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Andreas Harms

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NameAndreas Harms
StudiengangMechatronik (Diplom)
VertiefungBiomechatronik
Absolventseit 2009
ArbeitgeberOtto Bock HealthCare Products, Wien
Aufgaben im BerufEntwicklungsingenieur für Steuerungs-software von Prothesen der unteren Extremität
Ausführliches PorträtAndreas_Harms.pdf

Schule & Studienvorbereitung

Da mein Großvater und meine Mutter Architekten waren, haben mich Bauzeichnungen als Kind begeistert und ich war mir schon zu Schulzeiten sicher, dass ich mal Architekt werden würde. In der Oberstufe hatte ich Praktika, die mir die Augen geöffnet haben.
Eher durch Zufall lernte ich den Begriff Mechatronik und die Vertiefungsrichtung Biomechatronik kennen. Da ich damals schon länger das Rollenspiel Shadowrun kannte, war ich von dem Gedanken an der Entwicklung von Roboterarmen selbst beteiligt zu sein, begeistert. Neben dem renommierten M.I.T. wurde die Vertiefungsrichtung nur an der TU Ilmenau und an der TU Delft angeboten.

Studium

Das Vorbereitungsseminar für Mathematik an der Universität zeigte mir schnell, dass das Tempo an der Uni recht hoch ist, aber dank meines Mathematik-Lehrers konnte ich einigermaßen mithalten und wusste, dass es zwar anstrengend aber durchaus schaffbar werden würde.
Auch wenn ich zu Beginn des Studiums schon sicher war, in welcher Branche ich später arbeiten wollte, war ich froh, in allen Bereichen (Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Konstruktion, Informatik) ausgebildet zu werden.
Interessant waren vor allem die Unterschiede in den Vorlesungen. Vor allem das Engagements unseres Medizinprofessors hat mich beeindruckt, als er bei einem von ihm organisierten Exkursion ins Anatomische Institut in Jena aus dem Stehgreif einen Kurzvortrag über das Herz halten konnte.
Diese Kenntnisse über die Anatomie helfen mir heute, um mit den Kollegen aus der Medizintechnik und externen Partnern über die Funktionsweise und Aufgaben verschiedener Körperteile am menschlichen Gang zu diskutieren und neue Lösungsansätze für die Steuerung von Prothesen finden. Die mathematischen und physikalischen Grundlagen helfen mir dabei Biomechanischen Modellen zu beschreiben und diese softwaretechnisch umzusetzen.

Job

Während des Praxissemesters bewarb ich mich bei Otto Bock, wo ich in der Prüfabteilung einen Prototyp für ein Prüfgerät zum Testen von Handprothesen entwickelt habe. Im Laufe des Studiums stellte ich fest, dass die Prothetik-Branche nicht allzu groß war. Daher wollte ich noch zusätzliche Erfahrungen in der Robotik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt machen. Dort konnte ich im Zuge meiner Diplomarbeit an der Entwicklung eines EMG-Sensors arbeiten, zu dem ich eine Elektrode mit mikrostrukturierten Siliziumnadeln beisteuerte, dessen Fertigungsverfahren ich zusammen mit dem Mikro- und Nanotechnikzentrum an der TU Ilmenau entwickelte.
Heute bin ich für die Entwicklung Ablaufsteuerung einer Fußprothese verantwortlich. Dafür habe ich an Konzepten und biomechanischen Modellen gearbeitet, die ich durch praktische Versuche mit Prothesenträgern überprüfe und verfeinere. Gerade die Arbeit mit Amputierten, die Interdisziplinarität meiner Tätigkeit und die unterschiedlichen Hintergründe meiner Kollegen machen mir besonders Spaß. Neben Prothesen für die Untere (Hüft-, Kniegelenke & Fußprothesen) und Obere (Hände und Ellbögen) Extremitäten ist die Firmengruppe Otto Bock auch in der Entwicklung von Rollstühlen, Orthesen und Bandagen tätig, die sie weltweit produziert und vermarktet.