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User-Centered Design für Sexroboter

User-Centered Design für Sexroboter

Die Fachliteratur prognostiziert, dass die Nutzung von Sexrobotern durch Frauen und Männer im Jahr 2050 völlig normal sein wird (Levy, 2007; Pearson, 2016). Doch wie werden die zukünftigen Sexroboter aussehen und beschaffen sein? Welche Funktionen werden sie bieten? Wie wird sich Sexroboter-Nutzung dementsprechend in das sonstige Sexual- und Liebesleben der Menschen einfügen?

Kritische Stimmen warnen, dass Sexroboter wohl vor allem in Gestalt klischeehafter Sexsklavinnen für heterosexuelle Männer auf den Markt kommen werden (z.B. https://campaignagainstsexrobots.org/). Doch die Gestaltung von Sexrobotern ist heute noch weitgehend offen. Je nach dem, welche Anforderungen von unterschiedlichen potenziellen Nutzendengruppen gestellt werden, können Sexroboter ganz unterschiedliche Gestalt annehmen und ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen, die durchaus zu sexuellem Wohlbefinden und sexueller Gesundheit beitragen können.

Was wären etwa die Anforderungen von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, von lesbischen und bisexuellen Frauen, von Transpersonen, von Menschen mit sexuellen Funktionsstörungen, von Paaren, die einen Sexroboter gemeinsam nutzen möchten usw.? Wir wissen es bislang nicht.

Ziel der Qualifikationsarbeit ist es, den (bislang überschaubaren) Forschungsstand zur Gestaltung und Akzeptanz von Sexrobotern aufzuarbeiten und Methoden des User-Centered Design auf Sexroboter anzuwenden. Das kann methodisch mit Hilfe von Einzelinterviews und/oder Fokusgruppen-Diskussionen geschehen, indem man die potenziell Nutzenden ihre Anforderungen äußern und diskutieren lässt. Auch kann mit visuellen Prototypen gearbeitet werden, um mögliche Gestaltungsvarianten zu veranschaulichen und hinsichtlich ihrer Akzeptanz zu diskutieren. Der User-Centered-Design-Ansatz stellt bei der Entwicklung von Produkten die Nutzenden und ihre Anforderungen von Anfang an in den Mittelpunkt. Als theoretischer Hintergrund kann der Positive Technology-Ansatz (Riva, 2012) dienen, der auf der Basis des Positive-Psychology-Ansatzes bei der Technikentwicklung das Augenmerk auf den positiven Nutzen für Menschen legt.

 

Wissenschaftliche Quellen:

Döring, N. (2017). Vom Internetsex zum Robotersex: Forschungsstand und Herausforderungen für die Sexualwissenschaft. Zeitschrift für Sexualforschung, 30(1), S. 35-57. doi: 10.1055/s-0043-101471

Sharkey et al. (2017). Our Sexual Future with Robots. https://responsiblerobotics.org/wp-content/uploads/2017/07/FRR-Consultation-Report-Our-Sexual-Future-with-robots_Final.pdf

Special Issue "Love and Sex with Robots" (2017). Multimodal Technologies and Interaction. http://www.mdpi.com/journal/mti/special_issues/robots

 

Journalistische Quellen:

Vice (2015). We got a bunch of people to draw us their ideal sex robot. https://www.vice.com/en_us/article/zngyz3/we-got-people-to-draw-their-ideal-sex-bot-205

Vice (2015). What would sex robots for women look like? https://www.vice.com/sv/article/mvx44x/what-would-sex-robots-for-women-look-like

 

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Prof. Dr. Döring