http://www.tu-ilmenau.de

Logo TU Ilmenau


Ansprechpartner

Prof. Heidi Krömker

Fachgebietsleiterin

Telefon +49 3677 69-2890

E-Mail senden

Ihre Position

INHALTE

Leitfaden zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten

Vorgehen

Wenn Sie diese Seite besuchen, stehen Sie vielleicht vor Beginn Ihrer Projekt- oder Abschlussarbeit oder haben die Arbeit bereits begonnen.

Unser Leitfaden soll Ihnen helfen, Ihre wissenschaftliche Arbeit durchzuführen, zu strukturieren und Ihre Erkenntnisse präzise darzulegen.

Vorgehen

Die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit kann man prinzipiell in drei Phasen aufteilen:

Drei Phasen der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit.
1. Zeit einteilen2. Forschen3. Schreiben
Erstellen Sie einen Zeitplan mit allen wichtigen Eckdaten.Bereiten Sie Ihre theoretische und praktische Arbeit vor und führen Sie sie durch.Bringen Sie Ihre Ergebnisse nach wissenschaftlichen Anforderungen zu Papier.

 

Die Inhalte dieser drei Phasen können Sie beim Klick auf die Reiter "1. Zeit einteilen", "2. Forschen" und "3. Schreiben" nachlesen.

Darüber hinaus finden Sie im Reiter "Quellen" Hinweise zum Zitieren und zu Quellenangaben. Im Reiter "Literaturhinweise" haben Ihnen eine Übersicht nützlicher Informationen zum Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten zusammengestellt, die über diesen Leitfaden hinausgehen.


Die wissenschaftliche Arbeit

Eine wissenschaftliche Arbeit ist eine schriftliche Ausarbeitung, in der ein Problem aus einem bestimmten Fachgebiet behandelt wird. Je nach Art der Arbeit ist dabei der Anteil an eigener Forschung und der Anteil an zusammengetragener und zusammengefasster Literatur unterschiedlich hoch: Während Hauptseminararbeiten überwiegend vorhandene Literatur zusammenfassen, ist der Anteil eigener Forschung in Studienarbeiten, z. B. bei Medienprojektarbeiten, deutlich höher.

Zum Abschluss des Studiums dokumentiert die Bachelor- bzw. Masterarbeit die wesentlichen Ergebnisse des letzten Studienabschnitts in schriftlicher Form. Der Bachelor- bzw. Masterstudierende zeigt mit der Arbeit, dass er/sie fähig ist, selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten - die eigene Forschungsleistung ist entsprechend hoch.


Besonderheiten einer ingenieurwissenschaftlichen Arbeit

Eine Besonderheit vieler ingenieurwissenschaftlicher Arbeiten ist der enge Bezug zur technischen Praxis.

Im Verlauf der Arbeit sind dann sowohl theoretische Überlegungen und Ableitungen als auch praktische Untersuchungen, z. B. Versuche, Entwicklungsarbeiten, Prozessanalysen, notwendig.

1. Zeit einteilen

Eine wissenschaftliche Arbeit ist in der Regel in einem vorgegebenen Zeitfenster zu realisieren, z.B. in sechs Monaten. Um das gestellte Thema in diesem festen Zeitrahmen adäquat bearbeiten zu können, ist eine Planung des Projekts "wissenschaftliche Arbeit" dringend angeraten. Ebenso sollte der Arbeitsfortschritt des Projektes kontinuierlich überprüft werden.


Zeitplanung

Wissenschaftliche Arbeiten lassen sich gewöhnlich in die folgenden, zeitlich jedoch nicht immer scharf getrennten Phasen aufteilen:

  • Einarbeitungsphase
    mit Literaturstudium, Erarbeiten des Wissens um des Stands der Technik
  • Entwicklung eines Lösungsansatzes
  • Praktische Durchführung
  • Erstellung der schriftlichen Arbeit
    mit Erstellung von Text und Diagrammen sowie den Korrekturphasen


Balkendiagramm

Ein einfaches Werkzeug zur zeitlichen Planung ist das Balkendiagramm.

Mit Balkendiagrammen lässt sich der zeitliche Ablauf der Arbeit übersichtlich planen.

Zeitplan für den Ablauf einer wissenschaftlichen Arbeit.


Kontrolle

Bei genügend feiner Auflösung des zeitlichen Planung, z. B. wochenweise, und durch Setzen von Meilensteinen kann man das Voranschreiten der eigenen Arbeit gut kontrollieren.

Bei der Planung sollten neben den eigentlichen Arbeitsabschnitten auch Pufferzeiten berücksichtigt werden. Außerdem ist es sinnvoll, in den Plan Zeiträume aufzunehmen, in denen der Betreuer nicht greifbar ist, z.B. wegen Urlaub, Tagungen.

2. Forschen

Die inhaltliche Bearbeitung von wissenschaftlichen Arbeiten folgt immer einem ähnlichen Ablauf, der nachfolgend vorgestellt wird.

Vorgehen beim Bearbeiten eines Forschungsthemas.


Thema und Forschungsfrage

Bevor mit der eigentlichen Bearbeitung eines Themas begonnen wird, sollte die gestellte Aufgabe in eine Frage umformuliert werden. Zur Beantwortung dieser Frage lassen sich je nach Themenstellung und Untersuchungsmethode Hypothesen aufstellen, die im weiteren Arbeitsprozess genauer untersucht werden.

Die Aufgabenstellung für eine wissenschaftlichen Arbeit ist meist eher allgemein gehalten. Das Thema der Arbeit sollte deshalb nur als "Arbeitstitel" betrachtet werden.

Damit die angefertigte Arbeit einen Beitrag zum Erkenntniszuwachs in der Wissenschaft leistet, ist es notwendig, dass die Arbeit eine möglichst präzise formulierte Forschungsfrage beantwortet.

Formulierung der Forschungsfrage

Die Forschungsfrage sollte klar und ohne Widersprüche gestellt sein. Sie sollte möglichst als "W-Frage" (Wie? Was? Warum?) formuliert sein. Es sollten in der Fragestellung keine unrichtigen Vorannahmen gemacht werden. Auch sind Scheinfragen, die eine verkleidete Behauptung darstellen, und tendenziöse, beeinflussende Fragen zu vermeiden.

Subfragen

Die Forschungsfrage wird wiederum in Subfragen unterteilt. Die Beantwortung der Subfragen in den einzelnen Kapiteln der Arbeit führt dann zur Beantwortung der Forschungsfrage durch die gesamte Arbeit.

Fragetypen

Grundsätzlich kann man folgende Fragetypen unterscheiden:

  • Was ist der Fall? Wie sieht die Realität aus?
  • Warum ist etwas der Fall?
  • Wie wird künftig etwas aussehen?
  • Welche Maßnahmen sind geeignet, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen?
  • Wie ist ein bestimmter Zustand vor dem Hintergrund explizit genannter Kriterien zu bewerten?

In einer Abschlussarbeit besteht die Forschungsfrage meist aus einem der ersten beiden Fragetypen. 
Die anderen Fragetypen fließen eher in die Formulierungen der Subfragen ein.


Ansatz

Die Forschungsfrage und die Subfragen liefern einen ersten Ansatz zur Literaturrecherche.

Zu Beginn der Arbeit sollte geklärt werden, welche Untersuchungen bereits zu diesen oder ähnlichen Fragestellungen veröffentlicht wurden. Auch sollte nach Theorien oder Hypothesen, die für die Arbeit herangezogen werden könnten, recherchiert werden.

Literaturarbeit

Die Literatur zu einem bestimmten Thema steht in einem bestimmten Forschungszusammenhang zu schon veröffentlichter Literatur.
So bezieht sich in der Regel ein Autor auf mehrere frühere Autoren zum gleichen Thema.

In Literaturverzeichnissen stöbern

Hat man eine Veröffentlichung zu seinem Thema gefunden, so findet man im Literaturverzeichnis die Literatur, auf die sich Autor/in stützt. Jede dort aufgeführte Veröffentlichung enthält meist wiederum zahlreiche Literaturangaben. Auf diese Weise spinnt sich ein Netz, das die jeweiligen Veröffentlichungen miteinander verbindet.

Alternative Suchen

Nutzt man verlässliche Quellen im Internet (z. B. Google Scholar) für die Recherche, steht für eine Auswertung auch neuere und neueste Literatur zur Verfügung. Ebenso verringert sich die Gefahr, dass man ausschließlich auf Literatur eines bestimmten wissenschaftstheoretischen Ansatzes stößt, so wie es beim Durchsuchen von Literaturverzeichnissen durchaus der Fall sein kann.

Zeitaufwand

Es ist wichtig, sich nicht im Rechercheprozess zu verlieren!

Die für die Materialfindung aufgewendete Zeit muss in einem vernünftigen Verhältnis zur Zeit, die für die Erstellung der Gesamtarbeit benötigt wird, stehen. Die für die Grundlagen der Arbeit verwendete Literatur sollte dem Thema passend zweckdienlich ausgewählt werden.

Aufwärtsregel

Für das Anfertigen einer wissenschaftlichen Arbeit sollte die sogenannte Aufwärtsregel beachtet werden. Das bedeutet, dass nur höher stehende Werke benutzt werden dürfen. Natürlich kann man auch gleich- oder niedriger gestellte Arbeiten lesen und sich von ihnen inspirieren lassen, doch sollte in einer Abschlussarbeit möglichst nicht aus einer anderen Abschlussarbeiten zitiert werden.


Hypothesen

Nach eingehender Literaturarbeit, sollte es möglich sein, Hypothesen zu formulieren, die in der Arbeit untersucht werden. Eine wissenschaftliche Hypothese bezieht sich dabei auf einen realen Sachverhalt, der (empirisch) untersuchbar ist.

Hypothesen können die folgenden Merkmale aufweisen:

Allgemeingültigkeit

Eine Hypothese ist eine über den Einzelfall hinaus allgemein gültige Behauptung. Die Grundlage einer wissenschaftlichen Hypothese ist, zumindest implizit, ein Konditionalsatz ("Wenn-Dann" oder "Je-Desto").

Variablen

Das bedeutet, dass mit einer Hypothese behauptet wird, es bestünde zwischen zwei oder mehreren Variablen ein allgemein gültiger Zusammenhang. Dieser Zusammenhang ist in der Regel gerichtet ("Wenn X, dann Y" oder "Je mehr A, desto weniger B").

Falsifizierbarkeit

Eine wissenschaftliche Hypothese muss potentiell falsifizierbar sein, d. h. es müssen Ereignisse denkbar sein, die dem Konditionalsatz der Hypothese widersprechen. Demnach sind "Es-gibt"-Sätze und "Kann"-Sätze ungeeignet zur Bildung von Hypothesen, da sie unter realistischen Bedingungen nicht falsifizierbar sind.

Hypothesenformulierung nicht möglich?

Ist es nicht möglich, eine gerichtete Hypothese zu formulieren, sollte die Kenntnis von dem zu erforschenden Gegenstand bzw. Sachverhalt verbessert werden. Dies kann durch erneute Literaturarbeit oder aber auch durch gezielte Voruntersuchungen erfolgen.

Beispiel 

Mit zunehmender Müdigkeit sinkt die Konzentrationsfähigkeit.
oder
Je stärkter die Müdigkeit, desto schwächer die Konzentrationsfähigkeit.

Diese Hypothese ist allgemein gültig, also nicht nur für ein einzelnes Untersuchungsobjekt, sondern für die die gesamte Klasse vergleichbarer Objekte (hier z. B. Menschen). Außerdem ist sie durch einen einzigen Menschen, dessen Konzentrationsfähigkeit bei zunehmender Müdigkeit steigt, falsifizierbar.

Die Variablen, die durch eine Hypothese verknüpft werden, besitzen in der Regel unterschiedliche Ausprägungen. So können die Variablen der Hypothese "Je X, desto Y" jeweils verschiedene Ausprägungen (z.B "nicht müde", "etwas müde" usw.) besitzen.


Operationalisierung der zentralen Begriffe

Um Hypothesen zu untersuchen, ist es zunächst notwendig die zentralen Begriffe zu definieren. Anschließend sind die zu untersuchenden Begriffe zu operationalisieren. Die Operationalisierung soll dabei eine Verbindung zwischen der begrifflichen Ebene und der Beobachtungsebene schaffen.

Hierzu sind folgende Fragen zu klären:

  • Liegt der vom Begriff beschriebene Tatbestand in der Realität vor?
  • In welchem Maße liegt er vor?
  • Wie kann dessen Ausprägung gemessen bzw. bestimmt werden?


Datenerhebung

Generell können zwei unterschiedliche Klassen von Methoden zur Datenerhebung unterschieden werden: 

Quantitativ orientierte Methoden

Die für den quantitativen Ansatz typische Messung von Ausschnitten der Beobachtungsrealität mündet in der statistischen Verarbeitung von Messwerten. 
Relevant sind hier die Begriffe: zählen, messen.

Qualitativ orientierte Methoden

Dem gegenüber steht der qualitative Ansatz, bei dem Verbalisierungen der Erfahrungswirklichkeit interpretiert werden.
Relevant sind hier die Begriffe: urteilen, testen, befragen, beobachten.

Testen

Ein Test besteht gewöhnlich aus mehreren unterschiedlichen Aufgaben oder Fragen. Vor der Verwendung eines Testes sollte er hinsichtlich seiner Güte beurteilt werden. Dies gilt besonders für eigene neukonstruierte oder veränderte Tests, aber auch für bereits publizierte Tests. Die Testgüte kann anhand der Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität bestimmt werden und sollte mit Hilfe einer Stichprobe überprüft werden.

Bevor für eine Untersuchung ein eigener Test entwickelt wird, sollte zunächst geprüft werden, ob für das interessierende Merkmal bereits ein brauchbarer Test existiert.

Befragen

Befragungen können mündlich oder schriftlich erfolgen. Die Fragen und deren Ablauf können hierbei von "völlig offen" bis "vollständig standardisiert" variieren. Bei standardisierten Befragungen sind Wortlaut und Reihenfolge der Fragen festgelegt.

Schriftlich

Bei schriftlichen Befragungen sind Fragen mit Antwortvorgaben (z. B. durch Ankreuzen) der offenen Fragestellung vorzuziehen. Zum einen erleichtern geschlossene Fragen die Auswertung, zum anderen verringern sie Unsicherheiten bei den Befragten.

Mündlich

Dem gegenüber eigen sich mündliche Befragungen besonders für offene Fragestellungen. Eine mündliche Befragung könnte z. B. ein Interview mit einem Experten sein.

Beobachten

Im Vergleich zur Alltagsbeobachtung ist die wissenschaftliche Beobachtung stärker zielgerichtet und methodisch kontrollierter. Eine systematische Beobachtung setzt einen Beobachtungsplan voraus, der festlegt:

  • Was zu beobachten ist,
  • Was für die Beobachtung unwesentlich ist,
  • Ob und in welcher Weise das Beobachtete gedeutet werden darf,
  • Wann und wo die Beobachtung stattfinden soll,
  • Wie das Beobachtete zu protokollieren ist.

Zählen

Beim Zählen werden die Untersuchungsobjekte in zu definierenden Kategorien geordnet. Anschließend kann die Anzahl von Objekten in jeder Kategorie ausgezählt werden. Bei der Schaffung der Kategorien sind folgende Anforderungen zu beachten:

  • Kategorien müssen exakt definiert sein.
  • Kategorien müssen sich gegenseitig ausschließen, so dass jedes Untersuchungsobjekt nur einer Kategorie zugeordnet werden kann.
  • Kategorien müssen so geartet sein, dass für jedes Untersuchungsobjekt eine Zuordnung zu einer entsprechenden Kategorie möglich ist.
    Wenig brauchbar sind Kategorien wie "Sonstiges".

Messen

Durch eine Messung wird eine Messgröße quantitativ bestimmt. Oft ist dies eine physikalische Größe, es kann sich aber auch um eine beliebige andere Größe, wie z. B. die Inflationsrate, handeln. Die Bestimmung der Messgröße erfolgt durch den Vergleich mit einem als Grundeinheit definierten Normal - z. B. "Volt" für elektrische Spannungen oder "Sekunde" für die Bestimmung der Zeit.

Direkte und indirekte Messung

Bei direkten Messungen kann die Messgröße direkt am Messmittel, z. B. einem Thermometer, abgelesen werden. Bei indirekten Messungen liegt das Messergebnis erst nach einigen Zwischenstufen vor.


Datenauswertung

Die erhobenen Daten müssen vor dem Hintergrund der zu prüfenden Hypothesen mit adäquaten mathematischen Verfahren ausgewertet und interpretiert werden.


Verifikation bzw. Falsifikation der Hypothesen

Im nächsten Schritt müssen dann die Hypothesen geprüft werden. Kann die in einer Hypothesen geäußerte Vermutung bestätigt werden, dann gilt diese Hypothese als verifiziert; kann die Vermutung nicht bestätigt werden, dann gilt die Hypothese als falsifiziert. 


Erklärung und Theorie

Um die uneingeschränkte Gültigkeit einer Theorie nachzuweisen (Verifikation), müssten unendlich viele Versuche durchgeführt werden. Da dies unmöglich ist, erfolgt die Verifikation durch Induktion. Es wird also aus einer begrenzten Zahl an Ereignissen auf die Allgemeingültigkeit geschlossen. Eine Theorie kann also niemals durch empirische Forschung endgültig bewiesen werden - sie gilt, bis sie widerlegt ist, lediglich als vorläufig bestätigt.

Bewähren sich untereinander vernetzte Hypothesen in der Realität bzw. durch Beobachtung, so spricht man von einer Theorie. Eine gute Theorie sollte dabei die betreffenden Erscheinungen und Phänomene nicht nur erklären, sondern auch prognostisch nützlich sein.

 

3. Schreiben

Das Schreiben sollte grob in drei Phasen geplant werden:

  • Konzipieren
    Ziel der Konzeptionsphase ist eine eigene Stoffsammlung. 
  • Strukturieren
    Ziel dieser Phase ist der strukturelle Aufbau des Textes in Form einer Arbeitsgliederung und einer Rohfasssung des Textes. Hierzu wird die Stoffsammlung analysiert, die darin festgehaltenen Gedanken sortiert und erste stichpunkthafte Formulierungen entwickelt.
  • Formulieren
    Ziel dieser Phase ist die Reinschrift des Textes. Hierzu empfiehlt es sich, den Text noch einmal neu zu beginnen. Jetzt sollten Sätze verfasst werden, die auch sprachlich, orthografisch und grammatikalisch in Ordnung sind. Der in dieser Phase entstandene Text ist die Grundlage für Korrekturen und Überarbeitungen.

Aufbau einer Arbeit

Wenn sich genug Material für die Arbeit angesammelt hat, kann bereits mit einem ersten Entwurf der Gliederung begonnen werden.

Eine wissenschaftliche Arbeit sollte sich dabei an folgender Reihenfolge orientieren:

  • Deckblatt
  • gegebenenfalls Themenblatt 
  • gegebenenfalls Danksagung
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Zusammenfassung
  • Literaturverzeichnis
  • Verzeichnis der verwendeten Symbole und Abkürzungen
  • Anhang, z. B. Messprotokolle, Programme, aufwendige Nebenüberlegungen
  • Eigenständigkeitserklärung
  • gegebenenfalls Vereinbarung über die Verwertungsrechte oder Sperrvermerke bei Abschlussarbeiten, die in Kooperation mit externen Beteiligten erstellt werden

Hinweis:

Ein Themenblatt ist für Studierende der Medientechnologie obligatorisch. Für Studierende der Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Medien ist die Notwendigkeit mit dem zuständigen Prüfungsamt zu klären.

Gliederung als Planungsgrundlage

Die Gliederung ist in Form einer Arbeitsgliederung nicht nur das Gerüst für den künftigen Text, sondern sollte gleichzeitig auch Planungsgrundlage für die gesamte Arbeit sein. Sie ist allerdings, je nach Arbeitsfortschritt, ständigen Änderungen unterworfen. Die Gliederung spiegelt den logischen Aufbau der Arbeit wieder. Das bedeutet, wenn ein Abschnitt der Arbeit ohne einen anderen Abschnitt nicht denkbar wäre, so muss dies in der Gliederung berücksichtigt werden.

Inhaltsverzeichnis

Aus der Gliederung ergibt sich später das Inhaltsverzeichnis der Arbeit. Die Nummerierung der Hauptgliederungspunkte ist dabei fortlaufend, beginnend mit 1 für die Einleitung. Die Gliederungstiefe der Arbeit sollte vier Ebenen nicht übersteigen. Das Inhaltsverzeichnis ist auf eine oder mehrere separate Seiten zu schreiben. 

Anhang und Verzeichnisse werden nicht nummeriert. Allerdings kann der Anhang einen Binnennummerierung aufweisen, damit Inhalte einfacher gefunden werden können.

Schrift und Satz

Der fortlaufende Text der Arbeit sollte mit 1,5-fachen Zeilenabstand geschrieben werden. Die Schriftart sollte eine gut lesbare "Standardschriftart", wie z. B. Times New Roman oder Arial sein. Die Schriftgröße sollte 12 Punkt im Fließtext und 10 Punkt in Fußnoten betragen.

Zur Hervorhebung einzelner betonter Wörter oder Namen werden diese im fortlaufenden Text kursiv gesetzt. Fettschrift sticht stärker als Kursivschrift hervor und macht den Text "fleckig". Auf Fettschrift sollte deshalb im Fließtext verzichtet werden.

Auf Unterstreichungen oder Sperrschrift sollte verzichtet werden.

Seitenlayout

Bei der Anfertigung der schriftlichen Ausarbeitung ist Blocksatz zu bevorzugen. 

Der Satzspiegel sollte ausgewogene Verhältnisse zwischen den Rändern und der beschriebenen Fläche aufweisen. Außerdem sollte bei der Festlegung der Breite des linken und rechten Rands ausreichend Platz für die Bindung (linker Rand) und Anmerkungen der Gutachter bzw. des Betreuers (rechter Rand) berücksichtigt werden.

Satzprogramme wie z. B. LaTeX berechnen den Satzspiegel selbstständig. Wird die Arbeit mit einem Textverarbeitungsprogramm wie z. B. "Microsoft Word" geschrieben, so sollten folgende Ränder eingerichtet werden:

  • Oberer und unterer Rand: 2 cm
  • Linker Rand: 4 cm
  • Rechter Rand: 3 cm

Abbildungen und Tabellen

Abbildungen und Tabellen sind zu nummerieren.

Empfehlenswert ist, die Nummerierung für jeden Hauptgliederungspunkt neu zu beginnen. Dabei ist der Hauptgliederungspunkt der Nummer voranzustellen.

Beispiel
Abbildung 2.2 ist das zweite Bild im Gliederungspunkt 2.

Die Bilder und Tabellen sind mit einer Unterschrift zu versehen.

Beispiel
"Abbildung 2.2: Ansichten des konstruierten Bauteiles".

Gleichungen

Gleichungen werden eingezogen (eingerückt) geschrieben. Bei mehreren Gleichungen untereinander wird das Gleichheitszeichen zentriert.

Gleichungen werden am Rand nummeriert.

Die Nummerierung sollte mit jedem Kapitel neu beginnen (Gleichung 3.16 ist die 16. Gleichung im dritten Kapitel).

Ausnahmsweise können einfache Gleichungen wie z. .B. R=U/I unnummeriert im laufenden Text stehen. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der regelmäßige Zeilenabstand nicht gesprengt wird.

 

Quellen

Zeichen jeder guten wissenschaftlichen Arbeit ist ein transparenter Umgang mit Quellen in Form von Zitierungen und des Literaturverzeichnisses. Dies gilt sowohl für Bücher, Zeitschriften als auch und insbesondere elektronische Quellen wie Webseiten und ähnliches.

Verwendung von elektronischen Quellen

Bei der Verwendung von elektronischen Quellen, insbesondere von Internetquellen, ist besondere Sorgfalt gefordert.

Im Internet kann jedermann beliebige Inhalte ohne redaktionelle Kontrolle veröffentlichen. So finden sich neben "seriösen" wissenschaftlichen Arbeiten und Firmenberichten viele bizarre Theorien, bewusste Fälschungen und unbemerkte Irrtümer.

Während Informationen auf den offiziellen Seiten von universitären Forschungseinrichtungen in der Regel glaubwürdig sind, ist bei privaten Websites zumindest Misstrauen angebracht. Eine genaue Regel kann nicht formuliert werden, doch sollte man gut überlegen, bevor man eine Information zitiert, die nicht eindeutig aus dem Forschungsbereich, dem Onlinebereich einer seriösen Zeitschrift oder eines seriösen Unternehmens stammt.

Jede im Internet gefundene Quelle muss einer intensiven Qualitätsprüfung unterzogen werden.

Diese Prüfung bezieht sich besonders auf die Ermittlung des Autors/der Autorin und dessen/deren Profession. Die Entscheidung, ob eine gefundene Quelle verwendet werden kann, sollte anhand dieser Informationen, eventueller Rückfragen und der URL getroffen werden.

Wenn die Qualitätsprüfung positiv abgeschlossen werden kann, d. h. Zweifel an der wissenschaftlichen Qualität einer Veröffentlichung ausgeräumt werden können, sind auch Internetquellen zitierfähig. 

Zitieren

In geistes- oder sozialwissenschaftlichen Arbeiten spielt das Zitat meist eine größere Rolle als in vielen ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten. Bei ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten geht es oftmals nicht um das wörtliche Zitat einer Autorin oder eines Autors, sondern es wird auf dessen theoretische, mathematische und experimentelle Arbeitsergebnisse Bezug genommen.

Für größtmögliche Nachvollziehbarkeit und Transparenz der eigenen Arbeit ist jedoch auch in ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten die möglichst präzise Angabe aller verwendeten Quellen unerlässlich.

Wichtig ist, dass alle aus fremden oder eigenen Werken direkt oder indirekt übernommenen Gedanken mit nachvollziehbaren Quellenangaben ausgewiesen werden. 

Indirektes und direktes Zitieren

In ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten wird meist indirekt zitiert, d. h. der Inhalt der Quelle wird sinngemäß wiedergegeben. Die Quellenangabe erfolgt in Kurzform.

Direkt zitiert werden nur sehr wichtige Autoren, deren Name vor dem Zitat im Text genannt werden sollten. Direktes Zitieren bedeutet, dass die Aussagen der Verfasserin oder des Verfassers unverändert übernommen werden.

Bei direkten Zitaten muss der ursprüngliche Text in Anführungszeichen gesetzt werden. So bleibt für die Leserinnen und Leser der Originaltext erkennbar. Die Quellenangabe erfolgt in Kurzform wie beim indirekten Zitat.

Quellenangabe als Kurzbeleg

Die Quellenangabe erfolgt in Form eines Kurzbelegs am zitierten Satzende und ist ein Verweis auf den entsprechenden Eintrag im Literaturverzeichnis. Der Name des Autors und das Veröffentlichungsjahr der Quelle werden hierbei in runde Klammern gesetzt, gefolgt von der Seitenzahl des Zitats.

Die Angabe der Quelle erfolgt bei indirektem Zitat im letzten zitierten Satz vor dem Punkt.

Die Angabe der Quelle bei direktem Zitat erfolgt nach dem schließenden Anführungszeichen.

Beispiel indirektes bzw. sinngemäßes Zitat
Und dann endet das indirekte Zitat mit einem Punkt (Müller 1999, S. 24-26).

Beispiel direktes Zitat
"Dieser Satz ist ein direktes Zitat." (Meyer 1876, S. 354)

Bitte beachten Sie: 
Die Angabe der Seitenzahl ist bei direkten und indirekten Zitaten Pflicht!

Die Angabe der Seitenzahlen erfolgt entsprechend diesem Muster: 

  • ein direktes oder indirektes Zitat, das auf einer Seite steht: S. 34
  • ein direktes oder indirektes Zitat, das sich über zwei Seiten erstreckt: S. 34 f.
    Das "f." steht für "folgende" Seite.
  • ein direktes oder indirektes Zitat, das sich über mehrere Seiten erstreckt: S. 34-38
    Die Angabe "S. 34 ff." ist zu vermeiden, da sie ungenau ist und nicht das exakte Ende des zitierten Bereichs offen legt.

Es existieren auch alternative Darstellungsformen für Quellenangaben, die nach Absprache mit der Betreuerin oder dem Betreuer der Arbeit verwendet werden können.

  • Fortlaufende Nummerierung
    Bei der fortlaufenden Nummerierung werden alle verwendeten Quellen fortlaufend durchnummeriert. Der Beleg im Text kann entweder in eckigen Klammern [1, S. 12] oder als Hochgestellte Zahl erfolgen.
  • Harvard-Nummerierung 
    Die so genannte Harvard-Nummerierung besteht aus den ersten drei Buchstaben des Namens der Verfasserin oder des Verfassers und den letzten beiden Ziffern des Erscheinungsjahres (MÜL-05, S. 12).
  • Fußnote
    Bei der Quellenangabe per Fußnote verweist der Text der Fußnote am Zitatende auf die jeweilige Quelle im Literaturverzeichnis (Kurzbeleg). Ist die zitierte Quelle nicht im Literaturverzeichnis enthalten (Literaturempfehlung oder "graue" Literatur), so kann die Fußnote auch die vollständigen bibliographischen Daten enthalten.

Elektronische Quellen wie Webseiten oder E-Mails können in den Quellenangaben im Text wie andere Publikationen behandelt werden.

Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis am Ende des inhaltlichen Teils einer Arbeit stellt den Nachweis für alle in der Arbeit verwendeten Quellen dar.

Das Literaturverzeichnis ist alphabetisch nach Autoren/innen sortiert.

Der Beleg einer Quelle enthält, soweit zutreffend, folgende Angaben.

Bücher

  • Familienname, Vorname (ohne akademische Titel): Doppelpunkt
  • (kursiv gesetzt) Sachtitel. Punkt
  • gegebenenfalls: In: (Doppelpunkt) Familiennamen und Vornamen des/der Herausgeber/s (Hrsg.), Komma Titel des herausgegebenen Werks. Punkt
  • gegebenenfalls Schriftenreihe und Band-Nummer. Punkt
  • Auflage-Nummer (z. B. "4. Aufl."), Komma
  • Erscheinungsort: Doppelpunkt
  • Verlag, Komma
  • Erscheinungsjahr. Punkt

Beispiel 
Müller, Markus: Ein schöner Tag. 4. Aufl., Berlin: Springer, 2002.
Müller, Lukas: Ein neuer schöner Tag. In Meier, Matthäus (Hrsg.): Schöne neue Tage. Berlin: Springer, 2013.

Zeitschriftenartikel

  • Familienname, Vorname (ohne akademische Titel): Doppelpunkt
  • (kursiv gesetzt) Sachtitel. Punkt
  • "In:" Zeitschriftentitel. Punkt
  • "Heft" Heftnummer, Komma
  • Jahr, Jahrgangsnummer oder Band, Komma
  • Seitennummern. Punkt

Beispiel
Schoenfeld, Christoph: Klageeinreichung in elektronischer Form. In: Der Betrieb. (2002) Heft 32, S. 1629.

Sammelwerke und Kongressprotokolle (Proceedings)

  • Familienname, Vorname (ohne akademische Titel): Doppelpunkt
  • (kursiv gesetzt) Sachtitel. Punkt
  • gegebenenfalls: In: (Doppelpunkt) Familiennamen und Vornamen des/der Herausgeber/s (Hrsg.), Komma Titel des Sammelwerkes. Punkt
  • Erscheinungsort: Doppelpunkt
  • Verlag oder Veranstalter, Komma
  • Erscheinungsjahr. Punkt

Beispiel
Drascic, David; Milgram, Paul: Perceptual Issues in Augmented Reality. In: Proceedings SPIE Vol. 2653 (Stereoscopic Displays and Virtual Reality Systems III). San Jose: SPIE, 1996.

Dissertationen und Diplomarbeiten

  • Familienname, Vorname (ohne akademische Titel): Doppelpunkt
  • (kursiv gesetzt) Sachtitel. Punkt
  • Abkürzung "Diss." oder "Diplomarb."
  • Hochschule, Komma Ort,
  • Promotionsjahr bzw. Jahr des Diploms. Punkt

Beispiel:
Gärtner, Axel: Programmierung eines VR-Postproduction-Moduls für Maya 2.5 in der Skriptsprache MEL für den Import und die Weiterverarbeitung von Trackingdaten aus dem ORAD-Cyberset-System. Diplomarbeit Technische Universität Ilmenau, Ilmenau, 2000.

Normen und Richtlinien

  • Norm- bzw. Richtliniennummer (eventuell Teilnummer)
  • Ausgabe (falls relevant Datum). Punkt
  • (kursiv gesetzt) Sachtitel. Punkt

Beispiel
DIN 6730, Ausgabe: 2003-08. Papier und Pappe - Begriffe.

Elektronische Quellen

Im Internet zugängliche Publikationen werden entsprechend der genannten Publikationsarten - Bücher, Zeitschriftenartikel usw. - angegeben und um

  • Elektronische Veröffentlichung: Doppelpunkt URL, Komma
  • Zugriff am Datum. Punkt

ergänzt.

Beispiel pdf-Dokument Buch/Broschüre
Mayas, Cindy; Hörold, Stephan; Krömker, Heidi (Hrsg.): Internet Protokoll basierte Kommunikationsdienste im öffentlichen Verkehr: Das Begleitheft für den Entwicklungsprozess - Personas, Szenarios und Anwendungsfälle aus AK2 und AK3 des Projektes IP-KOM-ÖV. 2012. Elektronische Veröffentlichung: urn:nbn:de:gbv:ilm1-2012200028, Zugriff am 19.11.2013.

Beispiel pdf-Dokument Zeitschriftenartikel
Krömker, Heidi; Norbey, Marcel: Neue Wege der Medienproduktion in der Lehre. In: Medienproduktion - Online-Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis. 3, 2013. Elektronische Veröffentlichung: http://www2.tu-ilmenau.de/zsmp/Kroemker_Norbey_Ausgabe_drei, Zugriff am 19.11.2013.

Webseiten werden nach folgendem Schema angegeben:

  • Familienname, Vorname (ohne akademische Titel): Doppelpunkt
  • (kursiv gesetzt) Titel. Punkt
  • Jahr/Datum der letzten Aktualisierung. Punkt
  • Elektronische Veröffentlichung: Doppelpunkt URL, Komma
  • Zugriff am Datum. Punkt

Beispiel HTML-Seite
Hörold, Stephan: Forschungsgebiete im Fachgebiet Medienproduktion - Verkehrstelematik und Mobilität. 2013. Elektronische Veröffentlichung: http://www.tu-ilmenau.de/mt-mp/forschung/forschungsgebiete/verkehrstelematik-und-mobilitaet/, Zugriff am 19.11.2013.

E-Mails werden nach folgendem Schema angegeben:

  • Familienname, Vorname (ohne akademische Titel): Doppelpunkt
  • (kursiv gesetzt) Betreff. Punkt
  • E-Mail: Adresse des Senders bzw. der SenderinKomma
  • erhalten am Datum. Punkt

Beispiel E-Mail
Müller, Johannes: Bericht wissenschaftliches Arbeiten. E-Mail: johannes.mueller@xyz.com, erhalten am 19.11.2013.

Kein oder mehrere Autoren/innen

Ist der Name des Autors in der Quelle nicht angegeben, dann steht anstelle des Namens die Abkürzung "o. V." für "ohne Verfasser/in".
Eine Firmen- oder Organisationsbezeichnung anstelle des unbekannten Autoren anzugeben, sollte - wenn möglich - vermieden werden.

Literaturhinweise

Literatur- und andere Hinweise

zum formalen Vorgehen 

zum wissenschaftlichen Arbeiten

zu sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden

  • Bortz, Jürgen; Döring, Nicola: Forschungsmethoden und Evaluation: für Human- und Sozialwissenschaftler. 5. Aufl., Berlin: Springer-Verlag, 2016.