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Parasoziale Beziehungen zu Social Media Stars

In der Kommunikationswissenschaft ist gut belegt, dass Mediennutzende zu Medienpersonen teilweise parasoziale Beziehungen aufbauen (also Medienpersonen wie gute Bekannte betrachten), wobei die parasoziale Beziehung sich aus einzelnen parasozialen Interaktionen (z.B. während einer TV-Sendung mit den TV-Darstellenden sprechen) aufbaut. Social Media Stars vermitteln dem Publikum eine noch größere Nähe als Medienpersonen in den klassischen Massenmedien, indem sie scheinbare Erreichbarkeit zeigen, also manchmal auf Publikumskommentare reagieren oder Fans auf Twitter zurückfolgen. Ziel der Qualifikationsarbeit ist es, parasoziale Beziehungen zu einem oder mehreren Social Media Stars zu untersuchen. Dies kann entweder über Befragungen (Interview, Fragebogen) und/oder über die Analyse öffentlicher Publikumsreaktionen erfolgen. Die Art der Social Media Persönlichkeiten (z.B. Bereich Musik, Mode, Sport) und die betrachtete Plattform (z.B. Twitter, YouTube, Instagram) sollte mit Bedacht gewählt werden.

Beachten Sie, dass Rezeptionsforschung üblicherweise auf quantitativen und/oder qualitativen Befragungsmethoden (Fragebogen, Interview) basiert. Normalerweise ist es Studierenden nicht möglich, ausreichend große und aussagekräftige Stichproben zu untersuchen, da die Rekrutierung enorm schwierig ist und auch immer schwieriger wird (sog. Befragungsmüdigkeit der Bevölkerung). Wir raten deswegen normalerweise von Befragungsstudien ab und betreuen diese nur, sofern Studierende vorab genau belegen können, wie Sie eine sinnvoll zusammengesetzte Stichprobe ausreichender Größe (in der Regel > 500 für ausreichende Teststärke in der quantitativen Forschung) rekrutieren können. Der vage Hinweis, man werde die Studieneinladung über Facebook verbreiten, reicht nicht. E-Mail-Verteiler der Universität bringen auch keinen ausreichenden Rücklauf. Eine Studie mit unzureichender Stichprobe sollte von vorne herein nicht durchgeführt werden, da es sich dann um Pseudo-Wissenschaft handelt!

Im Normalfall empfehlen wir quantitative Medieninhaltsstudien in Form von Replikationsstudien. Siehe die anderen Themenausschreibungen.

 

Basisliteratur

Bond, B. J. (2016). Following Your "Friend": Social Media and the Strength of Adolescents' Parasocial Relationships with Media Personae. Cyberpsychology, Behavior and Social Networking, 19(11), 656–660. https://doi.org/10.1089/cyber.2016.0355

Chung, S., & Cho, H. (2017). Fostering Parasocial Relationships with Celebrities on Social Media: Implications for Celebrity Endorsement. Psychology & Marketing, 34(4), 481–495. https://doi.org/10.1002/mar.21001

Döring, N. (2013). Wie Medienpersonen Emotionen und Selbstkonzept der Mediennutzer beeinflussen: Empathie, sozialer Vergleich, parasoziale Beziehung und Identifikation. In W. Schweiger & A. Fahr (Hrsg.), Handbuch Medienwirkungsforschung (S. 295-310). Wiesbaden: VS Verlag. ISBN: 978-3-531-18158-5. doi:10.1007/978-3-531-18967-3_15.

 

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Prof. Dr. Nicola Döring