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INHALTE

Mechatronik

Wusstest Du schon?

Ein Leben ohne Smartphone, Kamera oder Wii? Es gibt viele Geräte, die wir täglich nutzen und die unser Leben komfortabler und angenehmer gestalten.
Und hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wie diese Geräte funktionieren und was „unter der Haube“ steckt?

Dass sie funktionieren, davon gehen alle aus - aber das WIE ist dabei der spannendste Teil - Wusstest Du...

  • woher mein Handy weiß, ob ich Texte und Bilder hoch oder quer lesen will?
  • wie die Waschmaschine eigentlich weiß, wie viel Wäsche in meiner Trommel liegt und wie viel Waschpulver sie dafür benötigt?
  • wie die Spülmaschine erkennt, wann das Geschirr sauber ist?
  • woran meine Zahnbürste erkennt, dass ich zu stark aufdrücke?
  • wie die Wii merkt, wann und wie kräftig ich den Ball golfe?
  • warum mein Handy-Kompass weiß wo Norden ist?

Oft entstehen Neuerungen in der Technik, weil Ingenieure und Ingenieurinnen sich durch die Natur inspirieren lassen und geniale Funktionsabläufe der Natur technisch nachbauen. So werden Smartphone, Kamera & Co. immer praktischer...

Foto: Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik
Foto: Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik

"In einer Informationsveranstaltung der TU Ilmenau wurde die Studienrichtung Biomechatronik vorgestellt.  Ich war sofort begeistert von der Idee, die effizienten Lösungen der Tier- und Pflanzenwelt als Vorbild für technische Neuerungen und Verbesserungen zu nutzen." Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik

Wie Dinge funktionieren, warum Technik immer spannender wird und was dabei wirklich unter der Haube steckt - das und vieles mehr erklärt Dir das Mechatronik-Studium.

Kurzinfo

Was ist Mechatronik?

Mechatronik steht für die Integration von Mini-Computern in unterschiedlichen Geräten.

Foto: Bosch Sensortec - Smartphones sind intelligente Mini-Computer
Foto: Bosch Sensortec - Smartphones sind intelligente Mini-Computer
  • Mechatronik ist eine junge Ingenieurdisziplin (ca. 1960 in Japan geprägt), die einfache mechanische Werkzeuge des Menschen nun elektronisch steuern sollte - z.B. einfache Hebel oder Flaschenzüge mit Hilfe von Mikroprozessoren (damals neuartig).

  • Die Besonderheit der Mechatronik ist, dass die mechanischen Komponenten durch schnell erneuerbare Software ersetzt werden und den Geräten damit neue Eigenschaften integriert werden - z.B. Updates oder Apps beim iPhone.

  • Mechatronik ist also überall da, wo automatische Abläufe stattfinden, von selbst etwas nachgeregelt wird (z.B. die hoch- oder querformatige Ansicht beim Smartphone), Produkte "intelligent" werden oder  auch Roboter die Arbeit erledigen müssen -  z.B. da, wo Menschen nicht hinkommen.

  • Mechatronik steckt immer unter der Haube - man kann sie nicht anfassen – aber sie ist  der wichtigste Teil des Gerätes. Mechatronik macht daher Anwendungen oft kinderleicht, d.h. Knopf drücken und los geht's.

  • Mechatronik beschreibt alle Hightech-Produkte, die es gibt - z.B. im Sport, in der Medizin und Gesundheit, der Logistik oder auch beim Spielen.
Foto: Dr. Sören Rosenbaum, Absolvent Mechatronik
Foto: Dr. Sören Rosenbaum, Absolvent Mechatronik

"Von den ganzen kleinen elektronischen Helferlein im Alltag, die keiner mehr missen möchte, über die Präzision eines mechanischen Uhrwerks bis hin zum Komfort eines modernen Autos, [...]"  Dr. Sören Rosenbaum, Absolvent Mechatronik

Was ist Mechatronik an der TU Ilmenau?

Eine Kombination aus reiner Mechanik - elektronischer Steuerung und künstlicher Intelligenz.

Foto: Thüko - Quadrocopter sind autonom fliegende Roboter
Foto: Thüko - Quadrocopter sind autonom fliegende Roboter
  • Mechatronik ist ein Spezialgebiet der Ingenieurwissenschaften und setzt sich zusammen aus Mechanik-Elektronik-Informatik und ist die Entwicklung intelligenter Antriebe, die sehr klein und höchst leistungsfähig sind.

  • Mechatronik ist vorrangig Mikrosystemtechnik/Mikromechanik - damit ist die Universität hoch spezialisiert, weltbekannt und bietet allen Absolvierenden ideale Jobaussichten.

  • Die TU Ilmenau verfügt über das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologie (ZMN) mit dem Reinraum und dem Rastertunnelmikroskop, in dem Studierende schon früh in der Forschung mitarbeiten. Der Reinraum ist ein Alleinstellungsmerkmal für die technische Ausstattung im Vergleich zu anderen Universitäten in Deutschland.
Foto: Andreas Harms, Absolvent Mechatronik
Foto: Andreas Harms, Absolvent Mechatronik

"Da ich damals schon länger das Rollenspiel Shadowrun kannte, [...] war ich von dem Gedanken selber an der Entwicklung von Roboterarmen beteiligt zu sein, begeistert. Neben dem renommierten M.I.T. wurde die Vertiefungsrichtung nur an der TU Ilmenau und an der TU Delft angeboten." Anreas Harms, Absolvent Mechatronik

Quadrocopter sind kleine autonom fliegende Roboter und dienen in Krisengebieten als mobile Sendemasten/ Relay-Stationen.

Jedes Gerät, in dem sich heute etwas bewegt, wird durch Mechatronik angetrieben - viele Beispiele finden sich z.B. im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik: Headup-Display.

im Gespräch mit
AR Dr.-Ing. Tom Ströhla

im Gespräch mit
AR Dr.-Ing. Tom Ströhla

Berufsbild

Was kann ich damit werden?

Mit Mechatronik stehen viele berufliche Wege offen.

  • Mechatroniker/-innen suchen nach neuen Wegen und Lösungen (unter Berücksichtigung der technischen, technologischen, ergonomischen, stilistischen und ökonomischen Anforderungen).

  • Mechatroniker/-innen erwecken die Maschine erst zum Leben und gehen dabei gezielt auf die (physischen und psychischen) Bedürfnisse der künftigen Nutzerinnen und Nutzer ein, die diese Technik bedienen sollen.

  • Mechatroniker/-innen sind viel flexibler als andere Studiengänge und arbeiten immer interdisziplinär - also fachübergreifend und in Teams, die sich aus verschiedenen Fachbereichen zusammen setzen.

  • Mechatroniker/-innen können je nach eigenem Interesse  in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens tätig werden.

Forschung und Entwicklung

  • Sie entwickeln und erforschen neue Produktgenerationen - z.B. von Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen.
  • Sie entwickeln selbstständige Konzepte zur elektronischen Steuerung und Regelung - z.B. Bedienfelder oder Bordnetzentwicklung von Flugzeug- und Fahrzeugsystemen
  • Sie entwickeln Modelle zur Stabilisierung, Navigation und Antriebstechnik 
  • Sie entwickeln und optimieren die Produkte, Baureihen und Komponenten

Konstruktion und Produktion

  • Sie konstruieren komplette Modellreihen neu.
  • Sie führen vorbereitende Simulationsprozesse durch.
  • Sie sichern Designmodelle ab.
  • Sie entwickeln Prototypen.
  • Sie setzen die Konzepte bis hin zur Serienreife um.
  • Sie arbeiten mit Lieferanten zusammen.

Service / Installation und Vermarktung

  • Sie begleiten die Projekte von der Konzeptentwicklung über die Konstruktion und die Versuchsphase bis zur Produkteinführung.
  • Sie vermarkten und installieren diese Produkte beim Kunden.
  • Sie sorgen für die termingerechte Installation beim Kunden
  • Sie führen technische Absprachen mit dem Kunden durch
  • Sie planen Produkteigenschaften nach Kundenwunsch und leiten innovative Produktkonzepte ab.
  • Sie führen Funktions-, Qualitäts- und Kostenziele durch.

Management

  • Sie leiten laufende Projekte und behalten alle Produktionsabläufe und -phasen im Blick.
  • Sie treffen grundlegende Entscheidungen vor - während - und nach der Produktion und Installation.
  • Sie haben fachübergreifende Kenntnisse und können deshalb alle Gewerke und Produktionsbereiche leiten, beraten und entscheiden.
  • Sie akquirieren neue Aufträge und halten Kundenkontakt im Topmanagement - teilweise weltweit.

Tätigkeitsfelder & Praxisfelder

  • Medientechnik
  • Nachrichten- und Messtechnik - Audio- und Videoindustrie
  • Medizintechnik
  • Autoindustrie - Bedienelemente im Fahrzeug
  • Luftfahrtindustrie - Bordnetzsysteme wie z.B. Passagierroboter
  • Schiffstechnik - Unterwasserboote
  • Betriebe und Institutionen des Maschinen- und Gerätebaus
  • Dienstleistung - Haushaltsgeräteproduktion, Roboter in der: Lebenshilfe oder Seniorenhilfe
  • Automatisierungstechnik
  • ....
Foto: Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik
Foto: Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik

"Heute entwickle ich Navigationsverfahren für laufende und fahrende Roboter, die später einmal in Katastrophengebieten oder auf anderen Planeten Aufgaben erfüllen sollen, die für Menschen zu gefährlich sind."  Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik

Foto: Peter Schlothauer, Absolvent Mechatronik
Foto: Peter Schlothauer, Absolvent Mechatronik

"Aktuelle Produkte, die ich zurzeit bearbeite, sind z.B. der Tripod (ein schnelles 3D-Handlingssystem mit bis zu 150 Picks/min) und das Luftlager (ein Transportsystem für ebene Substrate wie z.B. Solargläser)"  Peter Schlothauer, Absolvent Mechatronik

Mechatroniker/-innen können Forschergruppen leiten, weil sie durch das fächerübergreifende Studium sehr gut auf diese Tätigkeit vorbereitet sind.

im Gespräch mit
AR Dr.-Ing. Tom Ströhla

Praxis

Wo finde ich Anwendungen im Alltag?

Die Mechatronik arbeitet versteckt - hinter Gehäusen und schöner Apparatur. 

  • Daher findet sich Mechatronik in nahezu jeder Branche und in jedem modernen Hightech-Produkt.

  • Der Einsatz von Mechatronik in modernen Geräten macht uns das Leben angenehmer, komfortabler, oft auch bequemer und effizienter - z.B. moderne Handys.

  • Die Anwendungsbranchen sind so vielfältig, dass sie von der Konsumelektronik (Küchengeräte, Kameras, Fernseher) bis zu Entertainmentprodukten (iPad, Wii) reichen.

Informations- und Telekommunikationsbranche

Besonders in der Informations- und Telekommunikationsbranche stecken die mechatronischen Systeme unter der Haube. Gerade hier sollen die Geräte und Alltagshelfer reibungslos auf Knopfdruck funktionieren.

  • Flachbild-TV
  • Digitalkameras – werden immer automatischer, leistungsfähiger und besitzen vielseitige Funktionen:
    • eingebaute Bildstabilisatoren, um das Bild nicht zu verwackeln
    • innovative Objektivtechnologien für Nah- und Fernaufnahmen
    • verschiedene Blitze werden abhängig von wechselnden Lichtverhältnissen zugeschaltet
    • Highspeed-Bildserien können entstehen durch schnellere Verarbeitung im Inneren der Kamera
    • Bild-Rauschen wird unterdrückt
    • verschiedene Aufnahmeeffekte wie Schwenkpanorama
    • Miniatureffekte und automatisches Erkennen von „Familienmitgliedern“ sind heutzutage möglich
    • verschlankte Gehäuse sind bedienerfreundlich und ermöglichen das Mitnehmen der Kamera zu jeder Gelegenheit
  • DVD-Player / CD-Player – sie haben die Plattenspieler nahezu vollständig verdrängt:
    • verbesserte Klangqualität 
    • gesteigerter Bedienkomfort
    • verbesserte Leistungsfähigkeit der Geräte
    • neue Funktionen konnten realisiert (Pause, Vorspulen, Zurückspulen)
  • Computer / Festplattenlaufwerke / Drucker / Handy / iPod / iPad / …
    • Fotografieren mit Autofokus
    • Zoom und Bildstabilisation
    • Spielen mit einfacher Bewegungs- oder Gesteneingabe
    • Navigation in Häuserschluchten oder in der U-Bahn, wo kein GPS-Satellit -Signal hinkommt
    • und Telefonieren

Medizintechnik

Die Mechatronik wird in der Medizintechnik oft auch im Nanobereich genutzt.

Viele Geräte und Systeme müssen immer kleiner und feiner werden, um sie im oder am menschlichen Körper zu nutzen. Dabei spielen viele äußere wie innere Umstände eine Rolle, die bei der Entwicklung solcher Systeme beachtet werden müssen.

  • implantierbare Herzschrittmacher
  • Insulinpumpen
  • Krabbelwürmer sind kleine elektronische Roboter, die sich im Körper in den Blutbahnen oder der Wirbelsäule bis zur Untersuchungsstelle selbstständig fortbewegen und dem Arzt / der Ärztin die Live-Bilder übermittelt  
  • Hörgeräte

Dienstleistungs- und Haushaltsgewerbe

Die Helfer im Alltag - kaum ein Bereich, in dem Elektronik so eng mit Mechanik und Informatik verknüpft ist und wir täglich praktisch nutzen.

  • Elektronische Waagen genauer und präziser als altmodische Hand-Ablese-Waagen
    • in der Küche kann man auch Mini-Mengen genau abwiegen (z.B. Süßstoff Stevia) 
    • im Einkaufsgeschäft bezahlt man den tatsächlichen Preis für seine Ware
    • in der Medizin können genauere Mengen für Arzneimittel bestimmt werden
  • Staubsauger  immer mehr Saugleistung auf unterschiedlichen Bodenbelegen
    • von ehemals einfachen mechanischen Fussel-Rollen zum Staubauffangen arbeiten sie heute elektronisch
    • selbstständiges Erkennen von Schmutzarten
    • variieren die Saugleistung
    • erkennen Teppichkanten und Fußbodenuntergründe
    • kleine Roboter-Staubsauger, die ganz allein das Zimmer saugen
  • Kaffeemaschinen – lieber Latte oder Espresso?
    • auf Knopfdruck wird eingearbeitetes Programm ausgeführt (elektronisch programmiert)
    • verschiedene Auswahlmöglichkeiten - mit und ohne Milchschaum
    • oft Mahlwerk für ganze Kaffeebohnen, um wirklich frischen Kaffee zu brühen
  • Elektrische Zahnbürste fortschrittlichste Technologien zur Mundhygiene
    • reinigen die Zähne zahnschonender
    • helfen aktiv dabei, das Putzverhalten zu verbessern und zu regulieren
    • drahtlose Smartguides zeigen optisch an wenn zu stark aufgedrückt wird
  • Waschmaschinen, Wäschetrockner, Spülmaschine – sie alle sind mit intelligenten Hightech-System ausgestattet, die auf Knopfdruck programmierte Arbeitsabläufe starten und dabei immer leistungsfähiger sind

Fahrzeug- und Automobilbranche

Waren die Bremsen eines Autos früher rein mechanisch, werden Bremsbefehle heute meist per Kabel an vollelektronische Steueranlagen weitergeleitet - sind also intelligente Systeme.

Autos benötigen intelligente Systeme zur Erhöhung der Sicherheit:

  • ABS – Antiblockiersystem der Bremsen (in KFZ, Eisenbahn, Flugzeugfahrwerken)
    • wirkt bei starkem Bremsen einem möglichen Blockieren der Räder durch Verminderung des Bremsdrucks entgegen
    • ermöglicht gleichzeitiges Lenken und Spurtreue
  • Airbag
  • ASR – Anti-Schlupf-Regelung
  • EPS – Elektronisches Stabilisieren
    • durch abruptes Bremsen könnte Heck (hinten) ausscheren und die Kontrolle über das Fahrzeug verloren werden
    • durch das ESP werden Bremsen unterschiedlich stark betätigt, damit Auto wieder stabilisiert wird
    • Motorleistung wird dabei reduziert
  • Einparkhilfe
  • Automatisches Erkennen der Fahrspur
  • Kurvenlicht
    • erkennt, dass eine Kurve gefahren wird
    • leuchtet nicht nur nach vorne sondern auch in die Kurve hinein
  • Automatikgetriebe – selbstständiges Schalten der Gänge während der Fahrt
  • Automatische Getriebe
  • Fernbedienungen  - automatisches Türöffnen, Kofferklappenöffner- und Schließer,…)

Digitale Kommunikationssysteme

Digitale Kommunikationssysteme werden meist benötigt, um aus der Ferne Überprüfungen von Geräten vorzunehmen, zum Schutz der menschlichen Arbeitskraft oder aus Effizienzgründen.

  • Werkzeugmaschinen - elektronisch gesteuert 
  • Robotersysteme - flexible Industrieroboter, die überall da zum Einsatz kommen, wo es für Menschen zu gefährlich wird oder wo Menschen aus anatomischen Gründen nicht hinkommen
  • Fernablese  - von z.B. Strom - oder Heizungszählern
  • Regenerative Energien - Windkraftanlagen
Foto: Robin Zeh, Student Mechatronik
Foto: Robin Zeh, Student Mechatronik

"Ich habe mich für den Studiengang Mechatronik entschieden, da er für Interdisziplinarität und Anwendungsvielfalt steht. Es findet beispielsweise im Automobil, Haushaltsgeräten, Luftfahrt oder einem Smartphone Verwendung."  Robin Zeh, Student Mechatronik

Foto: Dr. Sören Rosenbaum, Absolvent Mechatronik
Foto: Dr. Sören Rosenbaum, Absolvent Mechatronik

"Das können von Ventilen im Einspritzsystem oder Motormanagement, Fahrwerksregelung oder für Komfortfunktionen bis hin zur Bremse für den Heckklappenantrieb ganz verschiedene Antriebe sein."  Dr. Sören Rosenbaum, Absolvent Mechatronik

Mechatronik nutzt verschiedene Antriebsmöglichkeiten, um Technik zu bewegen - z.B. wird Druckluft (Pneumatik) in vielen automatisierten Abläufen genutzt.

im Gespräch mit
AR Dr.-Ing. Tom Ströhla

Studium

Wie läuft das Studium ab?

Unser Mechatronik-Studium gehört zu den Ingenieurwissenschaften.
© Corel Draw
Foto: Corel Draw - Wie läuft das Studium ab?
  • Mechatronik ist ein Zusammenspiel aus Mikrocomputer, Elektronik und Mechanik.

  • Die Spezialisierung der TU Ilmenau liegt im Bau kleiner intelligenter Antriebe. Das bedeutet, dass mechanische Geräte mit einer smarten Elektronik und passender Software so verbunden werden, dass daraus sinnvolle Anwendungen für die Benutzenden entstehen.

  • Unsere Absolventinnen und Absolventen sind von der Industrie aufgrund ihrer möglichen Fächerkombination und Vertiefungsrichtungen sehr nachgefragt.

Wir bereiten unsere Studierenden auf die Entwicklung dieser Systeme vor.

  • Produktionsnahe Fächer erklären an praktischen Beispielen, wie Maschinen und Geräte von der Idee bis zum Praxiseinsatz entwickelt werden, warum die Automatisierung zunimmt und welchen Einfluss z.B. die Mess- und Sensortechnik für unterschiedliche Aufgaben der Maschinen haben.

  • In modernsten Laboren werden Praktika und Seminare zu Entwicklung, Konstruktion und Simulation durchgeführt.

  • Nichttechnische Studienfächer aus dem Wahlkatalog ergänzen die Lehre und Erfahrungen aus dem 8-wöchigen Grundpraktikum.

  • Wer das Grundpraktikum schon vor Studienbeginn in einem Betrieb durchgeführt und dort handwerkliche Fähigkeiten wie Bohren, Fräsen, Drehen oder Löten usw. erworben hat, kann thematisch vielen Lehrveranstaltung besser folgen.
Foto: Festo AG & Co. KG - in enger Zusammenarbeit mit der TU Ilmenau entstand dieser Roboter-Arm
Foto: Festo AG & Co. KG - in enger Zusammenarbeit mit der TU Ilmenau entstand dieser Roboter-Arm
  • Früher Forschungsbezug und aktive Lernmethoden im Studium fördern durch Belege (Hausarbeiten), Praktika und Bachelorarbeiten das selbstständige, kreative und wissenschaftliche Arbeiten.

  • Durch zahlreiche Industriekontakte und Kooperationen erhalten die Studierenden die Möglichkeit, in den Lehrveranstaltungen oder in freiwilligen studentischen Nebenjobs an aktuellen Entwicklungsaufgaben mitzuwirken oder auch an interessante Praktika vermittelt zu werden.

Bachelor (B.Sc.)

Foto: Ingo Herzog - Studierende im Audimax während einer Vorlesung
Foto: Ingo Herzog - Studierende im Audimax während einer Vorlesung

Das Bachelor-Studium setzt sich zusammen aus dem GIG und den erweiterten Grundlagenfächern ab dem 4. Semester.

  • Das GIG ist ein gemeinsames ingenieurwissenschaftliches Grundlagenstudium mit allen anderen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen der TU Ilmenau.

Die Studienfächer sind so angelegt, dass das zuvor erlangte Wissen aufeinander aufbaut und miteinander verknüpft (interdisziplinär).

  • Das Grundstudium ist sehr stark durch Mathematik und Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Werkstoffe, Elektrotechnik) geprägt.
    Hinzu kommen Fächer zur Konstruktion und Darstellung von Maschinenelementen, Technische Mechanik, Informatik und Programmierung.

  • Die erweiterten Grundlagenfächer in der Mechatronik vertiefen das Wissen ab dem 4. Semester in:
    Regelungs- und Systemtechnik, Mess- und Sensortechnik, Hydraulik und Pneumatik, Mikrotechnik sowie Getriebe- und Antriebstechnik, Mikroprozessortechnik und Entwurf mechatronischer Systeme.
Foto: TU Ilmenau - früher Praxisbezug durch 6-wöchiges Grundpraktikum in einer Firma
Foto: TU Ilmenau - früher Praxisbezug durch 6-wöchiges Grundpraktikum in einer Firma
  • Zusätzlich beinhaltet das Studium auch fachübergreifende Grundlagenpraktika, Wirtschaftsfächer, Technische und Nichttechnische Wahlfächer.

  • Das 7. Semester umfasst das 12-wöchige Industriepraktikum und die Bachelorarbeit schließt das Bachelor-Studium ab.


Die Studiendauer für den Bachelor beträgt 7 Semester und verleiht den Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.), das dem früheren Vordiplom für Ingenieur/-innen entspricht.

Wichtig ist mathematisch-naturwissenschaftliches Interesse!

Master (M.Sc.)

Das Master-Studium ist die empfohlene Weiterführung des Studiums, beginnt im Sommersemester, dauert 3 Semester und wird durch die Masterarbeit abgeschlossen.
Der Master of Science (M.Sc.) entspricht dem früheren Diplom für Ingenieur/-innen und ist Voraussetzung für ein Promotionsstudium.

  • Der Master kann auch von Absolventen/-innen eng verwandter Studiengänge gewählt werden. Hierfür müssen Zugangsvoraussetzungen durch Leistungspunkte nachgewiesen werden.

Die Vertiefungsrichtung wird während des Bachelor-Studiums gewählt.

Foto: ari - Professor Scharff im Gespräch mit Studierenden
Foto: ari - Professor Scharff im Gespräch mit Studierenden

Dann sollte man wissen, ob man lieber in der Industrie oder in der Forschung arbeiten möchte und in welcher Richtung der Wunsch nach Vertiefung (Spezialisierung) liegt.

Die Vertiefung richtet sich nach:

  • persönlichen Interessen
  • zukünftigen Aufgabengebieten
  • Erfahrungen aus dem Grundpraktikum und/oder Fachpraktikum
  • der Kombination an möglichen Wahlfächern 


Die Vertiefungsrichtungen im Master

  • Mechatronische Systeme - Hier geht es stärker um die Regelungstechnik.
    • Die Ausbildung setzt den Schwerpunkt auf verschiedene Antriebsmöglichkeiten für Maschinen und Geräte und beinhaltet auch die Robotik und Sensorik.

    • Die Ausbildung beschäftigt sich z.B. wie Arbeitstische magnetisch schweben, wie mit Hilfe von Druckluft (Pneumatik), Flüssigkeiten (Hydraulik) oder wie mit Direktantrieben die schnellsten Bewegungen der Welt erzeugt werden.

    • Die Vertiefungsrichtung erforscht neue Antriebstechnologien und deren Verwendung, um Geräte intelligenter und leistungsfähiger zu machen.
Fotos: Trepesch - RoboCup, der Fußballspielende Roboter
Fotos: Trepesch - RoboCup, der Fußballspielende Roboter
  • Mikromechatronik - Hier geht es um Systeme in der Mikrowelt.
    • Die Ausbildung setzt den Schwerpunkt auf die Mikro- und Nanotechnik, in der andere Gesetzmäßigkeiten und physikalische Wechselwirkungen herrschen - z.B. gibt es keine Reibung.

    • Die Ausbildung beschäftigt sich z.B. mit elektromagnetischen Feldern, Mikrooptik, Design von Mikrosystemen, Mikrosensorik und mit Prüfverfahren im Kleinstbereich (Nanomessmaschine).

    • Die Vertiefungsrichtung erforscht und nutzt physikalische Gesetze, die in der Mikrowelt andere Auswirkungen haben als in der normalen Welt.
Foto: TU Ilmenau - Klettverschluss aus Silikon
Foto: TU Ilmenau -Klettverschluss aus Silikon
Foto: TU Ilmenau - Mikrostrukturen auf einem Chip
Foto: TU Ilmenau - Mikrostrukturen auf einem Chip
Foto: TU Ilmenau/Bettina Wegner - Forschergruppe in der CAVE
Foto: TU Ilmenau/Bettina Wegner - Forschergruppe in der CAVE
  • Biomechatronik - Hier geht es um Inspirationen durch die Natur.
    • Die Ausbildung setzt den Schwerpunkt auf die Analyse von Bewegungsabläufen in der Natur und wie diese technisch nachgebaut werden können.

    • Die Ausbildung beschäftigt sich z.B. mit Prinzipien und Funktionsweisen der Fortbewegung aber auch mit der Anatomie und biokompatiblen Werkstoffen.

    • Die Vertiefungsrichtung erforscht und entwickelt neue Materialien und "Werkzeuge", die z.B. als Bionik bekannt sind (Roboter-Hand) und in der Medizin feiner und genauer arbeiten als die menschliche Hand.
Foto: Tetra GmbH, Ilmenau - RatNic
Foto: Tetra GmbH, Ilmenau - RatNic
Foto: TU Ilmenau - Quadrocopter
Foto: TU Ilmenau - Quadrocopter
Foto: ari - Kletterroboter
Foto: ari - Kletterroboter
Foto: Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik
Foto: Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik

"Besonders die Programmierung machte mir viel Spaß. Im Hauptstudium wählte ich deswegen die Vertiefungsrichtung "Mechatronische Systeme", weil sie ein breites Fächerspektrum beinhaltete und ich mich mehr und mehr auch für die Robotik interessierte."  Annett Stelzer, Absolventin Mechatronik

Foto: Dominik Balling, Student Mechatronik
Foto: Dominik Balling, Student Mechatronik

"Der Grund Mechatroniker zu werden, war, dass ich nicht nur den reinen "trockenen" Maschinenbau studieren wollte, sondern ihn mit den Fachrichtungen Elektrotechnik und Informatik auflockern und abwechslungsreicher gestalten wollte."  Dominik Balling, Student Mechatronik