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Elfriede Thron

Koordinatorin ERASMUS-Praktika

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INHALTE

Tschechische Republik

Enrico Meyer, TU Ilmenau, Wirtschaftsingenieurwesen

Koprivnice, Tschechische Republik

Mein ERASMUS-Praktikum 2012

Die Praktikumsstelle ist ein international agierender Automobilzulieferer, mittlerweile gliedert sich das Unternehmen in die vier Geschäftseinheiten Sitzsysteme, Türsysteme, Motoren und Schließsysteme.

Der Standort Koprivnice ist mit gut 2500 Mitarbeitern mittlerweile der größte Fertigungsstandort des Unternehmens weltweit. Neben Sitzsystemen für alle großen OEM's und Zulieferer, werden am Standort auch Elektromotoren sowohl für Kühl- und Lüftungseinheiten, als auch für elektronische Assistenzsysteme gebaut. Durch ständig steigendes Wachstum des Standortes, ergab sich die Notwendigkeit ein völlig neues Logistikkonzept zu entwickeln. Um diese Thematik drehte sich fast mein kompletter Aufgabeninhalt während des Praktikums.

Aufgaben/Projekte

Zu Beginn hatte ich die Aufgabe ein bestehendes Analysetool, welches durch meinen Vorgänger-Praktikanten geschrieben wurde, kennenzulernen und später weiterzuentwickeln. Der Fokus hierbei lag vor allem in der Anwendung von Makros und VBA-Programmierung in MS Excel. Da ich vorher nicht allzu große Erfahrung damit vorzuweisen hatte, konnte ich meine Kenntnisse durch die praktische Anwendung stark ausbauen. In diesem Tool konnte man nun mit Hilfe exportierter SAP-Daten, die Bedarfe an Kaufteilen für alle Projekte ermitteln. Diese habe ich zum einen benötigt um einen Soll-Ist-Vergleich in Bezug auf die Materialbereitstellung vorzunehmen, als auch für spätere Kalkulationen im Zuge der Planung eines Routenzuges zur Kaufteileversorgung. Zu dieses Thematik war ich auch in mehrere Workshops eingebunden, die vor allem der Konzeptfindung dienten und von der TU München begleitet wurden. Besonders die Arbeit an dem Projekt des neuen Logistikkonzepts hat mich fachlich, als auch menschlich wirklich sehr vorangebracht. Denn erst durch die praktische Anwendung im Unternehmen wurde einem bewusst, was sich wirklich hinter so manchem Uni-Lehrstoff verbirgt.

Alltag und Freizeit

Bei dem Gedanken an Tschechien schwirrt vielen Menschen vielleicht noch der Begriff "Ostblock" im Kopf herum, die Realität sieht allerdings ein wenig anders aus. Natürlich gibt es einzelne Orte, an denen man den Eindruck gewinnen könnte, die Zeit sei stehengeblieben. Aber diese sind wirklich nur die Ausnahme.

Abseits des Arbeitsalltags haben die Tschechische Republik und Mähren im speziellen sehr viel zu bieten. Im Winter kann man ganz in der Nähe wirklich gut Wintersport betreiben. Im Sommer lässt es sich gut wandern oder Fahrrad fahren.

Am Wochenende, jedoch insbesondere am Freitag, findet das Nachtleben statt. Koprivnice bietet hier mit 2 Clubs/Kneipen nicht wirklich viel Abwechslung, hierfür empfiehlt sich dann das knapp 40 km entfernte Ostrava mit seiner Amüsiermeile "Stodolni".

Nationalsport im Bereich der Mannschaftssportarten ist eindeutig Eishockey. Jedes noch so kleine Städtchen besitzt hier eine eigene Eishalle, sowie meist mehrere Mannschaften

Eines ist klar, langweilig wird einem hier nie.

Fazit

Auch wenn man sich größte Mühe gibt, niemand wird vorurteilsfrei ein Praktikum in Tschechien beginnen. Und genau von diesen sollte man sich nicht blenden lassen, da dieses Land weitaus besser ist als sein Ruf.

Ob im Arbeitsumfeld oder auch in meiner Freizeit wurde ich jederzeit herzlich aufgenommen und sehr zuvorkommend behandelt. Im Allgemeinen sind die Tschechen sehr offen, wenn man einmal den ersten Schritt auf sie zu gemacht hat. Diese Tatsachen in Kombination mit einem deutschen Unternehmen sind eine sehr angenehme Mischung, die mich fachlich wie menschlich sehr geprägt hat. Ich würde die Entscheidung immer wieder so treffen und kann nur alle ermutigen das Wagnis eines Praktikums in Tschechien einzugehen und davon zu profitieren.