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Prof. Dr. Patrick Mäder (JP)

Fachgebietsleiter

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INHALTE

Flora Incognita

Interaktive Pflanzenbestimmung mit mobilen Endgeräten

Steckbrief

Laufzeit: 2014 – 2020
Förderer: BMBF, BfN, BMU, Stiftung Naturschutz Thüringen
Förderung: ~1,92M € (gesamt)
Träger: DLR Bonn
Partner: Max-Plack-Institut für Biogeochemie, Jena
Website: www.floraincognita.de

Motivation

Wissenschaftler und Naturschutzverbände beklagen zunehmend mangelnde Artenkenntnisse. Diese Entwicklung ist für Naturschutz und Landnutzung prekär. Denn mit schwindenden Kenntnissen über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge nimmt auch die Bereitschaft in der Bevölkerung ab, sich für Natur- und Umweltschutzbelange einzusetzen. Wie soll man in einer Bevölkerung für den Schutz von Arten werben, wenn diese praktisch überhaupt nicht bekannt sind? Herkömmliche Artenbestimmungen mit Hilfe von Bestimmungsbüchern sind komplex, zeitintensiv und damit für Laien oft frustrierend. Dadurch entsteht eine große Hürde für Interessierte, die sich Artenkenntnisse aneignen möchten. Neue Informationstechniken sind Teil unseres Alltags geworden und ermöglichen es herkömmliche Bestimmungsmethoden zu vereinfachen soll.  Artenbestimmung kann einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, indem mobile Endgeräte den Nutzer unterstützen. Durch Nutzung eines mobilen Endgerätes, kann ein Teil der Bestimmung künftig durch Bilderkennung (z.B. Blütengröße, Blütenfarbe und Blattform) und automatisch erfassbare Standortmerkmale (z.B. geologischer Untergrund, Landnutzung und Jahreszeit) erfolgen. Der Erkennungsprozess kann so gestaltet werden, dass der Nutzer die erkannten Merkmale schrittweise verfolgen kann, um nachzuvollziehen, welche Merkmale zur Identifizierung der Art wichtig sind. Die Hürde sich mit Artenbestimmung auseinanderzusetzten wird niedriger, da der Nutzer ohne umfassendes Vor- und Fachwissen zum gewünschten Ergebnis kommt. Eine teilautomatische Bestimmungshilfe kann dazu beitragen, dass Menschen sich aktiv für die Natur interessieren und mehr Naturverständnis entwickeln. Die Natur zu schützen ist nur möglich, wenn Arten erkannt und dokumentiert werden – nicht nur von Spezialisten und Wissenschaftlern sondern von der breiten Bevölkerung.

Ziele

  • Entwicklung eines interaktiven Verfahrens zur teilautomatischen Bestimmung von Pflanzenarten Mitteldeutschlands.
  • Erstellung einer, an rechentechnische Möglichkeiten angepassten Merkmalsdatenbank für Mitteldeutschlands wildwachsende Blütenpflanzen.
  • Erarbeitung didaktisch optimierter Nutzerinteraktionen während und Nutzerinformationen nach dem Bestimmungsprozess. Diese Interaktionen und Informationen sollen sich an unterschiedliche Nutzergruppen anpassen (z.B. Landnutzer, Kinder, Studenten, Laien, Experten).
  • Entwicklung eines automatischen Kartiersystems für identifizierte Individuen und Übermittlung der Informationen an zentrale Datenbanken der Naturschutzbehörden
  • Bereitstellung einer offenen Plattform für Nutzer, Behörden und Wissenschaftler. Nutzer können in einer an soziale Netzwerke angelehnten Umgebung Wissen teilen und Artenkataloge erweitern. Behörden partizipieren von gesammelten Arteninformationen und Wissenschaftler können weitere innovative Ansätze in den Bestimmungsprozess und die Nutzerplattform integrieren.
  • Erfassung von Artenvariationen zur weiteren wissenschaftlichen Auswertung