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Framing ‚narrow‘ und ‚general‘ Artificial Intelligence

Analyse medialer Muster und Risikobewertung künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) wird heute zu den Technologien gezählt, von denen man glaubt, dass sie das gesellschaftliche Zusammen-leben sowie die globale Wirtschaft nachhaltig verändern werden. Auch wenn der aktuelle Entwicklungsstand von KI noch weit entfernt ist von ‚selbstständig denkenden‘ Maschinen (auch ‚starke KI‘ genannt), so haben einige Anwendungen schon Einzug in den Alltag gehalten (z.B. autonomes Fahren, Gesichts- oder Spracherkennung).

Neben positiven Stimmen zu Chancen und Potenzialen von KI-Technologien, hat es in öffentlichen Debatten und in der Medien-berichterstattung auch kritische Worte und Warnungen gegeben – darunter von prominenten Personen wie Elon Musk (Tesla, SpaceX) oder Stephen Hawking. Der Physiker und Mitgründer des Future of Life Institute Max Tegmark merkte 2017 dazu an: „Leider wird der notwendige Ruf nach nüchternen Forschungsplänen, die dringend gebraucht werden, nahezu erstickt von einem Missklang schlecht informierter Ansichten, die die Blogosphäre durchdringen.“ (S. 76).

Der Vorwurf geht an Journalisten verschiedenster Medien und bedarf einer genaueren empirischen Bestandsaufnahme, die im Rahmen dieser Pilotstudie realisiert werden soll. Denn obwohl davon auszugehen ist, dass diese öffentliche Debatte sich substanziell auf die Forschung, Regulierung und Weiterentwicklung von KI auswirken wird, hat sich die empirische Kommunikationsforschung bislang kaum mit der medialen Konstruktion von KI-Technologien oder der strategischen (Risiko-)Kommunikation von Akteuren in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik beschäftigt.

Diese Forschungslücke soll mit dem aktuellen Forschungsprojekt „Framing of ‚general‘ and ‚narrow‘ Artificial Intelligence (AI)“ geschlossen werden. Die zu beantwortende Frage lautet dabei:

Welche Frames und Risikobeschreibungen dominieren die Medienberichterstattung zu künstlicher Intelligenz und ihrer Anwendungsfelder?

Mit Hilfe einer komparativen Inhaltsanalyse sollen dazu Frames mit Bezug zu KI‐Technologien in deutschen und internationalen Medien identifiziert, quantifiziert und inhaltlich beschrieben werden. Der Fokus liegt dabei auf der Risikowahrnehmung und -bewertung von konkreten KI-Anwendungen (‚narrow‘ KI) sowie genereller künstlicher Intelligenz (‚general‘ KI). Die Inhaltsanalyse stützt sich auf den Framing-Ansatz und wird mit etablierten Konzepten der Risikokommunikations-, Risikowahrnehmungs- und Wissenschaftskommuni-kationsforschung verknüpft.

Das Pilotprojekt ist Teil eines neuen Forschungsschwerpunktes, den das Fachgebiet Public Relations und Technikkommunikation unter Leitung von Dr. Andreas Schwarz derzeit intensiver und in interdisziplinärer Kooperation mit KI-ExpertInnen weiterentwickelt. Dabei sollen Fragen der KI-Kommunikation insbesondere mit Aspekten der Risiko- und Krisenkommunikation verknüpft werden.

 

Tegmark, M. (2017). Machen wir uns bereit! In J. Brockman (Hrsg.), Was sollen wir von künstlicher Intelligenz halten? Die führenden Wissenschaftler unserer Zeit über intelligente Maschinen (2. Aufl., S. 75‐78). Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch.