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Sexualisierung in der Musik? Eine Inhaltsanalyse der Lyrics aus den Charts der letzten Jahrzehnte

Seit längerem wird eine wachsende Sexualisierung der Medien diskutiert und oft als Gefahr für Kinder und Jugendliche betrachtet (Gunter, 2014). Das gilt auch für die Musik. So wurden z.B. die Sexualitäts-Bezüge in Musik-Videos (Vandenbosch et al., 2013) und die Selbst-Sexualisierung unterschiedlicher Typen von Musiker*innen (Donze, 2011) untersucht. Aber wie steht es mit der Sexualität in den Song-Texten (Flynn et al., 2016; Cougar Hall et al., 2012; Madanikia & Bartholomew, 2014)? Werden Song-Texte über die Jahre und Jahrzehnte hinweg immer sexueller? Und steht dies im Zusammenhang mit dem Geschlecht der Künstler*innen? Die Qualifikationsarbeit soll dies mit Hilfe einer systematischen quantitativen Medieninhaltsanalyse untersuchen und sich dabei auch kritisch mit den theoretischen Konzepten der „Sexualisierung“ und „Objektifizierung“ auseinandersetzen.

Dazu sind vor allem fünf Arbeitsschritte wichtig:

1. Sichtung des Materials (Charts für Deutschland seit 1978: https://www.offiziellecharts.de/charts/; Recherche nach Lyrics) sowie Sichtung des bisherigen Theorie- und Forschungsstandes zu Sexualisierung und Musik. Auf dieser Basis Entwicklung eines konzeptuellen Modells und Zuspitzung der Forschungsfragen bzw. Forschungshypothesen.

2. Vorbereitung der statistischen Auswertung für jede einzelne Forschungsfrage/Hypothese durch Auswahl der geeigneten deskriptiv- und inferenzstatistischen Verfahren und Design der statistischen Ergebnistabellen, wobei hier der Vergleich der Jahre bzw. Jahrzehnte wichtig ist.

3. Bildung einer sinnvoll zusammengesetzten und ausreichend großen Quoten-Stichprobe (Berechnung des optimalen Stichprobenumfangs mit G*power für das wichtigste statistische Verfahren unter Annahme einer kleinen Effektgröße) für die letzten 40 Jahre, z.B. auf der Basis der offiziellen Charts für Deutschland (https://www.offiziellecharts.de/charts/).

4. Entwicklung und Reliabilitätsprüfung des Codebuchs (v.a. für Geschlecht der Künstler*innen, verschiedene Sexualitätsbezüge versus Liebesbezüge, Objektifizierung usw.), dabei Kategorienentwicklung in enger Anlehnung an Theorie und Forschungsstand zwecks Validierung.

5. Durchführung der Studie: Datenerhebung durch Codierung der Lyrics, Datenbereinigung, statistische Datenanalyse, tabellarische Darstellung der Ergebnisse, Interpretation der Ergebnisse mit Rückbezug zu Theorie- und Forschungsstand.

 

Literatur

Cougar Hall, P., West, J. H., & Hill, S. (2012). Sexualization in Lyrics of Popular Music from 1959 to 2009: Implications for Sexuality Educators. Sexuality & Culture, 16 (2), 103–117. https://doi.org/10.1007/s12119-011-9103-4

Donze, P. L. (2011). Popular Music, Identity, and Sexualization: A Latent Class Analysis of Artist Types. Poetics, 39 (1), 44–63. https://doi.org/10.1016/j.poetic.2010.11.002

Flynn, M. A., Craig, C. M., Anderson, C. N., & Holody, K. J. (2016). Objectification in Popular Music Lyrics: An Examination of Gender and Genre Differences. Sex Roles, 75 (3-4), 164–176. https://doi.org/10.1007/s11199-016-0592-3

Gunter, B. (2014). Media and the Sexualization of Childhood. Routledge.

Madanikia, Y., & Bartholomew, K. (2014). Themes of Lust and Love in Popular Music Lyrics From 1971 to 2011. SAGE Open, 4 (3). https://doi.org/10.1177/2158244014547179

Vandenbosch, L., Vervloessem, D., & Eggermont, S. (2013). “I Might Get Your Heart Racing in My Skin-Tight Jeans”: Sexualization on Music Entertainment Television. Communication Studies, 64 (2), 178–194. https://doi.org/10.1080/10510974.2012.755640

 

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Prof. Dr. Nicola Döring