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Kolloquium und Festveranstaltung "10 Jahre Institut für Medientechnik"

Am 24. Januar 2013 wurde der 10. Jahrestag der offiziellen Gründung des Instituts für Medientechnik, dem auch das Fachgebiet Audioviuelle Technik angehört, feierlich begangen. Das Institut hatte allerdings schon einige Jahre vorher "in Gründung" exisitert und einige hundert Studierende zum Diplom geführt.

Am Nachmittag fand ein Kolloquium im Medienlabor II statt. Eingeladenen Redner waren:

Dr. Klaus Illgner-Fehns (Institut für Rundfunktechnik München): HbbTV - Das Tor zu neuen Anwendungen
Dr. Peter Schütt (IBM Deutschland GmbH): Zur Bedeutung der sozialen Medien für Unternehmen
Dr. Ralf Schäfer (Heinrich Hertz Institut Berlin): UHD als format-agnostisches Produktionsverfahren und als eine Plattform für interaktives Video

Nach den eingeladenen Referenten stellten 16 Mitarbeiter des Instituts ihre aktuellen Projekte in einer jeweils zweiminütigen Präsentation vor. Anschließend war Gelegenheit, sich anhand von Postern genauer über die Forschung am IMT zu informieren.

Video der Thüringer Mediengruppe über die Veranstaltung

Link: https://www.youtube.com/watch?v=ihPN7NYh2Uk

Am Abend fand eine Festveranstaltung mit anschließendem Empfang im Helmholtz-Hörsaal der Universität statt. Auf der Veranstaltungen sprachen unter anderem Herr Prof. Schade (Direktor des IMT), Frau Prof. Schipanski (Thüringer Kultusministerin zur Zeit der Einrichtung des Institutes) und Herr Prof. Scharff (Rektor der TU Ilmenau).

Frau Prof. Dagmar Schipanski [Fotos: Dr. E. Schön]

Pressemitteilung (Auszug)

Technik- und Medienschmiede TU Ilmenau: 10 Jahre Institut für Medientechnik an der TU Ilmenau

Mit einem wissenschaftlichen Kolloquium und einer Festveranstaltung feiert das Institut für Medientechnik der Technischen Universität Ilmenau am 24. Januar 2013 sein 10-jähriges Bestehen.

Die Gründung des Instituts im Jahr 2002 war Höhepunkt einer Entwicklung, die bereits im 1993 mit dem Start des Modellversuchs „Elektronische Medientechnik“ ihren Anfang nahm und die zu einer Erfolgsstory wurde, die ihres gleichen sucht. Das vom damaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Hans-Peter Schade, heute Professor für Audiovisuelle Technik der TU Ilmenau, initiierte Pilotprojekt war auf vier Jahre befristet und auf kleine Gruppenstärken zugeschnitten. Doch schon bald ließ sich die Nachfrage nach dem neuen Ausbildungsangebot kaum noch befriedigen.

Die neuen Entwicklungen im Bereich der Medien und insbesondere deren Digitalisierung früher als andere aufgreifend, handelte die Universität schnell und entschlossen: Nicht nur einer, sondern gleich drei Medienstudiengänge wurden konzipiert und 1996 eingeführt: Medientechnologie, Angewandte Medienwissenschaft und Medienwirtschaft. Sie verbinden mit jeweils eigener Schwerpunktsetzung technik-, wirtschafts- und kommunikationswissenschaftliche Inhalte. Diese interdisziplinäre Herangehensweise wurde als „Ilmenauer Modell“ bekannt. Der Rektor der TU Ilmenau, Professor Peter Scharff: „Wir blicken heute nicht nur auf zehn Jahre Institut für Medientechnik zurück, sondern mit großem Stolz auf bereits 20 Jahre medientechnische Ausbildung und Forschung. Damit waren wir die ersten auf diesem Gebiet, und wir haben wir aus diesem Pfund immer mehr gemacht: Heute gehört die TU Ilmenau zu den größten und renommiertesten Medienstandorten in der deutschen Universitätslandschaft. Allen Medienschaffenden der Universität hohe Anerkennung und herzliche Gratulation zum Jubiläum!“

Begleitet vom „Wissenschaftlichen Beirat Medien“, dem führende Vertretern der Medienpraxis angehören, wurde bereits 1997 die Gründungsphase des Institut für Medientechnik (IMT) und darüber hinaus die des ebenfalls neu entstandenen Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaft (IfMK) eingeläutet.  Mit den Berufungen der ersten drei Professoren (2000: Professor Karlheinz Brandenburg, Fachgebiet Elektronische Medientechnik; 2001: Professorin Heidi Krömker, Fachgebiet Medienproduktion; 2002: Professor Hans-Peter Schade, Fachgebiet Audiovisuelle Technik) waren schließlich auch die formalen Voraussetzungen für Gründung des IMT im November 2002 gegeben. Später erweiterten Professor Gerald Schuller (Fachgebiet Angewandte Mediensysteme) sowie Professor Paul Klimsa (Fachgebiet Kommunikationswissenschaft) die Reihe der Hochschullehrer am Institut.

Heute arbeiten in den fünf Fachgebieten des IMT rund fünfzig wissenschaftliche und technische Mitarbeiter/innen. Die Hälfte der Forscher wird über Drittmittelprojekte von Bund, Land, EU oder Industriepartnern finanziert. Zu den zukunftsträchtigen Themen, mit denen sich die Ilmenauer Medientechnologen bisher beschäftigten, gehören beispielsweise interaktive audiovisuelle Anwendungssysteme, dreidimensionales Fernsehen und virtuelle Studioproduktion. Mehr als 1000 Studierende haben inzwischen das Studium der Medientechnologie mit einem Diplom-, Bachelor oder Masterabschluss erfolgreich beendet. Zudem wurden 30 junge Wissenschaftler auf diesem Gebiet promoviert bzw. habilitiert.

Insgesamt sind an den beiden Medieninstituten IMT und IfMK heute zwölf ingenieur- und sozialwissenschaftliche Professuren angesiedelt, darunter auch Fachgebiete für Empirische Medienforschung, für Medienpsychologie und Virtuelle Welten/Digitale Spiele. Hinzu kommen noch wirtschaftswissenschaftliche Fachgebiete wie Marketing und Medienrecht in der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Der Aufbau der Medienstudiengänge trug maßgeblich zur Verbreiterung des Lehr- und Forschungsspektrums der TU Ilmenau um sozialwissenschaftliche Bereiche und damit zum universitären Profilbildungsprozess bei.

Einhergehend mit der wissenschaftlichen Profilierung wurden auch die technischen Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte medientechnologische Ausbildung und Forschung geschaffen. Mit Förderung durch das Land Thüringen, den Bund und die Deutsche Forschungsgemeinschaft entstand am IMT ein moderner Studiokomplex, und als erste deutsche Universität verfügte die TU Ilmenau über ein virtuelles Studio. Hinzu kamen ein klassisches Fernsehstudio, ein Video-, Hör- und ein Usability-Labor sowie das weltweit einzigartige Kompetenzzentrum Virtuelle Realität. Es koppelt die interaktive Visualisierung einer 3-Seiten-Cave mit synchroner räumlicher akustischer Präsentation. Hierbei kommt das IOSONO®-Soundsystem zum Einsatz, das einen perfekten natürlichen Klangeindruck im gesamten Raum schafft. Das System ist eine von zahlreichen Innovationen des von Professor Karlheinz Brandenburg geleiteten Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie Ilmenau, dass sich auf dem Campus der TU Ilmenau angesiedelt hat und mit dem IMT gemeinsam an neuen Medientechnologien für professionelle Märkte und für den Unterhaltungssektor forscht. Das IOSONO®-System wurde inzwischen weltweit installiert und mündete in einer Firmengründung.  Dies gilt auch für eine Entwicklung des Fachgebietes Virtuelle Welten/Digitale Spiele des IfMK, die „Diminished Reality“. Dieses auf Computer-Vision-Techniken basierende Verfahren ermöglicht es, weitgehend automatisiert unerwünschte Bildelemente durch andere Bildelemente in Videos zu ersetzen, so dass für den Betrachter ein insgesamt plausibler und konsistenter Gesamteindruck entsteht.

Die sich aus der Elektro- und Informationstechnik herausgebildete besondere Medienkompetenz der einzigen technischen Universität Thüringens ist auch in Entwicklungen in der Mobilkommunikation begründet. Digitale Medientechnologie und Mobilkommunikation sind heute zwei der sechs Forschungsclusters der TU Ilmenau. Dies führte zu weiteren Forschungskonzentrationen in diesem Bereich, auch im Umfeld der Universität. 2008 wurden die Professur Drahtlose Verteilsysteme/Digitaler Rundfunk und die gleichnamige Arbeitsgruppe des Fraunhofer IIS Erlangen am Standort Ilmenau eingerichtet. Letztere wird durch das Land Thüringen gefördert. Ein 50 Meter hoher Antennenturm und ein Forschungsneubau bilden exzellente Bedingungen für innovative Arbeiten auf dem Gebiet der Satellitenkommunikation.

2011 wurden die Kompetenzen im fakultätsübergreifenden „Institut für Medien- und Mobilkommunikation“ noch stärker gebündelt.

Die Studiengänge Medientechnologie und Medienwirtschaft werden heute als konsekutive Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, die Angewandte Medienwissenschaft durch den Masterstudiengang Medien- und Kommunikationswissenschaft ergänzt. Hinzu kommt der englischsprachige Masterstudiengang Communications and Signal Processing. Insgesamt sind in diesen Studiengängen derzeit rund 1850 Studierende eingeschrieben und werden für zahlreiche Arbeitsfelder in verschiedenen Medien- und Industriebranchen auf höchstem Niveau ausgebildet.

Darüber hinaus sind Inhalte aus diesen Gebieten in weiteren ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen und der Nachwuchsforschung der TU Ilmenau vertreten. Im DFG-geförderten Graduiertenkolleg „Selbstorganisierende Mobilkommunikationssysteme für Katastrophenszenarien“ arbeiten über 30 internationale junge Wissenschaftler an Mobilkommunikationsystemen, mit denen die bei Naturkatastrophen, Unglücken oder Anschlägen die zusammengebrochene Mobilkommunikation wieder hergestellt werden kann. Im Rahmen des ProExzellenz-Programms fördert das Land Thüringen die Graduiertenschule „Bildverarbeitung und Bildinterpretation“, deren Doktoranden an neuesten Kameratechnologien und Bildverarbeitungsverfahren forschen.  Hier fließen auch die Kompetenzen des Forschungsclusters Präzisionstechnik und Präzisionsmesstechnik der TU Ilmenau und die engen Kooperationen mit optischen Industrie Thüringens maßgeblich mit ein. So ist die TU Ilmenau thüringenweit, aber auch national und international als exzellente Technik- und Medienschmiede aufgestellt. Sie ist damit zugleich ein bedeutender Technologietreiber für die wirtschaftliche Entwicklung Thüringen in einem der wichtigsten Wachstumsfelder im Zeitalter der Digitalisierung.