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Dr.-Ing. Stephan Werner

Kommissarischer Fachgebietsleiter

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INHALTE

Multimediales System zur Rehabilitation bei Hörerkrankungen

Forschungsprojekt

Motivation

Das räumliche Hören ist bei der Versorgung mit Hörhilfen stark eingeschränkt. Die dem natürlichen räumlichen Hören wiedersprechende akustische Aufbereitung und Wiedergabe von Audiosignalen über Hörhilfen führt zu einer deutlichen Verminderung der Wahrnehmung von Richtung, Distanz und Sprachverständlichkeit im Störgeräusch. Eine Anpassung der Hörhilfe und ein Hörtraining sind für eine Verbesserung des räumlichen Hörens unerlässlich. Bestehende Anpassungs- und Trainingsprozeduren decken zurzeit diesen Bereich lediglich unzureichend ab. Weiterhin existieren derzeit keine individuellen, auf verschiedene Hörsituationen anpassbaren und im privaten Bereich einsetzbaren Hörtrainingsprozeduren. Gerade diese Ansätze zur Rehabilitation lassen allerdings eine deutliche Verbesserung der räumlichen auditiven Wahrnehmung erwarten.

 

Zielstellung

Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Werkzeugs zur Unterstützung der Rehabilitation. Das Werkzeug soll einen deutlichen Mehrwert sowohl dem Betroffenen als auch dem Hörakustiker bieten. Hierfür soll ein audiovisuelles System zum Trainieren der auditiven räumlichen Wahrnehmung entwickelt werden. Der Nutzer soll sich interaktiv und basierend auf seinen Fähigkeiten an seine Hörhilfe in verschieden komplexen realitätsnahen Hörsituationen gewöhnen. Die Eigenschaften und Voreinstellungen der Hörhilfe können in einer „geschützten Umgebung“ getestet werden. Dem Hörgeräteakustiker wird ein Werkzeug gegeben, um das Hörgerät an komplexe und/oder spezielle Szenen anzupassen. Neben der rein akustischen Wiedergabe kommen in dem Werkzeug eine Kombination von räumlicher akustischer Wiedergabe und einer räumlichen stereoskopische visuellen Wiedergabe zur Anwendung. Die virtuelle audiovisuelle Trainingsumgebung soll durch ihren hohen Grad an Immersion und Plausibilität zu einer Steigerung des Trainingseffektes beitragen. Die Trainingsmethodik und die Komplexität der Szenen sind an den Nutzer individuell anpassbar. 

Darüber hinaus wird durch die beantragten Mittel eine Modernisierung der Infrastruktur des Instituts für Medientechnik angestrebt. Durch Investitionen in die vorhanden Audio- und Videolabore des Instituts wird die Wettbewerbsfähigkeit der Forschung erhöht, ein Mehrwert für die Lehre geschaffen und eine Verbesserung der Erfolgsaussichten von zukünftigen Forschungsvorhaben erzielt.

 

Leitzielkompatibilität

Der Forschungsantrag gliedert sich nahtlos in das RIS3-Spezialisierungsfeld „Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft“ mit seinen Schwerpunkten zur Therapie für medizinische Anwendungen und Innovationen für ein gesundes Altern und zur Erhaltung der Lebensqualität ein (LGLG 1.1 und LGLG 1.2). Das Projekt soll der Verbesserung des Transfers von aktuellen Forschungsergebnissen zum Thema räumlichen Hören in wirtschaftlich verwertbare Entwicklungen dienen.