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INHALTE

Aus der Arbeit des Beirates

Ergebnis der Umfrage unter den Mitgliedern des Beirates zum Absolventenbild für die Medienstudiengänge an der TU Ilmenau (Herbst 2014)

Allgemeine Fragen

Unternehmen, die Absolventen der Ilmenauer Medienstudiengänge beschäftigen, äußern sich zufrieden über die Qualität der fachlichen Ausbildung und deren Motivation.

Dabei gibt es bei den Unternehmen zunächst keine Präferenz für FH- oder Uni-Absolventen. Für beide Arten von Absolventen gebe es geeignet Einsatzfelder. Für den Bereich Forschung und Entwicklung werden allerdings Universitätsabsolventen bevorzugt, da diese über breitere und vertieftere Grundlagenkenntnisse verfügen. Andererseits wurden bei Absolventen von Universitäten zu geringe Praxiskenntnisse bemängelt.

Auf die Frage, ob von den Absolventen erwartet würde, dass diese einen Teil Ihres Studiums im Ausland absolviert zu haben, wurde festgestellt, dass ein Auslandsaufenthalt an sich kein besonderer Wert ist, wenn er sich nicht sinnvoll in den gesamten Ausbildungsgang einfügt. Gefragt sind allerdings Sprachkenntnisse (möglichst verhandlungssicher) in Englisch und in asiatischen Sprachen.

Studiengangspezifische Fragen
Medientechnologie

Als erstes wurden die Unternehmen gefragt, welche neuen Herausforderungen und Arbeitsinhalte sich für Absolventen des Ingenieur-Studienganges Medientechnologie in den kommenden Jahren voraussichtlich ergeben werden. Die Firmen antworteten, dass die Zukunft der Medientechnik in der Konvergenz von Rundfunk, Mobilfunk und Internet (Tirmedialität) gesehen wird, was eine vernetzte und filebasierte Produktion erfordert. Darauf müssten die Absolventen der Medientechnologie verstärkt vorbereitet werden. Themen, die dabei eine Rolle spielen und deshalb dezidiert im Studium behandelt werden sollten, sind: filebasierte Audio- und Videoproduktion – Video over IP, Netzwerkmanagement, Echtzeitverarbeitung großer Datenmengen, Datensicherheit und Datenschutz und Management komplexer Produktionsprozesse.

Die Unternehmen haben sowohl Bedarf an Bachelor- als auch an Master-Absolventen. Für beide gibt es geeignete Arbeitsfelder. Da Bachelor früher in die Firmen kommen, haben sie zeitiger die Möglichkeit, theoretisches mit praktischem Wissen zu verbinden und unternehmensspezifische Arbeitsabläufe kennen zu lernen. Das schätzen einige Firmen. Für diese Absolventen sollten jedoch berufsbegleitende Weiterbildungen von Universitäten und Fachhochschulen angeboten werden (duale Studiengänge). Forschungsorientierte Unternehmen haben einen höheren Bedarf an Master-Absolventen als dienstleistungsorientierte Firmen. Für Leitungstätigkeit (Gruppen- oder Abteilungsleiter) wird im allgemeinen ein Master-Abschluss erwartet.

Praktisch alle Unternehmen betonen in ihrer Stellungnahme die zunehmende Bedeutung von IT-Technik und Informatik im Bereich der Medientechnik. Die forschungsorientierten Unternehmen schließen dabei auch explizit die digitale Signalverarbeitung ein. Es werden aber auch weiterhin die spezifischen Kenntnisse aus dem Bereich der Medientechnologie erwartet, wie z.B. auditive und visuelle Wahrnehmung, Lichttechnik oder Hard- und Software für audiovisuelle Verarbeitungsprozesse. Die Vermittlung dieser Kenntnisse muss immer auf dem neusten Stand gehalten werden.

Die meisten Unternehmen sind der Meinung, dass Elektro- und Informationstechnik einerseits und Informatik andererseits etwa gleichberechtigt im Studium gelehrt werden sollten. Viele erwarten jedoch, dass sich die Anforderung zunehmend in den Bereich der Informatik verschieben werden.

Von den Absolventen werden über die ingenieurtechnischen Kompetenzen hinaus auch betriebswirtschaftliches Denken, methodische Vorgehensweise, grundlegende rechtliche Kompetenzen sowie Kenntnisse in Projekt- und Prozessmanagement erwartet. Dazu kommen auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kommunikationsvermögen.

Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft

Leider ist hier keine aussagekräftige Zusammenfassung der Befragung möglich, da die antwortenden Unternehmen keine eigenen Erfahrungen mit Ilmenauer AMW-Absolventen gemacht haben. Es wurden lediglich einige Themen aufgezählt, die aus Sicht der Befragten wichtig für diese Absolventen sind: Socialmedia, Jugendschutz und Nutzung von sozialen Netzwerken, Abschätzung psychologischer, soziologischer und politischer Wirkungen neuer Medientechnologien, Cross- und Transmedialität und Internet der Dinge.

Medienwirtschaft

Die Unternehmen legen vor allem Wert auf Grundlagenkenntnisse in den betriebswirtschaftlichen Fächern, die in viele Unternehmen und Branchen Anwendung finden können.

Nichtsdestotrotz ist auch eine Vertiefung im Bereich der Medien von Unternehmen dieser Branche gewünscht. Herr Ernerth formulierte es so: „Die Vertiefung im Bereich Medien ist aus unserer Sicht wichtige Voraussetzung, um – insbesondere im obigen Einsatzszenario [gemeint ist Business Consulting] – Akzeptanz beim Kunden zu finden. Denn nur wenn ein Berater über Branchen-KnowHow verfügt, wird er verstehen und interpretieren können, was er in Beratungsgesprächen an Details vom Kunde erfährt und auf dieser Basis einen wirklich zielführenden Lösungsvorschlag für die zu adressierende Problemstellung erarbeiten können.“

Thesen

  1. Die Weiterbildung von Bachelor-Absolventen (und vergleichbaren Abschlüssen) wird für die Universitäten in Zukunft eine wichtige Aufgabe sein. Dazu muss der studiengangspezifische Bedarf ermittelt werden, und die Inhalte der Weiterbildung müssen mit interessierten Firmen abgestimmt werden.
  2. Es kommt darauf an, die Absolventen zu befähigen, die Integration der unterschiedlichen Medien in technischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht handhaben zu können (Trimedialität, Crossmedialität).
  3. Im Studiengang Medientechnologie muss der Schwerpunkt Informatik gestärkt werden.

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