wie erwartet konnte ich gerade wegen der Größe des Büros auch bei der Entwurfsarbeit mitwirken und einiges an Arbeit selbst übernehmen. Natürlich durfte ich auch viele Modelle bauen, was ehrlich gesagt im Studium (im Zeitalter von fotorealistischen Renderings bereits im ersten Semester)  etwas kurz gekommen ist. Als Sinnbild für die positive Arbeitsatmosphäre steht die Packung Pflaster die ich nach meinem ersten (und einzigen) Schnitt in den Finger geschenkt bekam.

Ich traf zum Zeitpunkt von Machbarkeitsstudien und Vorprojekten ein und konnte so gerade im Entwurf mitarbeiten und auch Pläne zeichnen die von grafischer Qualität waren, um Bauherren und Ämter von den Ideen zu überzeugen.

Aber zum Ende des Praktikums hin, als aus der Machbarkeitsstudie ein Bauprojekt wurde, lernte ich auch eine Baueingabe zu zeichnen sowie provisorische Ausführungspläne. Bei all diesen Aufgaben war ich nie allein, immer wurde mir weiter geholfen, wenn ich irgendwelche Probleme hatte und durch die persönliche Betreuung und ausführliche Erklärungen, habe ich viel lernen können.

Der Spaß an der Arbeit, das sehr gute Arbeitsklima, das familiäre Verhältnis mit den Kollegen und die Tatsache, dass man im Büro endlich einmal Dinge zeichnet, die voraussichtlich  tatsächlich gebaut werden, haben dafür gesorgt, dass ich trotz langer Wohnungssuche zu Beginn nicht aufgegeben habe.

Das Praktikum ist eine ganz besondere Herausforderung, denn was man zeichnet, ist am Ende positiv oder negativ für den Nutzer. Somit hat man eine große Verantwortung, die man aber nicht alleine trägt, sondern das Büro steht einem zur Seite.

Erlangte Qualifikationen und Fähigkeiten

Während meines Praktikums hat die „Schweizer Ordentlichkeit“ auf mich abgefärbt, sodass meine Arbeitsprozesse überwiegend strukturierter geworden sind. Eine wichtige Erfahrung waren die Einblicke in das tägliche Leben eines Architekten, das oftmals von ganz anderen Dingen erfüllt ist als die reine Entwurfsarbeit während des Studiums. So habe ich Kontakt zu verschiedenen Unternehmen wegen Offerten gehalten und gelernt, wie man mit Kritik und Einwänden der Ämter umgehen muss.

Fazit:

Ich würde mich jeder Zeit wieder im Ausland bewerben. Ich habe in einem halben Jahr sehr viele positive Erfahrungen gesammelt und bin persönlich sehr viel weiter gekommen.

Für ein Architekturpraktikum ist die Schweiz ideal, die Qualität der Büros ist meist sehr gut und man kann sehr viel lernen.

Leider ist das halbe Jahr viel zu schnell vergangen und während ich jetzt schon wieder ins neue Semester in Erfurt gestartet bin und mich auf den Bachelorstress vorbereite, trauere ich doch auf jeden Fall der Zeit in Zürich nach.

Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen.

Chris Pia Rosenthal, BU Weimar, Architektur

Basel, Schweiz

Altstadt Basel
Rheinufer

Praktikum

Ich hatte bei der Auswahl meiner Praktikumsstelle darauf geachtet, dass ich in ein junges, aufgeschlossenes Team stoße, das ein großes Arbeitsspektrum abdeckt. Daher fiel es mir nicht schwer, mich in das Unternehmen einzufinden. In dem Büro wird darauf geachtet, dass die Zahl der Praktikanten nicht unter 5 sinkt. Ich empfand es als sehr angenehm gleichaltrige Leute im Büro zu haben. Die Arbeit mit älteren Kollegen war auch sehr gut. Die Mischung hat gestimmt. Das gemeinsame Frühstück im Büro erleichterte das Knüpfen von Kontakten und das Wohlfühlen im Büro. Wir gingen auch immer gemeinsam zum Mittagstisch. Ich fühlte mich sehr wohl in dem Architekturbüro.

Die mir anvertrauten Aufgaben waren stets abwechslungsreich. Anfangs wurden mir eher Modellbauaufgaben zugeteilt. Nachdem ich sicher im Umgang mit den Programmen des Büros war, durfte ich auch eigenverantwortlich mitentwerfen. Ich half bei der Ausarbeitung von Wettbewerben und Ausführungsplanungen. Da ich insgesamt in mehr als 6 Projekte beteiligt war, half mir das Büro meinen Blick auf die Architektur zu erweitern.

Alltag und Freizeit

Basel war für die Freizeitgestaltung ideal. Neben einzigartiger Architektur ist auch die Kunst-und Partyszene sehr ausgereift. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Im Sommer am Rhein zu sitzen oder schwimmen zu gehen war ein Highlight. Anfänglich tat ich mich mit den Schweizer Preisen noch etwas schwer, man arrangiert sich aber mit der Zeit damit.

Fazit

Auch wenn es ab und zu Holpersteine gab, einen mal das Heimweh packte oder die Arbeitszeiten den Schweinehund provozierten, möchte ich das Praktikum nicht missen. Es bereicherte meinen Erfahrungsschatz ungemein und ließ mich um einiges reifen. Würde ich die Chance nochmal geboten bekomme, ich würde sie annehmen.